Morton Neuralgie: Homöopathie als sanfte Unterstützung

Die Morton Neuralgie, auch bekannt als Morton Neurom oder Morton Metatarsalgie, ist eine schmerzhafte Erkrankung des Vorfußes, die durch die Verdickung einer Nervenhülle im Bereich der Mittelfußknochen entsteht. Diese Verdickung übt Druck auf den Nerv aus, was zu brennenden, stechenden Schmerzen und Missempfindungen führen kann. Die Homöopathie bietet hier einen sanften, komplementären Ansatz zur Linderung der Beschwerden und zur Unterstützung des Heilungsprozesses.

Was ist Homöopathie?

Die Homöopathie ist eine alternative Heilmethode, die auf dem Prinzip "Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden" basiert. Dabei werden stark verdünnte Substanzen eingesetzt, um die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. In der Homöopathie wird nicht nur das Symptom behandelt, sondern die Erkrankung, die es ausgelöst hat. Die Diagnose erfordert daher eine ausführliche Anamnese, bei der die individuellenModalitäten des Patienten berücksichtigt werden, wie z.B. Reaktion auf Wärme, Kälte, Ruhe, Bewegung, Stimmungslage, Schlaf, Durst und Schwitzen.

Homöopathie bei Morton Neuralgie: Ein ganzheitlicher Ansatz

Auch homöopathische Arzneimittel können eine hilfreiche Unterstützung bei der Behandlung von Nervenschmerzen sein. Dabei kommen verschiedene Mittel, je nach Auslöser, Ursache, Schmerzart und vielen weiteren Kriterien, in Betracht.

Wichtig: Es ist nicht möglich, an dieser Stelle eine allgemeingültige Empfehlung für bestimmte Homöopathika auszusprechen. Die Wahl des geeigneten Mittels sollte immer individuell durch einen erfahrenen Homöopathen oder Arzt erfolgen.

Dennoch möchte ich einige bewährte homöopathische Mittel vorstellen, die bei Morton Neuralgie in Betracht gezogen werden können:

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  • Hypericum perforatum (Johanniskraut): Dieses Mittel ist besonders geeignet für Patienten, die unter Nervenschmerzen nach Verletzungen leiden, z.B. Quetschungen, Stich- oder Schnittverletzungen in nervenreichem Gewebe. Typisch sind eine hohe Schmerzempfindlichkeit und Krämpfe nach Verletzungen. Hypericum wirkt vor allem auf die Nerven und kann bei unerträglichen, ziehenden Schmerzen (Neuralgien) nach Entzündungen oder Verletzungen helfen.
  • Aconitum napellus (Blauer Eisenhut): Dieses Mittel kann bei plötzlichem, dramatischem Beginn der Schmerzen angezeigt sein, meist abends nach Einwirkung von trockener, kalter Luft oder sehr heißem Wetter. Es kann auch bei Verkühlung und Versteifung von Nacken und Lendenwirbelsäule helfen.
  • Nux vomica (Brechnuss): Dieses Mittel kann bei hexenschussartigen Beschwerden mit Verschlechterung in den frühen Morgenstunden und bei Bewegung hilfreich sein. Der Typus ist oft seelisch überreizt, beruflich stark engagiert, genervt und aufbrausend.
  • Rhus toxicodendron (Giftsumach): Dieses Mittel kann bei akuten oder chronischen Beschwerden durch Überanstrengung oder Verkühlung der Muskulatur angezeigt sein. Die Schmerzen sind ziehend, als ob Muskeln und Sehnen zu kurz wären.

Homöopathische Komplexmittel (Mischung aus mehreren homöopathischen Einzelmitteln) bieten einen leichteren Einstieg in die Homöopathie. Beispielsweise bietet die Firma Pflüger mit Pflügerplex Neuralgie L 189 H ein homöopathisches Komplexmittel an, welches zur Besserung von Nervenschmerzen infrage kommen kann.

Ergänzende Maßnahmen

Neben der homöopathischen Behandlung können folgende Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden beitragen:

  • Schuhe und Einlagen: Das Tragen von Schuhen mit ausreichend Platz im Zehenbereich und orthopädischen Einlagen, die das Quergewölbe unterstützen und den Druck auf die Nerven verringern, ist essentiell.
  • Ergonomie: Achten Sie auf eine gute Ergonomie am Arbeitsplatz, um Fehlbelastungen zu vermeiden.
  • Bewegung: Ein ausgleichendes Bewegungsprogramm mit gezielten Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur kann helfen, die Belastung der Nerven zu reduzieren. Physiotherapie und Fußgymnastik sind hier wichtige Bausteine.
  • Kühlen oder Wärmen: Kühlen ist vor allem bei akuten Schmerzen und Entzündungen zu empfehlen, um Schwellungen zu verringern. Wärmeanwendungen eignen sich mehr bei chronischen Beschwerden, um die Durchblutung zu fördern und Muskelverspannungen zu lösen.
  • Ernährung: Eine gesunde Ernährung spielt auch bei der Behandlung einer Neuralgie eine nicht unbedeutende Rolle.
  • Psyche: Auch die Psyche sollte nicht vergessen und bestmöglichst unterstützt werden. Nervenschmerzen können im wahrsten Sinne des Wortes richtig „nervig“ werden und die Nerven schnell „blank liegen“ lassen.

Die Rolle der Selbsthilfe

"Jeder Patient muss auch selbst aktiv werden und etwas für seinen Rücken tun!"

Neben der professionellen Behandlung ist die aktive Mitarbeit des Patienten entscheidend für den Therapieerfolg. Dazu gehört die Umsetzung der oben genannten Maßnahmen, das Erlernen von Entspannungstechniken und der Aufbau eines positiven Lebensstils.

Fußübungen bei Morton Neurom

Physiotherapie und speziell auf den Fuß abgestimmte Übungen sind wesentliche Bestandteile bei der Behandlung des Morton-Neuroms. Sie sind darauf ausgerichtet, Schmerzen zu reduzieren und die Funktionalität des Fußes zu verbessern. Folgende Übungen zur Stärkung und Flexibilitätssteigerung unterstützen den Fuß dabei, Belastungen besser zu verteilen, und entlasten den betroffenen Nerv:

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  • Zehenheben: um die Muskeln zu stärken, die die Mittelfußknochen stabilisieren
  • Zehenspreizen: zur Verbesserung der Beweglichkeit und Stärkung der kleinen Fußmuskeln
  • Fußrollen: mit einer kleinen Rolle oder einem Ball unter dem Fuß, um die Plantarfaszie zu dehnen und zu massieren
  • Waden- und Achillessehnendehnungen: um die Flexibilität zu erhöhen und Druck vom Vorfuß zu nehmen

Schulmedizinische Behandlung

Es ist wichtig, die Beschwerden zeitnah ärztlich abklären zu lassen, um andere Ursachen auszuschließen und eine geeignete Therapie einzuleiten. In Absprache mit dem behandelnden Arzt können dann die homöopathische Behandlung und andere komplementäre Maßnahmen ergänzend eingesetzt werden.

Zu den schulmedizinischen Behandlungen gehören:

  • Schmerzmittel: Entzündungshemmende Arzneimittel, wie zum Beispiel Ibuprofen, und Kortikosteroidinjektionen direkt in die betroffene Region können temporär Schmerz und Entzündung lindern. Allerdings spricht nur ein Teil der Patientinnen und Patienten dauerhaft auf die konservative Behandlung an.
  • Operation: Eine Operation ist auch dann indiziert, wenn sich die Schmerzen nach einer konservativen Behandlung nicht bessern. Dabei wird das veränderte Nervenstück entfernt.

Fazit

Die Homöopathie kann bei Morton Neuralgie eine wertvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung darstellen. Durch die individuelleAnpassung der Mittel und die Berücksichtigung derModalitäten des Patienten kann sie dazu beitragen, die Schmerzen zu lindern, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und den Heilungsprozess zu unterstützen. Wichtig ist, dass die Behandlung durch einen erfahrenen Homöopathen oder Arzt erfolgt und dass der Patient aktiv an seiner Genesung mitwirkt.

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