Dopamin, oft als "Glückshormon" bezeichnet, ist ein Neurotransmitter, der eine entscheidende Rolle in verschiedenen Funktionen des menschlichen Körpers und Geistes spielt. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Wirkungen von Dopamin, von seiner Rolle bei der Motivation und Belohnung bis hin zu den potenziellen Risiken eines Ungleichgewichts.
Einführung in Dopamin
Dopamin ist ein Neurotransmitter, also ein Botenstoff, der die Kommunikation zwischen Nervenzellen ermöglicht. Es wird bei Dingen und Tätigkeiten ausgeschüttet, die mit Lust und Freude verbunden sind und beeinflusst je nach Menge die Psyche. Funktionell ermöglicht Dopamin eine Übertragung von Gefühlen und eine stabile Wahrnehmung und ist somit essenziell für Körper und Geist.
Dopamin als Neurotransmitter
Dopamin ist kein Hormon, sondern ein Neurotransmitter, der dafür sorgt, dass Nervenzellen miteinander kommunizieren können. Es wirkt insbesondere im Belohnungssystem des Gehirns.
Die vielfältigen Funktionen von Dopamin
Dopamin hat große Auswirkungen auf die Stimmung und das Wohlbefinden des Menschen. Es vermag die Vorfreude auf etwas auszulösen, motiviert und lässt zur Tat schreiten. So nimmt es Einfluss auf unsere Entscheidungen. Auch Konzentration und körperliche Aktivität können durch Dopamin beeinflusst werden.
Dopamin und das Belohnungssystem
Viele Menschen glauben, dass Dopamin glücklich macht. Das ist ein großes Missverständnis, denn das ist nicht der Fall. Dopamin hat die Aufgabe, auf mögliche Belohnungen hinzuweisen, also eine belohnungsankündigende Wirkung. Wenn wir etwas Positives erleben, wird Dopamin ausgeschüttet und markiert diese Situation als wichtig. Situationen, die mit Belohnungen einhergehen, werden durch das Dopamin "gelikt" und im Suchtgedächtnis abgespeichert.
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Dopamin und Motivation
Dopamin ist stark in die Prozesse involviert, die unsere Motivation und unser Verhalten steuern. Es wird in Momenten freigesetzt, in denen wir eine Belohnung erwarten oder erhalten, sei es durch Essen, soziale Interaktionen oder das Erreichen eines Ziels. Dieses Hormon verstärkt das Gefühl der Zufriedenheit, das wir erleben, wenn wir eine Aufgabe erfolgreich abgeschlossen haben, und motiviert uns, ähnliche Verhaltensweisen in der Zukunft zu wiederholen. Ein gesunder Dopaminspiegel führt dazu, dass wir uns energiegeladen und motiviert fühlen. Es hilft uns, Ziele zu setzen und diese mit Entschlossenheit zu verfolgen. Auf der anderen Seite kann ein niedriger Dopaminspiegel zu einem Mangel an Motivation führen. Betroffene fühlen sich oft antriebslos, müde und wenig interessiert an Aktivitäten, die sie früher begeistert haben.
Dopamin-Ausschüttung im Alltag
In der digitalisierten Welt findet eine ständige Ausschüttung an Dopamin durch reizvolle Umgebungen statt, ohne dass vielen dies bewusst ist. So kann die Dopaminproduktion im Gehirn beispielsweise durch den Konsum von Essen, Alkohol, Tabak und Drogen angeregt werden. Doch auch Tätigkeiten, wie Umarmen von Angehörigen, Sport, Gaming, Surfen in sozialen Medien und Glücksspiele, können den Dopamin-Spiegel erhöhen. Dinge, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen, können auch die Konzentration von Dopamin bzw. dessen Produktion steigern, wie beispielsweise Benachrichtigungen auf dem Smartphone zu erhalten oder neuen und unerwarteten Reizen ausgesetzt zu sein.
Dopamin und soziale Medien
Soziale Medien nutzen unser Belohnungssystem des Gehirns und das kann in Extremfällen zu einer Ähnlichkeit mit klassischen Abhängigkeiten führen. Sie bekommen beispielsweise in sozialen Netzwerken nette Kommentare, dann assoziieren wir das mit dem Handy. Die Belohnungserwartung setzt dann in dem Moment ein, in dem wir aufs Handy gucken oder wenn das Handy vibriert. Das Handy im Raum wird dann immer wichtiger und die anderen Sachen, die im Raum sind, nimmt man weniger wahr - weil sie nicht so relevant sind wie das, was mit dem Dopamin markiert wurde, in diesem Fall das Handy.
Die Schattenseite: Dopamin-Ungleichgewicht und seine Folgen
Ist die Balance des Körpers und Dopamins außer Kontrolle, können viele Nachteile für den Organismus entstehen.
Symptome eines Dopamin-Überschusses
Symptome eines Dopamin-Überschuss sind eine sehr intensive Wahrnehmung der Umwelt, zunehmende Unfähigkeit zwischen wichtigen und unwichtigen Empfindungen zu unterscheiden, Schlafprobleme, Wahnvorstellungen und manisches Verhalten. Hohe Dopaminwerte werden mit seelischen Erkrankungen, wie Psychosen, Schizophrenie, Drogenabhängigkeit und Angstzuständen, in Verbindung gebracht.
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Dopamintoleranz und Verhaltenssüchte
Häufig wird auch von einer Dopamintoleranz gesprochen. Damit ist gemeint, dass durch viele stimulierenden und kurzfristig Freude bereitende Reize Menschen das Gefühl entwickeln können, keine Freude mehr zu empfinden und nach immer größeren und neuen Vergnügen suchen. Häufig ist dies bei Personen der Fall, die viel digitale Medien konsumieren, Herausforderungen an Spielkonsolen suchen usw. Derartiges ist teils programmiert, um bei NutzerInnen hohe Dopamin-Ausschüttung hervorzurufen. Dabei können sich Verhaltenssüchte entwickeln, was dazu führen kann, dass Betroffene das Interesse an wichtigen Dingen oder diese vernachlässigen.
Strategien zur Regulierung des Dopaminspiegels
Um das eigene Dopamin erhöhen zu können, können folgende Handlungen helfen:
- Abbau von chronischem Stress: Ständiger Stress hemmt die Produktion von Dopamin.
- Ausreichend Schlaf: 7-9 Stunden von guter Qualität.
- Praktizieren von Entspannung: Meditation und Yoga.
- Regelmäßige Bewegung: Bereits nach 10 Minuten kommt es zur Ausschüttung von Dopamin und nach 20 Minuten ist die Konzentration an Dopamin am höchsten.
- Ausreichendes Verzehren von Proteinen: Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte etc. führen zum Wachstum von Dopamin.
- Genießen von Musik: Die Hirnaktivität im Belohnungszentrum ist reich an Dopaminrezeptoren und wird dabei angesprochen.
- Sonne tanken: Sonnenstrahlen fördern die Herstellung von Dopamin.
Die Tipps sind in Maßen anzuwenden und garantieren keine Steigerung an Dopamin.
Dopamin-Detox: Ein Rückzug von Reizen
Menschen, die zu sich kommen wollen, müssen sich abschotten von äußeren Reizen. Wenn sich Eremiten früher in die Einsamkeit zurückgezogen haben, war das letztendlich auch eine Form von Dopamin-Detox. Heute verzichtet man dann häufig auf sein Handy und andere Dinge, die einen ablenken. Wenn man sich von äußeren Triggern abschottet, dann reagiert das Dopamin nicht andauernd auf äußere Signale, es gibt keine Höhen und Tiefen. Das beste Beispiel dafür ist die Meditation. Wenn man ein mediales Dopamin-Detox macht und danach gleich wieder zum Handy greift, ist alles wieder reaktiviert. Z.B. einmal pro Woche, Dopamin runterfahren: Kein PC, Smartphone, Spielkonsole, Fast Food, sondern spazieren, meditieren, schreiben lesen. Sich äußeren Reizen der digitalisierten Welt entgegensetzen und wieder mit „inneren Themen“ beschäftigen, mit Dingen die man aufschiebt und Erlebtes verarbeiten, Quality Time, Familie. Regelmäßig, langfristig im Alltag. Weniger interessantes vor dopaminlastiger Aktivität.
Dopamin als Medikament
Dopamin kann auch als Arzneimittel in Apotheken gekauft werden, allerdings ist es rezeptpflichtig.
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Anwendung von Dopamin in der Medizin
Dopamin gehört zur Gruppe der Katecholamine und wird therapeutisch bei Schockzuständen eingesetzt. Außerdem kommt er als Nervenbotenstoff natürlicherweise im Körper vor. Dopamin vermittelt motivations- und antriebssteigernde Effekte. Bei zu niedrigen oder zu hohen Spiegeln kann es zu parkinsonartigen oder manieförmigen Symptomen kommen.
Für neurologische Indikationen (wie Parkinson) wird Dopamin nicht direkt eingesetzt. Stattdessen verabreicht man Vorläufer oder Analoga davon, da diese im Unterschied zu Dopamin die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.
Zur Kreislaufstabilisierung wird der Wirkstoff bei Schockzuständen oder drohenden Schockzuständen eingesetzt. Diese können beispielsweise in folgenden Fällen auftreten:
- Herzversagen und Herzinfarkt
- Schweren Infektionen
- Plötzlichem, starkem Blutdruckabfall
Dosierung und Verabreichung
Es stehen Infusions- und Injektionslösungen zur intravenösen Anwendung von Dopamin zur Verfügung. Die Verabreichung erfolgt durch einen Arzt.
Nebenwirkungen von Dopamin als Medikament
Der rückläufige Einsatz von Dopamin erklärt sich durch das vergleichsweise hohe Nebenwirkungspotential. Injiziert bei Schockzuständen kommt es häufig (das heißt bei jedem zehnten bis hundertstem Patienten) zu Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Atemnot, Übelkeit bis hin zu Erbrechen sowie entweder zu starkem Blutdruckabfall oder zu übermäßigem Blutdruckanstieg.
Kontraindikationen
Die Anwendung von Dopamin ist in folgenden Fällen kontraindiziert:
- Überempfindlichkeit gegen Dopamin
- Phäochromozytom
- Engwinkelglaukom
- Hyperthyreose
- Prostataadenom mit Restharnbildung
- Tachyarrhythmien
- Kammerflimmern
- Hypovolämie
- Kombination mit Cyclopropan und halogenierten Kohlenwasserstoff-Anästhetika
- Schwangerschaft
Dopamin und psychische Erkrankungen
Hohe Dopaminwerte werden mit seelischen Erkrankungen wie Psychosen, Schizophrenie, ADS und ADHS, Drogenabhängigkeit und Angstzuständen assoziiert. Wenn Sie Verdacht auf eine Erkrankung haben, so empfiehlt sich die Konsultation eines Arztes/einer Ärztin oder eines Psychotherapeuten/einer Psychotherapeutin.
Dopamin bei Morbus Parkinson
Parkinson beschleunigt das Absterben spezieller Neuronen in der „Schwarzen Substanz“ (Latein: Substantia nigra) des Gehirns. Dies betrifft insbesondere die Nervenzellen, die an der Produktion von Dopamin beteiligt sind (dopaminerge Neurone). Dieser Neurotransmitter steuert zahlreiche motorische Abläufe im Körper, weshalb ein Dopaminmangel unter anderem zu den typischen Parkinson-Symptomen wie Rigor, Tremor und Akinese führt.
Medikamente wie Levodopa gleichen diesen Dopaminmangel aus, indem sie, als Vorstufe des körpereigenen Dopamins verabreicht, die Blut-Hirn-Schranke überwinden und dort zu Dopamin umgewandelt werden.
Dopaminagonisten in der Parkinson-Therapie
Dopaminagonisten imitieren Dopamin im Körper und gleichen so den Mangel des Botenstoffs aus, indem sie dieselben Dopaminrezeptoren (D-Rezeptoren) stimulieren wie der körpereigene Neurotransmitter, der aus den Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin hergestellt wird. Dopaminagonisten werden oft zur Behandlung des Morbus Parkinson eingesetzt, bei dem ein Dopaminmangel im extrapyramidalmotorischen System (EPMS) zu neurologischen Störungen und insbesondere Störungen der Motorik führt.
Dopamin in Lebensmitteln
Es gibt viele dopaminhaltige Lebensmittel, die konsumiert werden können. Allerdings kann der Körper Nahrung nicht als Quelle benutzen, um Dopamin aufzunehmen, da es bei der Verdauung (zu) rasch abgebaut wird. Eine Dopaminsteigerung durch Lebensmittel ist also nicht möglich. Der Körper muss den Botenstoff selbst herstellen.