In den letzten Jahren haben sich verschiedene Krankheiten und Viren ausgebreitet, die verheerende Auswirkungen auf das menschliche Gehirn haben können. Diese reichen von seltenen, aber tödlichen Virusinfektionen wie dem Bornavirus bis hin zu Pilzinfektionen und Prionenkrankheiten, die durch den Verzehr von infiziertem Fleisch übertragen werden. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser besorgniserregenden Krankheiten und ihre potenziellen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit.
Die "Zombie-Hirsch-Krankheit" (Chronic Wasting Disease, CWD)
Die Chronic Wasting Disease (CWD), auch bekannt als "Zombie-Hirsch-Krankheit", ist eine Prionenkrankheit, die Hirsche, Elche und Rentiere befällt. Die Krankheit verursacht Apathie, Teilnahmslosigkeit und übermäßigen Speichelfluss bei den betroffenen Tieren, bis sie schließlich sterben.
Übertragung und Symptome
CWD wird durch abnorme Proteine, sogenannte Prionen, verursacht, die sich im Gehirn ansammeln und die Nervenzellen zerstören. Die Krankheit breitet sich durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen wie Boden oder Pflanzen aus.
Gefahr für den Menschen?
Obwohl CWD bisher hauptsächlich bei Tieren vorkommt, gibt es wachsende Bedenken, dass die Krankheit auch auf den Menschen überspringen könnte. Ein Ärzteteam der University of Texas beschrieb den Fall zweier Jäger, die nach dem Verzehr von Wildfleisch aus einer von CWD betroffenen Hirschpopulation gestorben waren. Einer der Männer zeigte vor seinem Tod Verwirrung und Aggressivität, während der andere ähnliche Symptome entwickelte und schließlich an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit starb, einer anderen Prionenkrankheit.
Es ist wichtig zu beachten, dass es sich hierbei lediglich um Hinweise auf eine mögliche Übertragung von Tieren auf den Menschen handelt und weitere Untersuchungen erforderlich sind, um die potenziellen Risiken des Verzehrs von CWD-infiziertem Rotwild und die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit vollständig zu verstehen.
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Bornavirus-Infektionen
Das Bornavirus (BoDV-1) ist ein Virus, das ursprünglich bei Tieren wie Pferden, Schafen und Nagetieren bekannt ist. Beim Menschen kann das Bornavirus eine tödliche Gehirnentzündung verursachen.
Übertragung und Symptome
Das natürliche Reservoir des Bornavirus ist die Feldspitzmaus. Das Virus wird von Spitzmäusen über den Urin und Speichel ausgeschieden und kann gelegentlich auf andere Säugetiere - sogenannte Fehlwirte dieses Virus - übertragen werden, bei denen es dann zur Bornaschen Krankheit kommen kann.
Eine Infektion mit dem Bornavirus ist extrem selten, aber fast immer tödlich. Zu den Symptomen gehören Kopfschmerzen, Fieber und allgemeine Krankheitsgefühle. Im Verlauf einer Gehirnentzündung zeigen sich dann schwere neurologische Symptome, wie Verhaltensauffälligkeiten sowie Sprach- und Gangstörungen, die dann innerhalb weniger Tage oder Wochen zum Koma führen.
Risikogebiete und Prävention
Nach heutigem Wissensstand ist das ursächliche Bornavirus regional begrenzt in Teilen Ost- und Süddeutschlands, Österreichs, der Schweiz und Liechtensteins verbreitet. In Risikogebieten lebende und tote Spitzmäuse sollten keinesfalls oder nur mit Handschuhen berührt werden.
West-Nil-Virus
Das West-Nil-Virus (WNV) ist ein Virus, das durch Stechmücken übertragen wird. Ursprünglich in tropischen Gebieten beheimatet, hat sich das West-Nil-Virus aufgrund des Klimawandels auch in Europa etabliert und wird in Italien mittlerweile als endemisch eingestuft.
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Übertragung und Symptome
Das West-Nil-Virus wird durch Stechmücken übertragen, die das Virus von infizierten Vögeln auf Menschen und andere Säugetiere übertragen. Die meisten Infektionen verlaufen symptomlos. Etwa 20 Prozent der Betroffenen entwickeln grippeähnliche Beschwerden, während nur rund ein Prozent schwer erkrankt, meist in Form einer neuroinvasiven Erkrankung wie Meningitis oder Enzephalitis.
Verbreitung und Prävention
Das West-Nil-Virus ist auf allen Kontinenten verbreitet und wird in Südeuropa saisonal übertragen. Besonders betroffen sind Länder wie Italien, Griechenland und Frankreich sowie Teile des Balkans und der Türkei. In betroffenen Regionen sollten Maßnahmen zur Mückenbekämpfung ergriffen werden, wie z.B. Larvenbekämpfung mit biologischen Mitteln und Rückschnitt von Bäumen zur Eindämmung von Brutplätzen.
Hirnfressende Amöbe (Naegleria fowleri)
Naegleria fowleri ist eine Amöbe, die in warmen Süßwassergewässern lebt. Die Amöbe kann das Gehirn befallen und Hirngewebe zerstören, was zu einer Infektion führt, die in 95 Prozent der Fälle tödlich ist.
Übertragung und Symptome
Betroffene infizieren sich in der Regel, wenn beim Baden oder Tauchen kontaminiertes Wasser in die Nase gelangt. Durch ungewolltes Verschlucken oder auch durch Trinken kann man sich nicht anstecken.
Zu den Symptomen eines Naegleria-fowleri-Befalls gehören Kopfschmerzen, Fieber und Erbrechen.
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Verbreitung und Prävention
Die meisten Fälle wurden in den USA, Australien und Frankreich beschrieben. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sollte man beim Baden oder Tauchen in warmen Süßwassergewässern das Eindringen von Wasser in die Nase vermeiden.
Invasive Pilzinfektionen
Gefährliche Pilzerreger sind weltweit auf dem Vormarsch. Sie zerfressen die Lunge, vergiften das Gewebe, erobern das Gehirn. Vorbereitet auf diese Arten sind wir kaum, warnen Fachleute.
Übertragung und Symptome
Invasive Pilze heißen "invasiv", weil sie in Organismen eindringen und dort Körpergewebe besiedeln. So können beispielsweise die Sporen des gefährlichen Schimmelpilzes Aspergillus fumigatus über offene Wunden oder die Atemwege in unseren Körper gelangen. Das betroffene Gewebe löst sich nach und nach auf, die Durchblutung in diesen Bereichen wird unterbrochen. Werden die Erreger nicht schnell genug erkannt, kann es zu lebensgefährlichen Blutstrominfektionen kommen, und Organe wie Magen, Darm, Nieren, Leber oder das Herz können befallen werden.
Gefährdete Gruppen
Bisher sind in erster Linie Menschen mit einem reduzierten Immunsystem von Pilzinfektionen betroffen. Besonders gefährdet sind Krebspatientinnen und -patienten oder Menschen nach einer Organtransplantation, deren Immunsystem künstlich durch Kortison reduziert wird.
Candida auris
Einer der gefährlichsten invasiven Pilze ist Candida auris. Er ist bereits gegen die meisten Medikamente resistent. Über die Hälfte aller Erkrankten stirbt an der Infektion. Erstmals entdeckt wurde Candida auris 2009 in Japan und kurz darauf bereits auf mehreren Kontinenten. Stark betroffen sind neben Indien, Südafrika und Venezuela vor allem die USA.
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