Die Parkinson-Krankheit, auch Morbus Parkinson genannt, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft. Benannt nach James Parkinson, der sie 1817 erstmals beschrieb, ist sie durch den Verlust von Nervenzellen in bestimmten Hirnregionen gekennzeichnet, was zu einer Vielzahl von motorischen und nicht-motorischen Symptomen führt. Lothar Berger vom Parkinson-Treff Bopfingen bringt es auf den Punkt: „Wir wollen nicht bemitleidet, sondern so akzeptiert werden, wie wir sind.“ Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über den Krankheitsverlauf, die Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Parkinson, wobei auch die Bedeutung von Selbsthilfegruppen und psychosozialer Unterstützung hervorgehoben wird.
Symptome von Parkinson
Die Parkinson-Erkrankung verläuft schleichend und die Symptome können von Person zu Person variieren. Grundsätzlich werden motorische und nicht-motorische Krankheitszeichen unterschieden.
Motorische Symptome
Die motorischen Symptome sind die bekanntesten Anzeichen von Parkinson und umfassen:
- Bradykinese (Bewegungsverlangsamung): Charakteristisch ist, dass ein Bein oder Arm erst mit Verzögerung in Bewegung gesetzt werden kann. Zum Teil sind Bewegungsabläufe von einem Moment zum nächsten nicht mehr möglich. Viele Betroffene haben Probleme beim Losgehen, beim raschen Anhalten sowie beim Aufstehen. Die Bradyhypokinese äußert sich schon in frühen Phasen im Seitenvergleich mit einem Amplitudenabfall und Verlangsamung auf der betroffenen Seite bei repetitiven Bewegungen (z. B. Supinations-Pronations-Bewegungen).
- Rigor (Muskelsteifheit): Aufgrund eines erhöhten Muskeltonus können Arme und Beine kaum passiv durchbewegt werden. Die Betroffenen empfinden diesen Widerstand als schmerzhafte Verspannung und Steifigkeit. Beim Rigor findet sich ein charakteristischer, zäher und gleichmäßiger Widerstand, wie er etwa beim Biegen eines Bleirohres auftritt.
- Tremor (Zittern): Das Ruhezittern betrifft vor allem die Finger, die Hand oder den Arm. Zumeist verschwindet der Tremor, sobald die betroffenen Gliedmaßen gezielt bewegt werden. Meist beginnt das Zittern einseitig. Klassischerweise handelt es sich beim IPS um einen Ruhetremor, der unilateral beginnt und sichtbar ist, wenn die betroffene Extremität nicht bewegt wird, z. B. bei im Stehen herabhängenden Armen oder bei entspannt auf einer Unterlage ruhenden Armen. Die klassische Frequenz des Parkinson-Tremors liegt um 5 Hz.
- Posturale Instabilität (Gleichgewichtsstörungen): Da die für das Ausbalancieren des Körpers verantwortlichen Reflexe gestört sind, können die Betroffenen unvorhergesehene Bewegungen nur noch schwer ausgleichen. Dadurch neigen sie zu Stürzen. Beim IPS finden sich im Verlauf regelmäßig Störungen der reflektorischen Ausgleichsbewegungen nach passiver Auslenkung aus dem Gleichgewicht (sog. posturale oder Stellreflexe).
Weitere häufige motorische Symptome sind eine gekrümmte Körperhaltung, ein kleinschrittiges Gangbild und Schwierigkeiten beim Sprechen (Hypophonie).
Nicht-motorische Symptome
Neben den Hauptsymptomen können weitere, mehrheitlich nicht-motorische Störungen auftreten. Diese können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und umfassen:
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- Kognitive Beeinträchtigungen: Bradyphrenie (kognitive Verlangsamung), Gedächtnisprobleme und Demenz. Nach 20 Jahren Verlauf eines IPS sind über 80 % der noch überlebenden Patienten dement (Hely et al. 2008).
- Psychische Veränderungen: Depressionen, Angstzustände, Apathie und Halluzinationen. Etwa 40 % aller Parkinson-Kranken erleben pathologische Angst und 35 % leiden an einer klinisch signifikanten Depression (Reijnders et al. 2008), die unabhängig von der motorischen Beeinträchtigung einen entscheidenden Faktor für die Lebensqualität der Parkinson-Patienten darstellt.
- Schlafstörungen: Schlaflosigkeit, REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD).
- ** vegetative Dysfunktion:** Verstopfung, Blasenfunktionsstörungen, sexuelle Dysfunktion, orthostatische Hypotonie. Vegetative Symptome wie Schlafstörungen, orthostatische Dysregulation, verzögerte Magenentleerung, Obstipation, Detrusorhyperreflexie (imperativer Harndrang, Dranginkontinenz) und Impotenz kommen regelmäßig bei Patienten mit IPS vor.
- Sensorische Störungen: Verlust des Geruchssinns (Hyposmie), Schmerzen, Kribbeln. Bei gezielter Anamnese sind bei 40 % der Parkinson-Patienten primäre somatosensorische Symptome zu eruieren.
Frühstadium
Im Frühstadium macht sich die Erkrankung durch verschiedene unspezifische Beschwerden bemerkbar. Diese werden häufig nicht mit Parkinson in Verbindung gebracht und bleiben daher unbehandelt. Charakteristisch ist, dass ein Bein oder Arm erst mit Verzögerung in Bewegung gesetzt werden kann. Sofern die dominante Seite betroffen ist, lässt sich dann eine Mikrografie bei einer Schreibprobe feststellen. Ebenso zeigen sich früh eine Hypomimie und ein vermindertes Mitschwingen eines Armes beim Gehen, wobei dies häufig mit einer Haltungsstörung aus Adduktion im Schultergelenk und leichter Beugung im Ellenbogengelenk verbunden ist.
Fortschreitendes Stadium
Diese Krankheitszeichen verstärken sich im Laufe der Zeit. Zum Teil sind Bewegungsabläufe von einem Moment zum nächsten nicht mehr möglich. Sehr häufig treten Probleme beim Losgehen, beim raschen Anhalten sowie beim Aufstehen auf. Viele Betroffene haben eine gekrümmte Körperhaltung. Dabei werden alle großen Gelenke in Beugung gehalten. Das Gangbild wird kleinschrittiger. Häufig wird ein Bein nachgezogen. Aufgrund eines erhöhten Muskeltonus können Arme und Beine kaum passiv durchbewegt werden. Die Betroffenen empfinden diesen Widerstand als schmerzhafte Verspannung und Steifigkeit.
Ursachen von Parkinson
Verantwortlich für die Parkinson-Erkrankung ist die Veränderung einer bestimmten Kernregion des Gehirns, der sogenannten Substantia nigra. Diese normalerweise schwarze Region ist bei Personen mit Parkinson ausgeblichen. Bei gesunden Menschen sterben jährlich circa 2.400 der ursprünglich 400.000 Zellen der Substantia nigra ab. Beim Parkinson-Syndrom läuft dieser Vorgang aus bislang unbekannten Gründen schneller ab.
Bekannt ist, dass die Nigra-Zellen im sogenannten Streifenkörper (Corpus striatum) den Botenstoff Dopamin freisetzen. Dieser überträgt Signale von einer Nervenzelle zur anderen. Unter anderem benötigt ihn das Gehirn für die Feinabstimmung der Muskelbewegungen. Zumeist ist die Krankheit nicht erblich bedingt. Es gibt jedoch Familien, in denen Parkinson überdurchschnittlich oft auftritt. Insbesondere bei Erkrankungsbeginn vor dem 40.
Genetische Faktoren
Mehr als 16 Genorte sind für das IPS bzw. für andere neurodegenerative Formen des Parkinson-Syndroms beschrieben worden, einige mutierte Gene und ihre Proteine wurden schon kloniert. Die Genloci wurden der zeitlichen Reihenfolge ihrer chromosomalen Lokalisation nach mit PARK1, 2, 3, 4 usw. bezeichnet. Die wichtigsten Mutationen bzw. Risikovarianten sind auf dem α-Synuklein- (SNCA/Park1), PINK1- (Park2), DJ1- (Park7), LRRK2- (Park8) und dem Glukozerebrosidase (GBA)-Gen. GBA Risikovarianten lassen sich bei ca. 10 % der Patienten mit IPS nachweisen. Monogenetische Formen betreffen v. a. die Patienten mit jüngerem Beginn (<40) und dürften weniger als 15 der Patienten betreffen.
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Umweltfaktoren
Darüber hinaus erhöht der häufige Umgang mit Giften wie Kohlenstoffmonoxid und Mangan das Erkrankungsrisiko. Gleiches gilt für Herbizide und Pestizide.
Alpha-Synuclein
Eine Schlüsselrolle spielt das fehlgefaltete Protein Alpha-Synuclein (α-Synuclein), das in den Nervenzellen vorkommt. Seit Kurzem lässt sich das Protein im Hirnwasser mit einem neuen Verfahren nachweisen, dem sogenannten Alpha-Synuclein Seed Amplification Assay (αSyn-SAA).
Diagnose von Parkinson
Die Diagnose der Parkinson-Krankheit basiert in erster Linie auf einer neurologischen Untersuchung und der Erhebung der Krankengeschichte. Es gibt keinen spezifischen Test, der Parkinson eindeutig nachweisen kann. Die Diagnose der verschiedenen Parkinsonsyndrome ist zunehmend sicherer geworden. Die Möglichkeit der Fehldiagnose besteht am ehesten in der Frühphase der Erkrankung.
Neurologische Untersuchung
Sind mehrere der Hauptsymptome vorhanden, ist das bereits ein deutlicher Hinweis auf Parkinson. Typisch ist, dass oft zunächst nur eine Körperseite von den Symptomen betroffen ist und dass die Beschwerden langsam zunehmen. Auch ein ausgeprägtes Zittern in Ruhe erhärtet den Verdacht - umgekehrt schließt ein fehlendes Zittern die Diagnose Parkinson nicht aus.
L-Dopa-Test
Ein weiteres deutliches Anzeichen auf eine Parkinson-Erkrankung ist ein positiver L-Dopa-Test. Bei diesem Test nimmt die Person das Medikament Levodopa (L-Dopa) ein, das zur Behandlung von Parkinson zum Einsatz kommt. Bessern sich die Symptome innerhalb kurzer Zeit, deutet das auf die Diagnose Parkinson hin.
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Bildgebende Verfahren
Zusätzlich können weitere Untersuchungen nötig sein, zum Beispiel ein Gedächtnistest oder ein EEG. In manchen Fällen kann ein Riechtest Aufschluss bringen. Ein Großteil der Patientinnen und Patienten kann bereits im Frühstadium der Erkrankung schlechter riechen. Jeder Patient sollte außerdem zu Erkrankungsbeginn einmalig eine zerebrale Bildgebung, mindestens eine cCT, besser eine cMRT erhalten. Hintergrund ist der Ausschluss strategischer vaskulärer oder anderer Läsionen in den Basalganglien, frontaler Tumoren oder des - häufig im Alter auftretenden - Normaldruckhydrozephalus. Die MRT-Diagnostik weist zusätzlich besser Ausmaß und Verteilung mikrovaskulärer Veränderungen nach und zeigt sensitiver und früher Atrophiezeichen beziehungsweise Hirnstamm- und infratentorielle Pathologien.
Differentialdiagnose
Vor allem zu Beginn der Erkrankung lässt sich oft nicht eindeutig beurteilen, ob tatsächlich ein Parkinson-Syndrom oder eine andere Krankheit vorliegt. Darüber hinaus muss geklärt sein, ob es sich um Morbus Parkinson - also eine Parkinsonerkrankung ungeklärter Ursache - handelt oder ob das Parkinson-Syndrom durch eine andere Erkrankung oder Medikamente verursacht wurde. Insbesondere bei jüngeren Patientinnen und Patienten steckt häufiger eine bislang unerkannte andere Erkrankung dahinter. Daher sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen nötig. Dazu zählen zum Beispiel eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT).
Stadien von Parkinson
Je nachdem, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, unterscheiden Ärzte beim Morbus Parkinson fünf verschiedene Stadien (nach Hoehn & Yahr):
- Stadium 0: Es sind keine Anzeichen von Parkinson erkennbar.
- Stadium 1: Beschwerden an einer Körperseite, kaum Beeinträchtigungen
- Stadium 2: leichte Beschwerden an beiden Körperseiten; keine Gleichgewichtsstörungen
- Stadium 3: geringe bis mäßige Beschwerden, leichte Haltungsinstabilität; je nach Beruf ist die Person meist arbeitsfähig
- Stadium 4: starke Beeinträchtigung, die Person kann aber noch selbstständig gehen und stehen
- Stadium 5: Die Person ist bettlägerig oder auf den Rollstuhl angewiesen.
Anhand der Stadien kann die Ärztin oder der Arzt unter anderem beurteilen, welche Therapie am besten geeignet ist. Auch lässt sich im Laufe der Behandlung beurteilen, wie gut die Therapie anschlägt.
Behandlung von Parkinson
Die Ziele der Parkinson-Therapie bestehen in der Linderung und Beherrschung der Beschwerden sowie in der Verzögerung des Krankheitsverlaufs und etwaiger Spätkomplikationen. Im Frühstadium lassen sich die Beschwerden bei den meisten Patient:innen deutlich lindern. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto schwieriger gestaltet sich die medizinische Versorgung. Auch die Nebenwirkungen der Behandlung nehmen mit der Zeit zu.
Medikamentöse Therapie
Die bei Parkinson eingesetzten Medikamente sollen den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen. Sie reduzieren die Symptome, können aber bereits entstandene Schädigungen im Gehirn nicht rückgängig machen. Auch das Fortschreiten der Erkrankung lässt sich damit nicht aufhalten. Morbus Parkinson muss früher oder später mit Medikamenten behandelt werden. Die Medikamente nimmt die Patientin oder der Patient meist als Kapseln oder Tabletten ein. Wichtig ist, sich dabei immer an bestimmte Uhrzeiten zu halten. Manche Wirkstoffe stehen auch als Pflaster zur Verfügung. Zudem gibt es Medikamentenpumpen, die Wirkstoffe gleichmäßig unter die Haut oder in den Dünndarm abgeben.
Levodopa
Eine große Rolle bei der medikamentösen Therapie spielender Wirkstoff Levodopa (L-Dopa) undWirkstoffe aus der Gruppe der Dopaminagonisten. In der Regel wird Levodopa zusammen mit einem sogenannten Decarboxylasehemmer wie Carbidopa oder Benserazid verschrieben. Decarboxylasehemmer sorgen dafür, dass Levodopa nicht bereits im Blut, sondern erst im Hirn zu Dopamin umgewandelt wird. L-Dopa zeichne sich durch eine hohe Wirksamkeit, wenig Nebenwirkungen sowie geringe Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aus. Allerdings habe es nur eine kurze Wirkdauer. Nach jahrelanger Einnahme kann L-Dopa allerdings zunehmend zu Bewegungsstörungen führen. Dazu zählen zum Beispiel unwillkürliche Muskelzuckungen oder ruckartige Bewegungen. Im Laufe der Therapie nehmen diese Beschwerden meist zu.
Dopaminagonisten
Dopaminagonisten sind Medikamente, die an den Enden der Nervenzellen wirken: Sie aktivieren bestimmte Bindungsstellen und sorgen so dafür, dass die Zellen Dopamin besser aufnehmen können. Dopaminagonisten und Dopaminabbau-Hemmer hätten demgegenüber eine lange Wirkdauer, aber - im Vergleich zu L-Dopa - eine geringere Wirksamkeit und stärkere Nebenwirkungen.
Weitere Medikamente
Neben L-Dopa und Dopaminagonisten gibt es viele weitere Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen, die bei Morbus Parkinson zum Einsatz kommen. Dazu zählen unter anderemMAO-B-HemmerAmantadinCOMT-HemmerAnticholinergika.
Nicht-medikamentöse Therapie
Neben Medikamenten gibt es eine Reihe nicht-medikamentöser Behandlungsformen, welche die Beschwerden bei Morbus Parkinson lindern können.
- Physiotherapie: Die Physiotherapie fördert die Beweglichkeit, die Reaktionsfähigkeit und die Körperstabilität. In der Physiotherapie können Bewegungsstörungen gezielt behandelt werden. Dabei geht es zum Beispiel darum, die Beweglichkeit oder die Reaktionsfähigkeit zu verbessern. Außerdem lässt sich mithilfe der Physiotherapie einer Versteifung von Gelenken vorbeugen.
- Logopädie: Die Logopädie ist eine wichtige Therapiemaßnahme zur Behandlung einer parkinsonbedingten Sprechstörung. In der Sprachtherapie (Logopädie) werden diese Fähigkeiten gezielt trainiert. Dabei können unter anderem Übungen zur Beweglichkeit der Gesichtsmuskulatur zum Einsatz kommen.
- Ergotherapie: Ergotherapeutinnen und -therapeuten unterstützen die erkrankte Person dabei, so lange wie möglich eigenständig zu bleiben und mit den Beschwerden besser zurechtzukommen. In der Therapie geht es zum Beispiel darum,die Wohnung so anzupassen, dass die Person weniger eingeschränkt ist,den Arbeitsplatz so anzupassen, dass das Arbeiten leichter fällt,Grob- und Feinmotorik zu üben,Hilfsmittel zu erproben, etwa spezielles Besteck.
- Körperliche Aktivität: Körperliche Aktivität ist bei Morbus Parkinson besonders wichtig, denn im Laufe der Erkrankung nimmt die Muskelkraft durch die eingeschränkte Beweglichkeit ab. Daher sollten Erkrankte regelmäßig Sport treiben und/oder Bewegungsübungen durchführen.
Tiefe Hirnstimulation (THS)
Treten im Krankheitsverlauf starke Wirkschwankungen oder motorischen Komplikationen auf, unter denen die Lebensqualität erheblich leidet, kann ein operativer Eingriff infrage kommen. Hierbei werden Elektroden in die erkrankten Gehirnregionen eingesetzt und mit einem unter dem Schlüsselbein implantierten Stimulator („Hirnschrittmacher“) verbunden. Die davon ausgesandten schwachen Stromstöße bewirken eine elektrische Reizung der betroffenen Regionen und beeinflussen deren gestörte Aktivität positiv. Eine tiefe Hirnstimulation sollte nur angewandt werden, wenn die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend hilft, sodass die Patientin oder der Patient erheblich unter Beschwerden wie Zittern, Bewegungsstörungen und/oder Muskelsteife leidet.
Leben mit Parkinson
Morbus Parkinson wirkt sich zunehmend auf verschiedene Lebensbereiche aus - etwa auf den Beruf oder auf Sexualität und Partnerschaft. Nicht nur für die betroffene Personen, auch für die Partnerin oder den Partner ist die Erkrankung mit Veränderungen verbunden.
Psychosoziale Unterstützung
Die Diagnose Parkinson ist oft mit Gefühlen wie Angst, Verzweiflung und Unsicherheit verbunden. Die Erkrankten sind in ihrem Alltag mehr und mehr eingeschränkt, was nicht nur eine hohe körperliche, sondern auch psychische Belastung bedeutet. Zudem kann die Erkrankung selbst zu psychischen Beschwerden wie zum Beispiel Depressionen führen. Menschen mit Parkinson kann der Austausch in einer Selbsthilfegruppe helfen. Für Betroffene und Angehörige kann es entlastend sein, sich in einer Selbsthilfegruppe auszutauschen. Zum einen können sie Tipps im Umgang mit der Erkrankung erhalten. Zum anderen tut es manchen Menschen einfach gut, mit Gleichgesinnten Sorgen und Ängste zu teilen - oder gezielt über etwas anderes zu sprechen.
Hilfsmittel
Vielen Patientinnen und Patienten fallen alltägliche Tätigkeiten wie Greifen, Schneiden oder Drehen zunehmend schwer. Dann können verschiedene Hilfsmittel helfen. Dazu zählen zum Beispiel:spezielles Besteck (Löffel, Gabel, Messer), sodass die Nahrungsaufnahme leichter wirdStrumpfanzieherBürsten mit besonders dicken GriffenKnöpfhilfen.
Autofahren
Das kommt darauf an, wie stark die Beeinträchtigungen durch die Erkrankung und die Therapie sind. Beim Autofahren ist eine schnelle Reaktionsfähigkeit Voraussetzung.
Prävention
Prof. Dr. Daniela Berg möchte daher die Prävention in ihrer Amtszeit als DGN-Präsidentin maßgeblich stärken. Das könne eine „personalisierte Prävention“ ändern - dank molekularer Diagnostik und KI seien in der Neurologie individuelle Risikoprognosen und Frühestdiagnosen möglich, die Handlungsräume für konkrete Präventionsmaßnahmen öffnen.
Forschung
Was im Gehirn eines Parkinsonpatienten geschieht, beschäftigt auch Ingenieure am Bernstein Center Freiburg. Sie haben ein mathematisches Modell entwickelt, das die veränderte neuronale Aktivität bei Parkinson erklären kann.