Peripheres Nervensystem, Orthopädie und Schuhtechnik: Ein umfassender Überblick

Neurologische Erkrankungen können das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, individuelle Lösungen und Hilfsmittel zu finden, die den Alltag erleichtern und die Selbstständigkeit fördern. Das Neuroteam Glotz steht Ihnen dabei als engagierter und qualifizierter Partner zur Seite. Gemeinsam finden wir individuelle Lösungen und Hilfsmittel, die Sie im Alltag unterstützen. Wir haben uns darauf spezialisiert, Sie auf Ihrem persönlichen Weg zurück ins Leben zu begleiten. Eine neurologische Erkrankung kann mehr oder weniger alle Bereiche des bisher gewohnten Alltags und Lebens betreffen. Die vielfältigen Erscheinungsformen dieser Erkrankungen brauchen genauso vielfältige und individuelle Lösungen und Antworten. Beides finden Sie bei uns, denn wir können für Sie auf das Wissen und die Lösungen aller unserer Fachbereiche zurückgreifen. Durch diese umfassende Ausstattung mit hilfreichen Produkten und moderner Technik können wir Sie in der Bewältigung Ihres persönlichen Alltags heute besser denn je unterstützen. Auch mit einer neurologischen Erkrankung können Sie so wieder mehr Selbständigkeit zurückgewinnen. Durch gezielte Beratung der vielseitigen Hilfsmittel können persönliche Freiräume wieder geschaffen werden. Dafür bieten wir unser ganzes Spektrum an Produkten und Dienstleistungen und bleiben als Partner je nach Bedarf ganz in Ihrer Nähe.

Schlaganfall: Ursachen, Symptome und Akutmaßnahmen

Ein Schlaganfall entsteht, wenn das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Glukose versorgt wird. Dies führt zur Schädigung und zum Absterben von Gehirnzellen. Es gibt zwei Hauptformen: den ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt) und den hämorrhagischen Schlaganfall (Hirnblutung).

Ursachen:

  • Einengungen oder Verschlüsse der hirnversorgenden Arterien (ischämischer Schlaganfall)
  • Blutung ins Hirngewebe (hämorrhagischer Schlaganfall)

Risikofaktoren:

  • Zunehmendes Lebensalter
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Langjähriger Bluthochdruck
  • Schlaganfälle von Verwandten

Symptome:

  • Herabhängende Mundwinkel
  • Sprachprobleme
  • Schwindelgefühl
  • Beeinträchtigung eines Arms oder Beins
  • Schwäche oder Lähmung in einer Körperhälfte
  • Taubheitsgefühl oder Gefühllosigkeit derselben Körperhälfte
  • Bewusstseinseintrübung
  • Ausfälle geistiger Funktionen wie Sprachverständnis, Erkennen oder Begreifen

Akutmaßnahmen:

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist schnelles Handeln entscheidend. Wählen Sie umgehend die 112 und schildern Sie die Symptome. Jede Minute zählt, um das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn zu minimieren.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Eine degenerative Erkrankung des Nervensystems

ALS ist eine schwerwiegende neurologische Erkrankung, die sowohl das zentrale als auch das periphere Nervensystem betrifft. Sie führt zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark, die die Muskeln steuern.

Häufigkeit und Risikofaktoren:

  • Etwa 1 bis 2 von 100.000 Menschen erkranken jährlich an ALS.
  • Beginn meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.
  • Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Ursache und Vererbung:

  • In den meisten Fällen ist die Ursache unbekannt.
  • Etwa 5-10% der Fälle sind auf genetische Veränderungen zurückzuführen.

Symptome:

  • Unwillkürliche Muskelzuckungen (Faszikulationen)
  • Muskelschwund (Atrophie)
  • Muskelschwäche (Paresen) in Armen, Beinen und der Atemmuskulatur
  • Mobilitätseinschränkungen
  • Sprech- und Schluckstörungen (Dysarthrie, Dysphagie)
  • Atemfunktionsstörung

Diagnose:

Die Diagnose erfolgt durch körperliche Untersuchungen und spezielle Tests.

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Therapie und Behandlungsmöglichkeiten:

  • Es gibt keine Heilung für ALS.
  • Riluzol kann die Lebenszeit verlängern.
  • Beatmungs- und Ernährungstherapie können Symptome lindern.
  • Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sind hilfreich.
  • Hilfsmittel wie Kommunikationssysteme und Umfeldsteuerung können die Lebensqualität verbessern.

Umgang im Alltag:

Der Einsatz von Hilfsmitteln und Assistenztechnologie ist entscheidend, um Menschen mit ALS eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen.

Parkinson-Krankheit: Symptome, Ursachen und Behandlung

Die Parkinson-Krankheit ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die durch den Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist, die den Botenstoff Dopamin produzieren.

Häufigkeit und Risikofaktoren:

  • Etwa 1 bis 2 von 1000 Menschen haben Parkinson.
  • Die Prävalenz steigt mit dem Alter.
  • Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Ursache und Vererbung:

  • Die Ursachen sind vielfältig, wobei das idiopathische Parkinson-Syndrom am häufigsten ist.
  • In dieser Krankheit werden die Nervenzellen im Gehirn geschädigt, die den Botenstoff Dopamin produzieren.

Symptome:

  • Bewegungsarmut (Akinesie)
  • Muskelsteife (Rigor)
  • Zittern in Ruhe (Ruhetremor)
  • Weitere mögliche Symptome sind Blasen- und Verdauungsstörungen, Kreislaufprobleme, Sprach- und Schluckprobleme, erhöhte Talgproduktion, Konzentrationsstörungen und Depressionen.

Diagnose:

Die Diagnose erfolgt durch körperliche Untersuchungen, Gespräche über Symptome und Krankengeschichte, Reflextests und Empfindlichkeitsprüfungen. Ein L-Dopa-Test kann zur Sicherung der Diagnose verwendet werden. Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT können ebenfalls nützlich sein.

Therapie und Behandlungsmöglichkeiten:

  • Frühstadium: Bei leichteren Beschwerden kann auf eine Behandlung verzichtet werden.
  • Medikamente: Zur Linderung von Symptomen durch Dopaminersatz.
  • Ergotherapie und Physiotherapie: Zur Erhaltung von Beweglichkeit und Alltagsfähigkeiten.
  • Tiefe Hirnstimulation: Bei schweren Fällen, bei denen Medikamente nicht ausreichend wirken.

Umgang im Alltag:

Die Parkinson-Krankheit wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus. Eine gute ärztliche Betreuung und die Einbeziehung von Angehörigen und Freunden sind entscheidend. Aktivität, Bewegung und soziale Interaktion können dazu beitragen, die Lebensqualität zu erhalten.

Multiple Sklerose (MS): Eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die Gehirn und Rückenmark betrifft.

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Häufigkeit und Risikofaktoren:

  • Weltweit leben ca. 2,8 Millionen Menschen mit MS.
  • Die Erkrankung betrifft Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer.
  • Sie tritt in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf.

Ursache und Vererbung:

  • Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt, aber ein fehlgeleitetes Immunsystem und genetische Faktoren spielen eine Rolle.

Symptome:

  • Die Symptome sind vielfältig und können sowohl motorische Störungen als auch Gefühlsstörungen der Haut, Blasenstörungen und kognitive Beeinträchtigungen umfassen.

Diagnose:

Die Diagnose basiert auf einer umfassenden Anamnese und verschiedenen Untersuchungen, darunter neurologische Untersuchungen, evozierte Potentiale, Lumbalpunktion und Magnetresonanztomographie.

Therapie und Behandlungsmöglichkeiten:

  • Obwohl MS nicht heilbar ist, gibt es Therapiemöglichkeiten, die darauf abzielen, Entzündungen zu stoppen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und Symptome zu lindern.
  • Die Therapie kann medikamentös und nicht-medikamentös sein, einschließlich Physiotherapie, Ergotherapie und Psychotherapie.

Umgang im Alltag:

Ein selbstbestimmtes Leben mit MS ist möglich. Es ist wichtig, aktiv zu bleiben, sich zu informieren, Selbstvertrauen zu entwickeln und Hilfe anzunehmen, wenn nötig.

Orthopädietechnik: Orthetik und Prothetik

Die Orthopädietechnik umfasst die Versorgung von Patienten mit orthopädischen Hilfsmitteln wie Orthesen und Prothesen.

Orthetik:

Die Orthetik befasst sich mit der Auswahl, Herstellung und Anpassung von Orthesen. Diese dienen zur Entlastung, Korrektur oder dem Ausgleich muskulärer bzw. skelettaler Defizite. Einsetzbar sind Orthesen je nach Erkrankung oder Verletzung für verschiedene Körperregionen. Hauptsächlich an Beinen, Rumpf, Armen und den Händen. Bei der Herstellung fokussieren wir stets das zugrunde liegende Therapieziel und Ihre individuellen Bedürfnisse. Im Verlauf der Anwendung stehen wir Ihnen gern beratend zur Seite.

Prothetik:

Die Prothetik umfasst das Ersetzen von fehlenden oder amputierten Körperteilen (z.B. Beine, Arme, Hände) mit Hilfe von künstlichen Ersatzteilen (Prothesen). Die individuelle Anfertigung soll das fehlende Körperteil bestmöglich in seiner Form und Funktion ersetzen. Diese langfristige Steigerung der Lebensqualität erreichen wir mit moderner Technologie und robusten Materialien.

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Funktionelle Elektrostimulation (FES)

Bei einer Schädigung am Zentralen Nervensystem (ZNS) ist oft die Reizleitung der Nerven vom Gehirn zu Fuß und/oder Hand gestört. Die Muskeln sind in den Extremitäten zwar noch funktionsfähig, können aber nicht mehr zielgerichtet angesteuert werden. Die Folge: Der Patient ist in der Bewegung eingeschränkt und kann die Füße - oder die Hände - nicht mehr benutzen.

Abhilfe schafft in vielen Fällen eine Funktionelle Elektrostimulation (FES). Mit der FES kann ein direkter Behinderungsausgleich bewirkt werden, sodass der Patient die eingeschränkte Extremität wieder im Alltag einsetzen kann. Durch die FES-Systeme kann ein Betroffener das Laufen wieder erlernen oder verbessern, oder aber auch das Greifen.

Wie funktioniert FES?

Angesprochen werden über die elektrischen Impulse die noch funktionierenden Nerven in den Gliedmaßen. Diese lösen eine Muskelkontraktion aus, so dass zum Beispiel der Fuß angehoben wird, um entweder das Gangbild der Patienten erheblich zu verbessern oder im besten Fall überhaupt wieder gehen zu können. Dieser Stromimpuls wird bei jedem Betroffenen von unserem Fachpersonal individuell auf seine Bedürfnisse eingestellt. So kann zum Beispiel die Stromstärke oder auch die Stromlänge reguliert werden. Auch der Schrittzyklus wird hier individuell erfasst und eingestellt.

Ablauf der Versorgung

Zunächst werden Sie von unseren FES-Spezialisten zu dem Hilfsmittel beraten. Dann geht es an die Erprobung, hier wird immer empfohlen den behandelnden Therapeuten mit einzuladen. Eventuell schließt sich eine Testphase mit dem Gerät an. Haben Sie das vom Arzt ausgestellte Rezept für das Hilfsmittel, erfolgt die Beantragung bei der Krankenkasse. Wird das Hilfsmittel genehmigt, bestellen wir es für den Patienten. Sie vereinbaren einen Termin zur Abgabe, wobei Sie in das System eingewiesen werden. Anschließend kommen Sie dann für regelmäßige Kontrolltermine ins Sanitätshaus.

Sensomotorik: Die Grundlage für Bewegung und Schutz

Das bewusste Wahrnehmen und Ausführen von Bewegungen unterliegt der Steuerung eines hochkomplexen Regelwerk unseres Körpers - dem sogenannten Sensomotorischen System. Sinneseindrücke wahrnehmen oder auch Bewegung gezielt ausführen, gelingt nur über gut funktionierende Empfänger - und Senderorgane - sogenannte Rezeptoren.

Rezeptoren:

  • Exterorezeptoren: Rezeptoren, die Veränderungen an der Haut feststellen.
  • Propriozeptoren: Sensoren, die im Muskel liegen und Informationen über die Muskelspannung liefern.
  • Rezeptoren in gelenkumgebenden Strukturen: Ihre Aufgabe ist, die kleinste Stellungsänderung eines Gelenkes zu messen.

Maßschuhe: Individuelle Lösungen für Fußprobleme

Cordewener Ortho bietet individuelle Maßschuhe für verschiedene Fußprobleme an.

Indikationen:

  • Plattfuß
  • Spitzfuß
  • Klumpfuß
  • Hohlfuß
  • Arthrose
  • Arthrodese
  • Lähmungen (schlaff oder spastisch)
  • Beinverkürzung
  • Rheumatischer Fuß
  • Diabetes mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) oder Polyneuropathie (PNP)
  • Amputation

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