Nervenschmerzen im Knie und Wade: Ursachen und Diagnose

Knieschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, von dem in Deutschland etwa fünf bis zehn Millionen Menschen betroffen sind. Oft strahlen diese Schmerzen bis in den Fuß aus. Das Knie, als größtes Gelenk des menschlichen Körpers, spielt eine zentrale Rolle für unsere Mobilität. Knieschmerzen können an vier spezifischen Stellen auftreten: vorne, hinten, innen und außen. Verschiedene Schmerzarten geben Hinweise auf mögliche Ursachen. Stechende Knieschmerzen deuten oft auf Bänder- oder Meniskusrisse hin. Brennende Schmerzen können auf eingeklemmte Nerven hinweisen. Bei starken, anhaltenden Schmerzen, Schwellungen oder Rötungen ist ein Arztbesuch ratsam. Die Behandlung reicht von Physiotherapie über orthopädische Einlagen bis hin zu operativen Eingriffen.

Anatomie und Aufbau des Kniegelenks

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk im menschlichen Körper und spielt eine zentrale Rolle für unsere Bewegungsfähigkeit. Seine komplexe Anatomie ermöglicht vielfältige Bewegungen und trägt enorme Belastungen.

Das Knie als größtes Körpergelenk

Das Kniegelenk besteht aus drei knöchernen Strukturen: Oberschenkelknochen, Schienbein und Kniescheibe. Es bildet zwei Teilgelenke - das Tibiofemoral- und das Patellofemoral-Gelenk. Als Drehwinkelgelenk ermöglicht es Beugung, Streckung und Rotation des Beins.

Wichtige Strukturen im Kniegelenk

Die Gelenkkapsel des Knies ist die größte und komplexeste im Körper. Die Kniescheibe, das größte Sesambein, hat eine bis zu 7 mm dicke Knorpelschicht. C-förmige Menisken vergrößern die Kontaktfläche zwischen den Knochen und reduzieren Druckbelastungen.

Zusammenspiel von Bändern und Sehnen

Bänder und Sehnen stabilisieren das Kniegelenk. Besonders wichtig ist das Kreuzband. Der Innenmeniskus ist weniger flexibel und damit verletzungsanfälliger. Bei einem Schritt lastet das Fünffache des Körpergewichts auf dem Gelenk. Nach einer Meniskusentfernung können Druckspitzen auf den Knorpel um das 200-fache ansteigen.

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Diese komplexe Anatomie macht das Kniegelenk anfällig für Verletzungen und Erkrankungen wie Arthrose, besonders bei Übergewicht und Bewegungsmangel.

Ursachen von Nervenschmerzen im Knie und Wade

Nervenschmerzen im Knie und in der Wade können verschiedene Ursachen haben, die von lokalen Problemen im Kniegelenk bis hin zu Erkrankungen der Wirbelsäule reichen. Es ist wichtig, die genaue Ursache zu identifizieren, um eine gezielte Behandlung einzuleiten.

Lokale Ursachen im Kniegelenk

Verschiedene Verletzungen und Erkrankungen des Knies können Nervenschmerzen verursachen.

Meniskusschäden

Ein gerissener Meniskus kann zu einer mechanischen Reizung der Nerven führen. Meniskusrisse entstehen häufig durch plötzliche Drehbewegungen, insbesondere bei Sportarten wie Fußball oder Skifahren.

Sehnenentzündungen (Tendinitis)

Entzündungen der Sehnen, die Nerven in der Kniekehle irritieren können, können ebenfalls Schmerzen verursachen. In diesem Fall muss besonders an eine Reizung des M. gedacht werden.

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Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Von einer Entzündung sind vor allem die Schleimbeutel direkt vor und unterhalb der Kniescheibe betroffen. Anfangs reibt es im Kniegelenk. Wird das Knie weiter belastet, schwillt das Gelenk an, wird warm und manchmal rot. Es sammelt sich Flüssigkeit im Schleimbeutel und es entsteht ein praller Erguss, erkennbar als Schwellung oder Beule. Auch stechende Schmerzen im Knie können auf eine Schleimbeutelentzündung hindeuten. Laufen, Gehen und sogar längeres Stehen werden unmöglich. Häufigste Ursache für die Schleimbeutelentzündung im Knie ist eine Überbelastung des Kniegelenks durch Sportarten wie intensives Joggen oder Ballsport - oder durch langes Knien bei der Gartenarbeit.

Patellaspitzensyndrom

Treten Schmerzen am unteren Teil der Kniescheibe auf, ist ein Patellaspitzensyndrom wahrscheinlich. Zunächst schmerzt der Bereich nach Belastungen wie dem Joggen, Treppensteigen oder Bergabgehen. Schreitet die Erkrankung unbehandelt fort, leiden Betroffene vielfach auch unter Ruheschmerzen. Die Patella überträgt die Kraft vom Ober- auf den Unterschenkel, sie wird bei jeder Bewegung des Kniegelenks beansprucht. Wird die Patellasehne dauerhaft überlastet, entstehen chronische Knieschmerzen. Das Patellaspitzensyndrom tritt vor allem bei Sportlern auf, die viel springen.

Knorpelschäden

Ein vorderer Knieschmerz kann auf eine chronische Verletzung des Gelenkknorpels hinweisen. Der Knorpelschaden entsteht meist durch eine chronische Überlastung. Chronische Knieschmerzen sind meist die Folge von Gelenkverschleiß. Experten sprechen beim Verschleiß der Gelenke von Arthrose. Beim Knie ist es genauer die Kniegelenkarthrose (Gonarthrose). Die Ursache: Über Jahre reibt sich die schützende Knorpelschicht im Gelenk ab, meist lange unbemerkt. Ohne schützende Knorpelschicht reiben die Knochen als Folge aufeinander. Auch abgeriebene Knorpelstückchen können als Fremdkörper im Gelenkinneren stören und zusätzlich schmerzen. Im Anfangsstadium gehören Anlaufschmerzen, wenn man also eine Bewegung startet, zu den typischen Symptomen. Irgendwann jedoch macht sich der Schmerz bei jedem Schritt und Tritt bemerkbar. Neben einer X- oder O-Beinstellung können auch Fuß-Deformitäten wie ein Knick-, Senk-, Spreiz- oder Plattfuß sowie Hüftprobleme über eine Fehlstatik mit der Zeit zu Knieschmerzen und einer Arthrose führen.

Instabiles Kniegelenk

Die Ursachen für ein instabiles Kniegelenk können also vielfältig sein. Knieschmerzen können vorn, seitlich, beim Beugen, nach dem Joggen oder im Ruhezustand auftreten. Es gibt akute und chronische Knieschmerzen.

Verletzungen

Bei akuten Knieschmerzen durch sportliche Bewegung werden die unterschiedlichen Strukturen im Knie - wie zum Beispiel die Menisken, die Sehnen und Bänder - gereizt. Durch einen Sturz, eine unglückliche Bewegung oder eine Prellung des Knies kann es neben einer Schwellung zu einem Riss kommen: sowohl am Innenband, Außenband, Kreuzband (Kreuzbandriss), dem Meniskus (Meniskusriss) oder dem Knorpel.

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Ursachen im Bereich der Wirbelsäule

Schmerzen im Bein haben oft ihren Ursprung in der Wirbelsäule, z. B. durch eine Nervenwurzelkompression. Häufige Ursachen sind Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen oder Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule. Beinschmerzen sind häufig ein Symptom für Probleme in der Lendenwirbelsäule. Hier verlaufen wichtige Nerven, die die Beine versorgen.

Typische Symptome bei Nervenirritationen:

  • Stechende Schmerzen im Oberschenkel oder in der Wade
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle im Fuß
  • Schwäche in den Beinen, die das Gehen erschwert

Das bekannteste Beispiel ist der Ischiasschmerz. Er entsteht durch die Reizung des Ischiasnervs, der vom unteren Rücken über das Gesäß bis ins Bein verläuft.

Verschleiß und strukturelle Veränderungen in der Wirbelsäule sind die häufigsten Ursachen für Beinschmerzen. Hier sind die wichtigsten Erkrankungen im Überblick:

  • Bandscheibenvorfall: Eine Bandscheibe verliert ihre Elastizität, und der Gallertkern tritt nach außen. Dies führt zu einem Druck auf die Nervenwurzeln, was Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln im Bein verursachen kann.
  • Spinalkanalstenose: Bei dieser Erkrankung verengt sich der Wirbelkanal, wodurch die Nervenwurzeln eingeengt werden. Häufig spüren Betroffene Schmerzen, die beim Gehen zunehmen und beim Sitzen abnehmen.
  • Spondylose (Arthrose der Wirbelsäule): Verschleißerscheinungen der Wirbelgelenke und Bandscheiben können chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen, die in die Beine ausstrahlen.
  • Nervenwurzelkompression: Mechanische Einflüsse, etwa durch Fehlstellungen oder Verkalkungen, üben Druck auf Nervenwurzeln aus. Das Ergebnis: ausstrahlende Schmerzen in Beine und Füße.

Weitere mögliche Ursachen

Neben den genannten Ursachen gibt es noch weitere Erkrankungen und Faktoren, die Nervenschmerzen im Knie und in der Wade verursachen können:

  • Kompressionssyndrom der Arteria poplitea oder das popliteale Entrapment-Syndrom: Das seltene Ursache für eine Claudicatio-Symptomatik sein kann. Typischerweise hiervon betroffen sind gesunde Männer mittleren Alters ohne nennenswerte Risikofaktoren, die sportlich aktiv sind. Typischerweise treten bei den Betroffenen nach einem intensiven Training mit wiederholter Knöcheldorsalflexion und Plantarflexion (z.B. Radfahren, Laufen) Schmerzen tief in der Wade auf. Weitere Symptome unmittelbar nach dem Sport können Blässe oder Parästhesien des Fußes und der Zehen sein.
  • Zystische Adventitiadegeneration: Eine seltene Erkrankung, bei der mit Protein und Mucopolysacchariden gefüllte Zysten, die sich ausschließlich in der Adventitia befinden, zu einer Behinderung der arteriellen Durchblutung im Versorgungsbereich der betroffenen Arterie führen. Sind von der Erkrankung die Arteria femoralis oder die Arteria poplitea betroffen, so treten Symptome einer Claudicatio intermittens auf, die klinisch von einer atherosklerotisch bedingten Gefäßerkrankung nicht unterscheidbar sind.
  • Ganglien oder parameniskale Zysten: Können auch andere zystische Pathologien wie zum Beispiel eine Bakerzyste imitieren. Bakerzysten treten klinisch aufgrund der Vergrößerung einer Bursa synovialis als Schwellung in der Kniekehle zu Tage. Oft sind sie sekundäre Zeichen für degenerative oder entzündliche Gelenkerkrankungen oder Gelenkverletzungen. Ein Ganglion ist dagegen ein zystisch-gutartiger Tumor unbekannten Ursprungs, der im Weichteilgewebe um das Knie lokalisiert sein kann. Hier kann das Ganglion asymptomatisch sein oder aber Schmerzen verursachen, welche die Beweglichkeit und den Bewegungsumfang im Kniegelenk einschränken.
  • Fehlbelastungen: Können dazu führen, dass das Knie unsymmetrisch belastet wird, und Muskeln dadurch auf die in der Kniekehle vorbei laufenden Nerven drücken. Dies führt dann zu einer Reizung der Nerven, und zu entsprechenden Beschwerden.
  • Überlastungen: Sind ungewohnte Belastungen die meistens untrainiert ausgeführt werden und die zu einer Kompression der in der Kniekehle laufende Nerven führen können.
  • Myogelosen: Als Myogelose bezeichnet man muskuläre Verhärtungen, die dann meistens Kompressionen auf umliegende Gewebe ausüben können. In der Kniekehle befinden sich neben Nerven auch einige Muskeln, die ebenfalls von einer Myogelose betroffen sein können. Diese Verhärtungen der Myogelosen können so stark sein, dass sie Druck auf einen vorbeiführende Nerv in der Kniekehle ausüben können.
  • Rheumatische Erkrankungen: Unter dem Begriff Rheuma werden verschiedene chronisch verlaufende Autoimmunerkrankungen des Körpers zusammengefasst. Die bekannteste Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis ist die rheumatoide Arthritis.

Symptome von Nervenschmerzen im Knie und Wade

Die Symptome von Nervenschmerzen im Knie und in der Wade können vielfältig sein und hängen von der Ursache und dem Ausmaß der Nervenreizung ab.

Typische Schmerzcharakteristika

  • Lokale Schmerzen in der Kniekehle: Ein dumpfer oder stechender Schmerz, der sich in der Kniekehle oder im hinteren Teil des Knies bemerkbar macht.
  • Ausstrahlende Schmerzen: Die Schmerzen können bis in die Wade oder den Oberschenkel ausstrahlen, insbesondere bei bestimmten Bewegungen oder Belastungen.
  • Stechende Knieschmerzen: Deuten oft auf Bänder- oder Meniskusrisse hin.
  • Brennende Schmerzen: Können auf eingeklemmte Nerven hinweisen.

Begleitende Symptome

  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln: In seltenen Fällen kann eine Kniekehlenreizung benachbarte Nerven, wie den Nervus tibialis, reizen.
  • Schwellung: Eine sichtbare oder tastbare Schwellung, die durch Flüssigkeitsansammlungen oder eine Entzündung der Sehnen, Muskeln oder Schleimbeutel im Bereich der Kniekehle verursacht wird.
  • Bewegungseinschränkung: Es kann auch zu einer Bewegungsbeeinträchtigung in der Kniekehle durch eine Reizung der Nerven kommen. Hier sind vor allem Dingen Nerven betroffen, die Muskeln aus der Kniekehle motorisch versorgen.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Die Beweglichkeit des Knies kann durch die Reizung oder Schmerzen in der Kniekehle beeinträchtigt werden.
  • Druckempfindlichkeit: Die Kniekehle kann bei Berührung oder Druck empfindlich sein.
  • Kraftverlust: Aufgrund von Schmerzen und Entzündungen kann es zu einer Schwächung der umliegenden Muskulatur, insbesondere der Waden- und Oberschenkelmuskulatur, kommen.
  • Schwellungen der Wade oder des Unterschenkels: Manchmal kann es auch vorkommen, dass es als weiteres Begleitsymptom der Nervenreizung in der Kniekehle zu einer Schwellung in der Kniekehle kommt.
  • Neuropathische Schmerzen: Bei einer entsprechend starken Reizung der Nerven in der Kniekehle kann es auch zu so genannten neuropathischen Schmerzen kommen. Diese werden als sehr unangenehm ziehend und stechend beschrieben und sind meistens in der Kniekehle lokalisiert. Manchmal kann es aber auch sein, dass diese Nervenschmerzen in umliegende Gewebe um das Knie herum weitergeleitet werden. Es sind dann meistens der Oberschenkel oder Unterschenkel davon betroffen.

Diagnose von Nervenschmerzen im Knie und Wade

Eine präzise Diagnostik ist entscheidend, um die Ursache der Beinschmerzen zu identifizieren. Dafür nutzt der Arzt oder die Ärztin bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen, um mögliche Ursachen für die Beschwerden am Knie zu ermitteln.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Ärzte beginnen mit einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Sie erfragen die Schmerzcharakteristik und lokalisieren den Schmerzursprung. Die Diagnosestellung eine Reizung der Nerven in der Kniekehle beginnt mit der Krankenbefragung, bei der erörtert werden soll, seit wann die Beschwerden bestehen, welche Art die Beschwerden sind, und bei welchen Bewegungen die Beschwerden verstärkt oder vermindert werden können. Weiterhin sollte ein Reflextest durchgeführt werden, bei dem der Untersucher mit einem Reflexhammer den Patellasehnenreflex untersucht. Auch kann er eine Sensibilitätsprüfung durchführen, um herauszufinden, ob eventuell sensible Nerven im Bereich der Kniekehle gereizt oder verletzt wurden. Hierzu kann er mit einer kleinen Untersuchungsnadel oder einem Untersuchungspinsel über die Haut der Kniekehle streichen und den Patienten fragen, ob er die Reize wahrnimmt.

Bildgebende Verfahren

Bildgebende Verfahren spielen eine zentrale Rolle in der Diagnostik. Röntgenaufnahmen zeigen Knochenstrukturen und mögliche Arthrosezeichen. Ultraschall eignet sich zur Beurteilung von Weichteilen wie Bändern und Sehnen. Bei komplexeren Fällen kommen MRT oder CT zum Einsatz. Ein MRT der Kniekehle wird immer dann benötigt, wenn man eine genaue Beurteilung der entsprechenden Nerven, die in der Kniekehle laufen, durchführen will. Ein MRT des Knies würde sowohl Knochen, als auch Nerven und Blutgefäße aber auch Sehnen und Weichteilgewebe darstellen. Vermutet man eine Nervenverletzung in der Kniekehle, die zu den Beschwerden führen, sollte in jedem Fall ein MRT durchgeführt werden.

Spezielle klinische Tests

Spezielle klinische Tests ergänzen die Untersuchung. Der Schubladentest prüft die Stabilität der Kreuzbänder. Weitere Tests untersuchen die Funktion der Menisken und Seitenbänder. Diese Kombination aus Anamnese, Bildgebung und klinischen Tests ermöglicht eine präzise Diagnose.

Weitere diagnostische Möglichkeiten

  • Nervenleitgeschwindigkeitsmessung: Hierbei werden Elektroden über und unter das Kniekehle geklebt und ein Strom hindurch gegeben.
  • Ganganalyse: Bei der Ganganalyse wird der Patient auf ein Laufband gestellt und gebeten zu stehen, zu traben zu gehen und schließlich zu laufen. Eine Kamera zeichnet die Belastung und die Stellung auf, ein Computer errechnet eine entsprechende Fehlbelastung.
  • Elektromyogramm (EMG): Durch ein EMG kann man den elektrischen Fluss in Muskeln beurteilen. Hierzu werden Elektroden auf die zu untersuchenden Muskeln geklebt und die Spannung der elektrischen Aktivität der Muskeln gemessen. Fehlbelastungen werden zu einem Spannungsdifferenz führen.

Behandlungsmöglichkeiten und Therapieansätze

Bei Knieschmerzen stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Wahl der Therapie hängt von der Ursache und Schwere der Beschwerden ab.

Konservative Behandlungsmethoden

Oft beginnt die Kniebehandlung mit konservativen Methoden. Dazu gehören Schonung, Kinesio-Tape und entzündungshemmende Medikamente. Betroffene, bei denen Kniestrukturen akut gereizt sind, sollten dem Körper und dem betroffenen Kniegelenk zunächst ein wenig Ruhe gönnen - und zum Ausgleich Übungen und Sportarten wählen, die die schmerzhaften Strukturen weniger belasten. Die sogenannte PECH-Regel ist unmittelbar nach Stürzen oder Sportverletzungen die Wahl der Akuthilfe. X- oder O-Bein-Keile Bei Bedarf können Ärzte Cortison- oder Hyaluronsäure-Spritzen verabreichen.

Operative Eingriffe

Wenn konservative Therapien nicht ausreichen, kommen Operationen in Betracht. Arthroskopien ermöglichen minimalinvasive Eingriffe. Bei schwerer Arthrose kann ein künstlicher Gelenkersatz nötig sein. Eine operative Gelenkspiegelung zögert der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin, wenn möglich, lange hinaus. Sinnvolle gelenkerhaltende Therapien sind unter anderem die Umlagerung der Kniescheibe oder die Korrektur der Beinachse durch eine Umstellungsosteotomie.

Physiotherapeutische Maßnahmen

Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle in der Kniebehandlung. Sie stärkt die Muskulatur und verbessert die Gelenkfunktion. Besonders bei vorderen Knieschmerzen hat sich Physiotherapie als wirksam erwiesen.

Orthopädische Hilfsmittel

Orthopädische Hilfsmittel unterstützen die Therapie. Stützende Schienen (Orthesen) stabilisieren das Knie bei Bandverletzungen. Der „Knieretter“ hat laut Umfragen bei 94% der Nutzer für eine Schmerzlinderung gesorgt.

Weitere Behandlungsmethoden

  • Massage: So kann bei muskulären Verhärtungen, die zu den Nervenreizungen der Kniekehle führen, eine Massage dazu beitragen, dass es zu einer Lockerung der Muskeln in der Kniekehle und so eine Entlastung der Nerven in der Kniekehle kommt.
  • Orthopädische Schuheinlagen: Nachdem eine entsprechende Fehlbelastung in den Knien als Ursache dargestellt werden konnte, sollte mit einer ausgleichenden Behandlung zeitnah begonnen werden. Dies geschieht in der Regel mit der Anpassung von orthopädischen Schuheinlagen.
  • Salben und Gele: Es können auch einige Salben oder Gele auf die Kniekehle aufgetragen werden, die dazu beitragen, dass entzündliche Veränderungen, die zu den Nervenreizungen geführt haben, reduziert werden. Zu nennen wären hier entzündungshemmende Salbe an, wie Ibuprofengel oder Diclogel. Auch Kyttasalbe oder Pferdesalbe können in dem Bereich der Kniekehle aufgetragen werden.
  • Eispack-Behandlung: Bei einer begleitenden Schwellung der Kniekehle kann überlegt werden eine Eispack- Behandlung 2x am Tag durchzuführen.
  • Cortison: Cortison ist ein entzündungshemmendes und auch schmerzlinderndes Medikament, das im Falle einer Nervenreizung der Kniekehle angewandt werden kann. Vor allem bei der unspezifischen Nervenreizung kann man einen Behandlungsversuch mit Cortison unternehmen. Cortison kann man in Form einer Tablette, oder aber auch als Cortisoninjektion applizieren.
  • Schmerzmittel: Gerade wenn eine Nervenreizung in der Kniekehle zu Schmerzen führt, sollte der Einsatz eines Schmerzmittels in Betracht gezogen werden. Zunächst würde man schmerzlindernde Salben oder Gele auftragen (Ibuprofen oder Diclofenac), diese sollten dreimal am Tag aufgetragen werden. Bei starken Schmerzen, kann auch der Einsatz eines Schmerzmittels in Tablettenform überlegt werden.
  • Dehnübungen: Da es häufig durch muskuläre Verhärtungen zu einer Kompression der Nerven in den Kniekehlen kommt, sollten vor allen Dingen Dehnübungen dazu beitragen die Muskeln der Kniekehle zu lockern und zu dehnen.
  • Faszienbehandlung: Ein Teil der Behandlung sollte somit auch sein durch eine Faszienbehandlung diese Verklebung zu lösen. Mit Hilfe einer Faszienrolle sollte man dann mit einem deutlichen Druck langsam vom oberen Rand zum unteren Rand der Kniekehle rollen, dort kurz verharren und danach wieder von vorne beginnen.

Prävention und Selbsthilfe bei Knieschmerzen

Knieprävention und Selbsthilfe spielen eine zentrale Rolle bei der Linderung von Knieschmerzen. Einfache Übungen und ergonomische Anpassungen können große Wirkung erzielen. Studien zeigen, dass tägliche dreiminütige Übungen, sechsmal pro Woche wiederholt, die Chancen auf Schmerzlinderung erhöhen.

Maßnahmen zur Vorbeugung

  • Vermeiden Sie übermäßige Belastungen: Nutzen Sie bei Bedarf Hilfsmittel wie Gehstöcke.
  • Achten Sie auf ergonomische Arbeitsplatzgestaltung:
  • Tragen Sie geeignetes Schuhwerk: Ergänzt durch orthopädische Einlegesohlen.
  • Regelmäßige, moderate Bewegung und gezielte Übungen zur Stärkung der Kniemuskulatur:
  • Achten Sie auf Ihr Gewicht und eine ausgewogene Ernährung: Um die Gelenke zu entlasten.
  • Vermeidung von Überlastungen der Muskulatur: Einseitige Bewegungsmuster führen zu verkürzten Muskeln und spröden Faszien.
  • Dehnübungen: Helfen, muskuläre Spannungen abzubauen und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Kräftigungsübungen: Stärken die stützende Muskulatur.
  • Bewegungstherapie: Fördert die Durchblutung und hält die Gelenke geschmeidig.
  • Gleichgewichtsübungen: Auf einem Wackelbrett verbessern die Propriozeption und unterstützen die Kniesteuerung.
  • Vermeidung von stark belastenden Sportarten: Wie Tennis oder Fußball, bis das Knie stabilisiert ist.
  • Stand-up-Paddling: Gilt als effektive Methode zur Kräftigung der Kniemuskulatur.

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