Naratriptan Beta bei Migräne: Wirkung, Anwendung und wichtige Hinweise

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen äußert, die von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet sein können. Naratriptan beta bei Migräne ist ein Medikament, das zur akuten Behandlung von Migräneanfällen eingesetzt wird. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise, Anwendung und wichtige Aspekte von Naratriptan beta bei Migräne.

Was ist Naratriptan beta bei Migräne?

Naratriptan beta bei Migräne ist ein selektiver Serotonin-(5-HT1)-Rezeptoragonist, der zur Gruppe der Triptane gehört. Es wird zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphasen von Migräneanfällen mit oder ohne Aura bei Patienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren eingesetzt. Die Filmtabletten enthalten 2,78 mg Naratriptanhydrochlorid, was 2,5 mg Naratriptan entspricht.

Wirkungsweise von Naratriptan

Migränesymptome können durch eine vorübergehende Erweiterung der Blutgefäße im Kopf verursacht werden. Naratriptan beta bei Migräne vermindert diese Erweiterung der Blutgefäße. Das hilft dabei, dass die Kopfschmerzen vergehen und andere Symptome der Migräne gelindert werden, wie z. B. ein allgemeines Krankheitsgefühl (Übelkeit oder Erbrechen), sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Naratriptan ist ein Serotonin (5-Hydroxytryptamin; 5-HT)-Rezeptoragonist mit erhöhter Spezifität für die 5-HT1B- und 5-HT1D-Rezeptorsubtypen. Die Aktivierung von 5-HT1B-Rezeptoren durch Naratriptan veranlasst eine Verengung der erweiterten Blutgefäße in der Hirnhaut.

Pharmakokinetik

Naratriptan wird nach oraler Einnahme gut resorbiert (74% orale Bioverfügbarkeit). Die Resorption erfolgt schnell mit maximalen Plasmakonzentrationen nach 2 bis 5 Stunden. Während einer Migräneattacke ist die Absorptionsrate langsamer. Das Verteilungsvolumen von Naratriptan beträgt 170 L und die Proteinbindung 28% bis 31% (im Konzentrationsbereich von 50 bis 1000 ng/ml). Die Metabolisierung von Naratriptan erfolgt primär hepatisch. In vitro wird Naratriptan durch eine Vielzahl von Cytochrom-P450-Isoenzymen zu einer Reihe inaktiver Metaboliten metabolisiert.

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Anwendung von Naratriptan beta bei Migräne

Naratriptan beta bei Migräne sollte beim ersten Auftreten von Migränekopfschmerzen angewendet werden. Nehmen Sie Naratriptan beta bei Migräne erst dann ein, wenn der Migränekopfschmerz begonnen hat und Sie sicher sind, dass Sie an einem Migräneanfall und nicht Kopfschmerzen anderen Ursprungs leiden.

Dosierung

Die übliche Dosis für Erwachsene (18 bis 65 Jahre) beträgt 2,5 mg (eine Filmtablette) bei den ersten Anzeichen eines Migräneanfalls. Es ist wichtig, dass Sie Ihr Arzneimittel vorschriftsmäßig einnehmen. Die meisten Migräneanfälle werden mit einer Dosis (1 Tablette) von Naratriptan beta bei Migräne 2.5 mg Filmtabletten gelindert. Sollte die erste Tablette jedoch keine Wirkung zeigen, nehmen Sie keine weitere Tablette zur Behandlung desselben Migräneanfalls ein, sondern fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Selbst wenn ein Migräneanfall nicht durch Naratriptan beta bei Migräne 2.5 mg Filmtabletten gelindert wird, kann Ihr nächster Migräneanfall trotzdem auf das Arzneimittel ansprechen.

Wenn Sie innerhalb von 24 Stunden nach dem ersten Anfall einen erneuten Migräneanfall haben, können Sie 1 weitere Tablette von Naratriptan beta bei Migräne 2.5 mg Filmtabletten einnehmen. Nehmen Sie aber innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als 2 Tabletten ein. Zwischen der Einnahme der Tabletten müssen Sie immer einen Abstand von mindestens 4 Stunden einhalten.

Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion beträgt die maximale Tagesdosis eine einzige 2,5 mg-Filmtablette. Sie dürfen Naratriptan beta bei Migräne 2.5 mg Filmtabletten nicht einnehmen, wenn Ihre Leber- oder Nierenfunktion stark eingeschränkt ist.

Art der Anwendung

Naratriptan beta bei Migräne ist zum Einnehmen. Schlucken Sie die Tabletten als Ganzes mit etwas Wasser. Das Arzneimittel sollte nur einmalig pro Migräneanfall angewendet werden.

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Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Naratriptan beta bei Migräne darf nicht eingenommen werden, wenn Sie:

  • allergisch gegen Naratriptan oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind;
  • um einer Migräneattacke vorzubeugen;
  • jünger als 18 Jahre oder älter als 65 Jahre sind;
  • an Herzproblemen einschließlich Angina pectoris leiden oder bereits einen Herzinfarkt hatten oder Symptome oder Hinweise einer verminderten Durchblutung des Herzens (ischämische Herzkrankheit) aufweisen;
  • unter Verkrampfungen der Herzkranzgefäße (Prinzmetal-Angina) oder peripheren Gefäßerkrankungen leiden oder diese früher einmal auftraten;
  • einen Schlaganfall oder einen Mini-Schlaganfall (auch bekannt als transiente ischämische Attacke oder TIA) haben oder hatten;
  • Bluthochdruck haben oder wegen hohem Blutdruck behandelt werden;
  • unter einer Nieren- oder Lebererkrankung leiden;
  • Durchblutungsstörungen der Beine haben (krampfartige Schmerzen in den Beinen beim Gehen), oder Ihr Arzt Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie an peripheren Durchblutungsstörungen leiden;
  • bei Ihnen eine der seltenen Migräneformen (hemiplegische, basilare oder ophthalmoplegische Migräne) diagnostiziert wurde;
  • zur Behandlung der Migräne gleichzeitig Medikamente anwenden, die Ergotamin, Ergotaminderivate, Methysergid oder Triptane (z. B. andere Naratriptan-haltige Produkte, Zolmitriptan, Rizatriptan, Sumatriptan) enthalten.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Naratriptan beta bei Migräne ist erforderlich, wenn einer der folgenden Risikofaktoren für eine Herzkrankheit auf Sie zutrifft:

  • Sie haben Bluthochdruck
  • Sie rauchen oder wenden Nikotinersatzmittel an
  • Sie sind ein Mann über 40 Jahre oder eine Frau nach den Wechseljahren
  • wenn Sie Nieren- oder Leberprobleme haben
  • wenn Sie Kopfschmerzen haben, die mit Schwindel, Gangstörungen, Koordinationsstörungen oder Schwäche in Armen und Beinen einhergehen
  • wenn Sie auf diese oder ähnliche Tabletten eine allergische Reaktion hatten, wie Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Rachen, die möglicherweise Atemprobleme und/oder Schluckbeschwerden hervorgerufen haben
  • wenn Sie kurzfristige Beschwerden wie Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb hatten
  • wenn Sie Arzneimittel gegen Depressionen einnehmen, die als SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) oder SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) bezeichnet werden.

Frauen mit Migräne, die gleichzeitig kombinierte orale Kontrazeptiva anwenden, haben ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise empfehlen, Naratriptan beta bei Migräne während der Schwangerschaft nicht einzunehmen. Sie dürfen Ihren Säugling bis 24 Stunden nach der Einnahme von Naratriptan beta nicht stillen. Wenn Sie während dieser Zeit Milch abpumpen, verwerfen Sie diese und geben Sie sie nicht Ihrem Säugling.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Nehmen Sie Naratriptan beta bei Migräne nicht mit bestimmten anderen Migränemitteln zur Behandlung derselben Migräneattacke ein. Eine Einnahme von Naratriptan beta bei Migräne ist nicht möglich, falls Ihnen ein anderes/andere Migränemittel (Produkte, die Ergotamin, Ergotaminderivate (einschl. Methysergid) oder Triptane wie z. B. Sumatriptan, enthalten) von Ihrem Arzt verschrieben wurden.

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Wenn Sie allergisch gegen Antibiotika sind, die als Sulfonamide bekannt sind, können Sie möglicherweise auch auf Naratriptan allergisch reagieren.

Bei gemeinsamer Anwendung von Triptanen und pflanzlichen Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können möglicherweise häufiger Nebenwirkungen auftreten. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, die wie Naratriptan aktiv über die Niere ausgeschieden werden, können möglich sein.

Die gemeinsame Anwendung von Naratriptan beta bei Migräne und Antidepressiva, die als SSRIs bzw. SNRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer bzw. Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer) bekannt sind, kann zu Verwirrtheit, Schwäche und/oder Verlust der Koordinationsfähigkeit führen (Serotonin-Syndrom).

Mögliche Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Naratriptan beta bei Migräne Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Häufige Nebenwirkungen (betreffen mehr als 1 von 100 Behandelten):

  • Gefühl von Kribbeln, Unwohlsein oder Hitzegefühl
  • Schwindel, Schläfrigkeit
  • Übelkeit oder Erbrechen

Gelegentliche Nebenwirkungen:

  • Schmerzen, Druck- oder Engegefühl

Einige Personen können auf diese Filmtabletten allergisch reagieren. Suchen Sie bei allergischen Reaktionen sofort einen Arzt auf.

Überdosierung

Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Müdigkeit kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.

Wichtige Hinweise

  • Vorsicht: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
  • Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
  • Vorsicht bei Allergie gegen Sulfonamide!
  • Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose mit der E-Nummer E 466)!
  • Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Indigocarmin mit der E-Nummer E 132)!
  • Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
  • Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben.

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