Psychosomatische Ursachen von Parkinson-Symptomen

Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, von der in Deutschland etwa 300.000 Menschen betroffen sind. Die Krankheit manifestiert sich durch motorische Symptome wie Zittern, Steifheit, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen. Obwohl die Ursachen von Parkinson komplex sind, deutet die Forschung darauf hin, dass psychosomatische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten der Symptome spielen können.

Was ist Parkinson?

Parkinson, auch Morbus Parkinson genannt, ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, die hauptsächlich die Bewegungskontrolle beeinträchtigt. Sie entsteht durch den Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen in der Substantia Nigra, einem Bereich des Gehirns, der für die Steuerung von Bewegungen zuständig ist. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen spielt.

Ursachen von Parkinson

Die genauen Ursachen von Parkinson sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Alter: Das Risiko, an Parkinson zu erkranken, steigt mit dem Alter.
  • Genetik: In einigen Fällen kann Parkinson erblich bedingt sein.
  • Umweltfaktoren: Die Exposition gegenüber bestimmten Toxinen wie Pestiziden und Lösungsmitteln kann das Risiko erhöhen.
  • Kopfverletzungen: Schwere Kopfverletzungen können das Risiko erhöhen, an Parkinson zu erkranken.

Psychosomatische Aspekte von Parkinson

Psychosomatische Faktoren beziehen sich auf den Einfluss psychologischer und sozialer Faktoren auf die körperliche Gesundheit. Bei Parkinson können psychosomatische Faktoren die Symptome beeinflussen und den Krankheitsverlauf beeinflussen.

Stress und Emotionen

Stress und negative Emotionen wie Angst und Depression können die Parkinson-Symptome verstärken. Stress kann die Dopaminproduktion im Gehirn reduzieren und die motorische Funktion beeinträchtigen. Studien haben gezeigt, dass Stressmanagement-Techniken wie Meditation und Yoga die Parkinson-Symptome lindern können.

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Depression und Angst

Depression und Angst sind häufige Begleiterkrankungen von Parkinson. Etwa 40 % der Parkinson-Patienten leiden an Depressionen. Depressionen können die motorischen Symptome verschlimmern und die Lebensqualität beeinträchtigen. Angstzustände können zu Muskelverspannungen und Zittern führen. Die Behandlung von Depressionen und Angstzuständen mit Medikamenten und Psychotherapie kann die Parkinson-Symptome verbessern.

Persönlichkeitsveränderungen

Parkinson kann zu Persönlichkeitsveränderungen führen, wie z. B. Apathie, Reizbarkeit und Impulsivität. Diese Veränderungen können das soziale Leben der Betroffenen beeinträchtigen und zu Konflikten in Beziehungen führen. Es ist wichtig, diese Veränderungen zu erkennen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Soziale Isolation

Soziale Isolation kann die Parkinson-Symptome verschlimmern und die Lebensqualität beeinträchtigen. Menschen mit Parkinson ziehen sich möglicherweise aufgrund von Scham, Angst oder körperlichen Einschränkungen aus sozialen Aktivitäten zurück. Es ist wichtig, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und an unterstützenden Gruppen teilzunehmen.

Symptome von Parkinson

Die Symptome von Parkinson können von Person zu Person variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Tremor: Zittern, meist in Ruhe.
  • Rigor: Muskelsteifheit.
  • Bradykinese: Verlangsamung der Bewegungen.
  • Posturale Instabilität: Gleichgewichtsstörungen.
  • Nicht-motorische Symptome: Depression, Angst, Schlafstörungen, kognitive Beeinträchtigungen.

Diagnose von Parkinson

Die Diagnose von Parkinson basiert auf einer neurologischen Untersuchung und der Beurteilung der Symptome. Es gibt keinen spezifischen Test für Parkinson, aber bildgebende Verfahren wie MRT und SPECT können verwendet werden, um andere Erkrankungen auszuschließen. Ein Levodopa-Test kann durchgeführt werden, um zu prüfen, ob die Symptome auf die Gabe von Levodopa ansprechen.

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Behandlung von Parkinson

Es gibt keine Heilung für Parkinson, aber die Symptome können mit Medikamenten, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie behandelt werden.

  • Medikamente: Levodopa ist das wirksamste Medikament zur Behandlung von Parkinson-Symptomen. Andere Medikamente wie Dopaminagonisten, MAO-B-Hemmer und COMT-Hemmer können ebenfalls eingesetzt werden.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit, Kraft und das Gleichgewicht zu verbessern.
  • Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, Alltagsaktivitäten zu erleichtern.
  • Logopädie: Logopädie kann helfen, Sprech- und Schluckstörungen zu verbessern.
  • Tiefe Hirnstimulation (THS): In fortgeschrittenen Fällen kann eine THS in Betracht gezogen werden. Bei diesem chirurgischen Eingriff werden Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns implantiert, um die Symptome zu lindern.

Psychologische und soziale Unterstützung

Psychologische und soziale Unterstützung sind wichtige Bestandteile der Parkinson-Behandlung. Psychotherapie kann helfen, mit Depressionen, Angstzuständen und anderen emotionalen Problemen umzugehen. Unterstützende Gruppen können eine wertvolle Quelle der Unterstützung und des Austauschs mit anderen Betroffenen sein.

Schlafstörungen bei Parkinson

Schlafstörungen treten bei Parkinson-Patienten häufig auf und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Bis zu 90 % der Betroffenen leiden im Verlauf der Erkrankung unter Tagesmüdigkeit sowie Ein- und Durchschlafstörungen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von direkten Auswirkungen der Parkinson-Erkrankung auf das Gehirn bis hin zu Nebenwirkungen der Medikamente.

Ursachen von Schlafstörungen

  • Direkte Auswirkungen der Parkinson-Erkrankung: Die Parkinson-Erkrankung kann die Schlaf-Wach-Regulation im Gehirn stören.
  • Medikamentennebenwirkungen: Einige Parkinson-Medikamente können Schlafstörungen verursachen.
  • Restless-Legs-Syndrom: Missempfindungen in den Beinen, die sich erst beim Bewegen bessern, können das Einschlafen erschweren.
  • Depressionen: Schlafstörungen können im Zusammenhang mit Depressionen auftreten.
  • Nächtliche Unbeweglichkeit: Durch das Absinken des Medikamentenspiegels in der zweiten Nachthälfte kann es zu starker Unbeweglichkeit kommen, die das Drehen im Bett erschwert.
  • Häufiger Harndrang: Nächtlicher Harndrang kann den Schlaf unterbrechen.
  • Alpträume und Unruhezustände: Diese können durch eine zu starke Medikamentenwirkung verursacht werden.

Behandlung von Schlafstörungen

Die Behandlung von Schlafstörungen bei Parkinson erfordert eine sorgfältige Analyse der Symptome und Begleitumstände.

  • Medikamentenanpassung: Die Einnahme von aufmunternden Parkinson-Medikamenten am Abend sollte vermieden werden. Bei Restless-Legs-Syndrom kann die abendliche Einnahme zusätzlicher Parkinson-Medikamente helfen. Bei nächtlicher Unbeweglichkeit kann ein lang wirksames Parkinson-Medikament vor dem Einschlafen Linderung verschaffen. Bei Alpträumen und Unruhezuständen ist eine Anpassung der Medikamenteneinstellung erforderlich.
  • Hausmittel und Entspannungstechniken: Warme Fußbäder vor dem Schlafengehen und Entspannungstechniken wie autogenes Training können einschlaffördernd wirken.
  • Milde Schlafmittel: Die vorübergehende Einnahme milder Schlafmittel ist möglich.
  • Verhaltensmaßnahmen: Regelmäßige Zeiten für das Zubettgehen sollten eingehalten und tagsüber Mittagsschlaf und Nickerchen vermieden werden. Die abendliche Trinkmenge sollte reduziert und auf die regelmäßige Blasenentleerung vor dem Zubettgehen geachtet werden.

Depressionen bei Parkinson

Depressionen sind eine häufige psychische Begleiterkrankung bei Parkinson und können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Sie können bereits im Frühstadium der Erkrankung auftreten oder sich erst im späteren Verlauf entwickeln.

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Ursachen von Depressionen

  • Neurodegeneration: Die Parkinson-Erkrankung führt nicht nur zu einem Dopaminmangel, sondern auch zu einem Mangel an Serotonin, dem "Glückshormon".
  • Reaktion auf die Erkrankung: Depressionen können als Reaktion auf den Bewegungsmangel, den Kontrollverlust über die eigene Motorik und die damit einhergehenden Einschränkungen in der Lebensqualität und Selbstständigkeit entstehen.
  • Anpassungsstörungen: Nach der Diagnose Parkinson kann es zu Anpassungsstörungen kommen, die auch als reaktive Depression bezeichnet werden.

Symptome von Depressionen

Die Symptome einer Depression bei Parkinson können denen einer Depression ohne Parkinson ähneln, wie z. B. Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, Verlust von Interesse an der Umgebung, Antriebsmangel und Freudlosigkeit. Es ist wichtig zu beachten, dass einige Symptome der Parkinson-Erkrankung, wie z. B. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, ausdruckslose Mimik und Appetitlosigkeit, auch Symptome einer Depression sein können.

Behandlung von Depressionen

Die Behandlung von Depressionen bei Parkinson umfasst in der Regel eine medikamentöse Therapie und/oder Psychotherapie.

  • Medikamentöse Therapie: Antidepressiva können helfen, die Stimmung zu verbessern und die Symptome der Depression zu lindern.
  • Psychotherapie: Psychotherapie kann helfen, mit den emotionalen Herausforderungen der Parkinson-Erkrankung umzugehen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Angststörungen bei Parkinson

Angststörungen sind eine weitere häufige psychische Begleiterkrankung bei Parkinson. Sie können sich in Form von übermäßigen Sorgen, Panikattacken oder spezifischen Phobien äußern.

Ursachen von Angststörungen

  • Neurotransmitter-Ungleichgewicht: Wie Depressionen können Angststörungen durch ein Ungleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn verursacht werden.
  • Sturzangst: Durch die bei Parkinson auftretenden Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen ist das Sturzrisiko der Betroffenen deutlich erhöht, was zu Angstzuständen führen kann.
  • Scham und soziale Isolation: Patienten können Scham und Unsicherheit empfinden, wenn sie mit ihren auffälligen Parkinsonsymptomen in die Öffentlichkeit gehen müssen.

Behandlung von Angststörungen

Die Behandlung von Angststörungen bei Parkinson kann eine kognitive Verhaltenstherapie, eine medikamentöse Therapie oder eine Kombination von beidem umfassen.

  • Kognitive Verhaltenstherapie: Diese Therapieform kann helfen, negative Denkmuster und Verhaltensweisen zu ändern, die zu Angstzuständen beitragen.
  • Medikamentöse Therapie: Antidepressiva und angstlösende Medikamente können helfen, die Symptome der Angst zu lindern.

Verhaltensänderungen und Persönlichkeitsveränderungen

Neben Depressionen und Angststörungen können Parkinson-Patienten auch Verhaltensänderungen und Persönlichkeitsveränderungen erfahren. Diese können durch die Erkrankung selbst, durch die Medikamente oder durch eine Kombination von beidem verursacht werden.

Impulskontrollstörungen

Impulskontrollstörungen sind durch eine verminderte Fähigkeit zur Kontrolle innerer Impulse gekennzeichnet. Sie können sich in Form von Spielsucht, zwanghaftem Kaufen, Esssucht, Hypersexualität oder Punding äußern.

Dopaminerges Dysregulationssyndrom

Das dopaminerge Dysregulationssyndrom ist ein Verhaltensmuster, bei dem Patienten die Dosis ihrer dopaminergen Medikamente stetig erhöhen, über das Ausmaß hinaus, welches zur Kontrolle ihrer motorischen Symptome erforderlich ist.

Apathie

Apathie ist durch einen Mangel an Motivation und Interesse an der Umgebung gekennzeichnet. Sie kann als eigenständiges Symptom auftreten oder im Zusammenhang mit Depressionen stehen.

Behandlung von Verhaltensänderungen

Die Behandlung von Verhaltensänderungen bei Parkinson umfasst in der Regel eine Anpassung der Medikation und/oder eine Verhaltenstherapie.

  • Medikamentenanpassung: Die Dosis von Dopaminagonisten sollte reduziert oder gegebenenfalls abgesetzt werden.
  • Verhaltenstherapie: Diese Therapieform kann helfen, problematisches Verhalten zu erkennen und zu ändern.

Kognitive Beeinträchtigungen und Demenz

Kognitive Beeinträchtigungen sind bei Parkinson-Patienten häufig und können von leichten Teilleistungsstörungen bis hin zu einer Demenz reichen.

Teilleistungsstörungen

Teilleistungsstörungen äußern sich vor allem in einer allgemeinen Verlangsamung bestimmter Denkabläufe (Bradyphrenie) und Aufmerksamkeitsstörungen.

Demenz

Eine Demenz ist eine fortschreitende Hirnerkrankung, bei der mehrere kognitive Leistungsbereiche gleichzeitig so stark eingeschränkt sind, dass einfache externe Hilfen diesen Zustand nicht mehr bessern können.

Behandlung von kognitiven Beeinträchtigungen

Die Behandlung von kognitiven Beeinträchtigungen bei Parkinson umfasst in der Regel eine medikamentöse Therapie und/oder kognitives Training.

  • Medikamentöse Therapie: Es gibt Medikamente, die die kognitiven Funktionen verbessern können.
  • Kognitives Training: Dieses Training kann helfen, die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und andere kognitive Fähigkeiten zu verbessern.

Unterstützung für Angehörige

Die Parkinson-Erkrankung betrifft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Angehörigen. Angehörige können unter den körperlichen und psychischen Belastungen der Pflege leiden. Es ist wichtig, dass Angehörige Unterstützung suchen und auf ihre eigene Gesundheit achten.

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