Ibiza, bekannt für seine lebendige Partyszene und atemberaubende Landschaft, birgt auch gesundheitliche Herausforderungen, die sowohl Einheimische als auch Touristen betreffen. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle neurologische und gesundheitliche Themen auf der Insel, von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) bis hin zu Drogenkonsum und Sterbehilfe, und bietet gleichzeitig wertvolle Gesundheitstipps für einen unbeschwerten Aufenthalt.
Anstieg der Gonorrhö: Ein wachsendes Problem
Dr. med. Weil beleuchtet im Interview den besorgniserregenden Anstieg von Gonorrhö-Fällen, einer sexuell übertragbaren Infektion, die durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae ausgelöst wird. Die Zahlen steigen seit Jahren, wobei Großbritannien im Jahr 2023 einen historischen Höchststand von über 85.000 Fällen verzeichnete. Auch in Deutschland ist eine Zunahme zu beobachten, insbesondere bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 24 Jahren und Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern.
Ursachen und Symptome
Die entspannte Urlaubsstimmung in beliebten Sommer-Party-Hotspots wie Ibiza und Mallorca führt oft zu spontanen sexuellen Kontakten ohne ausreichenden Schutz. Gonorrhö befällt die Schleimhäute, meist im Genitalbereich, aber auch im Rachen oder After. Männer entwickeln häufig eine Harnröhrenentzündung, während Frauen manchmal vermehrten Ausfluss oder Unterleibsschmerzen bemerken. Viele Frauen bleiben jedoch symptomlos, was die Erkrankung besonders heimtückisch macht.
Neue Behandlungsmöglichkeiten und Prävention
Mit Gepotidacin steht ein neuer Wirkstoff kurz vor der Markteinführung in Europa. Studien zeigen, dass er gezielt gegen Gonokokken wirkt und dazu beitragen könnte, resistenzbedingte Therapieversagen zu vermeiden. Die orale Verabreichung und Wirksamkeit bei unkomplizierten Fällen wären ein echter Fortschritt. Dennoch bleibt die Prävention entscheidend.
England startet eine Impfkampagne mit dem Meningokokken-B-Impfstoff „Bexsero“, der ursprünglich gegen Hirnhautentzündung entwickelt wurde und offenbar auch einen gewissen Schutz gegen Tripper bietet (rund 30 bis 40 %). Obwohl kein perfekter Schutz, ist jede Maßnahme zur Eindämmung wichtig. In Deutschland wird „Bexsero“ von der Ständigen Impfkommission (STIKO) derzeit nur für bestimmte Risikogruppen empfohlen, etwa für Menschen mit Immunschwäche. Das Thema wird jedoch in Fachkreisen intensiv diskutiert.
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Unkomplizierte Tests und Schutzmaßnahmen
Tests auf Tripper und andere STI sind heute unkompliziert möglich - in Hausarztpraxen, beim Urologen oder Gynäkologen, in dermatologischen Praxen mit Schwerpunkt Venerologie, in Gesundheitsämtern sowie bei spezialisierten Checkpoints für sexuelle Gesundheit. Es ist wichtig, den Sommer zu genießen, aber beim Flirten den Kopf nicht zu verlieren. STI sind vermeidbar, wenn wir uns selbst und andere schützen.
Drogenkonsum und Suizidrisiko auf Ibiza
Ibiza gilt als „Hotspot“ für Partytourismus, was auch mit einem erhöhten Drogenkonsum einhergeht. Eine Studie von Domenico De Berardis und seinem Team untersuchte den Zusammenhang zwischen Drogenkonsum und Suizidalität auf der Insel.
Ergebnisse der Studie
Von 110 befragten Personen beschäftigten sich 35 Prozent gedanklich mit Suizid, und bei 18 Prozent deuteten die Auskünfte auf ein erhebliches Suizidrisiko hin. Die meisten Befragten konsumierten mehr als eine Droge, am häufigsten Stimulanzien wie Kokain oder Amphetamine. Die Studie ergab keine Anzeichen dafür, dass psychiatrische Erkrankungen gehäuft bei Personen vorkommen, die eine Suizidgefährdung aufweisen. Daher geht das Forschungsteam davon aus, dass dem Drogenkonsum eine unabhängige Rolle bei erhöhter Suizidalität zukommt, sprich: Die Drogenwirkung selbst könnte das Risiko für suizidales Verhalten oder Gedanken an Suizid erhöhen.
Prävention und Hilfsangebote
Auch wenn Impulsivität das Risiko für Suizid erhöht, ist der Weg zum Suizid meist kein abrupter, sondern nur der Endpunkt einer Kette von negativen Entwicklungen. Häufig gehen persönliche Krisen voraus, die sich so weit verschlimmern, bis der Gedanke an den Tod immer mehr zunimmt und konkreter wird. Bei Notlagen oder seelischen Problemen ist es daher ratsam, sich möglichst frühzeitig einem anderen Menschen anzuvertrauen oder professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.
Es gibt verschiedene Beratungsmöglichkeiten:
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- Das Kinder- und Jugendtelefon vom Verein „Nummer gegen Kummer e. V.“ ist unter der 116 111 montags bis samstags von 14-20 Uhr kostenlos erreichbar.
- Die Telefon-Seelsorge ist rund um die Uhr kostenlos unter der 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar.
- Darüber hinaus kann auch die Online-Beratung von drugcom.de bei persönlichen Fragen und Problemen genutzt werden.
Aktive Sterbehilfe: Ein Thema erreicht Ibiza
Die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in Spanien und Portugal hat auch auf Ibiza für Aufsehen gesorgt. Eine 59-jährige Deutsche mit Multipler Sklerose nahm auf Ibiza als eine der ersten die seit Juni in Spanien erlaubte aktive Sterbehilfe in Anspruch.
Der Fall Doerte Lebender
Doerte Lebender litt seit ihrem 24. Lebensjahr an Multipler Sklerose, und ihr Gesundheitszustand hatte sich in den letzten zehn Jahren zusehends verschlechtert. Ende September gab das Expertengremium für die Balearen ihrem Antrag statt. Sie wünschte, dass ihre Geschichte an die Öffentlichkeit gelangt, um klarzustellen, dass es sich nicht um Suizid handele, sondern um ihr Recht, würdevoll und schmerzfrei zu sterben.
Rechtliche Situation in Europa
Aktive Sterbehilfe ist in den meisten europäischen Ländern unter Strafe gestellt, darunter auch in Deutschland. 2021 hatte Spanien sie nach den Niederlanden, Belgien und Luxemburg als viertes Land legalisiert. In Portugal hat das Parlament ebenfalls ein Gesetz zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe gebilligt.
Energie- und Gesundheitstipps für Ibiza
Dr. med. Weil gibt wertvolle Tipps für einen gesunden Aufenthalt auf Ibiza, insbesondere während der heißen Sommermonate.
Flüssigkeitszufuhr und Ernährung
Zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag sind anzustreben, besonders bei extremen Temperaturen. Avocado und Kichererbsen liefern Vitamine und Elektrolyte. Olivenöl liefert gesunde, ungesättigte Fettsäuren. Eiweiß in Schaf- und Ziegenkäse ist besser als aus Kuhmilch. Vollkorn- oder Mischbrot ist Weißbrot-Baguettes vorzuziehen. Zucker sollte man meiden, da er die Quelle vieler Zivilisationskrankheiten ist.
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Alkoholgenuss in Maßen
Am Abend ist ein Glas mediterraner Rotwein wegen des Gehalts an Resveratrol, einem Antioxidans, nicht verkehrt. Doch hier gilt der Spruch von Hippocrates: Die Dosis macht das Gift. Konzentrierter Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Die Regel für Alkoholgenuss - auch besonders im Sommerurlaub auf Ibiza - heißt: Die richtige Qualität des Getränkes, das richtige Maß, in der richtigen Situation, in der richtigen Gesellschaft, in entspannter harmonischer Atmosphäre.
Meerwasser
Wenn Sie beim Schwimmen im Mittelmeer versehentlich oder absichtlich etwas Wasser verschlucken, ist das nicht schlimm und auf jeden Fall besser als das Wasser im Swimming Pool. Manche Meerwasser-Enthusiasten kochen es ab und filtern es, um durch das Trinken alle gesunden Elektrolyte zu bekommen. Doch auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift.
Bobath-Konzept in der Neuro-Rehabilitation
Das Bobath-Konzept ist ein wichtiger Bestandteil der Neuro-Rehabilitation. Bobath-Grundkurse vermitteln profundes Wissen über Theorie und praktisches Arbeiten. Das Konzept entwickelt sich beständig weiter und integriert neue wissenschaftliche Erkenntnisse und moderne Übungsansätze. Im Einklang mit der Internationalen Klassifikation von Funktionsfähigkeit und Behinderung (ICF) der WHO von 2001 ist das Bobath-Konzept zentriert auf die umfassende menschliche Funktionsfähigkeit in allen Lebensbereichen.
Qualitätssicherung der Bobath-Grundkurse
Schon seit 2006 unterliegen Bobath-Grundkurse in Deutschland einer Qualitätssicherung. Am Ende jedes Bobath-Grundkurses werden in einem umfangreichen Fragebogen quantitativ Daten erfasst, um zu überprüfen ob und in welchem Umfang, die im Core-Curriculum verpflichtenden Inhalte und evidenzbasierten Kernaspekte unterrichtet wurden.