Igor, bring mir das Gehirn!: Eine Analyse von Frankenstein-Adaptionen und ihren Themen

Frankenstein, die Geschichte des Wissenschaftlers, der Leben erschaffen will, hat seit Mary Shelleys Roman von 1818 viele Adaptionen erfahren. Diese Adaptionen variieren in ihrer Treue zum Original und ihrer Interpretation der zentralen Themen. Der Wunsch, Leben zu erschaffen, die Grenzen der Wissenschaft, Moral und die Frage, was den Menschen zum Menschen macht, sind dabei immer wiederkehrende Motive.

Die Frankenstein-Erzählung: Ursprung und Kernelemente

Mary Shelleys Roman "Frankenstein oder der moderne Prometheus" erzählt die Geschichte von Victor Frankenstein, der besessen davon ist, künstliches Leben zu erschaffen. Er studiert an der Universität, wo er viele Dinge lernt und beginnt, aus Einzelteilen von diversen Leichen ein Wesen zusammenzubauen. Mit Hilfe eines Gewitters wird der Homunculus zum Leben erweckt. Doch schon in der gleichen Minute bereut er es schon.

Die Geschichte berührt philosophische Hauptthemen der Zeit, als die Menschheit kurz davor zu stehen schien, selbst zum Schöpfer von Leben zu werden. Luigi Galvani entdeckte, dass durch Stromstöße Muskelbewegungen erzeugt werden können - auch bei toten Lebewesen. Dies befeuerte die Idee, einen Menschen künstlich zu erschaffen.

Filmische Interpretationen: Von Klassikern bis Parodien

Die Frankenstein-Thematik wurde in zahlreichen Filmen adaptiert, wobei jede Version ihre eigenen Schwerpunkte setzt. Einige Adaptionen halten sich eng an die Romanvorlage, während andere freier mit dem Stoff umgehen.

"Frankenstein" (1931): Ein Klassiker des Horrorfilms

Eine der bekanntesten Verfilmungen ist "Frankenstein" aus dem Jahre 1931. Colin Clive spielt darin Dr. Frankenstein. Der Film gilt als schauspielerisch beste Verfilmung des Buches.

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Allerdings gab es auch Kürzungen, die wichtige Aspekte des Monstercharakters veränderten. So wurde die Tötung eines Kindes nicht mit gezeigt, was das Verhalten des Monsters in vielen Dingen anders erscheinen lässt.

"Frankensteins Braut" (1935): Eine Fortsetzung mit neuen Perspektiven

"Frankensteins Braut" aus dem Jahre 1935 setzt die Geschichte fort und erweitert die Thematik um die Frage nach der Einsamkeit des Geschöpfs und seinem Wunsch nach einem Partner.

"Frankenstein Junior" (1974): Eine parodistische Hommage

Mel Brooks' "Frankenstein Junior" ist eine Gruselparodie, die gleichzeitig eine liebevolle Hommage an die Horrorklassiker der 30er Jahre darstellt. Der Film spielt mit Klischees des Genres und präsentiert skurrile Charaktere wie den buckligen Igor (der seinen Buckel mal links, mal rechts trägt) und die geheimnisvolle Haushälterin Frau Blücher. Die Sets des in Schwarz/Weiss gedrehte Films sind teilweise die Originale der alten Frankensteinfilme!

Der Film greift die Thematik des Wissenschaftlers auf, der sich von seinem Großvater distanziert, aber letztendlich dessen Arbeit fortsetzt. Frederick Frankenstein distanziert sich (beispielsweise durch eine andere Aussprache seines Namens, „Fronkensteen“) von seinem Großvater, der einst versucht hatte, toter Materie Leben einzuhauchen. Als der Anwalt Gerhard Falkstein ihm eines Tages nach einer Vorlesung mitteilt, er habe das alte Familienschloss geerbt, reist Frederick nach Transsylvanien. Dort begegnen ihm der bucklige Igor (der seinen Buckel mal links, mal rechts trägt) und die hübsche Laborassistentin Inga. Auf der Burg werden die drei von der Haushälterin Frau Blücher empfangen, die Dr.

Weitere Adaptionen und Variationen

Es gibt zahlreiche weitere Frankenstein-Verfilmungen und -Adaptionen, die unterschiedliche Aspekte der Geschichte beleuchten. Einige konzentrieren sich auf den Horror, andere auf die wissenschaftlichen Aspekte oder die moralischen Fragen.

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Zentrale Themen und Motive

Die Frankenstein-Erzählung behandelt eine Reihe von zentralen Themen und Motiven, die auch in den Adaptionen immer wieder aufgegriffen werden:

Der Wunsch, Leben zu erschaffen

Frankenstein ist von dem irren Glauben besessen, menschliches Leben zu schaffen. Genau das wird Dr. Frankenstein zum Verhängnis. Er will Menschen zu erschaffen - den perfekten Menschen!

Die Grenzen der Wissenschaft

Die Geschichte wirft die Frage auf, wie weit Wissenschaft gehen darf. Nicht Gott spielen und einfach mit Menschen oder Tieren experimentieren.

Moralische Verantwortung

Frankenstein muss lernen, dass es falsch ist Menschen zu töten. Ihm wird zwischen Gut und Böse, Recht und Unrecht beigebracht. Er erkennt, dass falsch war, was er getan hat.

Die Frage nach dem Menschsein

Was macht den Menschen zum Menschen? Ist es die äußere Erscheinung, die Intelligenz oder die Fähigkeit zu lieben und Mitgefühl zu zeigen?

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Vorurteile und Ausgrenzung

Das Monster wird aufgrund seines Aussehens von der Gesellschaft abgelehnt und ausgegrenzt. Eher Opfer von Vorurteilen denn grausame Kreatur muss das Monster verfolgt vom Pöbel viel erleiden.

"Igor, bring mir das Gehirn!": Eine spezielle Variation

Der Ausruf "Igor, bring mir das Gehirn!" ist eng mit der Frankenstein-Thematik verbunden, insbesondere durch die parodistischen Darstellungen. In diesen Versionen wird Igor oft als glupschäugiger Assistent dargestellt, der seinem Meister bei der Beschaffung von Leichenteilen und Gehirnen hilft.

"Frankenstein Junior" als Beispiel

In "Frankenstein Junior" spielt Igor eine entscheidende Rolle bei der Beschaffung des Gehirns für das Monster. Er soll in einer Gehirnbank das Gehirn des Genies Hans Delbrück stehlen, lässt dieses aber versehentlich fallen und bringt Frankenstein stattdessen ein „abnormales“ Gehirn, ohne dies allerdings zu erwähnen.

Die Bedeutung des Gehirns

Das Gehirn spielt in der Frankenstein-Erzählung eine zentrale Rolle, da es als Sitz des Bewusstseins und der Persönlichkeit angesehen wird. Die Wahl des Gehirns beeinflusst die Eigenschaften des Monsters und trägt zur Komik der parodistischen Versionen bei.

Aktuelle Relevanz der Frankenstein-Thematik

Die Frankenstein-Thematik ist auch heute noch relevant, da sie Fragen aufwirft, die im Zusammenhang mit modernen wissenschaftlichen Entwicklungen von Bedeutung sind.

Künstliche Intelligenz

Forscher bei Google oder IBM arbeiten mit Hochdruck an künstlicher Intelligenz. "Denkende" Maschinen bringen sich selbst Strategiespiele bei und bezwingen den menschlichen Geist. Die Frage, wo menschliches Bewusstsein anfängt und aufhört, ist auch im Kontext der KI von Bedeutung.

Gentechnik und Reproduktionsmedizin

Die Reproduktionsmedizin könnte heute schon das perfekte Baby kreieren, und Wissenschaftler wie George Church versuchen mit Hilfe von Gentechnik, Krankheiten auszurotten, aber auch das Mammut wieder zum Leben zu erwecken. Diese Entwicklungen werfen ethische Fragen auf, die an die Frankenstein-Thematik erinnern.

Lithium und Alzheimer-Forschung

In einem kürzlich erschienenen Nature-Artikel vom 6. August 2025 berichten Forschende, dass Lithium im Gehirn offenbar eine schützende Rolle spielt. Ein künstlich herbeigeführter Lithiumverlust bei Mäusen führte zu verstärkten Amyloid-Ablagerungen, vermehrtem phosphoryliertem Tau, Entzündungsreaktionen der Mikroglia, Verlust von Synapsen, Axonen und Myelin und zu messbaren Gedächtnisdefiziten. Die Studie deutet darauf hin, dass Lithiummangel im Gehirn ein früher, ursächlicher Faktor für Alzheimer sein könnte und dass eine amyloid-umgehende Form wie Lithiumorotat bei Mäusen Schäden sowie Gedächtnisverluste umkehren kann.

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