Nervenschmerzen und die Mirena: Ursachen, Symptome und Alternativen

Die Mirena, eine Hormonspirale, ist eine beliebte Verhütungsmethode. Viele Frauen berichten jedoch über Beschwerden und Schmerzen im Zusammenhang mit ihrer Verwendung. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Nervenschmerzen im Zusammenhang mit der Mirena, einschließlich der Ursachen, Symptome und möglichen Alternativen.

Einführung

Die Spirale, ob auf Kupfer- oder Hormonbasis, gilt als zuverlässiges Verhütungsmittel. Trotzdem berichten viele Frauen über Beschwerden, insbesondere wenn die Spirale nicht optimal passt oder positioniert ist. Es ist wichtig, die potenziellen Ursachen und Lösungen für diese Beschwerden zu verstehen.

Ursachen von Schmerzen durch die Spirale

Alle Spiralen sind „Fremdkörper“, und die Gebärmutter ist ein sehr empfindliches Organ. Sie erlebt regelmäßig natürliche Kontraktionen, um das, was sie nicht kennt, wieder loszuwerden, den Platz zu verteidigen oder auch während der Menstruation. Je nachdem, wie flexibel und passend die Spirale ist und wie empfindlich und groß die Gebärmutter ist, kommt es dabei zu Beschwerden.

Ist die Spirale zu groß, zu starr oder sitzt sie nicht perfekt, spürt man das eindeutig. Man kann dann vielleicht sogar die Spirale mit dem Finger oder beim Sex erfühlen. Bewegungen, Sport oder auch ein verdauungsbedingtes Aufblähen des Bauches können die Schmerzen weiter verstärken.

Unterschiedliche Spiralenarten und ihre Auswirkungen

  • Kupferspirale: Bei einer klassischen Kupfer- oder Goldspirale wird ein kleines, T-förmiges Gerüst in die Gebärmutter eingesetzt. Das Risiko für Schmerzen und Unverträglichkeit entsteht häufig, wenn die starre Spirale an der Gebärmutterwand reibt oder sich verschiebt. Oder sie ist schlichtweg für die Form und Größe der Gebärmutterhöhle zu groß oder inkompatibel. Im täglichen Leben kann die Kupferspirale an manchen Tagen zu stärkeren oder längeren Monatsblutungen führen. Das liegt daran, dass das Kupfer eine kleine örtliche Entzündungsreaktion auslöst. Falls die Spirale von der Form oder Größe nicht optimal zu deiner Gebärmutter passt, kann sie dauerhaft an bestimmten Stellen drücken oder reiben. Besonders beim Sex kann es dann zu einem plötzlichen, stechenden Schmerz kommen, wenn die Spirale "anstößt".
  • Kupferball: Der Kupferball ist „weicher“ als klassische Spiralen und passt sich besser an die Gebärmutter an. Die runde Form verspricht bessere Anpassung, doch auch hier kann es zu Schmerzen (vor allem bei kleiner oder gebogener Gebärmutter) und Unverträglichkeiten kommen. Vor allem, wenn deine Gebärmutter eher klein ist oder eine spezielle Form hat, kann der Ball manchmal nicht richtig sitzen. Beim Sex oder je nach Bewegung kann das zu einem kurzen, stechenden Schmerz führen, manchmal ähnlich wie bei einer Blasenentzündung.
  • Hormonspirale (Mirena): Die Hormonspirale gibt nach und nach das Hormon Gestagen an die Gebärmutterschleimhaut ab, das verhindert, dass sich eine Eizelle einnisten kann. Auch hier kann das Einsetzen Schmerzen bereiten oder unangenehm sein, besonders wenn man noch nie geboren hat. Nebenwirkungen können Unterleibsschmerzen, Schmierblutungen oder zyklusunabhängige Schmerzen sein. Wenn die Spirale nicht optimal zur Gebärmutter passt, zum Beispiel bei sehr kleiner oder gebogener Gebärmutter, kann man auch hier die Hormonspirale schmerzhaft beim Sex oder als dauerhafte Unterleibsschmerzen spüren.

Symptome von Schmerzen durch die Spirale

Ist die Spirale zu groß oder passt sie anatomisch nicht perfekt, kann sie verschiedene Symptome verursachen:

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  • Ziehen oder stechender Schmerz im Unterleib
  • Dauerhafte Unterleibsschmerzen (auch außerhalb der Periode)
  • Schmerzen beim Sex (Dyspareunie)
  • Krämpfe oder stechende Schmerzen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen während der Periode, die stärker als gewöhnlich sind
  • Wehenartige Schmerzen
  • Fremdkörpergefühl, als würde die Spirale stören

Psychische Auswirkungen der Hormonspirale

Hormonfreisetzende Spiralen gelten als sehr wirksame, reversible Verhütungsmethoden und werden weltweit von Frauen im gebärfähigen Alter genutzt. Es gibt allerdings zunehmend Hinweise auf psychische Nebenwirkungen - wie depressive Symptome, Angstzustände und Suizidgedanken - unter Verwendung dieser hormonfreisetzenden Spiralen.

In dreiviertel der untersuchten Forschungsarbeiten fanden sich Hinweise, die auf den möglichen Zusammenhang zwischen dem Tragen einer LNG-IUP und dem Erleiden psychischer Symptome hindeuten. Zehn der Studien zeigten einen Zusammenhang mit der Entwicklung depressiver Symptome, darüber hinaus deutete eine Abhandlung auf eine erhöhte Angstsymptomatik im Zusammenhang mit dem Tragen einer LNG-IUP hin. Eine weitere Studie berichtete über ein erhöhtes Suizidrisiko.

Was tun bei Schmerzen?

Leichte Schmerzen oder Unterleibskrämpfe direkt nach der Einlage einer Spirale sind völlig normal. Die Gebärmutter reagiert auf den „Fremdkörper“ oft mit leichten, wehenartigen Schmerzen, vergleichbar mit Regelschmerzen. Meist lassen die Beschwerden nach wenigen Tagen nach.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Man sollte die Frauenärztin oder den Frauenarzt auf jeden Fall aufsuchen, wenn man eines dieser Symptome erfährt:

  • Anhaltende oder stärkere Unterleibsschmerzen nach Wochen, sehr starke Schmerzen
  • Schmerzen beim Sex durch die Spirale, die nicht nach wenigen Tagen abklingen
  • Ungewöhnliche Blutungen oder „erste Periode nach Spirale Schmerzen“
  • Unterleibsschmerzen ohne Periode
  • Verdacht auf Verrutschen: plötzlich verstärkte Schmerzen, Ziehen am Rückholfaden
  • Fieber über 38°C
  • Wenn man sich einfach unsicher ist
  • Infektzeichen (z. B.

Mögliche Maßnahmen und Alternativen

  • Prüfen lassen (Ultraschall): Bei Schmerzen über 2-3 Monate sollte ein Ultraschall zur Positionskontrolle erfolgen und ein Schmerztagebuch geführt werden.
  • Anderes Modell: Wenn die Spirale Schmerzen verursacht, kann ein anderes Modell (z. B. die Kupferkette GyneFIX®) eine Alternative sein.
  • Spirale entfernen: Wenn die Spirale schmerzhaft ist trotz korrektem Sitz, so sind Spirale entfernen und Wechsel auf ein anderes Modell ratsam.

Die Kupferkette GyneFIX® als Alternative

Viele Ärztinnen und Ärzte empfehlen die Kupferkette GyneFIX® als schonendere Alternative, wenn Beschwerden durch die Spirale auftreten. Sie ist viel kleiner als klassische Kupferspiralen und passt sich flexibel der individuellen Gebärmutterform an, das senkt das Risiko für Schmerzen, auch beim Sex oder während der Periode. Die WHO bestätigt: GyneFIX® ist besonders für junge Frauen oder Frauen mit kleineren oder gebogenen Gebärmüttern und auch für Frauen ohne Geburtenerfahrung geeignet.

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Sollte irgendwann doch ein Wunsch nach einer Schwangerschaft bestehen, so kann die Kupferkette problemlos gezogen werden, die Fruchtbarkeit kehrt dabei sofort zurück. Das flexible Design minimiert das Fremdkörpergefühl. Wenn man also unter wehenartigen Schmerzen mit der bisherigen Spirale leidet (z. B. wehenartige Schmerzen mit der Kupferspirale), könnte GyneFIX® die Lösung sein.

Die Rolle des Arztes

Der Intrauterinpessar sollte von einer erfahrenen Ärztin/einem erfahrenen Arzt eingelegt werden. Die fundusnahe Lage des Präparates ist besonders wichtig, um eine gleichbleibende Wirkung des Levonorgestrels auf die Gebärmutterschleimhaut zu gewährleisten, das Risiko einer Ausstoßung des Intrauterinpessars zu verhindern und eine maximale Wirksamkeit zu erreichen.

Vor dem Einlegen des Intrauterinpessars sollte eine frauenärztliche Untersuchung einschließlich der Entnahme eines zytologischen Abstrichs (Zelluntersuchung des Gebärmutterhalses) und eine Untersuchung der Brust vornehmen, sowie eine Schwangerschaft ausschließen lassen. Ebenso sollten Entzündungen und Tumoren der Gebärmutter und ihrer Anhangsorgane ausgeschlossen sein. Die Lage der Gebärmutter und die Größe der Gebärmutterhöhle sollten vor der Einlage bestimmt werden.

Nach der Einlage des Intrauterinpessars sollte man eine Patientinnenerinnerungskarte für die Nachuntersuchungen durch den Arzt/Ärztin erhalten. Man sollte 4 - 12 Wochen nach der Einlage von Ihrem Arzt nachuntersucht werden. Danach werden einmal jährliche oder bei Auftreten von Beschwerden häufigere Nachuntersuchungen empfohlen.

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