Robert Franz Parkinson Erfahrungen: Ein umfassender Überblick

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die Millionen von Menschen weltweit betrifft. Obwohl es derzeit keine Heilung gibt, können verschiedene Behandlungen helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Parkinson-Krankheit, einschließlich ihrer Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung und der Erfahrungen von Menschen, die mit dieser Erkrankung leben.

Was ist die Parkinson-Krankheit?

Die Parkinson-Krankheit ist die häufigste neurodegenerative Erkrankung. Sie entsteht durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn, insbesondere in der Substantia nigra, die für die Produktion von Dopamin verantwortlich ist. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff, der für die Steuerung von Bewegungen unerlässlich ist. Ein Mangel an Dopamin führt zu den charakteristischen Symptomen der Parkinson-Krankheit, wie Zittern, Muskelsteifheit, verlangsamten Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen. Im deutschsprachigen Raum wird Parkinson auch als Schüttellähmung bezeichnet.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für die Parkinson-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.

Risikofaktoren:

  • Alter: Das Risiko, an Parkinson zu erkranken, steigt mit dem Alter. Die meisten Betroffenen zeigen erste Symptome um das 60. Lebensjahr.
  • Genetische Vorbelastung: Bei bis zu 30 Prozent der Parkinsonkranken spielt eine genetische, also familiäre Vorbelastung eine Rolle.
  • Umweltfaktoren: Einige Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Umweltfaktoren, wie Pestizide und Herbizide, das Risiko für Parkinson erhöhen können.

Symptome der Parkinson-Krankheit

Die Parkinson-Krankheit entwickelt sich langsam und schleichend. Die Symptome treten zu Beginn meist nur auf einer Körperseite auf und können sich mit der Zeit verschlimmern.

Hauptsymptome:

  • Muskelstarre (Rigor): Die Muskeln sind dauerhaft angespannt, auch im Ruhezustand. Symptome wie ein Ziehen im betroffenen Bereich oder das Gefühl, bei jeder Bewegung gegen einen zähen Widerstand anzukämpfen, sind typisch.
  • Bradykinese: Parkinson-Patient*innen bewegen sich langsamer. Sie gehen langsam und in kleinen Schritten und häufig nach vorne gebeugt. Es fällt ihnen schwer, eine Bewegung überhaupt zu starten. Auch Gestik und Mimik verändern sich, das Gesicht wirkt maskenhaft.
  • Parkinson-Tremor (Muskelzittern): Typisch ist das Zittern, das in Ruhe-Situationen auftritt (Ruhe-Tremor). Meist fängt es in den Armen und Händen an, im späteren Verlauf zittern auch die Beine und Füße.
  • Instabile Körperhaltung mit Neigung zu Stürzen: Die Stell- und Haltereflexe sind gestört. Betroffenen fällt es schwer, sich stabil aufrecht zu halten. Sie sind unsicher beim Gehen und stürzen leichter.

Weitere Symptome:

Neben den Hauptsymptomen können auch eine Reihe anderer Symptome auftreten, die in vier Gruppen zusammengefasst werden:

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  • Neuropsychiatrische Störungen: Antriebsarmut, depressive Verstimmungen, Störungen der Impulskontrolle, des Denkens und der Gedanken.
  • Schlafstörungen: Häufiges Erwachen, oft als Folge erhöhter Müdigkeit während des Tages.
  • Autonome Funktionsstörungen: Blutdruckschwankungen, Verlust der Kontrolle über Blase und Darm.
  • Sinnesstörungen: Verminderte Fähigkeit, zu riechen und Farben wahrzunehmen, sowie Schmerzen.

Diagnose der Parkinson-Krankheit

Um die Diagnose Parkinson zu stellen, betrachtet derdie Ärztin im Wesentlichen die klassischen erkennbaren Symptome. Verschiedene Untersuchungen können bereits in der frühen Phase der Erkrankung dazu beitragen, die Diagnose zu sichern.

Diagnostische Verfahren:

  • Neurologische Untersuchung: Derdie Ärztin untersucht die motorischen Fähigkeiten, die Reflexe, die Koordination und das Gleichgewicht.
  • DAT-Scan: Ein bildgebendes Verfahren, mit dem sich Störungen im Dopamin-Stoffwechsel zeigen lassen.
  • Geruchstest: Viele Parkinson-Patient*innen haben eine verminderte Fähigkeit, zu riechen.
  • Neuropsychologische Untersuchungen: Hirnleistungstests können helfen, kognitive Beeinträchtigungen festzustellen.
  • Schlafdiagnostik: Um Schlafstörungen zu erkennen.
  • Elektrophysiologische Messungen der Nervenfunktion: Um die Nervenfunktion zu überprüfen.
  • Laboruntersuchungen: Um andere Erkrankungen auszuschließen.
  • L-Dopa-Test: Dabei erhält der Patient oder die Patientin versuchsweise das Medikament L-Dopa, das den Botenstoff Dopamin ersetzt. Wenn sich die Symptome verbessern, unterstützt dies die Diagnose Parkinson.

Eine wichtige Rolle spielt bei der Diagnostik die Feststellung einer möglichen Depression, die in Verbindung mit einer Parkinson-Erkrankung auftreten kann. Depressionen gehören zu den Faktoren, die die Lebensqualität von Parkinson-Patient*innen am stärksten beeinträchtigen.

Behandlung der Parkinson-Krankheit

Bislang ist die Parkinson-Krankheit nicht grundsätzlich heilbar. Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten können aber den Krankheitsverlauf beeinflussen und die Symptome lindern. Bei der Therapie unterscheidet man zwischen den motorischen Symptomen und den nicht-motorischen Symptomen.

Behandlung der Bewegungsstörungen:

  • Medikamentöse Behandlung: Die motorischen Symptome lassen sich vor allem mit Medikamenten beeinflussen. Dabei wird der Dopaminmangel im Gehirn ausgeglichen. Dazu setzt man fünf Substanzgruppen ein:

    • Levodopa (kurz L-Dopa) (ersetzt den Botenstoff Dopamin)
    • COMT-Hemmer (hemmen das Enzym Catechol-O-Methyl-Transferase und damit den Abbau von Dopamin)
    • MAO-Hemmer (hemmen das Enzym Monoamin-Oxidase und verlangsamen damit den Abbau von Dopamin)
    • NMDA-Antagonisten (blockieren sogenannte NMDA-Rezeptoren und beeinflussen so die Beweglichkeit)
    • Dopamin-Agonisten (wirken wie Dopamin)

    Man verwendet diese Wirkstoffe meist kombiniert. Derdie Patientin muss die Medikamente zu festgelegten Uhrzeiten einnehmen, damit diese richtig wirken können. Dabei ist es wichtig, dass die Einnahme zusammen mit demder Ärztin auf die tageszeitliche Ausprägung der Symptome abgestimmt ist.

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  • Tiefe Hirnstimulation: In den letzten Jahren wird neben der medikamentösen Behandlung immer häufiger ein operatives Therapieverfahren namens Tiefe Hirnstimulation eingesetzt. Hierbei regt man drei ausgewählte Hirnregionen über Elektroden an. Dazu kommt ein Schrittmacher, der unter die Haut implantiert wird und den der Patient oder die Patientin von außen steuern kann. Die Tiefe Hirnstimulation eignet sich für Parkinson-Patient*innen, die bereits längere Zeit behandelt werden und bei denen die Therapie Komplikationen hervorruft, die sich nicht ausreichend mit Medikamenten verbessern lassen.

Behandlung von nicht-motorischen Symptomen:

Neben den Bewegungsstörungen behandelt der Arzt oder die Ärztin auch Symptome, die nicht die Beweglichkeit betreffen. Dabei stehen neuropsychiatrische Funktionsstörungen sowie Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Diese Symptome können bereits zurückgehen, wenn man die Wirkung der Parkinson-Medikamente sorgfältig kontrolliert und die Dosis gegebenenfalls anpasst. Zusätzlich lassen sich einzelne Symptome, etwa Stimmungs-, Schlaf-, Denk- und Impulskontroll-Störungen, mit entsprechenden Arzneimitteln behandeln. Auch Störungen der autonomen Funktionen können mit Medikamenten behandelt werden.

Weitere Behandlungselemente:

  • Krankengymnastik und Physiotherapie: Sind die wichtigsten Bestandteile der Parkinson-Behandlung. Dabei sollen Beschwerden gelindert werden, die Bewegungsverhalten und die Haltung der Betroffenen beeinträchtigen.
  • Ergotherapie: Ergotherapie unterstützt Parkinson-Patient*innen dabei, Alltagsfunktionen zu erhalten und zu verbessern.
  • Logopädie: Bei Schluckstörungen sollte in Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin logopädische Unterstützung gesucht werden.
  • Ernährungsberatung: Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für Menschen mit Parkinson. Bestimmte Eiweiße, die in Fleisch und Milch enthalten sind, können die Aufnahme von Levodopa stören. Erkrankte sollten außerdem auf wenig Zucker und wenig gesättigte Fettsäuren achten.

Ernährung bei Parkinson

Eine ausgewogene Ernährung ist für Menschen mit Parkinson von großer Bedeutung. Sie kann helfen, die Symptome zu lindern, die Medikamentenwirkung zu optimieren und die allgemeine Gesundheit zu verbessern.

Wichtige Aspekte der Ernährung bei Parkinson:

  • Mediterrane Ernährung: Eine gute Basis für eine ausgewogene Ernährung bietet die mediterrane Küche. Hierbei handelt es sich um eine traditionell in Mittelmeerländern verbreitete Art der Auswahl und Zubereitung von Speisen, die v. a. durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln gekennzeichnet ist.
  • Eiweißzufuhr: Parkinson-Medikamente, insbesondere das häufig eingesetzte Präparat L-Dopa sollen idealerweise auf nüchternen Magen und mind. 30 Minuten vor der nächsten Mahlzeit eingenommen werden. L-Dopa und Eiweiß sind sich in ihrer chemischen Struktur so ähnlich, dass sie an der gleichen Stelle im Dünndarm ins Blut übertreten.
  • Ballaststoffe: Eine ballaststoffreiche Ernährung kann helfen, Verstopfung vorzubeugen, einem häufigen Problem bei Parkinson.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Probiotika und Vitamine können in Einzelfällen jedoch sinnvoll und erforderlich sein.

Erfahrungen von Menschen mit Parkinson

Viele Menschen mit Parkinson engagieren sich aktiv in Selbsthilfegruppen und tauschen sich über ihre Erfahrungen aus. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein, um mit der Erkrankung besser umzugehen und neue Strategien zur Bewältigung der Symptome zu entwickeln.

Forschung und Zukunftsperspektiven

Die Forschung im Bereich der Parkinson-Krankheit ist sehr aktiv. Es werden verschiedene Therapieansätze verfolgt, um die Ursachen der Erkrankung zu bekämpfen und neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

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Vielversprechende Forschungsansätze:

  • Antikörper-Therapie: In Studien wurde versucht, die Ablagerungen von Alpha-Synuclein im Gehirn mit einer zielgerichteten Antikörper-Therapie zu reduzieren.
  • Stammzellentherapie: Hier wird versucht, Dopamin produzierende Neuronen aus Stammzellen zu züchten und abgestorbene Nervenzellen durch Zelltransplantation zu ersetzen.
  • Gentherapie: Hier werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, zum Beispiel Gene für bestimmte Enzyme in das Gehirn zu injizieren, die die Nervenzellen anregen, Dopamin zu produzieren.

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