Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten fortschreitenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems, neben der Alzheimer-Demenz. Die meisten Betroffenen erkranken zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr. Kennzeichnend für die Parkinson-Krankheit ist vor allem ein Mangel an dem Botenstoff Dopamin. Dieser Mangel entsteht, weil spezielle Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben. Dopamin ist, zusammen mit anderen Botenstoffen, an der Bewegungssteuerung beteiligt. Obwohl eine Heilung der Parkinson-Krankheit derzeit nicht möglich ist, bietet das Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg eine Parkinsonkomplex-Behandlung an, die darauf abzielt, die Symptome zu mildern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Die Parkinson-Krankheit: Ursachen, Symptome und Diagnose
Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den fortschreitenden Verlust von dopaminproduzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff, der für die Steuerung von Bewegungen, die Koordination und das Gleichgewicht verantwortlich ist. Ein Mangel an Dopamin führt zu den typischen Symptomen der Parkinson-Krankheit.
Ursachen: Die genauen Ursachen der Parkinson-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. In einigen Fällen kann die Parkinson-Krankheit auch durch bestimmte Medikamente oder Toxine ausgelöst werden.
Symptome: Die Symptome der Parkinson-Krankheit können von Person zu Person variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Tremor: Zittern, meist in Ruhe, das vor allem die Hände betrifft.
- Rigor: Muskelsteife, die zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann.
- Hypo- oder Akinese: Bewegungsverlangsamung und -verarmung, die sich in verlangsamten Bewegungen, Schwierigkeiten beim Gehen und einer verminderten Mimik äußern kann.
- Posturale Instabilität: Gleichgewichtsstörungen, die zu Stürzen führen können.
Weitere Symptome können Sprachstörungen, Schluckbeschwerden, Schlafstörungen, Depressionen und kognitive Beeinträchtigungen sein.
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Diagnose: Die Diagnose der Parkinson-Krankheit basiert in erster Linie auf einer ausführlichen Anamnese und einer neurologischen Untersuchung. Der Arzt wird die Symptome des Patienten erfragen und seine motorischen Fähigkeiten, sein Gleichgewicht und seine Reflexe überprüfen. In einigen Fällen können auch bildgebende Verfahren wie eine Kernspintomographie (MRT) des Gehirns oder spezielle nuklearmedizinische Untersuchungen durchgeführt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen und die Diagnose zu bestätigen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Diagnose einer Parkinson-Erkrankung zu Beginn oft nicht leicht zu sichern und erst im Verlauf eindeutig zu stellen ist. Eine kontinuierliche neurologische Betreuung ist daher von großer Bedeutung.
Fallbeispiel: Der 60-jährige Herr M. beklagt beim Hausarzt ein Zittern der rechten Hand, so dass ihm das Essen schwer falle. Die Ehefrau habe auch bemerkt, dass er leise und schwer verständlich spreche und kein fröhliches Gesicht mehr mache. Ihm selbst sei eine Ungeschicklichkeit der rechten Hand aufgefallen und er habe Schwierigkeiten beim Rasieren und Schreiben. Bekannte hätten ihn zudem auf eine vornübergebeugte Haltung und ein tapsiges Gangbild angesprochen.
Behandlungsmöglichkeiten im Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg
Obwohl die Parkinson-Krankheit nicht heilbar ist, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die darauf abzielen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg werden sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapien angeboten.
Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Therapie ist ein wichtiger Bestandteil der Parkinson-Behandlung. Es stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen oder die Symptome der Parkinson-Krankheit lindern können. Zu den wichtigsten Medikamenten gehören:
- Levodopa: Levodopa ist eine Vorstufe von Dopamin, die im Gehirn in Dopamin umgewandelt wird. Es ist das wirksamste Medikament zur Behandlung der Parkinson-Symptome, insbesondere der Bewegungsstörungen.
- Dopaminagonisten: Dopaminagonisten wirken ähnlich wie Dopamin und stimulieren die Dopaminrezeptoren im Gehirn. Sie können als Ergänzung oder Alternative zu Levodopa eingesetzt werden.
- MAO-B-Hemmer: MAO-B-Hemmer verhindern den Abbau von Dopamin im Gehirn und erhöhen so die Dopaminkonzentration.
- COMT-Hemmer: COMT-Hemmer verhindern den Abbau von Levodopa im Körper und verlängern so die Wirkdauer von Levodopa.
Die medikamentöse Therapie wird individuell auf den Patienten abgestimmt und im Verlauf der Erkrankung angepasst. Im Verlauf der Erkrankung können jedoch Wirkungsschwankungen (Fluktuationen) und Komplikationen auftreten, die zunehmend komplexere Therapieschemata erforderlich machen. Die Ambulanz des Krankenhauses Barmherzige Brüder verfügt über langjährige Erfahrung in diesem Bereich und bietet auch Betreuung von Pumpentherapien (Apomorphin- oder Levodopa-Pumpen) und der tiefen Hirnstimulation (Hirnschrittmacher-Therapie) an. Eine Ersteinstellung auf Parkinsonmedikamente ebenso wie eine Optimierung einer bestehenden Einstellung kann stationär erfolgen.
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Nicht-medikamentöse Therapie
Neben der medikamentösen Therapie spielen auch nicht-medikamentöse Therapien eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit. Zu den wichtigsten nicht-medikamentösen Therapien gehören:
- Physiotherapie: Physiotherapie hilft, die Beweglichkeit, Kraft und Koordination zu verbessern. Sie kann auch dazu beitragen, Stürze zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern.
- Ergotherapie: Ergotherapie hilft, dieAlltagsfähigkeiten zu erhalten und zu verbessern. Sie kann auch dazu beitragen, Hilfsmittel anzupassen und den Alltag zu erleichtern.
- Logopädie: Logopädie hilft, Sprach- und Schluckstörungen zu behandeln. Sie kann auch dazu beitragen, die Kommunikation zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern.
- Neuropsychologie: Neuropsychologie hilft, kognitive Beeinträchtigungen zu behandeln. Sie kann auch dazu beitragen, die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und die Exekutivfunktionen zu verbessern.
Parkinson-Komplexbehandlung
Speziell für Parkinson-Patienten bietet das Krankenhaus Barmherzige Brüder die multimodale Parkinson-Komplexbehandlung an. Während des zweiwöchigen stationären Aufenthaltes erhalten die Patienten eine intensive ganzheitliche Behandlung, die unterschiedliche therapeutische Ansätze integriert und individuell auf sie abstimmt. Zum einen können durch die Möglichkeit der klinischen Beobachtung über einen längeren Zeitraum medikamentöse Therapien, Pumpentherapien oder auch eine Hirnschrittmacher-Einstellung optimiert werden. Zum anderen steht der Einsatz verschiedener nicht-medikamentöser Therapien in Form von Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie zur Verfügung. Gerade Patienten, die mehrerer Therapiedisziplinen bedürfen, profitieren von diesem breiten Leistungsspektrum und erfahrenen Therapeuten.
Tiefe Hirnstimulation
Bei fortgeschrittenen Verläufen der Parkinson-Krankheit kann die tiefe Hirnstimulation (Hirnschrittmacher-Therapie) eine Option sein. Die tiefe Hirnstimulation ist ein neurochirurgischer Eingriff, bei dem Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns implantiert werden. Die Elektroden senden elektrische Impulse aus, die die Aktivität der Nervenzellen in diesen Bereichen modulieren und so die Symptome der Parkinson-Krankheit lindern können.
Für die Tiefe Hirnstimulation arbeitet das Krankenhaus Barmherzige Brüder mit dem Zentrum für Tiefe Hirnstimulation am Universitätsklinikum Regensburg und der dortigen Neurochirurgie zusammen. Eine Tiefe Hirnstimulation kann hilfreich sein bei starken Schwankungen der Beweglichkeit oder medikamentös schlecht behandelbarem Tremor. Die Indikationsstellung von neurologischer Seite und die Einstellung postoperativ erfolgen im Krankenhaus Barmherzige Brüder. Einer der Neurologen begleitet den Patienten in den OP und übernimmt die neurologische Betreuung dort.
Das Onkologische Zentrum: Ganzheitliche Betreuung von Krebspatienten
Das Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg verfügt auch über ein Onkologisches Zentrum, das sich derDiagnose und Behandlung von Krebserkrankungen widmet. Das Onkologische Zentrum umfasst verschiedene Fachbereiche und bietet eine umfassende Betreuung für Krebspatienten.
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Schwerpunkte des Onkologischen Zentrums
Das Onkologische Zentrum des Krankenhauses Barmherzige Brüder hat sich auf die Behandlung verschiedener Krebsarten spezialisiert, darunter:
- Hirntumoren: Die Behandlung von Hirntumoren erfordert eine enge Zusammenarbeit von Neurochirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten.
- Sarkome: Sarkome sind seltene Krebserkrankungen, die von Bindegewebe, Muskeln oder Knochen ausgehen.
- Mesotheliome: Mesotheliome sind seltene Krebserkrankungen, die von der Auskleidung der Lunge, des Bauchfells oder des Herzbeutels ausgehen.
Gerade bei seltenen Krebserkrankungen wie Hirntumoren, Sarkomen oder Mesotheliomen ist eine Betreuung durch den Spezialisten für eine optimale Therapie wichtig.
Virtuelle Auftaktveranstaltung und Zertifizierung
Frater Seraphim Schorer (Prior), Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler und der Leiter des Onkologischen Zentrums Prof. Dr. Jan Braess begrüßen Interessierte zur virtuellen Auftaktveranstaltung. Welche Zentren umfasst das Onkologische Zentrum heute, welche Meilensteine wurden in dieser Zeit erreicht? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um als Onkologisches Zentrum zertifiziert zu werden? Die Antworten darauf und viele weitere Informationen sind in der Sendung zu finden.
Wohlfühlnachmittage
Das Krankenhaus Barmherzige Brüder lädt herzlich zu den Wohlfühlnachmittagen im Haus ein. An einigen Dienstagnachmittagen und zwei Samstagvormittagen im Monat dürfen Interessierte in ihnen schlummernde Fähigkeiten entdecken beziehungsweise wieder entdecken und ihre Seele durchatmen lassen. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, zum einen eine versöhnliche, gute Körperwahrnehmung zu erreichen - auch und trotz eines vielleicht veränderten Körperbildes. Zum anderen können Interessierte über gestaltende Methoden ihre Fähigkeiten und Stärken neu erspüren und durch Kreativität Kraft schöpfen.
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