Brennende Lippen: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Brennende Lippen können ein unangenehmes und schmerzhaftes Problem sein, das viele Menschen betrifft. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von äußeren Einflüssen wie Wetterbedingungen bis hin zu inneren Faktoren wie Mangelerscheinungen oder Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen brennender Lippen, gibt Tipps zur Behandlung und zeigt, wie man ihnen vorbeugen kann.

Was sind die Ursachen für brennende Lippen?

Umwelteinflüsse und äußere Faktoren

  • Wetterbedingungen: Extreme Witterungsverhältnisse wie Kälte, Wind oder trockene Luft können die Lippen austrocknen. Die Lippenhaut ist dünn und besitzt nur wenige Talgdrüsen, die den schützenden Hydro-Lipid-Film bilden. Dieser Film bewahrt die Lippen vor dem Austrocknen.
  • Trockene Heizungsluft: Besonders im Winter, wenn die Heizung läuft, kann die trockene Luft in Innenräumen die Lippen zusätzlich austrocknen und spröde machen.
  • Sonnenbrand: Die Hautzellen der Lippen können kein Melanin bilden, wodurch ihnen der natürliche Sonnenschutz fehlt. Ungeschützte Lippen können daher leicht einen Sonnenbrand erleiden, der sich durch brennende Lippen äußert.
  • Lippenleckekzem: Ein Lippenleckekzem ist ein toxisch-degeneratives Ekzem, das durch häufiges Ablecken der Lippen mit der Zunge entsteht. Das ständige Befeuchten der Lippen mit Speichel entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit und kann zu Entzündungen führen.
  • Reizende Substanzen: Der Kontakt mit reizenden Substanzen in Kosmetika, Zahnpasta oder Lebensmitteln kann ebenfalls zu brennenden Lippen führen.

Innere Faktoren und Erkrankungen

  • Dehydration: Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr kann zu trockenen Lippen führen. Ausreichend Trinken (etwa 1,5-2 Liter täglich) ist wichtig, um die Haut und die Lippen mit Feuchtigkeit zu versorgen.
  • Mangelerscheinungen: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen (z.B. Vitamin B2, B12) oder Mineralstoffen (z.B. Eisen, Zink) kann sich in trockenen und brennenden Lippen äußern.
  • Allergien: Allergische Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel, Pollen oder Inhaltsstoffe in Lippenpflegeprodukten können ebenfalls brennende Lippen verursachen.
  • Erkrankungen: Einige Erkrankungen wie Neurodermitis, Hautpilze, Ekzeme, Lippenherpes, das Sjögren-Syndrom oder eine Schilddrüsenunterfunktion können mit brennenden Lippen einhergehen.
  • Burning-Mouth-Syndrom (BMS): Anhaltendes Brennen im Mundraum und auf der Zunge wird als Burning-Mouth-Syndrom bezeichnet. Viele Fachleute sprechen nur dann von einem BMS, wenn sich keine Ursache für das Zungenbrennen finden lässt. Das unangenehme Gefühl ist oft zugleich auf den Schleimhäuten der Mundhöhle, am Gaumen und an den Lippen zu spüren.
  • Stress: Stress kann sich auf verschiedene Körperfunktionen auswirken und unter anderem zu trockenen und brennenden Lippen führen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. Antidepressiva oder ACE-Hemmer (Blutdrucksenker), können als Nebenwirkung brennende Lippen verursachen.

Weitere Faktoren

  • Mundatmung: Wer aufgrund einer verstopften Nase durch den Mund atmen muss, neigt eher zu trockenen und aufgesprungenen Lippen.
  • Alkohol und Tabak: Starker Alkoholkonsum und Rauchen können die Lippen austrocknen und reizen.
  • Verletzungen: Bisse, Kratzer oder andere Verletzungen der Lippen können zu Entzündungen und brennenden Schmerzen führen.

Symptome brennender Lippen

  • Trockene, spröde und rissige Lippen
  • Spannungsgefühl
  • Brennen, Juckreiz oder Schmerzen
  • Rötungen und Schwellungen
  • Entzündete Mundwinkel (Mundwinkelrhagaden)
  • Bläschenbildung (z.B. bei Lippenherpes)
  • Schuppige Lippen

Was hilft gegen brennende Lippen? Behandlungsmöglichkeiten

Sofortmaßnahmen und Hausmittel

  • Feuchtigkeitspflege: Eine reichhaltige Lippenpflege mit natürlichen Ölen und Fetten wie Mandelöl, Sheabutter, Kakaobutter oder Bienenwachs spendet Feuchtigkeit und schützt die Lippen vor dem Austrocknen. Produkte auf Mineralölbasis sollten vermieden werden, da sie die Lippen langfristig austrocknen können.
  • Honig: Honig wirkt desinfizierend, unterstützt die Heilung und lindert die Symptome. Er kann mehrmals täglich auf die Lippen aufgetragen werden.
  • Olivenöl: Olivenöl ist ein weiteres Hausmittel, das die Lippen pflegt und vor dem Austrocknen schützt. Es kann mit einem Wattepad auf die Lippen getupft werden.
  • Quark-Honig-Maske: Eine Maske aus Quark und Honig beruhigt die Lippen und wirkt entzündungshemmend.
  • Sahne oder ungesalzene Butter: Das Fett in Sahne oder Butter verhindert eine weitere Rissbildung und pflegt die Lippen.
  • Ausreichend trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 Litern am Tag ist wichtig, um den Körper und die Lippen mit Feuchtigkeit zu versorgen.
  • Lippen nicht ablecken: Das Ablecken der Lippen mit der Zunge verschlimmert das Problem, da der Speichel die Lippen zusätzlich austrocknet.

Spezielle Lippenpflegeprodukte

  • Lippenpflegestifte: Lippenpflegestifte mit Inhaltsstoffen wie Panthenol, Bisabolol, Vitamin E oder Sheabutter spenden Feuchtigkeit, beruhigen die Lippen und fördern die Heilung.
  • Lippenbalsam: Ein Lippenbalsam bildet eine Schutzschicht auf den Lippen und schützt sie vor äußeren Einflüssen.
  • Heilsalben: Bei aufgesprungenen Lippen oder Entzündungen können Salben mit hautpflegenden Wirkstoffen (z.B. Dexpanthenol) oder Zink die Wundheilung unterstützen.
  • Eucerin Acute Lip Balm: Dieser Balsam lindert Irritationen und Rötungen mit Inhaltsstoffen wie Licochalone A, Panthenol und Nachtkerzensamenöl.
  • Eucerin Lip Repair: Diese Lippenpflege beruhigt trockene und rissige Lippen und unterstützt ihre Regeneration.
  • Eucerin Lip Active: Diese Lippenpflege mit Sheabutter lindert Symptome trockener Lippen und eignet sich besonders für den Sommer und bei sonnigem Wetter.
  • La Roche Posay NUTRITIC Lippen: Dieser Balsam mit Biolipiden, Ceramiden und Sheabutter spendet Feuchtigkeit und mildert das unangenehme Hautgefühl von sehr trockenen, rauen Lippen.
  • La Roche Posay CICAPLAST Lippen: Diese Lippenpflege mit Panthenol beruhigt gereizte Partien, spendet Feuchtigkeit und stärkt die Barrierefunktion der Haut.

Medizinische Behandlung

  • Bei Infektionen: Wenn neben dem Lippenleckekzem weitere Beschwerden wie Infektionen auftreten, werden diese im Regelfall mit desinfizierenden Salben oder lokal wirkenden Antibiotika behandelt.
  • Bei Verdacht auf Erkrankungen: Bei einem Verdacht auf eine Sekundärinfektion oder Erkrankungen, durch die das Leckekzem begünstigt wurde, sollte in jedem Fall ärztlicher Rat eingeholt werden, um eine geeignete Behandlungsmethode zu finden.
  • Bei Lippenherpes: Medikamente mit virushemmenden Wirkstoffen (z. B. Aciclovir oder Penciclovir) fördern das Abheilen der Bläschen und sollten umgehend beim ersten Kribbeln und danach bis zu 5-mal pro Tag aufgetragen werden.
  • Bei Cheilitis actinica chronica: Bei der chronischen Form der Cheilitis actinica handelt es sich um eine Vorstufe von Krebs, die einer dringenden Behandlung bedarf.

Was man vermeiden sollte

  • Lippenkauen: Vermeiden Sie es, an den Lippen zu kauen oder Hautschüppchen abzuziehen.
  • Reizende Lippenstifte: Bei entzündeten Lippen sollten parfümierte, farbstoffhaltige Produkte vermieden werden.
  • Produkte mit Mineralöl: Lippenpflegeprodukte mit Inhaltsstoffen auf Mineralölbasis, künstlich erzeugten Silikonölen und Fetten sowie weiteren chemischen Zusätzen sollten vermieden werden.
  • Austrocknende Inhaltsstoffe: Vermeiden Sie Lippenpflegeprodukte mit irritierenden Inhaltsstoffen.

Vorbeugung brennender Lippen

  • Regelmäßige Lippenpflege: Verwenden Sie regelmäßig Lippenpflege, besonders bei kaltem Wetter.
  • Gesunde Lebensweise: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen.
  • Lippen vor Sonne schützen: Verwenden Sie im Sommer einen Lippenpflegestift mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30 oder höher).
  • Luftbefeuchter: Verwenden Sie Luftbefeuchter in Innenräumen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und die Lippen vor dem Austrocknen zu schützen.
  • Mundbereich trocken halten: Um einem Lippenleckekzem bei Kindern und vor allem Babys vorzubeugen, ist es wichtig, den Mundbereich des Kindes trocken zu halten, insbesondere bei Nutzung eines Schnullers.
  • Kratzen und Belecken vermeiden: Vermeiden Sie es, an den Lippen zu kratzen oder sie zu belecken.
  • Auslösende Faktoren meiden: Meiden Sie bekannte Auslöser für trockene oder brennende Lippen, wie z.B. bestimmte Lebensmittel oder Kosmetika.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

  • Wenn die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht besser werden oder sich verschlimmern.
  • Wenn die Lippen stark entzündet, geschwollen oder schmerzhaft sind.
  • Wenn zusätzliche Symptome wie Fieber, Hautausschlag oder Lymphknotenschwellungen auftreten.
  • Wenn der Verdacht auf eine Allergie oder eine andere Erkrankung besteht.
  • Wenn eingerissene Mundwinkel nach spätestens zwei bis drei Tagen nicht abheilen oder regelmäßig auftreten.
  • Bei Zungenbrennen und Mundbrennen, insbesondere bei zusätzlichem Juckreiz in der Mundhöhle.

Lesen Sie auch: Behandlung von brennenden Füßen bei Parkinson

Lesen Sie auch: Ursachen brennender Nervenschmerzen im Rücken

Lesen Sie auch: Behandlung brennender Schmerzen bei Parkinson

tags: #brennende #lippen #nerven