Das Cannondale Synapse Neo hat die Welt der E-Rennräder im Sturm erobert. Es kombiniert die Vorzüge eines traditionellen Rennrads mit der zusätzlichen Power eines Elektromotors. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Testbericht über das Cannondale Synapse Neo, wobei verschiedene Modelle und Aspekte beleuchtet werden, um ein detailliertes Bild dieses innovativen E-Bikes zu vermitteln.
Einführung: Die Demokratisierung des Rennradfahrens
Cannondale verfolgt mit dem Synapse Neo einen klaren Ansatz: Das Rennradfahren einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dies wird durch den Einsatz eines E-Antriebs erreicht. Das Synapse Neo ist eines der ersten E-Rennräder mit dem Bosch Active Line Plus Motor. Cannondale möchte mit diesem E-Rennrad Menschen ansprechen, deren Fitness oder Gesundheit es nicht zulässt, auf einem normalen Rennrad in einer Gruppe mitzuhalten.
Das Cannondale Synapse Neo im Detail
Design und Rahmen
Das Synapse Neo basiert auf dem Disc-Tourer Synapse und orientiert sich in Fahrerhaltung und Handling an Cannondales Marathon-Rennrad. Der Rahmen des Synapse Neo 3 besteht aus Aluminium, was zu einem günstigeren Preis beiträgt. Es gibt jedoch auch Modelle mit Carbonrahmen. Die Rahmengeometrie vereint den Komfort einer aufrechteren Sitzposition mit dem sportlichen Fahrgefühl eines Rennrads. Die Save Micro-Suspension und OutFront Geometrie sorgen für ein stabiles und komfortables Fahrvergnügen.
Motor und Akku
Das Synapse Neo ist mit einem Bosch Active Line Plus Motor der 3. Generation ausgestattet, der bis zu 25 km/h unterstützt. Dieser Antrieb entkoppelt komplett, wenn man schneller als 25 km/h unterwegs ist, sodass der Motor keinen Widerstand bietet. Der im Unterrohr integrierte 500 Wh Akku verspricht eine hohe Reichweite. Alternativ gibt es auch Modelle mit dem neuen Bosch SX-Motor. Der Bosch SX Mittelmotor liefert bis zu 55 Nm Drehmoment bei einer maximalen Leistung von 600 Watt. Sein Q-Faktor ist mit 160 mm schmaler, als man es von vielen Mittelmotoren kennt. Mit dem Range Extender Bosch PowerMore 250 können die 400 Wattstunden des Bosch CompactTube 400 Akkus um mehr als die Hälfte erweitert werden.
Ausstattung
Die Ausstattung des Synapse Neo variiert je nach Modell. Das Synapse Neo 3 ist mit einer Shimano Tiagra 22-Gang Schaltung ausgestattet. Es gibt auch Modelle mit Shimano 105, Ultegra oder sogar elektronischer Ultegra Di2. Einige Modelle verfügen über eine 2-fach Kettenblatt-Kombination, was in Verbindung mit einem Bosch Antrieb einmalig ist. Die Bremsen sind Scheibenbremsen, die eine zuverlässige Bremskraft unter allen Wetterbedingungen gewährleisten. Die Reifen sind in der Regel 32 mm breit und auf 28-Zoll-Felgen montiert, was ein Rennrad-typisches Fahrgefühl vermittelt.
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Modelle und Preise
Es gibt verschiedene Modelle des Synapse Neo, die sich in Ausstattung und Preis unterscheiden. Die Preise reichen von 3.299 Euro für das Synapse Neo 3 bis hin zu 5.999 Euro für höherwertige Modelle. Das günstigste Modell Synapse NEO 3 mit Ausstattung auf Niveau der Shimano-Gruppe 105 soll 3299 Euro kosten. Für ein E-Rennrad ist das derzeit tatsächlich recht günstig. Insgesamt wird es vier Modelle vom Synapse NEO geben. Die Versionen Synapse Neo 1, 2 und 3 kommen alle mit 28-Zoll-Laufrädern und 32 mm breiten Reifen, orientieren sich also am Touren-Rennrad.
Testerfahrungen und Fahreindruck
Bei ersten Testfahrten konnte ein skeptischer Tester seine Erfahrungen mit dem Cannondale Synapse NEO sammeln. Das Fazit war positiv: Man sitzt wie auf einem komfortablen Rennrad, die Lenkung reagiert wie bei einem laufruhigen Rennrad. Der Motor motiviert dazu, mit Druck zu fahren und sich nicht entspannt zurückzulehnen. Dabei ist dann auch tatsächlich kein Widerstand verursacht durch Motor und Getriebe spürbar - man fährt das Synapse NEO daher gern mit Tempo. Allerdings spürt man das Mehrgewicht des Synapse NEO deutlich: Es lässt sich nicht so leichtfüßig in enge Kurven legen, das ganze Handling wirkt sehr ruhig.
Cannondale Synapse Neo Allroad
Neben den reinen Rennrad-Modellen gibt es auch die Allroad-Variante des Synapse Neo. Dieses E-Gravel-Bike ist mit voluminösen Reifen und einem breit gefächerten Einfach-Antrieb ausgestattet. Die Pneus mit einer tatsächlichen Breite von 48,5 mm finden im Rahmen bequem Platz. Zahlreiche Anschraubpunkte für Umwerfer, zwei Flaschenhalter, Gepäckträger, Schutzbleche und Seitenständer verdeutlichen die Vielseitigkeit des Rahmensets. Im Gegensatz zum Moustache mit Bosch Kiox-Display kommt am Cannondale das klassische Purion-Display zum Einsatz. Mit der 1 x 11 SRAM APEX 1 HRD-Schaltgruppe, 160 mm Bremsscheiben an Front und Heck, WTB STi29 TCS 2.0-Laufradsatz und Cannondale Alu-Komponenten an Cockpit und Sattelstütze ist das Synapse NEO SE mit 18,45 kg in Größe L das schwerste Bike im Test. Dank des durchzugsstarken Bosch Active Line Plus beschleunigt das Cannondale ungeachtet seines Gewichts zügig.
Cannondale Synapse: Die neue Generation
Cannondale hat auch eine neue Generation des Synapse auf den Markt gebracht, die sich als sportlich konzipiertes Allroadbike versteht. Die Basis ist ein Rahmen-Set aus Carbon. Cannondale bietet das Chassis in zwei Qualitätsstufen an. Rahmen und Gabel der Basisversion sollen rund 1644 Gramm wiegen, das leichtere Rahmen-Set soll knapp 200 Gramm leichter sein. Das exklusive Top-Modell aus unserem Fahrbericht, das auf dem deutschen Markt jedoch nicht erhältlich ist, hing mit 8.040 an der Waage.
Smartsense
Die neue Generation des Synapse ist mit "Smartsense" ausgestattet, einer Technologie, die Lichtanlage und Warnradar integriert. Das kompakte LED-Frontlicht von LightSkin bietet 400 Lumen bieten. “Das ist hell genug, um den ganzen Tag und bis in die Nacht hinein zu fahren”, so Cannondale. Das LED-Rücklicht von Garmin hat ein Radar integriert, das vor herannahenden Fahrzeugen warnt. Die Warnsignale werden akustisch oder visuell über jeden modernen Fahrradcomputer mit ANT+ oder via Smartphone wiedergegeben. Der Akku wandert im Gegensatz zur alten Version des Synapse ins Unterrohr und soll bei maximaler Beleuchtungsstufe bis zu 12:45 Stunden durchhalten. Der Clou: Neben der Lichtanlage und dem Radar kann die Batterie bei Modellen mit SRAM AXS auch Umwerfer und Schaltwerk speisen.
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Zielgruppe: Wer profitiert vom Synapse Neo?
Das Cannondale Synapse Neo richtet sich an verschiedene Zielgruppen:
- Rennrad-Einsteiger: Dank des Motors können auch weniger fitte Personen das Rennradfahren genießen.
- Pendler: Das Synapse Neo ist ein schneller Begleiter für den Weg zur Arbeit.
- Tourenfahrer: Der komfortable Rahmen und die hohe Reichweite ermöglichen lange Fahrten.
- Fahrer mit gesundheitlichen Einschränkungen: Das E-Rennrad ermöglicht es, trotz körperlicher Einschränkungen am Gruppenausflug teilzunehmen.
Vor- und Nachteile des Cannondale Synapse Neo
Vorteile:
- Unterstützung durch den Bosch Active Line Plus Motor
- Hohe Reichweite dank 500 Wh Akku
- Komfortable Rahmengeometrie
- Vielseitigkeit durch Allroad-Variante
- Integration von "Smartsense" Technologie (bei bestimmten Modellen)
Nachteile:
- Höheres Gewicht im Vergleich zu herkömmlichen Rennrädern
- Preis (insbesondere bei höherwertigen Modellen)
- Begrenzte Geländetauglichkeit der Allroad-Variante
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