Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist, die durch synchronisierte, anfallsartige Entladungen von Nervenzellgruppen im Gehirn verursacht werden. Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig und reichen von genetischen Faktoren bis hin zu erworbenen Hirnschäden. Robert Franz, ein bekannter Befürworter von Naturheilmitteln, hat sich auch mit dem Thema Epilepsie auseinandergesetzt und alternative Behandlungsansätze vorgeschlagen. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Robert Franz' Empfehlungen bei Epilepsie, betrachtet die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu seinen Vorschlägen und gibt einen Überblick über konventionelle Behandlungsmethoden. Im Darmkrebszentrum des Ev. Krankenhauses Göttingen Weende bieten wir Ihnen eine individuell zugeschnittene Behandlung innerhalb unseres Netzwerkes aus Expertinnen und Experten aller erforderlichen Fachdisziplinen. Wir möchten Ihnen als Team bei der Krankheitsbewältigung zur Seite stehen.
Epilepsie: Eine komplexe neurologische Erkrankung
Epilepsie ist durch das wiederholte Auftreten von Anfällen gekennzeichnet. Bei etwa fünf Prozent der Bevölkerung tritt einmal im Leben ein epileptischer Anfall auf, bei rund 10 Prozent zeigt das EEG eine erhöhte Krampfbereitschaft. Epilepsien werden in fokale und generalisierte Anfälle unterteilt, was dann für die Arzneimittelauswahl eine wichtige Rolle spielt. Am häufigsten sind epileptische Anfälle ohne erkennbare Ursachen, was man dann als idiopathisch bezeichnet. Daneben können epileptische Anfälle auch symptomatisch als Folge verschiedener Erkrankungen auftreten.
Ursachen und Auslöser
Epilepsien entstehen entweder durch eine krankhaft gesteigerte Erregung oder durch eine verminderte Hemmung der physiologischen Erregung. Die genauen Zusammenhänge zwischen einer Übererregbarkeit und epileptischen Krankheitsbildern sind noch unklar. Bekannt sind aber verschiedene Phänomene, die zu einer krankhaften Erregbarkeit beitragen. Es ist bekannt, dass epileptische Anfälle durch verschiedene Faktoren, so genannte Trigger, ausgelöst werden können.
Konventionelle Behandlungsmethoden
Die konventionelle Behandlung von Epilepsie umfasst in der Regel die Einnahme von Antiepileptika (ASMs), auch anfallssuppressive Medikamente genannt. Diese Medikamente zielen darauf ab, die Erregbarkeit des Gehirns zu reduzieren und so Anfälle zu verhindern. Die Auswahl des geeigneten Medikaments hängt von der Art der Epilepsie und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.
Robert Franz' Ansatz bei Epilepsie
Robert Franz empfiehlt in seinen Vorträgen und Publikationen verschiedene natürliche Substanzen zur Unterstützung der Behandlung von Epilepsie. Zu seinen Empfehlungen gehören unter anderem:
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- L-Carnosin: Eine Aminosäure, die antioxidative Eigenschaften besitzt und eine Rolle im Energiestoffwechsel spielt.
- Mikronährstoffe: Vitamine und Mineralstoffe, die für die Funktion des Gehirns und des Nervensystems wichtig sind.
- Natürliche Fütterung: Eine ausgewogene Ernährung mit frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln.
- Vermeidung von Triggerfaktoren: Impfungen, Flohmittel und ätherische Öle.
Erfahrungen mit L-Carnosin
Eine Nutzerin berichtet, dass sie durch die Kombination von L-Carnosin, Homöopathie und natürlicher Fütterung die Krampfanfälle ihres Hundes nach acht Jahren erfolgreich behandeln konnte. Sie betont auch die Vermeidung von Impfungen, Flohmitteln und ätherischen Ölen als hilfreich. Diese Erfahrung ist jedoch anekdotisch und nicht durch wissenschaftliche Studien belegt.
Ein anderer Nutzer gibt an, L-Carnosin aufgrund seiner antioxidativen Wirkung und der Fähigkeit, Schwermetalle aus dem Gehirn zu entfernen, einzunehmen. Er berichtet von einer Verbesserung des Denkvermögens und einer Anti-Aging-Wirkung. Auch diese Erfahrungen sind subjektiv und bedürfen weiterer wissenschaftlicher Untersuchung.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zu L-Carnosin und Epilepsie
Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von L-Carnosin bei Epilepsie ist begrenzt. Einige Studien deuten darauf hin, dass L-Carnosin antioxidative und neuroprotektive Eigenschaften besitzt, die potenziell bei neurologischen Erkrankungen von Vorteil sein könnten. Es gibt jedoch keine spezifischen Studien, die die Wirksamkeit von L-Carnosin bei Epilepsie eindeutig belegen.
Mikronährstoffe und Epilepsie
Bei Epilepsiepatienten ist ein Mangel an Mikronährstoffen sehr häufig. Epilepsiemedikamente sind ein Mikronährstoff-Räuber - klassisches Beispiel Vitamin D. Ein Mangel an Mikronährstoffen kann wiederum die Entstehung von Epilepsieanfällen fördern.
- Vitamin D: Vitamin D3 hat neben zahlreichen anderen Funktionen auch eine wichtige Bedeutung im Hirnstoffwechsel. Es fungiert im Gehirn als Neurosteroid, das über Vitamin-D-Rezeptoren verschiedene Hirnfunktionen beeinflusst. Bereits vor Beginn einer epileptischen Behandlung sind die Vitamin-D3-Spiegel bei den Patienten niedriger als bei gesunden Kontrollpersonen. Durch die Einnahme von anfallssuppressiven Medikamenten (ASMs) können erhebliche Vitamin-D3-Defizite auftreten, wobei die Abnahme des 25-(OH)-D3-Spiegels mit der Zeitdauer der Medikation korreliert. Eine verminderte Knochendichte ist eine häufige Nebenwirkung der antiepileptischen Therapie. Hierfür spielt sicherlich die Verminderung des Vitamin-D3-Spiegels eine entscheidende Rolle. Chinesische Wissenschaftler publizierten 2024, dass verminderte Konzentrationen von Vitamin D mit kognitiven Störungen bei Epilepsie-Patienten assoziiert waren.
- Antioxidantien: Die Epilepisien sind durch eine neuronale Übererregbarkeit charakterisiert, was einen vermehrten Energieverbrauch der Nervenzellen bewirkt. Dies führt zu einem erhöhten oxidativen Stress als Folge der Erkrankung. Epilepsie kann aber auch das Resultat von oxidativem Stress sein. Bei Epilepsiepatienten bestehen also eine erhöhte Bildung von ROS und eine ausgeprägte antioxidative Imbalance.
- B-Vitamine: ASMs können verschiedene Mängel im Bereich der B-Vitamine auslösen. Eine höhere Aufnahme von Vitamin B1 war mit einem niedrigeren Epilepsierisiko assoziiert. Viele Patienten mit Epilepsie haben auch einen Vitamin-B6-Mangel.
- Magnesium: Ein schwerer Magnesiummangel kann Krampfanfälle auslösen.
- Zink: Sowohl niedrige wie auch hohe Zink-Konzentrationen im Gehirn können das Epilepsierisiko erhöhen. Zink hat dann einen antiepileptischen Effekt, wenn die Zink-Homöostase aufrechterhalten wird.
- Selen: Selen ist ein wichtiges antioxidatives Spurenelement und generell von großer Bedeutung für den antioxidativen Schutz des Gehirns.
Ernährung und Epilepsie
Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten kann die Gehirngesundheit fördern. Einige Epilepsiepatienten profitieren auch von einer ketogenen Ernährung, die reich an Fetten und arm an Kohlenhydraten ist. Die ketogene Ernährung kann die Erregbarkeit des Gehirns reduzieren und so Anfälle verhindern.
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Triggerfaktoren vermeiden
Es ist wichtig, individuelle Triggerfaktoren zu identifizieren und zu vermeiden. Häufige Triggerfaktoren sind Schlafmangel, Stress, Alkohol und bestimmte Medikamente. Die Vermeidung von Impfungen, Flohmitteln und ätherischen Ölen, wie von der Nutzerin berichtet, ist wissenschaftlich nicht belegt und sollte kritisch hinterfragt werden.
Tuberöse Sklerose und Epilepsie
Tuberöse Sklerose (TSC) ist eine seltene genetische Erkrankung, die häufig mit Epilepsie einhergeht. Bei TSC-Patienten können sich im Gehirn sogenannte Tubera und subependymale Riesenzellastrozytome (SEGA) bilden, die epileptische Anfälle verursachen können.
Everolimus bei TSC-assoziierter Epilepsie
Everolimus (EVE) ist ein mTOR-Inhibitor, der in den USA für die Behandlung von TSC-assoziierten SEGAs und renalen Angiomyolipomen zugelassen ist. Studien haben gezeigt, dass EVE auch bei der Behandlung von TSC-assoziierter, therapierefraktärer Epilepsie wirksam sein kann.
Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie (EXIST-3) zeigte, dass EVE als Add-on-Therapie bei TSC-assoziierten refraktären Epilepsien mit fokalem Anfallsbeginn zu einer Anfallsreduktion von ≥ 50 % in 28 % (niedriger Zielspiegel) bzw. 40 % (höherer Zielspiegel) der Fälle führte. Die mittlere prozentuale Anfallsreduktion betrug 29 % bzw. 40 %.
Nebenwirkungen von Everolimus
Therapieassoziierte relevante Nebenwirkungen werden unter EVE häufig berichtet, zumeist in Form von leichten und transienten Infekten infolge der systemischen Immunmodulation, z. B. Stomatitis, Diarrhö, Nasopharyngitis oder Infektionen des oberen Atemwegs.
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Maßgeschneiderte Therapieansätze
Maßgeschneiderte Therapieansätze sind über die letzten Jahre zunehmend in den Fokus der medizinischen Forschung gerückt und gelten insbesondere im Bereich der Epileptologie als vielversprechende zukünftige Behandlungsoptionen.
Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.
- Epilepsie ist eine ernsthafte Erkrankung, die einer professionellen medizinischen Behandlung bedarf.
- Die Einnahme von natürlichen Substanzen sollte immer mit einem Arzt abgesprochen werden, um mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu vermeiden.
- Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten vor der Einnahme von natürlichen Substanzen einen Arzt konsultieren.
- Das Produkt sollte für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
- Das Produkt darf nach dem auf der Verpackung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwendet werden.