Einführung
Die Gelenkspaltverschmälerung der Schulter, oft ein Zeichen von Arthrose (Omarthrose), ist ein Zustand, der durch den Abbau des Knorpels im Schultergelenk gekennzeichnet ist. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnosemethoden und Behandlungsoptionen, um ein umfassendes Verständnis dieser Erkrankung zu ermöglichen.
Anatomie des Schultergelenks
Das Schultergelenk, auch Glenohumeralgelenk genannt, ist ein Kugelgelenk, das aus dem Oberarmkopf (Caput humeri) und der Schulterblattpfanne (Glenoid) besteht. Die Pfanne ist im Vergleich zum Oberarmkopf relativ klein, wird aber durch eine knorpelige Gelenklippe erweitert. Eine dünne Gelenkkapsel, gestützt durch zarte Bänder, umgibt das Gelenk, während die Rotatorenmanschette den Oberarmkopf muskulär führt. Der Gelenkknorpel überzieht beide Gelenkpartner und sorgt für eine reibungslose Bewegung.
Was ist Omarthrose?
Omarthrose ist der medizinische Fachbegriff für die Arthrose der Schulter bzw. im Schultergelenk. Es handelt sich um eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der es zu einem fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels im Schulterhauptgelenk (Glenohumeralgelenk) kommt. Durch den Knorpelabrieb reiben die Gelenkflächen zunehmend direkt aufeinander, was zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und langfristig zu einer erheblichen Beeinträchtigung im Alltag führt. Die Erkrankung tritt meist schleichend auf und betrifft häufig Menschen ab dem mittleren bis höheren Lebensalter.
Ursachen der Gelenkspaltverschmälerung (Omarthrose)
Man unterscheidet die primäre Omarthrose von den sekundären Omarthrosen.
Primäre Omarthrose
Von einer primären Omarthrose spricht man, wenn keine direkten Ursachen vorzuliegen scheinen. Der ursächliche Pathomechanismus der primären Omarthrose ist weitestgehend unbekannt. Genetische Faktoren und spezifische Bindegewebseigenschaften sowie die Zellbiologie sind seit geraumer Zeit mehr und mehr ins Zentrum der Grundlagenforschung geraten.
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Sekundäre Omarthrose
Für die sekundäre Omarthrose kann eine Ursache wie z.B. eine Verletzung benannt werden. Alle Arthroseformen des Schultergelenks, die auf eine spezifische Ätiologie zurückgeführt werden können, werden den sekundären Omarthrosen zugeordnet. Diese Formen umfassen Arthrosen aufgrund von:
- Infektion
- Instabilität
- Osteonekrose
- Trauma mit direkter oder indirekter Schädigung des Gelenkknorpels
- Metabolischen Störungen
- Rheumatoider Arthritis
- Anderen Grunderkrankungen wie Hämophilie, Sichelzellanämie, Bestrahlungsfolgen
- Neurologischen Störungen wie Syringomyelie, Charcot- Arthropathie, Erb-Lähmung, zentrale Lähmung („cerebral palsy”), Morbus Parkinson
- Synovialer Chondromatose
- Defektarthropathie
Die häufigste Ursache für die Entwicklung einer sekundären Omarthrose ist die Schulterinstabilität. Hierbei unterscheidet man zwischen Makroinstabilität, der Schulterluxation sowie Mikroinstabilität bspw. bei einer hyperlaxen Schulter. Omarthrosen nach Schulterluxationen werden typischerweise ca. 15-20 Jahre nach dem Erstereignis manifest. Sie treten bereits um das 40. Lebensjahr gehäuft bei Männern auf. Man nimmt an, dass neben der unmittelbaren Schädigung von Knorpel und Knochenstrukturen durch die Primärluxation sowie ggf. rezidivierende Luxationen es zu ungünstigen biologischen Effekten auf die Gelenkphysiologie kommt. Nach erlittener Schulterluxation bewirken intrinsische Reparaturmechanismen eine Verkürzung der ventralen Kapselband-Strukturen, die eine Außenrotationseinschränkung verursachen. Bei aktiver Außenrotation kommt es zu erhöhtem Druck auf die chondralen Gelenkflächen und einer vermehrten dorsalen Translation des Humeruskopfes. Schlussendlich entsteht ein fortschreitender Gelenkverschleiß.
Die Defektarthropathie bezeichnet eine arthrotische Deformierung des Humeruskopfes infolge einer Rotatorenmanschetten- Massenruptur. Eine komplexe, ausgedehnte Ruptur der Rotatorenmanschette führt zu einer Dezentrierung des Humeruskopfes nach kranial. In der Röntgenaufnahme a. p. zeigt sich dementsprechend der typische Humeruskopfhochstand. Neben mechanischen werden auch nutritive Faktoren diskutiert, die für die Entstehung dieser sekundären Omarthrose verantwortlich sind.
Weitere Risikofaktoren für eine Schultergelenksarthrose:
- Unfälle oder Verletzungen: z. B. Oberarmkopfbrüche, die die Gelenkflächen dauerhaft verändern
- Fehlstellungen oder muskuläre Dysbalancen: beeinträchtigen die Führung im Gelenk
- Überlastung: insbesondere bei schwerer körperlicher Arbeit oder intensiver sportlicher Betätigung
- Vorangegangene Operationen am Schultergelenk
- Entzündliche Erkrankungen wie Rheuma
- Verkalkungen oder Verschmälerung im Bereich des Schulterdachs, die zu einem Impingement-Syndrom führen
Symptome der Omarthrose und Gelenkspaltverschmälerung
Wiederkehrende Schmerzen in der Schulter erst bei Belastung, zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit und knarrendes Geräusch bei Bewegung der Schulter sind typische Symptome. Insbesondere das Heben der Arme über Kopf und die Rotation ist schmerzhaft und oft kaum mehr möglich. Im fortgeschrittenen Stadium schränkt die Omarthrose die Lebensqualität stark ein und gefährdet die Selbstversorgung.
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Typische Phasen im Krankheitsverlauf:
- Frühstadium: Erste Warnzeichen erkennen. In dieser Phase macht sich die Arthrose meist durch Belastungsschmerzen bemerkbar - etwa beim Heben des Arms, beim Tragen oder beim Sport. Der Knorpel ist noch vorhanden, beginnt aber an Elastizität zu verlieren. Viele Betroffene ignorieren die Symptome oder führen sie auf Verspannungen zurück.
- Mittleres Stadium: Gelenkverschleiß nimmt zu. Die Beschwerden werden intensiver und treten nun auch bei alltäglichen Bewegungen auf - z. B. beim Haare kämmen oder beim Griff nach hinten. Der Gelenkspalt wird enger, der Knorpel ist deutlich geschädigt. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt, und erste Entzündungsreaktionen im Gelenk können auftreten.
- Spätstadium: Schmerzen und Funktionsverlust. In der letzten Phase ist der Knorpel häufig fast vollständig abgebaut. Die Gelenkflächen reiben aufeinander, was zu dauerhaften Schmerzen, nächtlichen Ruheschmerzen und einer erheblichen Bewegungseinschränkung führt. Der Alltag ist stark beeinträchtigt, die Schulter wirkt oft „blockiert“. In vielen Fällen ist nun eine operative Versorgung nötig.
Diagnose der Omarthrose
Die Diagnose Omarthrose wird in aller Regel klinisch und radiologisch gestellt.
Anamnese und klinische Untersuchung
Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Der Facharzt erfragt, wann die Schmerzen auftreten, wie stark sie sind, ob Bewegungseinschränkungen bestehen und ob es in der Vorgeschichte zu Unfällen, Operationen oder rheumatischen Erkrankungen gekommen ist. Darauf folgt die körperliche Untersuchung: Sie gibt erste Hinweise auf funktionelle Defizite und typische Bewegungsmuster bei Arthrose. Auch sichtbare muskuläre Dysbalancen und Schmerzen bei bestimmten Bewegungsrichtungen - wie Innen- oder Außenrotation - können die Diagnose stützen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Stellung des Oberarmkopfes, dem Abstand zum Schulterdach sowie der passiven und aktiven Beweglichkeit im Vergleich zur gesunden Gegenseite.
Bildgebung
Zur primären Diagnostik der Omarthrose gehören Röntgenaufnahmen in Form von standardisierten Spezialaufnahmen („True“-a. p.-, „Outlet-view-“ oder Y-Aufnahme, axilläre Aufnahme). Das Ausmaß der Kopfkalottendeformation und die Größe der kaudalen Osteophyten zeigen sich aufgrund der Retrotorsion des Humeruskopfes oftmals besser in einer zusätzlichen a.p.-Aufnahme in Außenrotation. Die zusätzliche Bildgebung (Ultraschall und Magnetresonanztomografie) kann im Einzelfall wertvolle Zusatzinformationen über das Ausmaß degenerativer Veränderungen von Rotatorenmanschette, Muskulatur und Bizepssehne liefern. MRT bzw. Computertomografie stellen einen wesentlichen Baustein in der Operationsplanung in allen Fällen von massivem Glenoidverbrauch und bei primär dysplastischen Formen dar. Die primäre Omarthrose ist oftmals begleitet von einer dorsalen Dezentrierung des Gelenkes in der Transversalebene mit sekundären Pfannenveränderungen.
Diagnosemethoden im Überblick:
- Anamnese (Schmerzen, Bewegungsstörung)
- Klinischer Befund (Bewegungseinschränkung)
- Sonographie (Ultraschall)
- Röntgen (Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten)
- Kernspin der Schulter (MRT)
- Computertomographie (CT) zur Beurteilung von Knochendefekten und -qualität
Therapie der Omarthrose
Je nach Grad der Arthrose in der Schulter und den Beschwerden erfolgt die Behandlung bzw. Therapie der Omarthrose Schulter eher konservativ als operativ.
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Konservative Behandlungsmöglichkeiten
Die konservative Therapie der Omarthrose beinhaltet zahlreiche Facetten. Die Behandlungsmethoden können folgenden Gruppen zugeordnet werden:
- Allgemeine Maßnahmen und Prophylaxe
- Physikalische Maßnahmen
- Physiotherapie
- Medikamentöse Therapie
- Alternative Verfahren
Allgemeine Maßnahmen und Prophylaxe: Bewegung ist gut - Überlastung ist schlecht! Runde, sanfte Bewegungen (Gymnastik, Schwimmen etc.) verbessern sowohl die Diffusion von Nährstoffen aus der Synovialflüssigkeit in den hyalinen Knorpel als auch den Tonus der gelenksteuernden Muskulatur. Stoßbelastungen oder abrupte Bewegungen (Wurf- und Schlagsportarten, Kampfsport etc.) führen bei vorhandenem Knorpelschaden eher zu einer Progredienz.
Physikalische Therapiemaßnahmen: Umfassen insbesondere Thermo- (Kälte/Wärme), Elektro- oder Ultraschallbehandlung. Sie sind geeignet, eine Schmerzreduktion, eine Entzündungshemmung und/oder eine Verbesserung des Gelenkstoffwechsels durch die Induktion einer vermehrten lokalen Durchblutung zu bewirken. Kryotherapie (Kältetherapie): Die Kältetherapie drängt Entzündungen zurück.
Physiotherapie: Bei sämtlichen physiotherapeutischen Maßnahmen gilt es, durch die Behandlung des betroffenen Gelenks, aber auch der umgebenden Strukturen die Symptome der Omarthrose sowie den Progress der Arthrose selbst zu minimieren. Häufig stehen zunächst sämtliche physiotherapeutischen Maßnahmen im Vordergrund, die zur Reduktion der Schmerzen beitragen. Nächstes Ziel ist es, die im Rahmen einer Omarthrose auftretende progrediente Bewegungseinschränkung des Glenohumeralgelenks zu verbessern. Ursächlich für die Gelenksteife sind chronische Schmerzen, muskuläre Dysbalancen, Verklebungen von Faszien sowie eine zunehmende Osteophytenbildung. Es ist vor allem die Muskulatur, die für eine gute Führung des Gelenkes verantwortlich ist. Um den Progress der Omarthrose zu minimieren, ist es geboten, mit adäquaten Übungen eine Muskelkräftigung der Schultergürtelmuskulatur herbeizuführen. Das Schultergelenk ist zudem als Teil der Bewegungskette Wirbelsäule - Ellenbogen - Hand zu sehen. Die Detonisierung hypertoner und verkürzter Muskelgruppen sowie die Mobilisierung aller Gelenke der Bewegungskette haben eine große Bedeutung. Mangelnde Koordination und Propriozeption innerhalb der Bewegungskette können zu einer vermehrten Beanspruchung des Schultergelenkes führen. Koordinationsund Propriozeptionstraining sind deshalb ebenfalls fester Bestandteil der Behandlung. Die in der Praxis angewendeten Techniken umfassen insbesondere Krankengymnastik, Manuelle Therapie, Massagen, Reflexzonentechniken, Krafttraining, Koordinations- und Propriozeptionstraining und Osteopathie. Je früher eine solche komplexe Behandlung einsetzt, desto effektiver ist sie. Die physiotherapeutische Mobilisierung der versteiften Schulter kann durch manuelle Therapie erfolgen.
Medikamentöse Maßnahmen: Diese umfassen die systemische, oberflächliche oder intraartikuläre Applikation von Medikamenten. Als Stoffgruppen stehen insbesondere Analgetika, nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAR), Kortisonpräparate sowie Homöopathika zur Verfügung. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) beenden knorpelschädigende Entzündungsreaktionen bei Schulterarthrose. In akuten Phasen kann auch eine gezielte Injektion mit Kortison oder Hyaluronsäure helfen, den Reiz im Schultergelenk zu beruhigen. Die Empfehlung der orthopädischen Fachgesellschaften zum Einsatz von Hyaluronsäure bei Arthrose gilt auch für die Omarthrose. Wir selbst sehen recht gute Ergebnisse beim Einsatz von Hyaluronsäure bei milder Omarthrose (Grad 1 und 2). Bei fortgeschrittener Omarthrose sind die mittel- und langfristigen Ergebnisse meist unbefriedigend. Eine weitere Therapiealternative stellt die intraartikuläre Applikation von biotechnologisch aufbereiteten körpereigenen Entzündungshemmern, z. B. Autologous Conditioned Plasma, ACP, dar. Hierzu ist die Studienlage recht bescheiden. Hyaluronsäure-Injektionen können Schulterschmerzen bei Omarthrose zeitweise reduzieren.
Alternative Verfahren: Es gibt eine nahezu unüberschaubare Menge an alternativen medikamentösen Therapieversprechen zur Prophylaxe und Behandlung von Knorpelschäden. Häufig handelt es sich hierbei um oral einzunehmende Substanzen, deren Wirkmechanismus teilweise ungeklärt ist und bei denen valide, vergleichende Studienergebnisse fehlen. Kritisch formuliert kann man von solchen Substanzen allenfalls einen Placeboeffekt erwarten. Weitere alternative Methoden sind Akupunktur und die Magnetfeldtherapie, die vor allem zur Schmerzreduktion dienen. Ein der Magnetfeldtherapie von manchen Seiten zugeschriebener Einfluss auf die Regeneration von Knorpelgewebe ist nicht sicher nachgewiesen und hat keine praktische Relevanz.
Operative Behandlungsverfahren
Wenn die Beschwerden und Schmerzen im Schultergelenk sich aber nicht bessern lassen, sind für die Omarthrose operative Maßnahmen in der Klinik anzuraten. Die operativen Behandlungsmethoden chondraler Schäden bzw. der Arthrose unterscheiden sich nicht grundsätzlich von denen anderer Gelenke.
- Arthroskopische Gelenklavage und Knorpelglättung (Chondroplastik)
- Mikrofrakturierung / Pridiebohrungen
- Chondrozyten-Transplantation
- Schulterendoprothese
Arthroskopische Gelenklavage und Knorpelglättung: Hierbei wird Knorpeldetritus, das sind frei umherschwimmende oder lose Knorpelteile, aus dem Gelenk gespült. Zusätzlich wird ggf. die Oberfläche des geschädigten Knorpels sehr vorsichtig geglättet, um mechanisch störende Unebenheiten der Oberfläche zu beseitigen. In aller Regel zeigt eine solche Prozedur, für sich allein durchgeführt, allenfalls kurzfristigen Erfolg. Sie sollte deshalb nur ausnahmsweise zur Anwendung kommen.
Mikrofrakturierung / Pridiebohrungen: Bei lokal begrenzten Knorpelschäden 4. Grades, d. h. Knorpelschäden, die vollschichtig bis auf den Knochen reichen, kann durch Mikrofrakturierung bzw. Pridiebohrungen die Bildung von Ersatzknorpelgewebe stimuliert werden. Hierbei wird die Kortikalis des Knochens im Bereich des Knorpelschadens im Rahmen einer arthroskopischen Operation mit entsprechenden Instrumentarien perforiert. Mit der verletzungsbedingten Blutung kommt es zum Austritt von Stammzellen aus dem Knochenmark, die die Bildung von Ersatzfaserknorpel induzieren. Eine Mikrofrakturierung ist dann sinnvoll, wenn lediglich ein umschriebener 4-gradiger Knorpelschaden vorliegt und der übrige Gelenkknorpel jedoch weitestgehend intakt ist.
Chondrozyten-Transplantation: Für die Chondrozyten-Transplantation müssen im Rahmen einer Arthroskopie Knorpelzellen entnommen und im Labor unter einer Nährlösung gezüchtet werden. Bei einem zweiten Eingriff werden mit speziellen Techniken die Chondrozyten in den Defektbereich eingebracht. Zielsetzung ist ein vollständiges Ausheilen des Knorpelschadens mit körpereigenem, hyalinem Knorpel. Leider ist derzeit die Indikation für dieses grundsätzlich vielversprechende Verfahren sehr eingeschränkt. Zurzeit können nur Patienten mit umschriebenem Knorpelschaden behandelt werden. Die Anwendung bei fortgeschrittenem, multifokalem Knorpelschaden oder fortgeschrittener Arthrose ist nicht möglich. Für die Methode müssen die Patienten sorgfältig ausgesucht werden. Insgesamt ist bei diesem innovativen Behandlungsverfahren in Zukunft mit Weiterentwicklungen zu rechnen, um es dann häufiger bei Knorpelerkrankungen einsetzen zu können.
Schulterendoprothese: Bei fortgeschrittener Omarthrose ist die operative Versorgung mit einer Schulterendoprothese in aller Regel die Therapie der ersten Wahl. Gerade im Bereich der Schulterendoprothetik ist es in den letzten Jahren, dank der Entwicklung neuer Prothesentypen und der Verbesserung des Designs, zu enormen Fortschritten gekommen. Waren früher die klinischen Ergebnisse nach Gelenkersatz an der Schulter eher mäßig, zeigen sich inzwischen hervorragende Ergebnisse. Die Standzeiten von Schulterprothesen liegen heute im Bereich derer von Hüft- und Knieendoprothesen, d. h. von mehr als 15 Jahren.
Eine Operation einer Omarthrose muss nicht immer eine Prothese bedeuten, auch eine Arthroskopie mit Durchtrennung der langen Bizepssehne kann die Schmerzen im Gelenk häufig gut lindern. In der Endoprothetik hat sich sehr viel getan und die verständliche Sorge der Patienten um das Gelenk ist vielfach unbegründet. Es gibt viele verschiedene Arten von Schulterprothesen. Welches Prothesenmodell und welche Therapie für das jeweilige Schultergelenk die sinnvollste Behandlung ist, ist eine individuelle Entscheidung! Dies entscheidet sich letztlich mit und am Patienten und nicht am Röntgenbild.
Je nach individuellem Befund können Teilprothesen (Hemiprothesen), oder Vollprothesen (Totalendoprothesen) eingesetzt werden, d.h. mit und ohne Ersatz der Gelenkpfanne. Ist die Rotatorenmanschette verschlissen und nicht mehr funktionsfähig wird mit der sogenannten umgekehrten (inversen) Prothese gearbeitet. Aus der früheren Gelenkpfanne wird ein neuer künstliche Gelenkkopf und aus dem ehemaligen Schaft die neue Pfanne hergestellt. Dadurch kann biomechanisch der Deltamuskel wieder zur Beweglichkeit des Schultergelenks beitragen. Wenn es zu Lockerungen, oder periprothetischen Brüchen kommt, stehen uns sämtliche Implantate für einen Wechseleingriff (Revision) zur Verfügung. Auch wenn Sie sich in einer anderen Klinik ein Gelenk haben einbauen lassen, das Ihnen Probleme bereitet, beraten wir Sie nach einer differenzierten Diagnostik und individuell über die verschiedenen und unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten. Mit allen Schulterprothesen haben wir umfangreiche und jahrelange Erfahrungen. Bei komplizierten anatomischen Situationen steht uns die computernavigierte Implantation zur Verfügung. Da jeder Mensch über eine individuelle Anatomie verfügt, bieten wir für Sie individuell maßgeschneiderte Bohrschablonen für die Positionierung Ihrer Schulterprothese an.
Nachbehandlung und Folgen der Schulterarthrose
Nach einer Arthroskopie als Operation ist keine Ruhigstellung erforderlich. Die Schulter wird direkt physiotherapeutisch mobilisiert. Nach einer Schulterprothese ist eine Ruhigstellung in einer Schlinge für 4 Wochen erforderlich. Während dieser Zeit erfolgt schon Physiotherapie und ab der fünften Woche nach der Operation ist eine Reha sinnvoll.
Leben mit Schulterarthrose - Alltag & Selbsthilfe
Die Diagnose „Schulterarthrose“ bedeutet nicht automatisch Einschränkung im Alltag - vorausgesetzt, Betroffene wissen, wie sie ihre Schulter gezielt entlasten und dennoch in Bewegung halten. Denn genau dieser Ausgleich ist entscheidend: Schonung allein schadet dem Gelenk langfristig mehr, als sie nützt.
Alltagstaugliche Entlastung beginnt im Kleinen: Viele Belastungen entstehen im Alltag unbewusst: Das Hochheben des Arms zum Haare föhnen, das Abnehmen eines Gegenstands aus dem Regal, das Tragen schwerer Taschen - all das kann bei bestehender Arthrose Schmerzen auslösen. Hier hilft es, einige Gewohnheiten gezielt umzustellen:
- Nutzen Sie beide Arme gleichzeitig zum Tragen, um die Belastung gleichmäßig zu verteilen.
- Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen oder das Anheben schwerer Lasten über Schulterhöhe.
- Passen Sie Arbeitsflächen und Ablagen an, um wiederholtes Überkopfarbeiten zu reduzieren.
- Verwenden Sie ergonomische Hilfsmittel, z. B. Greifhilfen, höhenverstellbare Stühle oder Softgrip-Werkzeuge.
Bewegung trotz Arthrose - aber richtig: Bewegung bleibt ein entscheidender Faktor, um Gelenkfunktion und Muskulatur zu erhalten. Dabei gilt: regelmäßige, gezielte und schonende Übungen helfen mehr als seltene Belastungsspitzen. Spaziergänge, Schulterkreisen in warmem Wasser oder geführte physiotherapeutische Übungen fördern die Durchblutung, lösen Verspannungen und können Schmerzen reduzieren.
- Lassen Sie den Arm locker herabhängen. Die Schulter entweder ohne oder mit leichtem Gewicht in der Hand locker hin und herschwingen. Auch eine Wasserflasche kann hier gute Dienste leisten. Die sanfte Bewegung mit vorübergehender Entlastung der Schulter fördert die Regeneration von Gelenkknorpel bei Arthrose.
- Eine Dehnung der Brustmuskeln zentriert das Schultergelenk und reguliert die Position des Humeruskopfes. Die Schulter- bzw. Brustmuskeln werden durch Anlehnen und Aufstützen im Türrahmen gedehnt.
- Legen Sie die Ellenbogen am Körper an und bewegen Sie die waagerecht ausgestreckten Unterarme kreisförmig nach außen. Auch diese Übung kräftigt die Muskeln der Rotatorenmanschette und zentriert Ihre Schulter.
- Radfahren schont die Gelenke des Körpers und ist gut für die allgemeine Fitness.
Generell gilt: Betroffenen sollten alle Sportarten vermeiden, die die Schulter extrem belasten. Dazu zählen Kontakt- und Wurfsportarten sowie Aktivitäten mit großer Hebelwirkung wie Golfen oder Tennisspielen. denen hohe Zug- und Scherbelastungen entstehen, und Sportarten mit erhöhter Sturzgefahr eignen sich ebensowenig. Wir empfehlen unseren Patienten alle Sportarten, die der allgemeinen Fitness dienen und die Schulter nicht zu stark belasten.
Schulterschmerzen verstehen - nicht ignorieren: Schmerzen sind ein Warnsignal - aber auch ein Hinweisgeber. Patienten, die lernen, ihre individuellen Schmerzgrenzen zu erkennen, können gezielter mit Belastungen umgehen. Dies beugt Überlastung vor und verhindert, dass aus kurzfristigen Reizzuständen eine dauerhafte Entzündung entsteht.
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