Naratriptan-ratiopharm bei Migräne: Wirkung, Anwendung und wichtige Hinweise

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, meist einseitige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Oftmals treten Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit auf. Naratriptan-ratiopharm ist ein Medikament zur Akutbehandlung von Migräneanfällen. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Naratriptan-ratiopharm bei Migräne, die korrekte Anwendung, wichtige Vorsichtsmaßnahmen und mögliche Nebenwirkungen.

Was ist Naratriptan-ratiopharm bei Migräne?

Naratriptan-ratiopharm enthält den Wirkstoff Naratriptan, der zur Gruppe der Triptane gehört. Triptane sind 5-HT1B/1D-Rezeptoragonisten, die spezifisch zur Behandlung von Migräne entwickelt wurden. Naratriptan-ratiopharm ist in Form von Filmtabletten mit einer Wirkstärke von 2,5 mg erhältlich und rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Wie wirkt Naratriptan?

Naratriptan wirkt, indem es an Serotonin-Rezeptoren (5-HT1B und 5-HT1D) in den Blutgefäßen des Gehirns bindet. Es wird angenommen, dass Migränesymptome durch eine vorübergehende Erweiterung dieser Blutgefäße verursacht werden. Naratriptan vermindert diese Erweiterung, was dazu beiträgt, die Kopfschmerzen zu lindern und andere Migränesymptome wie Übelkeit und Lichtempfindlichkeit zu reduzieren.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Naratriptan-ratiopharm zur Behandlung der Aura-Symptomatik, die möglicherweise vor dem Einsetzen des Kopfschmerzes auftritt, wurde bisher nicht nachgewiesen. Klinische Studien haben gezeigt, dass der Wirkungseintritt von Naratriptan nach etwa einer Stunde erfolgt und die maximale Wirkung nach vier Stunden erreicht wird.

Naratriptan wird nach oraler Einnahme gut resorbiert (74% orale Bioverfügbarkeit). Die Resorption erfolgt schnell mit maximalen Plasmakonzentrationen nach 2 bis 5 Stunden. Während einer Migräneattacke ist die Absorptionsrate langsamer. Das Verteilungsvolumen von Naratriptan beträgt 170 L und die Proteinbindung 28% bis 31% (im Konzentrationsbereich von 50 bis 1000 ng/ml). Die Metabolisierung von Naratriptan erfolgt primär hepatisch. In vitro wird Naratriptan durch eine Vielzahl von Cytochrom-P450-Isoenzymen zu einer Reihe inaktiver Metaboliten metabolisiert.

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Anwendungsgebiete von Naratriptan-ratiopharm

Naratriptan-ratiopharm wird zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphasen von Migräneanfällen mit oder ohne Aura eingesetzt. Es sollte beim ersten Auftreten eines Migränekopfschmerzes angewendet werden.

Was müssen Sie vor der Einnahme von Naratriptan-ratiopharm beachten?

Bevor Sie Naratriptan-ratiopharm einnehmen, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten:

Gegenanzeigen

Naratriptan-ratiopharm darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Naratriptan oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind.
  • wenn Sie eine schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung haben.
  • wenn Sie einen Schlaganfall hatten oder an Beschwerden leiden, die einem Schlaganfall ähneln (vorübergehende ischämische Attacken oder TIA).
  • wenn Sie einen mittelstark oder stark erhöhten Blutdruck haben oder einen leicht erhöhten Blutdruck, der nicht mit Medikamenten behandelt wird.
  • wenn Sie jemals eine Herzkrankheit (schlechte Durchblutung der Herzkranzgefäße), einen Herzinfarkt oder eine bestimmte Art von Brustschmerz (Prinzmetal-Angina) hatten oder an Durchblutungsstörungen in Ihren Beinen (periphere Gefäßerkrankung) leiden oder gelitten haben.
  • wenn Sie für Ihre Migräne andere Migränemittel einnehmen, wie Ergotamin, Arzneimittel vom Ergotamintyp (Dihydroergotamin, Methysergid) oder andere Triptane (z. B. Sumatriptan, Rizatriptan oder Zolmitriptan).

Besondere Vorsichtshinweise

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Naratriptan-ratiopharm einnehmen, wenn einer der folgenden Risikofaktoren für eine Herzkrankheit auf Sie zutrifft:

  • Sie haben Bluthochdruck.
  • Sie rauchen oder verwenden Nikotinersatzmittel.
  • Sie sind ein Mann über 40 Jahre oder eine Frau nach den Wechseljahren.
  • Sie haben Nieren- oder Leberprobleme.
  • Sie haben Kopfschmerzen, die mit Schwindel, Gangstörungen, Koordinationsstörungen oder Schwäche in Armen und Beinen einhergehen.
  • Sie hatten auf diese oder ähnliche Tabletten eine allergische Reaktion, wie Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Rachen, die möglicherweise Atemprobleme und/oder Schluckbeschwerden hervorgerufen haben.
  • Sie hatten kurzfristige Beschwerden wie Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb.
  • Sie nehmen Arzneimittel gegen Depressionen ein, die als SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) oder SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) bezeichnet werden.

Eine zu häufige Einnahme von Naratriptan-ratiopharm kann Ihre Kopfschmerzen chronisch werden lassen. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, da Sie möglicherweise die Einnahme der Tabletten beenden müssen.

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Anwendung bei Kindern und älteren Patienten

Naratriptan-ratiopharm ist nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geeignet. Wenn Sie älter als 65 Jahre sind, sollten Sie Naratriptan-ratiopharm nicht einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind, vermuten schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Es gibt nur begrenzte Informationen zur Sicherheit von Naratriptan-ratiopharm bei Migräne bei schwangeren Frauen, obwohl es bisher keine Anzeichen eines erhöhten Risikos für Geburtsfehler gibt. Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise empfehlen, Naratriptan-ratiopharm während der Schwangerschaft nicht einzunehmen.

Während der Stillzeit sollten Sie Ihr Baby bis 24 Stunden nach der Einnahme von Naratriptan-ratiopharm nicht stillen. Wenn Sie während dieser Zeit Milch abpumpen, verwerfen Sie diese und geben Sie die Milch nicht Ihrem Säugling.

Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen

Sowohl Migräne als auch die Einnahme von Naratriptan-ratiopharm können Müdigkeit und andere Symptome verursachen, die Ihre Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

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Naratriptan-ratiopharm darf nicht zusammen mit bestimmten anderen Migränemitteln eingenommen werden, wie z. B.:

  • anderen Triptanen (z. B. Sumatriptan, Rizatriptan oder Zolmitriptan)
  • Arzneimitteln vom Ergotamintyp (z. B. Ergotamin, Dihydroergotamin oder Methysergid)

Zwischen der Einnahme von Naratriptan-ratiopharm und diesen Arzneimitteln sollte ein Abstand von mindestens 24 Stunden liegen.

Seien Sie vorsichtig bei der Einnahme von Naratriptan-ratiopharm zusammen mit folgenden Arzneimitteln:

  • Arzneimitteln gegen Depressionen wie Sertralin, Escitalopram, Fluoxetin, Venlafaxin und Duloxetin
  • pflanzlichen Zubereitungen mit Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Bei gleichzeitiger Einnahme mit Naratriptan-ratiopharm können Nebenwirkungen wahrscheinlicher auftreten.

Wichtige Informationen über bestimmte Inhaltsstoffe

Naratriptan-ratiopharm enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Naratriptan-ratiopharm erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Naratriptan-ratiopharm enthält Natrium. Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.

Wie ist Naratriptan-ratiopharm einzunehmen?

Nehmen Sie Naratriptan-ratiopharm immer genau nach der Anweisung Ihres Arztes ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Art und Dauer der Anwendung

Naratriptan-ratiopharm ist zum Einnehmen. Schlucken Sie die Tabletten als Ganzes mit etwas Wasser.

Dosierung

Die übliche Dosis für Erwachsene über 18 Jahre beträgt 2,5 mg bei den ersten Anzeichen eines Migräneanfalls. Die meisten Migräneanfälle werden mit einer Dosis (1 Tablette) gelindert. Wenn die erste Tablette jedoch keine Wirkung zeigt, nehmen Sie keine weitere Tablette zur Behandlung desselben Migräneanfalls ein, sondern fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Selbst wenn ein Migräneanfall nicht durch Naratriptan-ratiopharm gelindert wird, kann Ihr nächster Migräneanfall trotzdem auf das Arzneimittel ansprechen.

Wenn Sie innerhalb von 24 Stunden nach dem ersten Anfall einen erneuten Migräneanfall haben, können Sie 1 weitere Tablette einnehmen. Nehmen Sie aber innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als 2 Tabletten ein. Zwischen der Einnahme der Tabletten muss immer ein Abstand von mindestens 4 Stunden eingehalten werden.

Wenn Ihre Leber- oder Nierenfunktion eingeschränkt ist, beträgt die maximale Tagesdosis eine einzige 2,5 mg-Filmtablette. Sie dürfen Naratriptan-ratiopharm nicht einnehmen, wenn Ihre Leber- oder Nierenfunktion stark eingeschränkt ist.

Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten

Es ist wichtig, dass Sie sich an die vorschriftsmäßige Dosis halten. Wenn Sie mehr Tabletten einnehmen, als vorgeschrieben sind, sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe einholen, da zu viele Tabletten Sie krank machen können. Die Wirkungen, die bei Einnahme von zu vielen Tabletten auftreten, sind jenen ähnlich, die unter "Nebenwirkungen" beschrieben werden. Insbesondere gehören dazu: Benommenheit, Spannungen im Nacken, Müdigkeit und Koordinationsverlust. Außerdem kann es zum Blutdruckanstieg und zu Nebenwirkungen kommen, die Herz und Kreislauf betreffen.

Wenn Sie die Einnahme vergessen haben

Keinesfalls dürfen Sie eine vergessene Dosis durch die Einnahme einer doppelten Dosis ausgleichen.

Auswirkungen, wenn die Behandlung abgebrochen wird

Sollten Sie die Behandlung abbrechen wollen, so besprechen Sie dieses bitte vorher mit Ihrem Arzt.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Naratriptan-ratiopharm Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Häufige Nebenwirkungen

  • Gefühl von Kribbeln
  • Schwächegefühl und Müdigkeit
  • Hitzewallungen
  • Übelkeit, Erbrechen

Gelegentliche Nebenwirkungen

  • Verschwommensehen
  • Bluthochdruck
  • Schmerzen, Druck oder Engegefühl in Teilen des Körpers
  • Gefühl eines unregelmäßigen und schnellen Herzschlags, langsamer Herzschlag, schneller Herzschlag
  • Schweregefühl
  • Halsbeschwerden

Seltene Nebenwirkungen

  • Hautausschlag
  • Nesselsucht
  • Juckreiz
  • Schwellungen im Gesicht
  • Eine Erkrankung, die Bauchschmerzen oder Durchfall hervorruft (ischämische Kolitis)

Sehr seltene Nebenwirkungen

  • Mangelnde Durchblutung der Hände und Füße
  • Vernichtender Brustschmerz (Angina Pectoris)
  • Eine bestimmte Art von Brustschmerz, die als Prinzmetal-Angina bezeichnet wird
  • Herzinfarkt

Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden. Er wird über eventuelle Maßnahmen entscheiden. Wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z. B. übermäßiger Blutdruckabfall, Überempfindlichkeitsreaktionen) unter Umständen ernsthafte Folgen haben können. Nehmen Sie in solchen Fällen das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt:

  • Schmerzen im Brustkorb, Engegefühl im Brust- oder Halsbereich oder andere Beschwerden, die auf einen Herzinfarkt schließen lassen.
  • Allergische Reaktionen, einschließlich Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge und Rachen, die gelegentlich sehr schwer verlaufen und Probleme beim Atmen, Sprechen oder Schlucken hervorrufen können.
  • Schwäche oder Lähmung von Gliedmaßen oder Gesicht sowie Sprachstörungen, die auf einen Schlaganfall hinweisen können.
  • Ein sogenanntes "Serotonin-Syndrom", das durch Bewusstlosigkeit, Blutdruckschwankungen, extrem hohe Körpertemperatur, fehlende Muskelkoordination, Erregung und Halluzinationen gekennzeichnet ist.

Wie ist Naratriptan-ratiopharm aufzubewahren?

Lagern Sie Naratriptan-ratiopharm bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf. Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.

Zusätzliche Hinweise

  • Naratriptan ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Triptane, der als 5HT(1B/1D)-Rezeptor-Agonist zur Behandlung von Migräne mit oder ohne Aura angewendet wird.
  • Einige Triptane (Sumatriptan, Rizatriptan und Zolmitriptan) werden, wie Serotonin auch, durch Monoaminoxidase A (MAO-A) abgebaut. Die gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmern kann daher die Plasmakonzentration von Triptanen erhöhen.
  • Das Risiko des Auftretens eines Serotonin-Syndroms kann in Kombination mit anderen Arzneistoffen wie z. B. selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI) oder selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern (SNRI) erhöht sein.
  • Wie auch bei anderen 5HT1B/1D-Agonisten kann es unter Naratriptan in sehr seltenen Fällen zu Vasospasmus der Herzkranzgefäße, Angina pectoris und Herzinfarkt kommen. Patienten mit Risikofaktoren für ischämische Herzerkrankung (z. B. Hypertonie, Hypercholesterinämie, Nikotinabusus, Adipositas, Diabetes, positive Familienanamnese) sollten daher vor der Behandlung kardiologisch untersucht werden.

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