Amerikanische Schauspielerinnen und die Alzheimer-Krankheit: Ein Blick auf Betroffene und ihre Geschichten

Stars sind auch nur Menschen. Dieser Satz mag abgedroschen klingen, doch er trifft besonders dann zu, wenn es um die Gesundheit geht. Auch Prominente sind vor Krankheiten nicht gefeit, selbst wenn sie sich die beste medizinische Versorgung leisten können. In den letzten Jahren haben einige amerikanische Schauspielerinnen öffentlich über ihre Erfahrungen mit der Alzheimer-Krankheit gesprochen und damit das Bewusstsein für diese Krankheit geschärft.

Alzheimer und Demenz in Hollywood: Betroffene Schauspielerinnen

Gena Rowlands

Eine der bekanntesten Schauspielerinnen, die von Alzheimer betroffen ist, ist Gena Rowlands. Rowlands, bekannt für ihre Rollen in Filmen wie "Eine Frau unter Einfluss" und "Wie ein einziger Tag", spielte in letzterem Film eine ältere Version von Rachel McAdams' Figur, die an Alzheimer erkrankt ist. Ironischerweise wurde bei Rowlands selbst einige Jahre später Alzheimer diagnostiziert. Ihr Sohn, Nick Cassavetes, enthüllte im Juni, dass seine Mutter seit fünf Jahren an der Krankheit leidet. Rowlands verstarb am 14. August im Alter von 94 Jahren im Kreise ihrer Familie.

Bruce Willis

Obwohl Bruce Willis kein weiblicher Star ist, hat seine Diagnose von Aphasie und frontotemporaler Demenz (FTD) die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese neurologischen Erkrankungen gelenkt. Im März 2022 gab seine Familie bekannt, dass er an Aphasie leidet, einer Sprachstörung, die seine kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt. Später wurde die Diagnose auf FTD präzisiert, eine seltene und unheilbare Form der Demenz, die das Verhalten, die Persönlichkeit und die Sprache beeinflusst. Seine Frau, Emma Heming-Willis, gab in einem Interview bekannt, dass er sich nun in einem "zweiten Zuhause" befindet und dort rund um die Uhr betreut wird.

Wendy Williams

Ähnlich wie bei Bruce Willis wurde bei der ehemaligen Talkshow-Moderatorin Wendy Williams Aphasie und frontotemporale Demenz (FTD) diagnostiziert. Williams, die sich 2021 aus der Öffentlichkeit zurückzog, hatte bereits 2018 die Diagnose Morbus Basedow erhalten, eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Die Diagnose von Aphasie und FTD folgte nach einem Aufenthalt in einer Entzugsklinik aufgrund ihres Alkoholkonsums. Williams selbst äußerte sich dankbar für die Unterstützung und hofft, dass ihre Geschichte anderen Menschen mit FTD helfen kann.

Weitere prominente Fälle

Neben Rowlands, Willis und Williams gibt es weitere prominente Persönlichkeiten, die offen über ihre neurologischen Erkrankungen gesprochen haben. Michael J. Fox beispielsweise lebt seit über 30 Jahren mit Parkinson und setzt sich aktiv für die Forschung ein. Christina Applegate leidet an Multipler Sklerose (MS) und hat ihre Erfahrungen öffentlich geteilt, um das Bewusstsein für diese Krankheit zu schärfen.

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Die Herausforderungen der Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die das Gedächtnis, das Denken und das Verhalten beeinträchtigt. Sie ist die häufigste Ursache für Demenz, einem Oberbegriff für eine Reihe von Symptomen, die mit einem Rückgang der kognitiven Fähigkeiten einhergehen.

Symptome und Verlauf

Die Symptome der Alzheimer-Krankheit können von Person zu Person variieren, aber zu den häufigsten gehören:

  • Gedächtnisverlust, insbesondere Schwierigkeiten, sich an kürzlich erlebte Ereignisse zu erinnern
  • Schwierigkeiten bei der Planung und Problemlösung
  • Verwirrung über Zeit und Ort
  • Sprachprobleme
  • Veränderungen in Stimmung und Verhalten
  • Verminderung des Urteilsvermögens

Im Laufe der Zeit verschlimmern sich die Symptome, und die Betroffenen werden zunehmend auf die Hilfe anderer angewiesen sein.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, umweltbedingten und Lebensstilfaktoren eine Rolle spielt. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören:

  • Alter: Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.
  • Familiengeschichte: Menschen, deren Familienangehörige an Alzheimer erkrankt sind, haben ein höheres Risiko, selbst daran zu erkranken.
  • Genetik: Bestimmte Gene erhöhen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, wie hoher Blutdruck, hoher Cholesterinspiegel und Diabetes, können auch das Risiko für Alzheimer erhöhen.
  • Kopfverletzungen: Schwere Kopfverletzungen können das Risiko für Alzheimer erhöhen.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose der Alzheimer-Krankheit basiert in der Regel auf einer Kombination aus medizinischer Anamnese, körperlicher Untersuchung, neurologischer Untersuchung und kognitiven Tests. In einigen Fällen können auch bildgebende Verfahren des Gehirns, wie MRT oder PET-Scans, eingesetzt werden, um die Diagnose zu bestätigen.

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Es gibt derzeit keine Heilung für die Alzheimer-Krankheit, aber es gibt Behandlungen, die helfen können, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Zu den Behandlungen gehören:

  • Medikamente: Es gibt Medikamente, die helfen können, das Gedächtnis und die kognitiven Funktionen zu verbessern.
  • Therapie: Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie können den Betroffenen helfen, ihre Fähigkeiten und ihre Lebensqualität zu erhalten.
  • Unterstützung: Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen können den Betroffenen und ihren Familien helfen, mit den Herausforderungen der Krankheit umzugehen.

Die Bedeutung der Aufklärung

Die Geschichten von Schauspielerinnen wie Gena Rowlands, Bruce Willis und Wendy Williams tragen dazu bei, das Bewusstsein für die Alzheimer-Krankheit und andere neurologische Erkrankungen zu schärfen. Indem sie offen über ihre Erfahrungen sprechen, können sie dazu beitragen, das Stigma zu reduzieren, das mit diesen Krankheiten verbunden ist, und andere Betroffene ermutigen, Hilfe zu suchen. Darüber hinaus können sie dazu beitragen, die Forschung zu fördern und die Entwicklung neuer Behandlungen zu unterstützen.

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