Dieter Hartmann und die Alzheimer-Forschung: Neue Perspektiven und Behandlungsansätze

Die Alzheimer-Forschung ist ein Gebiet von wachsender Bedeutung, da die Zahl der Menschen mit Demenz vom Typ Alzheimer stetig zunimmt. Der Artikel beleuchtet aktuelle Forschungsansätze, insbesondere die Rolle von Gedächtnisambulanzen, neue Therapieansätze und alternative Erklärungsmodelle für die Entstehung von Alzheimer. Zudem wird auf den Einfluss von Lebensstilfaktoren und Begleiterkrankungen eingegangen.

Gedächtnisambulanzen als Anlaufstelle für Diagnostik und Therapie

Gedächtnisambulanzen spielen eine zentrale Rolle bei der Diagnostik von Gedächtnisproblemen. In diesen spezialisierten Einrichtungen untersuchen Ärztinnen, Ärzte und andere Fachkräfte die Ursachen von Gedächtnisstörungen und klären ab, ob eine Demenzerkrankung wie Alzheimer vorliegt. Deutschlandweit gibt es etwa 160 solcher Einrichtungen, die auch als Memory Kliniken oder Gedächtnissprechstunden bekannt sind. Die Überweisung erfolgt in der Regel durch die Hausärztin oder den Hausarzt.

Mit der Zulassung neuer Alzheimer-Medikamente kommt den Gedächtnisambulanzen eine zusätzliche Bedeutung zu. Einige Zentren koordinieren bereits die notwendigen Schritte für eine mögliche Behandlung mit Leqembi oder Kisunla und begleiten die erforderlichen Untersuchungen.

Einige Gedächtnisambulanzen in Deutschland sind:

  • Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Universitäts-Gedächtnisambulanz (Dresden)
  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig, Gedächtnisambulanz (Leipzig)
  • Helios Park-Klinikum Leipzig Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Psychiatrische Institutsambulanz - Gedächtnissprechstunde (Leipzig)
  • Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Altenburg, Gerontopsychiatrische Ambulanz / Gedächtnissprechstunde Altenburg (Altenburg)
  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Universitätsklinikums Halle, Gedächtnissprechstunde (Halle)
  • Universitätsklinikum Halle (Saale), Klinik und Poliklinik für Neurologie, Neurologie-Ambulanz, Gedächtnissprechstunde (Halle)
  • Universitätsklinikum Jena - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Gedächtnissprechstunde Psychiatrische Ambulanz (Jena)
  • Gedächtniszentrum des Universitätsklinikums Jena, Klinik für Neurologie (in Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie) (Jena)
  • HELIOS Klinikum Aue, Gedächtnissprechstunde (Aue)
  • Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig- Krankenhaus, Gedächtnissprechstunde (Berlin)
  • Charité Mitte Psychiatrische Institutsambulanz, Gedächtnissprechstunde (Berlin)
  • Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge Abt. Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Gedächtnisambulanz (Berlin)
  • Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (Berlin)
  • Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Modul Altersmedizin (Berlin)
  • Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Neurologie, MVZ Neurologie (Berlin)
  • St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee, Memory-Klinik (Berlin)
  • Charité - Universitätsmedizin Berlin Campus Berlin Buch, Gedächtnissprechstunde (Berlin)
  • Ernst von Bergmann Klinikum, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Institutsambulanz 2 / Gedächtnissprechstunde (Potsdam)
  • Asklepios Fachklinikum Brandenburg Klinik für Gerontopsychiatrie, Gedächtnissprechstunde (Brandenburg a.d. Havel)
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Gedächtnissprechstunde (Frankfurt Oder)
  • Asklepios Fachklinik Teupitz Klinik für Psychiatrie, Psychologie und Psychosomatik, Gedächtnissprechstunde (Teupitz)
  • Martin Gropius Krankenhaus GmbH Psychiatrische Institutsambulanz für Erwachsene, Memory-Klinik (Eberswalde)
  • Ev. Krankenhaus Bethanien gGmbH Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Memory-Klinik (Greifswald)
  • Gedächtnissprechstunde / Forschungsambulanz Universitätsmedizin Rostock Sektion für Gerontopsychosomatik und dementielle Erkrankungen an der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, Gedächtnissprechstunde (Rostock)
  • Helios Kliniken Schwerin GmbH, Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (Schwerin)

Neue Therapieansätze in der Alzheimer-Forschung

Die Alzheimer-Forschung konzentriert sich derzeit auf verschiedene neue Therapien, die auf eine Reduktion der Ablagerung von Amyloid oder Tau-Protein im Gehirn abzielen. Diese Ansätze sind vielversprechend, da sie potenziell die Ursachen der Erkrankung bekämpfen und nicht nur die Symptome lindern.

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Die Rolle von Insulinresistenz und Glukosemangel im Gehirn

Eine interessante Hypothese zur Entstehung von Alzheimer ist die der Stoffwechselstörung, auch als "Diabetes Typ 3" bezeichnet. Diese Theorie besagt, dass defekte Insulinrezeptoren im Gehirn die Ursache für die Erkrankung sein könnten. Jüngste Studien unterstützen diese Annahme und zeigen, dass eine Insulinresistenz der Gehirnzellen bereits vor der Entstehung von Plaque vorhanden sein kann.

Wenn nicht genügend Glukose in die Gehirnzellen gelangt, fehlt den Neuronen die Energie, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Dies kann dazu führen, dass verbrauchte Proteine nicht mehr rechtzeitig abgebaut werden können. Da das Gehirn einen hohen Anteil der täglich aufgenommenen Kohlenhydrate verbraucht, könnte ein Glukosemangel eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Alzheimer spielen.

Galaktose als alternative Energiequelle für das Gehirn

Ein vielversprechender Ansatz zur Behandlung von Alzheimer ist die Verwendung von Galaktose als alternative Energiequelle für das Gehirn. Studien an Ratten haben gezeigt, dass Tiere, deren Insulinrezeptoren im Gehirn blockiert wurden und die Galaktose erhielten, ihr Erinnerungsvermögen nicht verloren. Erste Versuche an Demenz-Patienten verliefen ebenfalls vielversprechend und zeigten Verbesserungen in Orientierung, Erinnerung und sozialer Kommunikation.

Galaktose ist ein natürlicher Einfachzucker, der als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich ist. Im Gegensatz zu den derzeit häufig verschriebenen Acetylcholinesterase-Hemmern, die oft nur geringe Wirkung zeigen, könnte Galaktose eine wirksame und kostengünstige Alternative darstellen.

Lebensstilfaktoren und Risikofaktoren für Alzheimer

Neben genetischen Faktoren spielen auch Lebensstilfaktoren und bestimmte Krankheiten eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Alzheimer. Studien haben gezeigt, dass Diabetes, Depressionen und andere Erkrankungen mit defekten Insulinrezeptoren in Verbindung stehen könnten.

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Der Altersforscher Professor James Galvin von der Florida Atlantic University schätzt, dass Lebensstilfaktoren und bestimmte Krankheiten für 50 Prozent des Alzheimer-Risikos verantwortlich sind. Dies bedeutet, dass ein großer Teil der Fälle von Alzheimer-Demenz durch eine Lebensstilintervention und die Reduktion bzw. Behandlung von Risikofaktoren verhindert werden kann.

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