Die Uniklinik Würzburg (UKW) hat sich als ein führendes Zentrum für die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Rückenmarks etabliert. Mit einem interdisziplinären Team von Spezialisten und modernster Technologie bietet die Klinik ein umfassendes Leistungsspektrum für Patienten mit Rückenmarksproblemen.
Die Rolle der Spinalganglien in der Schmerzmedizin
Ein besonderer Forschungsschwerpunkt der Neuroradiologie des UKW liegt auf den Spinalganglien (DRG), Ansammlungen von sensorischen Nervenzellkörpern, die eine Schlüsselrolle bei der Weiterleitung von Schmerzsignalen spielen. Clinician Scientist Magnus Schindehütte und sein Team haben ein KI-basiertes Modell zur automatischen Erkennung und Segmentierung von Spinalganglien in MRT-Bildern entwickelt. Dieses Modell erleichtert die Beurteilung der Spinalganglien erheblich und eröffnet neue diagnostische Möglichkeiten, insbesondere in der Schmerzmedizin.
Fortschritte in der Bildgebung der Spinalganglien
Dank großer Fortschritte in der Bildgebung rücken die DRGs immer mehr in den Fokus der Wissenschaft. Die MRT-Aufnahmen des Teams um Schindehütte erreichen eine hohe Auflösung, wodurch die Strukturen viel klarer abgegrenzt werden können. Die Signalintensität der Spinalganglien in MRT-Sequenzen kann wichtige diagnostische Hinweise liefern, beispielsweise bei der Multisystemerkrankung Morbus Fabry. Auch Volumenveränderungen der Spinalganglien können auf Erkrankungen hinweisen, wie eine Studie des UKW in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Interdisziplinäre Schmerzforschung (ZIS) zeigte.
KI-basierte Analyse der Spinalganglien
Das KI-Modell zur automatischen Erkennung und Segmentierung von Spinalganglien wurde mit manuell annotierten MRT-Aufnahmen trainiert. Der Deep Learning Algorithmus (nnU-Net) erkennt und segmentiert inzwischen nicht nur die ursprünglichen Trainingsdaten, sondern auch neue MRT-Bilder von gesunden und erkrankten Personen. Das System arbeitet robust, schnell und standardisiert und bietet eine wichtige Grundlage für eine objektive und reproduzierbare Diagnostik.
Diagnostische Verfahren in der Neuroradiologie
Das Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie der Uniklinik Würzburg setzt modernste Technik für Diagnostik und Gefäßbehandlung ein. Langjährig erfahrene Expertinnen und Experten planen, führen durch und werten die Untersuchungen aus.
Lesen Sie auch: Expertise in Neurologie: Universitätsklinik Heidelberg
Schwerpunkte in der Diagnostik
Zu den Schwerpunkten in der Diagnostik gehören:
- Gefäßerkrankungen
- Hirntumore
- Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z.B. Multiple Sklerose)
- Neurodegenerative und Demenz-Erkrankungen (z.B. Morbus Parkinson oder Alzheimer-Erkrankung)
- Pädiatrische Neuroradiologie
- Erkrankungen des peripheren Nervensystems (MR-Neurographie)
- HNO-Erkrankungen einschließlich Felsenbein, Mittel- und Innenohr
- Psychiatrische Erkrankungen
Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT)
Das Institut verfügt über mehrere Kernspintomographen mit unterschiedlichen Feldstärken, die für hochauflösende und funktionelle MRT-Untersuchungen des Gehirns, der Kopf-Hals-Region, der Gefäße, der Wirbelsäule und des Rückenmarks sowie der Nervenplexus und peripheren Nerven (MR-Neurographie) eingesetzt werden.
Computertomographie (CT)
Mit einem neuartigen Photon-Count Computertomographen zeichnet sich das Institut durch eine geringere Strahlenexposition bei gleichzeitig höherer Auflösung aus. CT-Untersuchungen werden unter anderem bei der Diagnostik von Hirnblutungen, Schlaganfällen, Schädel- und Hirnverletzungen sowie degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule eingesetzt.
Angiographie (digitale Subtraktionsangiographie, DSA)
Die angiographischen Verfahren werden für minimal-invasive Gefäßbehandlungen und für diagnostische Gefäßuntersuchungen eingesetzt.
Neurologische Klinik am Klinikum Würzburg Mitte
Die Klinik für Neurologie und Neurologische Frührehabilitation (Phase B) am Klinikum Würzburg Mitte, Standort Juliusspital, ist als MS-Zentrum ausgezeichnet worden.
Lesen Sie auch: Uniklinik Erlangen: Ihr Anlaufpunkt bei neurologischen Notfällen
Multiple Sklerose (MS)
Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, die Entzündungen in Gehirn und Rückenmark hervorrufen kann. Die Neurologie am KWM Juliusspital sichert die Diagnose durch umfangreiche Untersuchungen ab und leitet in Abstimmung mit dem Patienten die passende Therapie ein.
Weitere Schwerpunkte der Neurologischen Abteilung
- Schlaganfall: Die Neurologische Abteilung verfügt über eine zertifizierte Stroke Unit und nimmt an klinischen Studien zum Thema Schlaganfall teil.
- Autoimmun-entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems: Ein Schwerpunkt der Klinik ist die Diagnostik dieser Erkrankungen, wie z.B. Multiple Sklerose.
- Neurodegenerative Erkrankungen: Die Neurologische Abteilung hat sich auf die Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen eingestellt.
- Parkinson-Syndrome: Die Therapie umfasst eine leitliniengerechte Medikation sowie den Einsatz eines multidisziplinären Therapeutenteams.
- Dementielle Erkrankungen: Die Alzheimer-Demenz kann durch gezielte Diagnostik festgestellt werden.
- Erregerbedingte Erkrankungen: Die Neurologische Abteilung diagnostiziert und behandelt Entzündungen der Hirnhäute (Meningitis) oder des Gehirns (Enzephalitis).
Behandlung von Wirbelsäulentumoren
Bei der Operation von Wirbelsäulentumoren gilt es, die Funktion des Rückenmarks und die Stabilität der Wirbelsäule zu erhalten. Die Uniklinik Würzburg bietet modernste Operationsverfahren an, bei denen die Nervenfunktion fortwährend überwacht wird.
Arten von Wirbelsäulentumoren
Wirbelsäulentumoren können vom Rückenmark selbst, von der Rückenmarkshaut, von den Nervenscheiden oder von den Knochenstrukturen der Wirbelsäule ausgehen. Auch gutartige Tumoren können zu einer gefährlichen Verdrängung des Rückenmarks führen.
Therapie von Wirbelsäulentumoren
Die Behandlung hängt von der Art, Lokalisation und Ausdehnung des Tumors ab. Ziel der Operation ist eine möglichst vollständige Tumorentfernung, ohne die Funktion des Rückenmarks und die Stabilität der Wirbelsäule zu gefährden.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten für Rückenmarkserkrankungen
Neben den genannten Schwerpunkten bietet die Uniklinik Würzburg auch weitere Behandlungsmöglichkeiten für Rückenmarkserkrankungen an, darunter:
Lesen Sie auch: Erfahrungen und Einblicke in die Neurologische Klinik Heidelberg
- Spinalkanalstenose: Eine Verengung des Wirbelkanals kann Schmerzen und neurologische Ausfälle hervorrufen. Moderne Operationsverfahren können hier Abhilfe schaffen.
- Bandscheibenvorfälle: Die Uniklinik Würzburg bietet verschiedene Operationsmethoden zur Behandlung von Bandscheibenvorfällen an, darunter auch minimal-invasive endoskopische Verfahren.
- Konservative Therapie: In vielen Fällen kann eine konservative Therapie mit Schmerzmitteln, Physiotherapie und physikalischer Therapie helfen, die Beschwerden zu lindern.
tags: #uniklinik #wurzburg #ruckenmark