Morbus Parkinson, auch bekannt als die Parkinson-Krankheit oder Schüttellähmung, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft und die Bewegungsfähigkeit einschränkt. Nach der Alzheimer-Krankheit ist Morbus Parkinson die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Allein in Deutschland sind schätzungsweise 400.000 Menschen betroffen. Weltweit hat sich die Zahl der Parkinson-Patienten von 2,5 Millionen im Jahr 1990 auf etwa 6,1 Millionen im Jahr 2016 erhöht. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist der demografische Wandel, also die zunehmende Alterung der Bevölkerung. Die Häufigkeit der Erkrankung hat sich in dieser Zeit jedoch auch innerhalb einzelner Altersgruppen um mehr als 20 Prozent gesteigert.
Die Erkrankung entwickelt sich schleichend, und die ersten Anzeichen können oft Jahre vor den Hauptsymptomen auftreten. Die Diagnose Parkinson ist für die Betroffenen oft ein Schock. Obwohl diese chronische Nervenerkrankung nicht heilbar ist, gibt es Möglichkeiten, die Lebensqualität langfristig zu bewahren. Eine passgenaue Therapie, die auf die speziellen und aktuellen Bedürfnisse des Patienten ausgerichtet ist, ist dabei von großer Bedeutung.
Was ist Morbus Parkinson?
Die Parkinson-Erkrankung ist eine Erkrankung des Gehirns. Sie betrifft vor allem ältere Menschen und schränkt die Bewegungsfähigkeit ein. Ihre Ursachen sind bislang noch nicht vollständig geklärt. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber nach der Diagnose führen viele Menschen noch lange ein weitgehend selbstständiges Leben. Denn die Krankheit schreitet nur langsam voran und ihre Beschwerden lassen sich durch wirksame Behandlungsmöglichkeiten lindern.
Namensgeber der Parkinson-Krankheit ist der englische Arzt James Parkinson, der die Hauptsymptome der „Schüttellähmung“ 1817 erstmals beschrieben hat und auf dessen Geburtstag am 11. April der Welt-Parkinson-Tag begangen wird. In seiner Publikation „An Essay on the Shaking Palsy“ beschrieb er die Krankheit mit folgenden Worten: „Unwillkürliche, zitternde Bewegungen, verbunden mit verminderter Muskelkraft, zeitweise selbst mit Unterstützung völlig unbeweglich; Neigung zu vornübergebeugter Körperhaltung und zum Übergang von einer laufenden in eine vorwärts rennende Bewegung; die Sinne und der Intellekt bleiben unbeeinflusst.“
Ursachen und Entstehung von Morbus Parkinson
Bei der Parkinson-Krankheit im engeren Sinn (Morbus Parkinson) kommt es zu Veränderungen im Nervensystem. Nervenzellen, die den wichtigen Botenstoff Dopamin produzieren, sterben frühzeitig ab. Es kommt zu Parkinson-Symptomen. Es gibt bis heute noch keine Erklärung dafür, warum die Nervenzellen einfach absterben.
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Ursächlich für die Beschwerden bei einer Parkinson-Erkrankung ist ein Mangel des Botenstoffs Dopamin. Dieser Stoff wird in den Nervenzellen der Substantia Nigra (schwarze Substanz) gebildet. Ihren Namen hat diese Region im Gehirn aufgrund ihrer dunklen Färbung. Sie liegt in den Basalganglien, einem Netzwerk von Nervenzellen, das für die Steuerung der Bewegungen verantwortlich ist. Grundsätzlich nimmt die Zahl der Nervenzellen in der Substantia Nigra bei jedem Menschen im Laufe seines Lebens ab. Bei Menschen mit Parkinson verläuft dieser Zellabbau jedoch beschleunigt. Sind etwa 50 bis 60 Prozent der Dopamin bildenden Zellen abgestorben, treten die typischen motorischen Symptome auf.
Man unterscheidet zwischen dem Parkinsonsyndrom mit ungeklärter Ursache (Morbus Parkinson) sowie dem symptomatischen Parkinsonsyndrom, das verschiedene Ursachen haben kann. Dazu gehören Hirndurchblutungsprobleme („Gefäßverkalkung“), Tumore, Vergiftungen, Traumata sowie stoffwechselbedingte Krankheiten. Daneben gibt es Parkinsonsyndrome im Rahmen anderer Erkrankungen. Wichtig sind hier die atypischen Parkinsonsyndrome, auch als „Parkinson plus“ bezeichnet.
Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS)
Das primäre oder idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) geht von einer bestimmten Hirnregion aus, der sogenannten schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Mittelhirn. Hier befinden sich spezielle Nervenzellen (Neurone), die den Nervenbotenstoff (Neurotransmitter) Dopamin produzieren und mit ihm mit anderen Nervenzellen kommunizieren. Dopamin ist unter anderem wichtig für die Bewegungssteuerung. Die Ursache für den Zelltod bei der Parkinson-Krankheit ist noch nicht eindeutig nachgewiesen. In den betroffenen Nervenzellen bilden sich Ablagerungen (Lewy-Körperchen), die hauptsächlich aus Verklumpungen des Eiweißmoleküls Alpha-Synuklein bestehen und als Ursache für den neurodegenerativen Prozess diskutiert werden. Das idiopathische Parkinson-Syndrom (idopathisch = eigenständige Erkrankung ohne anderweitige greifbare Ursache) macht etwa 75 Prozent aller Parkinson-Syndrome aus.
Die Ursache ist in den meisten Fällen unbekannt. Man spricht dann von einem idiopathischen Parkinson-Syndrom (IPS, Synonym: Morbus Parkinson). Von dem IPS sind andere degenerative, sogenannte atypische Parkinsonsyndrome, abzugrenzen. Diese unterscheiden sich vom IPS dahingehend, dass deren klinischer Verlauf häufig mit einer rascheren Verschlechterung einhergeht und durch anderweitige Beschwerden (z.B. häufige Stürze nach hinten oder Demenz zu Beginn der Erkrankung) verkompliziert wird. Weiterhin gilt es durch den behandelnden Neurologen sogenannte symptomatische Parkinsonsyndrome abzugrenzen, die durch sehr verschiedene Ursachen hervorgerufen werden können, beispielweise durch bestimmte Medikamente (z.B. Neuroleptika), Durchblutungsstörungen im Gehirn oder andere Grunderkrankungen wie eine Stoffwechselstörung (z.B. M. Wilson).
Genetische Faktoren
Von diesem „klassischen“ Parkinson unterscheidet man die sehr seltenen genetischen Formen von Parkinson. Neben der idiopathischen Form der Parkinson-Erkrankung, für die sich bislang keine konkreten Ursachen ausmachen lassen, existieren auch genetische Formen: Zehn Prozent der Parkinson-Erkrankungen sind genetisch, d.h. durch Vererbung bedingt. Hier sind Mutationen, also Veränderungen der Erbinformation, Ursache der Erkrankung. Patienten mit genetischer - man sagt auch familiärer- Parkinson sind im Schnitt etwas jünger, wenn sich Symptome zeigen: oft treten erbliche Formen schon vor dem 50. Lebensjahr auf.
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In sehr wenigen Fällen ist Parkinson erblich bedingt. Etwa 5 Prozent der Betroffenen haben einen nahen Verwandten mit Parkinson. Dabei wird die Erkrankung meist nicht direkt von den Eltern an die Kinder vererbt. Vielmehr geht man davon aus, dass ein Zusammenspiel verschiedener genetischer Anlagen einige Menschen anfälliger für Parkinson macht als andere.
Sekundäres Parkinson-Syndrom
Das „Sekundäre Parkinson-Syndrom“ kann z.B. durch Medikamente, Vergiftungen oder Entzündungen ausgelöst werden. Beim sogenannten sekundären Parkinson-Syndrom ähneln die Symptome denen der „echten“ Parkinson-Erkrankung, ohne dass es sich um Morbus Parkinson handelt: Hier werden die Symptome nicht durch Parkinson und damit durch Zellsterben in der Substantia Nigra verursacht.
Bestimmte Arten von Kopfverletzungen können das Risiko erhöhen, an sekundärem Parkinson zu erkranken. Durch schwere Schläge auf den Kopf, wie sie beispielsweise beim Boxen vorkommen, Schlaganfälle oder Hirntumore kann die Substantia Nigra geschädigt werden. Ist der Zellverlust in dieser Region des Gehirns zu groß, kann es zu einem Dopamin-Mangel und damit zu Parkinson-Beschwerden kommen.
Weitere Risikofaktoren
Hinweise deuten darauf hin, dass das Zusammenspiel mehrerer Faktoren das Auftreten der Erkrankung begünstigen kann. Ein wichtiger Faktor, der an der Entstehung von Parkinson beteiligt sein kann, ist das Alter. Das bedeutet in keinem Fall, dass jeder alte Mensch ein erhöhtes Parkinson-Risiko hat. Bei jedem Menschen verringert sich die Anzahl der Nervenzellen in der Substantia Nigra im Laufe seines Lebens. Dieser Prozess verläuft jedoch meist so langsam, dass er innerhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung nicht zu Beschwerden führt. Im gesunden Alterungsprozess gehen pro Jahrzehnt etwa 5 Prozent der Dopamin bildenden Zellen der Substantia Nigra zugrunde. Bei Parkinson-Patienten ist ein zehnfaches Absterben der Dopamin bildenden Zellen, sowie eine Ansammlung kleiner Eiweißablagerungen (Lewykörper) in den Nervenzellen in verschiedenen Regionen des Gehirns vorhanden. Dann kann es sein, dass irgendwann zu wenig Dopamin bildende Zellen vorhanden sind und es zu einem Mangel an Dopamin kommt.
Es scheint, dass verschiedene Schadstoffe das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung erhöhen können. Dazu zählen unter anderem Lösungsmittel auf Kohlenwasserstoffbasis, Pestizide und Nervengifte. Verschiedene Beobachtungen haben gezeigt, dass Menschen in ländlichen, Gebieten, die nicht an die städtische Wasserversorgung angeschlossen sind, sondern sich über einen eigenen Brunnen mit Wasser versorgen, ein erhöhtes Parkinson-Risiko haben, wenn Pestizide aus der Landwirtschaft in das Wasser gelangen.
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Symptome von Morbus Parkinson
Die Symptome von Morbus Parkinson entwickeln sich schleichend. Die ersten Anzeichen der fortschreitenden Hirnerkrankung können schon viele Jahre vor den Hauptsymptomen auftreten. Oft werden die ersten klinischen Zeichen zuerst vom Umfeld der Betroffenen entdeckt. Meist wird Parkinson zwischen dem 55. und dem 60. Lebensjahr diagnostiziert, bei jedem zehnten Patienten sogar vor dem 40. Lebensjahr.
Parkinson kann sich ganz unterschiedlich bemerkbar machen. Die typischen Symptome sind:
- Bewegungsarmut (Akinese): Bewegungen werden generell langsamer. Zum Beispiel wird der Gang sehr zögerlich; kurze, kleiner werdenden Schritte sind typisch. Es fällt schwer, sich in Bewegung zu setzen - oft will beim Gehen besonders der erste Schritt nicht gelingen. Zudem wird es schwieriger, Bewegungen zu stoppen, also beispielsweise spontan stehenzubleiben. Das Mitschwingen der Arme beim Gehen verschwindet nach und nach. Tätigkeiten, die etwas mehr Geschick erfordern, wie etwa das Zubinden von Schuhen, fällt immer schwerer. Die Gesichtsmuskeln werden weniger beweglich, was das Gesicht maskenartig wirken lässt. Das Schlucken fällt schwer und das Sprechen wird leise und monoton.
- Muskelsteife (Rigor): Vor allem die Arme, die Beine und der Hals können dauerhaft steif und angespannt sein. Arme und Beine lassen sich meist auch mithilfe einer zweiten Person nur gegen einen Widerstand oder gar nicht bewegen und versteifen dann noch stärker. Durch die extreme Anspannung kommt es häufig zu Muskelschmerzen.
- Zittern in Ruhe (Ruhetremor): Bei den meisten Erkrankten tritt ein typisches Zittern auf, besonders in den Händen. Die Handschrift wird dadurch kleiner und undeutlicher. Bei Bewegung wird das Zittern weniger.
Oft sind die Symptome auf einer Körperseite stärker vorhanden. Zu den typischen Symptomen gehören das Zittern (Tremor), weitere Bewegungsstörungen wie Steifheit der Muskeln (Rigor), verlangsamte Bewegungen (Bradykinese) und Gleichgewichtsstörungen. Zusätzliche Symptome können das „Einfrieren“ von Bewegungen (Freezing), Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken, Störungen der vegetativen Funktionen (z. B. der Blasenfunktion) und psychische Veränderungen (z. B. Depressionen) sein.
Frühsymptome
Als frühe Krankheitsanzeichen können Depressionen, Schlafstörungen, Verstopfung, Störungen des Geruchssinns, eine leisere, monotone Stimme oder das fehlende Mitschwingen eines Armes beim Gehen auftreten.
Die ersten Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung können oft sehr unspezifisch sein. Doch je früher Parkinson diagnostiziert wird, desto eher ist es möglich, die Erkrankung zwar nicht zu heilen, aber wirksam zu behandeln und Ihre Lebensqualität damit lange zu erhalten.
Checkliste zur Früherkennung von Parkinson:
- Verlust und Störung des Geruchssinns
- Schlafstörungen, geträumte Bewegungen werden ausgelebt
- Schulterschmerzen / Gelenkschmerzen
- Verstopfungen
- Sehstörungen
- Verkrampfte und verkleinerte Handschrift
- Gesichtszüge verlieren an Ausdruck
- Schwierigkeiten beim Gehen, allgemeine Verlangsamung
- Verlangsamte Reaktionsfähigkeit
- Müdigkeit
- Halluzinationen, Angstzustände, Reizbarkeit, Apathie, Vitalitätsverluste
Diagnose von Morbus Parkinson
Die Diagnose erfolgt über eine ausführliche Krankengeschichte und eine körperlich-neurologische Untersuchung auf Basis Ihrer Symptome. Für die Diagnose sind körperliche Untersuchungen und ein ausführliches Gespräch über Beschwerden und die bisherige Krankheitsgeschichte nötig. Angehörige können unterstützend wirken, wenn sie an dem Gespräch teilnehmen: da ihnen auch Beschwerden oder Einschränkungen auffallen, die die Patienten selbst nicht immer wahrnehmen. Zusätzlich zur allgemeinen körperlichen Untersuchung testet die Ärztin oder der Arzt die Reflexe, Empfindlichkeit - zum Beispiel gegenüber Schmerz oder Druck - und Beweglichkeit. Beispielsweise wird hier überprüft, ob sich die Gelenke normal bewegen lassen oder die Muskeln Widerstand leisten.
Einen speziellen Parkinson-Test, mit dessen Hilfe eine schnelle und sichere Diagnose gestellt werden könnte, gibt es nicht. Eine erfahrene Neurologin oder ein erfahrener Neurologe ist jedoch in der Lage, die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen wie ein Puzzle zusammenzusetzen und so zur richtigen Diagnose zu gelangen. Dazu muss sie oder er Ihren Krankheitsverlauf gut kennen. Die Basis der Untersuchung bildet ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Ihre Neurologin oder Ihr Neurologe wird Sie dabei zu Art und Dauer Ihrer Beschwerden befragen und Sie auf die Hauptsymptome der Erkrankung hin untersuchen: Muskelzittern (Tremor), Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese), Versteifung der Muskulatur (Rigor) sowie Gang- oder Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität).
Der sogenannte L-Dopa-Test kann bei der endgültigen Diagnose helfen. Nach der Einnahme des Medikaments L-Dopa (Levodopa) wird überprüft, ob die Beschwerden abnehmen. Tritt eine schnelle Besserung ein, spricht das für Parkinson.
Behandlung von Morbus Parkinson
Morbus Parkinson ist bislang nicht heilbar. Mit geeigneten Therapien lässt sich die Krankheit jedoch oft über Jahre hinweg gut kontrollieren. Parkinson wird in erster Linie mit Medikamenten behandelt. Dabei wird die Therapie von einem Spezialisten für neurologische Bewegungsstörungen individuell an den Patienten angepasst, denn die Beschwerden können variieren und unterschiedlich schnell fortschreiten. Eine wichtige Rolle spielt die medikamentöse Behandlung. So kann die Gabe von Dopaminvorstufen (z. B. in Form des Antiparkinson-Wirkstoffs L-Dopa) den Dopaminmangel ausgleichen. Parkinson-Symptome lassen sich durch einen Ausgleich des Dopaminmangels lindern, indem man Dopamin als Medikament zuführt (z. B. L-Dopa).
Wenn die Beschwerden zu Beginn der Erkrankung nicht belastend sind, ist in manchen Fällen noch keine Behandlung nötig. Nehmen die Beschwerden zu, können Medikamente helfen, die Symptome abzuschwächen. Allerdings können die Medikamente den Mangel an Dopamin auffüllen, das Fortschreiten der Krankheit aber nicht stoppen. Daher reicht ihre Wirkung mit der Zeit nicht mehr aus und die Art und Dosierung der Arzneistoffe muss immer wieder neu angepasst werden. Für eine gleichmäßige Wirkung können Mittel über eine Medikamentenpumpe verabreicht werden. Sie gibt den Wirkstoff entweder unter die Haut oder direkt in den Dünndarm ab.
Manchmal kann auch ein hirnchirurgischer Eingriff sinnvoll sein, die sogenannte Tiefe Hirnstimulation (THS). Dazu werden Elektroden ins Gehirn eingesetzt, die durch elektrische Impulse bestimmte Hirnregionen positiv beeinflussen. Ist die medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichend, kommt ein so genannter Hirnschrittmacher in Frage. Wenn sich die Beschwerden durch Medikamente nicht ausreichend bessern, ist eine tiefe Hirnstimulation möglich. Hier werden im Rahmen einer Operation Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns eingesetzt. Sie geben kontinuierlich elektrische Reize ab und beeinflussen so die Muskelaktivität.
Die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit führt dazu, dass die Muskelkraft abnimmt. Im Rahmen einer begleitenden Ergotherapie werden deshalb alltägliche Bewegungen und Tätigkeiten geübt. Bewegungsübungen und Sport sollen helfen, den Verlust der Muskelkraft auszugleichen und die Beweglichkeit und Koordination zu verbessern. Mittels Physiotherapie werden die Beweglichkeit, Reaktionsfähigkeit und die Stabilität des Körpers gefördert. Die Sprechtherapie dient der Verbesserung der Sprechstörung. Dabei werden die Muskeln für die Lautstärke der Stimme, die Atemtechnik und eine klare Aussprache trainiert. Bei der Ergotherapie üben an Parkinson Erkrankte Alltagsbewegungen und -tätigkeiten.
Forschung und Ausblick
Die Forschung hat in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gemacht, um die Symptome der Parkinson-Erkrankung zu lindern. Die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson ist heute weitgehend normal. In Deutschland und international werden daher neue Therapien erforscht, die an der Ursache der Erkrankung ansetzen. Deutschland gehört zu den international führenden Standorten der Parkinson-Forschung. Es gibt hervorragende regionale und nationale Forschungsnetzwerke.
Wer eine Krankheit heilen möchte, muss sie zunächst einmal verstehen. Forschende fahnden daher nach den Ursachen für das Nervensterben bei Parkinson - sowohl bei der sporadischen als auch bei der erblichen Form der Erkrankung. Andere erforschen die Rolle von Entzündungsprozessen oder bestimmten Genmutationen. Außerdem gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Frage nach, wie geschädigte Mitochondrien zur Krankheitsentstehung beitragen können. Die „Kraftwerke der Zelle“ können schädliche Sauerstoffradikale abgeben und bauen zudem Dopamin ab. Ein weiteres wichtiges Forschungsziel ist aber auch die Suche nach so genannten Biomarkern: das sind messbare biologische Merkmale (z. B. im Blut oder Nervenwasser), die eine Früherkennung von Parkinson erlauben und helfen, das Fortschreiten der Erkrankung besser im Auge zu behalten.
Leben mit Parkinson
Die Parkinson-Krankheit wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus - in Beruf, Partnerschaft und Familie oder auch bei Freizeitaktivitäten. Auch wenn sich der Alltag im Frühstadium der Erkrankung nur wenig verändert, haben viele Erkrankte Angst, mit der Zeit unselbstständig und pflegebedürftig zu werden. Es ist aber durchaus möglich, noch lange ohne starke Beeinträchtigungen gut mit der Krankheit klar zu kommen.
Trotzdem macht es Sinn, sich auf die Zeit einzustellen, in der mehr und mehr Unterstützung nötig wird. Den meisten Menschen gelingt es besser, mit ihrer Erkrankung umzugehen, wenn sie sich nicht zurückziehen, sondern von Anfang an den Austausch mit anderen suchen. Sehr wichtig ist auch eine gute ärztliche Begleitung sowie das Einbinden von Angehörigen, Freunden und Bekannten, wenn im Alltag Hilfe nötig ist.
Für viele Betroffene hat es einen positiven Effekt, so lange wie möglich aktiv zu bleiben. Dabei ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und körperliche Bewegung, alltägliche und berufliche Tätigkeiten immer wieder an die eigenen Möglichkeiten anzupassen.
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