Die Zeitschrift "Gehirn und Geist" bietet regelmäßig Einblicke in aktuelle neurowissenschaftliche und psychologische Forschung. Dieser Artikel fasst einige der in den letzten Ausgaben behandelten Themen zusammen und gibt einen Überblick über die Vielfalt der Fragestellungen, mit denen sich die moderne Hirnforschung auseinandersetzt.
Hirnalterung: Mechanismen und mögliche Verlangsamung
Eine zentrale Frage, die in der Forschung immer wieder auftaucht, ist die nach dem Alterungsprozess des Gehirns. Warum altert das Gehirn manchmal schneller als der Rest des Körpers? Die Zeitschrift "Gehirn und Geist" widmet sich in ihrer Titelgeschichte dieser Frage und beleuchtet die Mechanismen, die hinter der Hirnalterung stecken. Darüber hinaus werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich dieser Prozess möglicherweise verlangsamen lässt.
Die Macht der Erwartung: Placeboeffekte verstehen
Ein weiteres faszinierendes Thema ist der Placeboeffekt. Placebos können erstaunliche Wirkungen erzielen, und die Forschung versucht zu verstehen, was dabei im Gehirn passiert. Der Artikel »Die Macht der Erwartung« in "Gehirn und Geist" befasst sich eingehend mit diesem Phänomen und erklärt die neuronalen Grundlagen des Placeboeffekts.
Rationales Denken: Wann Abkürzungen sinnvoll sind
Wie treffen wir Entscheidungen? Sind wir immer rational? Der Artikel »Denken Sie rational?« untersucht, wie »rationales Denken« funktioniert und wann gedankliche Abkürzungen durchaus vernünftig sein können. Es geht darum, die Balance zwischen analytischem Denken und intuitiven Urteilen zu verstehen.
Migräne: Mehr als nur Kopfschmerz
Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Die Neurologin Dagny Holle-Lee erklärt in "Gehirn und Geist", was Migräne wirklich bedeutet, stellt neue Therapien vor und entlarvt gängige Migräne-Mythen. Ziel ist es, das Verständnis für diese komplexe neurologische Erkrankung zu verbessern.
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True Crime: Die Faszination des Verbrechens
Warum faszinieren uns wahre Verbrechen? True Crime ist ein Spiegel unserer psychologischen Neugier. Die Zeitschrift "Gehirn und Geist" untersucht, was Menschen zu Tätern macht und wie Ermittler die Wahrheit ans Licht bringen.
Sucht: Wenn das Verlangen übernimmt
Sucht hat viele Gesichter: Sie zeigt sich im Verlangen nach illegalen Drogen, aber auch nach Alkohol, Nikotin, Glücksspiel, Shopping oder Essen. Doch nicht jeder Mensch wird abhängig. "Gehirn und Geist" geht der Frage nach, warum manche Menschen anfälliger für Sucht sind als andere.
Die Facetten unserer Persönlichkeit
Was formt die Persönlichkeit? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer weiteren Ausgabe von "Gehirn und Geist". Die Zeitschrift beleuchtet die verschiedenen Faktoren, die unsere Persönlichkeit beeinflussen, von genetischen Veranlagungen bis hin zu Umwelteinflüssen.
Resilienz: Was stärkt uns für schwierige Zeiten?
Zum Leben gehören neben Höhen auch Tiefen. Wie können wir solche negativen Ereignisse überstehen? "Gehirn und Geist" untersucht, was uns widerstandsfähig macht und wie wir unsere Resilienz stärken können. Dabei wird auch beleuchtet, wie Stress den Darm treffen kann und was hilft, die Beschwerden zu lindern.
Weitere Themen und Schwerpunkte
Neben den bereits genannten Themen greift "Gehirn und Geist" regelmäßig weitere spannende Bereiche der Hirnforschung und Psychologie auf. Dazu gehören beispielsweise:
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- Psyche am Limit: Die Zeitschrift widmet sich psychischen Störungen und beleuchtet insbesondere Erkrankungen, die in der öffentlichen Wahrnehmung weniger Beachtung finden als die Depression.
- Neuroplastizität: Ein Schwerpunkt liegt auf der Selbstheilung des Gehirns, der Reparatur aus eigener Kraft. Zudem wird der Zusammenhang zwischen Depression und fehlender Flexibilität des Gehirns untersucht, sowie die positive Wirkung von Sport auf das Denkvermögen.
- Das Geheimnis des Denkens: Themen wie Embodiment (Bewusstsein aus dem Herzen), Vergessen als unterschätzte Leistung des Gehirns und die Macht der Berührung durch den Tastsinn werden behandelt.
- Ernährung & Gesundheit: Die Zeitschrift untersucht den Einfluss von Gewohnheiten auf unser Essverhalten, die positiven Effekte des Fastens auf das Gehirn und die psychologischen Aspekte von Adipositas.
- Hirn in Hochform: Es werden Fragen der Hirnstimulation (Genialität oder Gefahr?) aufgeworfen und die Bedeutung von Metaphern für das Verständnis des Gehirns beleuchtet.
Metaphern in der Hirnforschung
Das Gehirn besitzt die erstaunliche Fähigkeit, Parallelen zwischen völlig verschiedenen Dingen aufzuspüren. Das ist überlebenswichtig, um von einer Situation auf eine andere zu schließen und sich unter wechselnden Bedingungen zurechtzufinden. Metaphern sind im täglichen Gespräch ebenso wie im philosophischen und wissenschaftlichen Denken tief verwurzelt. Mit ihrer Hilfe zeigen wir Parallelen auf, die ein schwer zu erfassendes Konzept leichter "be-greifbar" machen.
Auch bei dem Versuch, das Gehirn zu ergründen, haben sich Metaphern als wertvolle Hilfsmittel bewährt. Im Lauf der Jahrhunderte dienten menschengemachte Systeme, mitunter aber auch natürliche Phänomene oft als Anschauungsmaterial. So entstand im antiken Ägypten eine der ersten technischen Metaphern für das Gehirn: Seine stark gefaltete Oberfläche erinnerte die Menschen damals an die als Abfallprodukt der Metallverhüttung entstehende Schlacke - und ähnlich nutzlos schien ihnen auch dieses Gewebe zu sein. Man schrieb stattdessen den Hirnhäuten größere Bedeutung zu, möglicherweise auf Grund von Erfahrungen bei einfachen Gehirnoperationen.
Die Wissenschaft entwickelte sich weiter, und neue, passender erscheinende Metaphern kamen auf. Die Schule des griechischen Arztes und Gelehrten Hippokrates (um 460-370 v. Chr.) betrachtete den Körper als ein von Flüssigkeiten gesteuertes System, in dem sich schwarze und gelbe Galle, Schleim und Blut mischten. Parallel dazu konstruierten Techniker ausgefeilte hydraulische Apparate, die Hohlräume besaßen.
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