Die tägliche Fahrt mit dem Bus kann für Fahrgäste und Busfahrer gleichermaßen zur Geduldsprobe werden. Verspätungen, Staus und rücksichtslose Autofahrer sind nur einige der Faktoren, die den Arbeitsalltag der Busfahrer belasten. Doch was genau sind die Gründe für den Frust am Steuer und welche Lösungsansätze gibt es?
Der stressige Alltag eines Busfahrers
Ein Busfahrer wie Fawzi Belaroui, von vielen Fahrgästen liebevoll "Charly" genannt, kennt die Herausforderungen seines Berufs nur zu gut. Pünktlichkeit ist oberstes Gebot, denn die Fahrgäste müssen ihre Anschlussbusse und Züge erreichen. Doch Baustellen und Umleitungen kosten Zeit und Nerven. "Für mich ist jede Sekunde wichtig", betont Belaroui.
Trotz Zeitdruck steht die Sicherheit der Fahrgäste immer an erster Stelle. So wartet Belaroui beispielsweise, bis eine ältere Dame sicher Platz genommen hat, bevor er weiterfährt. "Sicherheit geht vor", sagt er. Auch das Fahrverhalten selbst ist entscheidend, denn eine Vollbremsung sollte die absolute Ausnahme bleiben: "Als Busfahrer muss man immer hoch konzentriert sein. Bei einer Vollbremsung könnten Fahrgäste verletzt werden."
Schwierigkeiten im Straßenverkehr
Besonders belastend für Busfahrer sind rücksichtslose Autofahrer. Falschparker, die trotz Halteverbots am Straßenrand stehen, zwingen die Busfahrer zu riskanten Fahrmanövern. Auch das Blockieren von Haltebuchten oder das Missachten des Blinkers beim Ausfahren aus der Haltestelle sind alltägliche Ärgernisse.
In Echterdingen beispielsweise führt der dichte Verkehr auf der Hauptstraße regelmäßig zu Verspätungen der Linienbusse. Zeitraubendes Abbiegen, Be- und Entladen auf der Fahrbahn sowie Wartezeiten an Fußgängerampeln tragen zusätzlich zur Belastung bei.
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Buskaps als Lösung?
Um den ÖPNV attraktiver zu gestalten und die Fahrzeiten zu verkürzen, werden in Weyhe sogenannte Buskaps eingesetzt. Diese ermöglichen eine schnellere An- und Abfahrt, da der Bus direkt am Kap zum Stehen kommt und nicht durch den Kfz-Verkehr behindert wird. Zudem dienen sie der Barrierefreiheit und benötigen weniger Platz als herkömmliche Busbuchten.
Allerdings gibt es auch Kritik an Buskaps. Befürchtungen bestehen, dass sie den Verkehrsfluss behindern und zu Staus führen könnten, insbesondere wenn der Bus sich lange an der Haltestelle aufhält.
Technische Lösungen für mehr Effizienz
Um Verspätungen zu reduzieren und den ÖPNV zu beschleunigen, setzen einige Städte auf technische Lösungen wie die Busbevorrechtigung an Ampeln. Dabei können Busfahrer per Funk ein Signal an die Ampeln abgeben und erhalten dadurch Vorfahrt.
In Stuttgart und Filderstadt sind solche Systeme bereits seit Jahren im Einsatz. Allerdings gibt es auch hier Zweifel an der Wirksamkeit, insbesondere wenn der Bus im Stau steht.
Die Rolle der Fahrgäste
Auch die Fahrgäste selbst können dazu beitragen, den Arbeitsalltag der Busfahrer zu erleichtern. Ein freundliches Verhalten, das rechtzeitige Vorbereiten des Fahrscheins und das Beachten der Sicherheitsregeln tragen zu einer entspannten Atmosphäre im Bus bei.
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Verkehrssicherheit und Zustand der Busse
Der TÜV-Verband betont, dass die Busse auf Deutschlands Straßen überwiegend in gutem Zustand sind. Bei den Hauptuntersuchungen (HU) bestehen die meisten Fahrzeuge ohne Mängel. Allerdings steigt mit dem Alter der Busse auch die Mängelquote. Probleme gibt es am häufigsten mit der Beleuchtung hinten sowie mit Ölverlust.
Um die Sicherheit der Busfahrer zu gewährleisten, wurden in der Corona-Pandemie Trennschutzwände installiert, die sie vor einer potenziellen Ansteckung schützen sollen. Für die Fahrgäste gilt weiterhin Maskenpflicht.
Attraktivität des ÖPNV steigern
Um mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen, sind attraktive Angebote und ein gut ausgebautes Netz entscheidend. Dazu gehören nicht nur günstige Fahrpreise, sondern auch komfortable Busse, kurze Taktzeiten und eine zuverlässige Fahrplanauskunft.
In diesem Zusammenhang spielen auch Busspuren eine wichtige Rolle, da sie es den Bussen ermöglichen, am Stau vorbeizufahren und pünktlich ihr Ziel zu erreichen.
Die Notwendigkeit von Rücksichtnahme
Letztendlich ist es die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer, die zu einem entspannten und sicheren Miteinander im Straßenverkehr beiträgt. Autofahrer sollten Busse aus Haltebuchten ausfahren lassen, Falschparker vermeiden und die Geschwindigkeit an die jeweilige Situation anpassen.
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Auch die Fahrgäste können ihren Teil dazu beitragen, indem sie sich rücksichtsvoll verhalten und die Anweisungen des Busfahrers befolgen.
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