Migräne ist eine anfallsweise auftretende Kopfschmerzerkrankung, die sich durch stetig wiederkehrende, pulsierende, stechende oder pochende Schmerzen äußert. Diese Schmerzen sind meist auf eine Kopfhälfte begrenzt, können sich aber gelegentlich auf die andere Seite ausdehnen. Die Dauer variiert von wenigen Stunden bis zu 3 Tagen, fällt bei Kindern und älteren Menschen aber in der Regel kürzer aus. Begleitende Beschwerden sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Lärmempfindlichkeit und Lichtscheuheit, sowie Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen. Viele Betroffene suchen nach alternativen Behandlungsmethoden, darunter die Homöopathie. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Komplexmitteln und Globuli bei Migräne, insbesondere im Zusammenhang mit Aura, und bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Aspekte dieser Therapieform.
Was sind Komplexmittel und Globuli?
Globuli sind kleine, weiße Kügelchen aus Zucker, auf deren Oberfläche der Wirkstoff haftet. Die Wirkstoffe werden in der Homöopathie stark verdünnt. Der Verdünnungsfaktor wird als Potenz auf der Verpackung der Globuli angegeben, meist liegt er zwischen D6 und D12. Dabei bedeutet D6 beispielsweise, dass der Wirkstoff sechsmal eins zu zehn verdünnt wurde.
Komplexmittel enthalten aufeinander abgestimmte Präparate aus Einzelmitteln, die für ein Anwendungsgebiet empfohlen werden. Sie werden in der Regel nicht empfohlen, da die homöopathische Behandlung sehr individuell ist und das jeweils passende Mittel sorgsam ausgewählt werden sollte. Ist die dafür erforderliche, sehr zeitraubende Anamnese jedoch nicht gewünscht oder möglich (z.B. bei akuten Beschwerden), ist die Anwendung von Komplexmitteln eine gängige Alternative.
Homöopathie bei Migräne: Ein Überblick
Die Homöopathie gehört zu den beliebtesten alternativen Heilverfahren. Eine homöopathische Behandlung richtet sich immer nach dem Leitsatz: Ähnliches soll mit ähnlichem behandelt werden. Dies bedeutet, dass der Patient ein homöopathisches Mittel bekommt, welches in seiner Reinform, etwa als Pflanzenextrakt, bei gesunden Menschen genau diese Beschwerden auslösen würde. Zweifelsfrei bewiesen ist die Heilkraft der Homöopathie - auch bei Migräne - jedoch nicht. Einige Menschen erfahren Linderung ihrer Beschwerden, andere nicht. Eine Migräne homöopathisch behandeln sollte deswegen nur ein erfahrener Mediziner. Eine Therapie in Eigenregie ist nicht empfehlenswert.
Die Homöopathie kann in erster Linie die Schwere und Häufigkeit einer Migräne-Attacke lindern. Es ist wichtig zu beachten, dass viele Symptome und Beschwerden bei verschiedenen Erkrankungen auftreten können. Für eine sichere Diagnose und Behandlung muss immer ein Arzt aufgesucht werden.
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Anwendung von Aurum/Apis regina comp.
Aurum/Apis regina comp., Globuli velati, ist ein anthroposophisches Arzneimittel. Anwendungsgebiete gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis sind Harmonisierung des Wesensgliedergefüges bei seelisch bedingten, funktionellen Organstörungen, die sich in Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Schwindelgefühlen, Kreuzschmerzen u.ä. äußern können (Neurasthenie, vegetative Dystonie), nervöse Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren (klimakterische Stimmungslabilität), depressive Verstimmung, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche.
Wirkung:
- Beruhigend
- Stärkt die Nerven und lindert Erschöpfung
- Bei Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren
- Wirkt seelisch bedingten Organstörungen entgegen
Eine Anwendung von Aurum/Apis regina comp. über mehr als 6 Wochen erfordert eine Rücksprache mit dem Arzt. Das Mittel ist glutenhaltig und enthält Saccharose (Zucker).
Weitere homöopathische Mittel bei Migräne
Neben Komplexmitteln gibt es eine Vielzahl von Einzelmitteln, die bei Migräne eingesetzt werden können. Die Auswahl des richtigen Mittels hängt von den individuellen Symptomen und Begleiterscheinungen ab. Hier einige Beispiele:
- Belladonna: Bei pochenden und bohrenden Kopfschmerzen, die plötzlich auftreten und über den Augen lokalisiert sind.
- Cimicifuga racemosa: Bei Migräne in den Wechseljahren, die von Schwindel und stechenden Augenschmerzen begleitet wird.
- Cyclamen europaeum: Bei Migräneattacken mit Sehstörungen wie Doppeltsehen.
- Iris versicolor: Bei der sogenannten „Wochenendmigräne“, wenn die Migräne während Entspannungsphasen und durch Ruhe schlimmer wird.
- Sanguinaria canadensis: Zur Linderung von Migräne-Schmerzen, die vor allem rechtsseitig auftreten.
- Acidum formicicum: Wirkt stimulierend bei körperlicher Abgeschlagenheit und unterstützend und kräftigend.
- Acidum picrinicum: Kommt bei Migräne, Akne und Entzündungen der Niere zum Einsatz und beruht auf einer Modulation (Beeinflussung) Nervensystems und der Gefäße.
- Cocculus: Bei Schwindel, Migräne und anderen Kopfschmerzen.
- Coffea: Bei Störungen des Schlafs, Migräne und anderen Kopfschmerzen.
- Damiana: Bei Migräne beruht die Wirkung auf dem Inhaltsstoff Coffein, welcher die Stärke der Anspannung der Gefäßwände reguliert.
- Ferrum phosphoricum: Wird zur Anwendung mit den Potenzen D6 oder D12 empfohlen.
- Formica rufa: Kommt neben Migräne vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapparats und des Verdauungstrakts zum Einsatz.
- Ignatia: Wirkt direkt an den Gefäßen und Nerven.
- Luffa: Wirkt reinigend und entspannend auf den Körper.
- Nux vomica: Bei verschiedenen Beschwerden des Magen-Darm-Trakts.
- Pulsatilla pratensis: Beruht auf der Regulierung verschiedener Vorgänge des Körperstoffwechsels.
Komplexmittel im Detail
Einige Beispiele für Komplexmittel, die bei Migräne eingesetzt werden, sind:
- Antimigren® Tropfen: Setzt sich aus Iris D3, Gelsemium D4, Cyclamen D4 und Paris quadrifolia D4 zusammen. Es kommt zur Linderung der Kopfschmerzen und zur Reduzierung der Begleitsymptome, wie beispielsweise der Übelkeit. Bei akuter Migräne können jede halbe Stunde 5 Tropfen eingenommen werden. Die Einnahme darf nicht mehr als sechsmal pro Tag erfolgen.
- Contramigren Hevert: Setzt sich aus Aconitum D3, Atropinum sulfuricum D3, Gelsemium D3, Glonoinum D3, Iris D3 und Secale cornutum D3 zusammen. Es kann zur Linderung der Beschwerden kommen, inklusive möglicher Begleitsymptome, wie Übelkeit und Erbrechen. Für die Dosierung wird bei akuten Migränekopfschmerzen die Einnahme von fünf Tropfen bis zu sechsmal am Tag empfohlen.
Schüssler Salze bei Migräne
Schüssler Salze sind nach ihrem Erfinder Dr. Wilhelm Schüßler benannt. Er postulierte, dass schon geringe Mineralverluste in den Körperzellen negative Auswirkungen haben. Dafür hat er zwölf verschiedene Basissalze entwickelt, die auf unterschiedliche Körperbereiche einen besonderen Einfluss haben.
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- Schüssler Salz Nummer 7, Magnesium phosphoricum: Kann bei Migräne und Kopfschmerzen entspannend und schmerzlindernd wirkend.
Es ist üblich, verschiedene Schüssler Salze zu kombinieren - bei Migräne zum Beispiel die Salze Nummer 7, 8 und 11.
Homöopathie bei Migräne im Kindesalter
Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden im Kindes- und Jugendalter. In der Medizin werden sie unterteilt in Spannungskopfschmerz, Migräne und Kopfschmerz aufgrund körperlicher Ursachen. Bei Kindern sollte die Verwendung homöopathischer Mittel stets mit dem Kinderarzt abgesprochen werden.
Einige Beispiele für homöopathische Mittel, die bei Migräne bei Kindern eingesetzt werden können, sind:
- Kind mit Angst vor Aufgaben: Begleiterscheinungen sind Angst davor bestimmte Aufgaben nicht lösen zu können. Das betroffene Kind ist vergesslich und hat Albträume. Außerdem hat ses eine belegte Zunge und einen trockenen Mund und leidet an nervös bedingten Magenbeschwerden mit Durchfall.
- Kind mit Wachstumsschmerzen: Begleiterscheinungen sind Schmerzen meist ausgelöst durch Wachstum und häufig leidet das Kind an Atemwegsinfekten und verspäteter Zahnentwicklung.
- Kind mit Erschöpfung: Begleiterscheinungen sind abwechselnde leicht gerötete und blasse Wangen und eine durchsichtig erscheinende Haut. Außerdem leidet das Kind an Erschöpfung. Möglicherweise setzt auch die Menstruation sehr früh ein. Das betroffene Kind neigt zu Eisenmangel, friert und hat wenig Appetit.
- Kind mit Blackouts: Begleiterscheinungen sind ein zittriges, schwaches und energieloses Körpergefühl. Das betroffene Kind hat Blackouts bei Klassenarbeiten und träumt mit offenen Augen.
- Kind mit Kummer: Begleiterscheinungen sind häufiges Seufzen und zu Tränen gerührt sein. Das betroffene Kind hat ein Gefühl, als wäre der Hals wie zugeschnürt, oft verbunden mit Bauchschmerzen. Die Arznei hat sich auch bewährt bei Kummer durch Verlust.
Stillkindern können die Mittel auch verabreicht werden, indem die Mutter sie zerstößt und vor dem Anlegen auf die Brustwarze aufgibt. Alternativ kann sie die Globuli selbst einnehmen.
Wichtige Hinweise und Warnzeichen
Auch wenn Kopfschmerzen oftmals auf harmlose Ursachen wie eine verstopfte Nase oder zu wenig Schlaf zurückzuführen sind, so gibt es doch deutliche Warnzeichen(wenn die Schmerzen länger andauern oder häufig auftreten), die eine zeitnahen Arztbesuch nahelegen. Kommen hohes Fieber, Erbrechen, Bewusstseinseintrübung, Sehstörungen oder Nackensteife hinzu, dann ist Eile geboten, denn diese Symptome gelten als Leitsymptome der Hirnhautentzündung, die als absoluter Notfall gilt.
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Plötzlicher Beginn mit Fieber, Nackenstarre, Nackenschmerzen, starker Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche deuten auf eine Hirn- oder Hirnhautentzündung (Enzephalitis oder Meningitis) hin. Kopfschmerzen mit Sehstörungen, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, gestörter Konzentrationsfähigkeit oder gestörtem Gleichgewichtssinn können auf eine neurologische Störung hinweisen, bei der z. B. Druck auf das Gehirn ausgeübt wird.
Allgemeine Tipps zur Migränebehandlung
- Ernährungsumstellung: Verzicht auf Trigger wie Käse, Rotwein, Bananen oder Schokolade. Bei einigen Betroffenen kann auch eine Unverträglichkeit von Gluten eine Rolle spielen.
- Entspannungsübungen: Autogenes Training und die Muskelrelaxation nach Jacobson.
- Bewegung: Ausreichende Bewegung, regelmäßiger Sport und bestimmte Sportarten.
- Schmerztagebuch: Um die genauen Umstände der Migräne zu erfassen.
- Hausmittel: Salz-Eis-Packung zur Linderung der Kopfschmerzen. Kamillenblütentee wirkt schmerzlindernd und zusätzlich beruhigend auf den Magen.
Ferrum/Sulfur comp.
Wala - Ferrum/Sulfur comp. wird gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis zur Harmonisierung des Zusammenwirkens von Nerven-Sinnes-, Rhythmischem- und Stoffwechsel-System im Kopf angewendet, z.B. bei Migräne, auch mit depressiver Verstimmung.
Zusammensetzung:
- Ferrum metallicum Dil.
- Quarz Dil. D19 aquos.
- Sulfur Dil.
Soweit nicht anders verordnet, Kinder unter 6 Jahren bis 2-mal täglich 3-5 Globuli velati unter der Zunge zergehen lassen. Die Behandlung einer akuten Erkrankung sollte nach 2 Wochen abgeschlossen sein. Tritt innerhalb dieser Zeit keine Besserung ein, ist ein Arzt aufzusuchen.
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