Die Regionalanästhesie, insbesondere die Anlage von Plexus brachialis Kathetern, hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Sie stellt eine wichtige Ergänzung zur Allgemeinanästhesie dar und ermöglicht eine gezielte Schmerztherapie, beispielsweise nach operativen Eingriffen am Schultergelenk. Allerdings sind auch mit dieser Methode Komplikationen verbunden, die es zu berücksichtigen gilt.
Einführung in die Plexus Brachialis Katheterisierung
Ein Plexus brachialis Katheter ist ein dünner Plastikschlauch, der in die Nähe des Plexus brachialis, eines Nervengeflechts im Hals- und Schulterbereich, platziert wird. Über diesen Katheter können Schmerzmittel verabreicht werden, um Schmerzen in Schulter, Arm und Hand zu lindern. Die Anlage von Nerven-Kathetern im Bereich des Halses ist das bevorzugte Verfahren zur Schmerzausschaltung nach Schulteroperationen.
Techniken der Portkatheterimplantation
Verschiedene Techniken stehen für die Portkatheterimplantation zur Verfügung. Dazu gehören die Implantation mit Vena Sectio und die Implantation unter Sicht. Der überwiegende Teil der Operationen (66%) erfolgt ambulant. Bei einigen Portimplantationen kam es bei der Erstoperation zu frustranen Versuchen, was auf Schwierigkeiten bei der Positionierung des Führungsdrahtes zurückzuführen sein könnte.
Arten von Plexusblockaden
Es gibt verschiedene Arten von Blockaden, die jeweils auf einen bestimmten Bereich des Körpers angewendet werden. Plexus lumbalis Blockade: Er entspringt zahlreichen Ästen, die verschiedene Muskeln und Regionen der hinteren Bauchwand und der unteren Extremitäten innervieren.
Mögliche Komplikationen
Trotz der Vorteile der Plexus brachialis Katheterisierung gibt es eine Reihe von potenziellen Komplikationen, die auftreten können:
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Periprozedurale und frühe Komplikationen
- Nachblutung: In seltenen Fällen kann es nach der Katheteranlage zu Nachblutungen kommen.
- Passagere Plexusblockade: Eine vorübergehende Blockade des Plexus brachialis kann auftreten.
- Versehentliche Punktion von Gefäßen oder der Lunge: Bei der Anlage des Katheters kann es zu versehentlichen Punktionen von Blutgefäßen (z.B. V. jugularis interna oder externa, A. subclavia) oder der Lunge (Pneumothorax) kommen.
- Intravasale Injektion: Die versehentliche Injektion von Lokalanästhetika in ein Blutgefäß kann zu Krampfanfällen und Herzrhythmusstörungen führen.
- Nervenverletzungen: Bei der Anlage des Schmerzkatheters kann es zu Nervenverletzungen kommen.
Spätkomplikationen
- Infektionen: Durch den Katheterschlauch entsteht eine künstliche Verbindung zwischen dem Körperinneren und der Außenwelt, wodurch Bakterien aufsteigen und Infektionen verursachen können. Die Infektionsrate im untersuchten Kollektiv beträgt 3,5%. Revisionsbedürftige Infektionen traten in 3,5% der Fälle auf.
- Thrombosen: In einigen Fällen kann es zu Thrombosen im Zusammenhang mit dem Katheter kommen.
- Portdysfunktion und Fehllage: Bei Portkathetern können Dysfunktionen (n=3) und Fehllagen (n=2) auftreten, die eine Explantation erforderlich machen können.
- Katheterdislokation oder -abriss: Der Katheter kann verrutschen oder abreißen, was eine erneute Anlage erforderlich machen kann.
- Horner-Syndrom, Heiserkeit und Diaphragmaparese: Unter Kathetertherapie kommt es bei ISK häufig zu Wirkverlust und Nebenwirkungen wie Horner-Syndrom, Heiserkeit und Diaphragmaparese.
- Phrenicusparese: Klinische Studien haben gezeigt, dass diese Atemkomplikation in bis zu 100% der Fälle auftreten kann.
Komplikationen im Zusammenhang mit der interskalenären Blockade
- N. phrenicus-Parese: Der N. phrenicus liegt tief zur Fascia praevertebralis medialseitig zum Plexus brachialis, was insbesondere einer der Gründe ist, dass hohe Injektionsvolumina und Injektionsdrücke zwangsläufig zu einer Ausbreitung des Lokalanästhetikums nach medial zum Nerven führen.
Risikofaktoren
Einige Faktoren können das Risiko für Komplikationen bei Plexus brachialis Kathetern erhöhen:
- Längere Katheterliegedauer: Je länger der Katheter im Körper liegt, desto höher ist das Risiko für Infektionen.
- Ambulante Durchführung: Ohne eine hinreichende Indikation sollte die vertikal infraklavikuläre Blockade wegen der Pneumothoraxgefahr nicht bei ambulanten Eingriffen durchgeführt werden.
- Unerfahrenheit des Anwenders: Die korrekte Anlage eines Plexus brachialis Katheters erfordert Erfahrung und Kenntnisse der anatomischen Strukturen.
- Anatomische Variationen: Die Plexusbildung zeigt zahlreiche individuelle Varianten.
Prävention und Management von Komplikationen
Um Komplikationen bei Plexus brachialis Kathetern zu vermeiden, sind folgende Maßnahmen wichtig:
- Sorgfältige Auswahl der Patienten: Nicht alle Patienten sind für eine Plexus brachialis Katheterisierung geeignet.
- Gründliche Aufklärung der Patienten: Die Patienten müssen über die Risiken und Vorteile der Methode aufgeklärt werden.
- Sorgfältige Anlage des Katheters: Die Anlage des Katheters sollte unter sterilen Bedingungen und unter Berücksichtigung der anatomischen Strukturen erfolgen. Die Ultraschallkontrolle kann helfen, die korrekte Katheterlage zu gewährleisten.
- Regelmäßige Kontrolle der Katheterlage und der Einstichstelle: Die Katheterlage und die Einstichstelle sollten regelmäßig kontrolliert werden, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
- Frühzeitige Behandlung von Komplikationen: Komplikationen sollten frühzeitig erkannt und behandelt werden, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden. Bei Schmerzen, Rötung oder anderen ungewöhnlichen Erscheinungen im Bereich der Punktionsstelle sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
Alternative Techniken
Die Effizienz des supraklavikulären Blocks wird mit 98,9% angegeben (Dae Geun Jeon, 2010), es sind keine persistierenden Komplikationen bekannt. Eine supraklavikulär anatomisch größere Distanz zum N. interskalenären Block bzgl. von Paresen des N.
Bedeutung der Ultraschallkontrolle
Die Ultraschallkontrolle hat sich als wertvolles Hilfsmittel bei der Anlage von Plexus brachialis Kathetern erwiesen. Sie ermöglicht die Visualisierung der anatomischen Strukturen und die Echtzeitkontrolle der Katheterlage. Dies kann dazu beitragen, Komplikationen wie Gefäßpunktionen und Nervenverletzungen zu vermeiden. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die Ultraschalllokalisierung eines peripheren Nervs viele Vorteile gegenüber der Neurostimulation hat. Beispiele sind die direkte Echtzeit-Visualisierung der zu blockierenden Nervenstruktur, wodurch die Präzision bei der Platzierung des Anästhetikums erhöht wird, die Beobachtung möglicher anatomischer Variablen, wodurch Komplikationen verringert werden, und der Komfort für den Patienten selbst.
Neueste Entwicklungen
Ein biegsamer Katheter mit einer gekringelten Spitze (Curl) könnte anstelle eines geradlinigen Katheters möglicherweise Fehllagen reduzieren. Weniger Nebenwirkungen und Wirkverlust können hierraus resultieren. Die Lage des Katheters wird in den darauffolgenden Tagen sonografisch kontrolliert und dabei auch die Wirkung und Nebenwirkungen der Regionalanästhesie beurteilt. Ein neues Katheterdesign mit flexibler Curl - Spitze könnte anstelle eines geradlinigen Katheters gezielter platziert werden und eine höhere Lagekonstanz bedeuten. Eine Reduktion von Wirkverlust und Nebenwirkungen könnten hieraus resultieren.
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