Die Neurologie ist ein vielfältiges Fachgebiet, das sich mit der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst. Dazu gehören Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Sinnesorgane, der peripheren Nerven und der Muskulatur. In Oldenburg gibt es verschiedene Einrichtungen, die neurologische Behandlungen anbieten, darunter die "Neurologie am Stau", die Universitätsklinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus und das Medizinische Versorgungszentrum (MEVO). Dieser Artikel bietet einen Überblick über die neurologische Versorgung in Oldenburg, insbesondere im Hinblick auf Migräne und andere häufige neurologische Erkrankungen.
Neurologie am Stau: Fachärztliche Kompetenz in zentraler Lage
Anfang Januar hat Dr. med. Hannelore Grötzsch die Neurologische Praxis, Stau 1 in Oldenburg von Dr. med. Mathias Niedhammer übernommen und führt die Praxis unter dem Namen „Neurologie am Stau“ weiter. Seit April gehört Maike Cordes als angestellte Fachärztin für Neurologie zum Team. Die Praxis ist zentral gelegen und mit dem Bus über die Haltestelle Lappan/Staustrasse gut erreichbar. Die Praxis befindet sich in der Thaliapassage/Handelshof im 3. Stockwerk (Aufzug ist vorhanden).
Sprechzeiten und Terminvereinbarung
Die ärztlichen Sprechzeiten sind wie folgt:
- Montag und Dienstag: 09:00-16:00 Uhr für neurologische und psychiatrische Patienten durch Dr. Dr. med.
- Mittwoch: 09:00-12:30 Uhr
- Donnerstag: 09:00-16:00 Uhr
- Freitag: 09:00-12:30 Uhr für psychiatrische Patienten
Die Praxis arbeitet als Bestellpraxis mit festen Terminen, die telefonisch oder persönlich vereinbart werden können. Innerhalb der Sprechzeiten können auch Termine für Videosprechstunden mit Dr. Hundt oder Frau Brokopp vereinbart werden. Die Zeiten für die Videosprechstunden sind dienstags vormittags von 12:00-12:30 Uhr und donnerstags nachmittags von 15:45 bis 16:15 Uhr.
Wichtige Informationen für Patienten
Patienten werden gebeten, zu jedem ersten Termin im Quartal ihre Versichertenkarte mitzubringen. Sofern regelmäßige Medikamente eingenommen werden, ist eine aktuelle Medikamentenliste/ein Medikamentenplan hilfreich. Mitgebrachte Befunde sollten vor dem Arztgespräch an der Anmeldung abgegeben werden. Falls ein Brief an den Hausarzt gewünscht ist, bitte eine Überweisung mitbringen. Wiederholungsrezepte, Überweisungen und andere Formulare können während der Sprechzeiten ohne vorherige Anmeldung abgeholt werden, am besten nach telefonischer Vorankündigung, wenn die Versichertenkarte eingelesen ist. Rezepte können auch per Post verschickt werden, wobei um Erstattung des Portos gebeten wird. Seit dem gibt es das E-Rezept.
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Besonderheiten der Praxis
Die Praxis legt Wert darauf, dass Patienten während des Arztgesprächs ungestört sind. Daher werden Telefonate während der Sprechstundenzeiten nur in dringlichen Ausnahmen geführt. Es wird versucht, längere Wartezeiten zu vermeiden, dennoch kann es in Notfällen zu Verzögerungen kommen. Die Kosten für Atteste und Stellungnahmen werden nicht von der Krankenkasse übernommen und müssen selbst bezahlt werden. Führerscheingutachten können nach einem kostenpflichtigen Vorgespräch erstellt werden.
Psychiatrische Versorgung
Neben der neurologischen Versorgung bietet die Praxis auch psychiatrische Behandlungen an. Iris Brokopp ist als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie in der Praxis tätig.
Universitätsklinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Oldenburg
Die Universitätsklinik für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Oldenburg behandelt das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur. Die Klinik verfügt über 85 stationäre Betten, davon 14 auf einer Schlaganfalleinheit.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Bei der Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen arbeitet die Klinik interdisziplinär mit Ärzten und Wissenschaftlern anderer Kliniken des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg, des Pius-Hospitals und des Klinikums Oldenburg zusammen.
Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten
Auf den neurologischen Stationen kommt das gesamte diagnostische und therapeutische Repertoire der Neurologie zum Einsatz. Dazu gehören:
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- Spezifische elektrophysiologische Untersuchungen (Nervenleitgeschwindigkeit, Hirnströme)
- Duplexsonographische Untersuchungen zur Beurteilung der hirnversorgenden Gefäße
- Direkter Zugang zu den Apparaten des Instituts für Radiologie/Neuroradiologie (CT-Diagnostik, CT-Angiographie, MRT, MR-Angiographie, konventionelles Röntgen, intraarterielle Subtraktionsangiographie (DSA))
Es kommen alle medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapien zum Einsatz.
Schlaganfalleinheit (Stroke Unit)
Die Schlaganfalleinheit verfügt über 14 Betten und ist mit modernster Technik ausgestattet. Jedes Bett hat eine aufwändige Monitoring-Einheit, die zentral überwacht wird. Hier erfolgt die weitere Behandlung, wenn die Akutphase eines Schlaganfalls beendet ist. Auf der Stroke Unit erfolgen das weitere Monitoring und die Behandlung von Patienten mit einer Schlaganfallsymptomatik mit oder ohne Lysetherapie.
Spezialisierte Ambulanzen
Für die ambulante Behandlung stehen mehrere spezialisierte Ambulanzen zur Verfügung:
- Hochschulambulanz für Bewegungsstörungen: Richtet sich an Patienten mit Bewegungsstörungen (Team: Prof. Dr. K. Witt, Dr. Kathrin Janitzky, Julia Neubauer, Dr. J. Ort: August Carrée, 2.)
- Neuromuskuläre Hochschulambulanz: Richtet sich schwerpunktmäßig an Patientinnen und Patienten, mit Erkrankungen der Muskulatur und der neuromuskulären Übertragung (Team: Dr. Claudia Maurer, Dr. Ort: August Carrée, 2.)
- Spezialambulanz für seltene Schlaganfallursachen: Bietet eine Zweitmeinung bei einem Schlaganfall seltener Ursache (z.B. Team: PD Dr. Thomas Liman, Dr.)
Neuromuskuläres Zentrum Nordwest
Die Universitätsklinik für Neurologie ist zertifiziertes Neuromuskuläres Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM). Das Neuromuskuläre Zentrum Nordwest besteht aus Kliniken der Orte Bremen, Oldenburg, Rotenburg-Wümme, Sande, Westerstede und Leer. In Oldenburg werden Patienten mit Symptomen einer neuromuskulären Erkrankung wie z.B. Schwäche, Muskelschwund, Gefühlsstörungen und Schmerzen im Bereich der Extremitäten mittels spezieller Untersuchungsverfahren untersucht.
Migräne: Diagnostik und Behandlung
Migräne ist eine häufige neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende Kopfschmerzen auszeichnet. Die Kopfschmerzen sind oft pulsierend und einseitig und können von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet sein.
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Diagnostik
Für die Behandlung ist es hilfreich, wenn Sie ein Kopfschmerztagebuch führen, z. B. über die DMKG (www.dmkg.de), in dem Sie Häufigkeit und Dauer des Kopfschmerzes sowie begleitende Symptome (wie einseitigen Tränenfluss, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Sehstörungen ) und eingenommene Medikamente notieren.
Behandlung
Die Behandlung von Migräne umfasst sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Ansätze. Medikamentös können Schmerzmittel, Triptane oder vorbeugende Medikamente eingesetzt werden. Nicht-medikamentöse Maßnahmen umfassen Entspannungstechniken, Stressmanagement und eine gesunde Lebensweise.
Weitere neurologische Erkrankungen und Behandlungsschwerpunkte
Neben Migräne werden in Oldenburg auch viele andere neurologische Erkrankungen behandelt. Einige Beispiele sind:
- Schlaganfall: Die Universitätsklinik für Neurologie verfügt über eine spezialisierte Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) zur Akutversorgung und Weiterbehandlung von Schlaganfallpatienten.
- Multiple Sklerose (MS): Die MS zeichnet sich durch eine chronische Entzündung im Bereich des Gehirns aus. Das Team für neuroimmunologische Erkrankungen führt die für diese Hirnerkrankung spezifische Diagnostik durch und bedient sich in Bezug auf die Behandlung dem gesamten therapeutischen Repertoire der Immunmodulatoren.
- Epilepsie: Durch eine Störung in der Entladungsrate von Neuronen kann es zu einem epileptischen Anfall kommen. Mittels moderner Verfahren der EEG-Diagnostik und der kernspintomographischen Bilddiagnostik in Kooperation mit dem Institut für Radiologie/Neuroradiologie wird die Ursache für eine Epilepsie aufgespürt, um hieraus die richtige Behandlung abzuleiten.
- Parkinson-Erkrankung: Hieraus resultieren die motorischen Symptome, wie z.B. ein Zittern, eine Muskelsteife und eine Bewegungsarmut. Genauso wichtig wie die motorischen Symptome sind die vielfältigen, nicht motorischen Probleme bei der Parkinsonerkrankung, wie z.B. Blasenstörung, Schlafstörung, Schmerzen, Aufmerksamkeit- und Konzentrationsstörung und depressive Verstimmung, um nur einige zu nennen.
- Demenzerkrankungen: Der größte Anteil der dementiellen Erkrankung umfasst die Alzheimer-Erkrankung und die sogenannten vaskulären Demenzen. In einem ersten Schritt ist es unsere Aufgabe mittels modernster Technik und auch Untersuchungen des Nervenwassers zwischen diesen unterschiedlichen - und zum Teil auch behandelbaren - Demenzerkrankungen zu differenzieren.
Neuropädiatrie
In der Klinik für Neuropädiatrie werden Kinder und Jugendliche mit allen Formen von neurologischen Erkrankungen behandelt. Hierzu gehören sämtliche cerebralen Anfallserkrankungen (Epilepsien), Kopfschmerzen und Migräne, alle Formen von Entwicklungsstörungen und Entwicklungsauffälligkeiten, Residualsyndrome (Cerebralparese) entzündliche und neurodegenerative Erkrankungen des Gehirns, angeborene Gehirnfehlbildungen und genetische Retardierungssyndrome, Schädelhirn-traumen (-verletzungen), präoperative Diagnostik von Hirntumoren sowie Erkrankungen der Muskulatur und des peripheren Nervensystems. Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik ist die Behandlung von Patienten mit angeborenen Stoffwechselerkrankungen. Jährlich werden über 1000 Patienten mit neuropädiatrischen Erkrankungsbildern und Stoffwechselerkrankungen stationär, sowie 2800 Patienten ambulant behandelt.
Medizinische Versorgungszentrum (MEVO)
Im MEVO werden alle Patientinnen und Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen versorgt - dazu gehören auch Infusionstherapien, z.B. bei Multipler Sklerose.