Elisa Schneider: Eine Geschichte von Hirntumor, Liebe und letztem Wunsch

Die Geschichte von Elisa Schneider ist eine bewegende Erzählung über den Kampf gegen einen Hirntumor, die Kraft der Liebe und den Mut, einen letzten Wunsch zu verfolgen. Im Zentrum steht eine junge Frau, die mit einer niederschmetternden Diagnose konfrontiert wird und sich dennoch nicht entmutigen lässt.

Die Diagnose und ihre Folgen

Elisa Schneider erhielt mit Anfang 30 die Diagnose Hirntumor. Später wurde bei ihr ein Glioblastom diagnostiziert, der häufigste bösartige Hirntumor. Glioblastome zeichnen sich durch schnelles Wachstum und aggressive Zellteilung aus. Die meisten Menschen, die daran erkranken, sind zwischen 55 und 65 Jahre alt. Die Diagnose war ein Schock, denn die Lebenserwartung bei einem Glioblastom beträgt mit der üblichen Therapie etwa 15 Monate.

Einige Zeit nach der Diagnose wurde Elisa Schneider operiert. Während der OP erlitt Schneider einen Schlaganfall. Als sie aufwachte, konnte sie nicht sprechen und war wie gefangen im eigenen Körper. Sie hatte eine Aphasie, eine Sprachstörung. "Trotzdem dachten wir: Der Tumor ist raus, alles wird gut", sagt Marx heute.

Eine Liebe, die Mut gibt

In dieser schweren Zeit fand Elisa Halt bei ihrem Partner Robert Marx. Ihre Beziehung begann ungewöhnlich: Marx und Schneider freundeten sich an und blieben auch nach der Schule eng verbunden. Doch Schneider blockte alles Romantische ab, und es gab sogar eineinhalb Jahre lang keinen Kontakt. Dann näherten sie sich wieder an.

Marx arbeitete in Seattle, und Schneider nahm sich spontan ein Urlaubssemester, um ihn für einen Monat zu besuchen. Von dort reisten sie gemeinsam nach Los Angeles, wo Schneiders Gasteltern, bei denen sie als Schülerin ein Austauschjahr verbracht hatte, gerade Urlaub machten. Die Frage der Gasteltern, wie sie denn schlafen würden, beantworteten sie mit "im selben Zimmer, aber als Freunde", wie sie es bei Besuchen und gemeinsamen Reisen immer getan hatten. Doch diesmal war etwas anders: Sie schliefen miteinander und wurden ein Paar.

Lesen Sie auch: Neurochirurgische Laufbahn von Ulf Schneider

Der letzte Wunsch: Neuseeland sehen

Trotz der düsteren Prognose und der gesundheitlichen Einschränkungen hatte Elisa Schneider einen letzten Wunsch: Sie wollte den nördlichsten Punkt Neuseelands sehen, Cape Reinga. Sie wusste, dass ihr nicht mehr viel Zeit blieb, und so planten sie und Robert diese Reise als ihre letzte gemeinsame Erfahrung.

Das Flugzeug ist noch mehrere Stunden von Auckland entfernt, als Elisa Schneider starke Schmerzen bekommt. Von Berlin sind sie und ihr Partner Robert Marx nach Neuseeland gestartet, in dem Wissen, dass es ihre letzte Reise sein wird. Sie ist todkrank, mit gerade einmal 31 Jahren. Sie weiß, dass sie nur noch kurze Zeit zu leben hat und hat einen Wunsch, ihren letzten: den nördlichsten Punkt Neuseelands sehen, Cape Reinga. Als Schneider über immer stärkere Schmerzen klagt, gerät das Flugzeug in Turbulenzen. Sie nimmt Morphintropfen, auf Bananenbrot, auf mehr als 12.000 Höhenmetern. Dann muss Robert Marx eine Entscheidung treffen: Sagt er dem Piloten Bescheid, damit dieser das Flugzeug notlandet, mit der Folge, dass der Wunsch seiner Frau unerfüllbar wird? Oder sagt er nichts und hofft, dass es gut geht, noch dieses eine Mal?

Aktuelle Forschung zu Hirntumoren

Die Forschung zu Hirntumoren, insbesondere zu Glioblastomen, ist ein aktives Feld. Wissenschaftler arbeiten daran, die molekularen Mechanismen, die dem Tumorwachstum zugrunde liegen, besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Dazu gehören:

  • Immuntherapie: Ansätze, die das Immunsystem des Körpers aktivieren, um Krebszellen zu bekämpfen. Studien haben gezeigt, dass eine Chemoradiotherapie die PD-L1-Expression in bestimmten Melanom- und Glioblastomzellen erhöhen kann. Die Kombination von Strahlentherapie und Immun-Checkpoint-Inhibitoren könnte eine vielversprechende Strategie sein.
  • Gezielte Therapien: Medikamente, die spezifische molekulare Ziele in den Tumorzellen angreifen, um deren Wachstum zu hemmen.
  • Verbesserte Strahlentherapie: Neue Techniken, die eine präzisere Bestrahlung des Tumors ermöglichen und gleichzeitig das umliegende gesunde Gewebe schonen.

Die Rolle von Autoantikörpern bei neurologischen Erkrankungen

Ein weiterer wichtiger Forschungsbereich betrifft die Rolle von Autoantikörpern bei neurologischen Erkrankungen. Autoantikörper sind Antikörper, die fälschlicherweise körpereigene Strukturen angreifen. Sie können eine wichtige Rolle bei der Pathogenese verschiedener neurologischer Erkrankungen spielen, darunter:

  • Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD): Eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die vornehmlich die Sehnerven und das Rückenmark betrifft. Schwerpunkt der Forschung sind Untersuchungen zur diagnostischen, prognostischen und pathophysiologischen Bedeutung von Autoantikörpern gegen das Wasserkanalprotein Aquaporin-4 (NMO-IgG/AQP4-AK) bei Patienten mit NMO oder verwandten Syndromen (longitudinal extensive transverse Myelitis, rekurrierende Optikusneuritis, Hirnstammenzephalitis) sowie die Entwicklung und Etablierung neuer, rekombinanter Testsysteme für den Nachweis von NMO-IgG/AQP4-AK.
  • Multiple Sklerose (MS): Eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems.
  • Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein-Autoantikörper-assoziierte Enzephalomyelitis (MOG-EM; MOG-Antikörper-assoziierte Erkrankung [MOGAD]): Eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch Autoantikörper gegen das Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein (MOG) gekennzeichnet ist.
  • Autoimmunenzephalitiden: Eine Gruppe von entzündlichen Erkrankungen des Gehirns, die durch Autoantikörper gegen neuronale Oberflächenantigene verursacht werden.

Klinische Studien und Fortschritte in der Behandlung von NMOSD

Mehrere Studien haben sich mit der Behandlung von NMOSD befasst und vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Beispielsweise wurde die Verwendung von Eculizumab, einem monoklonalen Antikörper, der gegen das Komplementprotein C5 gerichtet ist, in einer europäischen Kohortenstudie untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Eculizumab bei der Behandlung von NMOSD wirksam sein kann.

Lesen Sie auch: Inka Schneider, Sven Kuntze: Überwindung von Lebenskrisen

Eine weitere Studie untersuchte die Wirksamkeit verschiedener Immuntherapien bei NMOSD und MOGAD. Die Ergebnisse zeigten, dass Rituximab und Inebilizumab wirksame Optionen für die Langzeitbehandlung von NMOSD sein können, während Rituximab und intravenöse Immunglobuline (IVIG) bei MOGAD wirksam sein können.

Die Bedeutung der Lebensqualität bei neurologischen Erkrankungen

Neben der Entwicklung neuer Therapien ist es wichtig, die Lebensqualität von Patienten mit neurologischen Erkrankungen zu verbessern. Eine Studie untersuchte die visuelle Lebensqualität bei NMOSD und MOGAD und stellte fest, dass Sehbeeinträchtigungen einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität haben können. Die Studie betonte die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung, um Sehverluste zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Lesen Sie auch: Leistungsspektrum Neurologie Schwerte

tags: #elisa #schneider #hirntumor