Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, von dem fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens betroffen ist. In den meisten Fällen sind die Ursachen unspezifisch und die Beschwerden klingen nach wenigen Tagen wieder ab. Es gibt jedoch auch chronische oder chronisch-rezidivierende Rückenschmerzen, die durch vielfältige Faktoren verursacht werden können. Ein überlasteter Nerv kann ebenfalls eine Ursache für Rückenschmerzen sein.
Ursachen von Rückenschmerzen
Die Ursachen für Rückenschmerzen können vielfältig sein und lassen sich grob in spezifische und unspezifische Ursachen einteilen.
Unspezifische Rückenschmerzen
In neun von zehn Fällen gibt es keine schwerwiegende Ursache für Rückenschmerzen. Häufige Ursachen unspezifischer Rückenschmerzen sind:
- Bewegungsmangel
- Fehlhaltungen (z.B. langes Arbeiten im Sitzen vor dem Computer)
- Übergewicht
- Stress
- Ein untrainierter Gluteus Maximus (Gesäßmuskel) oder zu schwache Bauchmuskulatur
Spezifische Rückenschmerzen
Spezifische Rückenschmerzen haben eine klar identifizierbare Ursache. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Erkrankungen: Entzündliche Vorgänge im Körper (z.B. Wirbelentzündungen oder rheumatische Erkrankungen), Morbus Scheuermann (Rundrücken), Osteomalazie (Knochenerweichung aufgrund von Vitamin-D-Mangel), Herzmuskelentzündung, Herzinfarkt, Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom)
- Bandscheibenvorfall: Ein Bandscheibenvorfall kann zu einer Einklemmung von Nerven führen und starke Schmerzen verursachen.
- Spinalkanalstenose: Eine Verengung des Spinalkanals kann Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln ausüben und Schmerzen verursachen.
- Wirbelgleiten (Spondylolisthesis): Ein Wirbelgleiten kann durch Verschleißprozesse oder anlagebedingte Fehlbildungen entstehen und zu Rückenschmerzen führen.
- Spondylose: Eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, die durch Abnutzungsprozesse in den Bandscheiben und den umgebenden knöchernen Strukturen verursacht wird.
- Muskelverspannungen: Muskelverspannungen im Rücken können durch Fehlhaltungen, Fehlbelastungen oder psychische Belastungen entstehen.
- Weitere Ursachen: Regelblutung und Schwangerschaft bei Frauen
Symptome und Arten von Rückenschmerzen
Rückenschmerzen können nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt werden:
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- Nach dem betroffenen Bereich: Halswirbelsäule (HWS-Syndrom), Brustwirbelsäule (BWS-Schmerzen) oder Lendenwirbelsäule (lumbale Rückenschmerzen)
- Nach der Ursache: Spezifisch (mit feststellbarer Ursache) oder nicht-spezifisch
- Nach der Dauer: Akut, subakut, chronisch oder chronisch-rezidivierend
Die Schmerzlokalisation kann ebenfalls ein wichtiger Faktor sein:
- Unterer Rücken: Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule (lumbal) oder im Becken.
- Mittlerer Rücken: Schmerzen, die häufig durch Überreizung der Muskeln auf mittlerer Höhe der Wirbelsäule, Veränderungen der Gelenke am Rippen-Wirbel oder Skelettveränderungen der Brustwirbelsäule (BWS-Schmerzen) verursacht werden.
- Oberer Rücken bzw. Nackenbereich: Schmerzen, die ebenfalls an der Brustwirbelsäule auftreten können (BWS-Schmerzen) oder die Halswirbelsäule betreffen (HWS-Syndrom).
Diagnose von Rückenschmerzen
Die Diagnose von Rückenschmerzen umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine Anamnese und gegebenenfalls bildgebende Verfahren.
- Anamnese: Der Arzt befragt den Patienten nach der Art, Dauer und Lokalisation der Schmerzen, sowie nach möglichen Auslösern und Begleitsymptomen.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Wirbelsäule, die Muskulatur und die Nervenfunktion.
- Bildgebende Verfahren: In manchen Fällen sind bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT erforderlich, um die Ursache der Rückenschmerzen zu identifizieren.
Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen
Die Behandlung von Rückenschmerzen richtet sich nach der Ursache und der Art der Schmerzen.
Konservative Behandlung
Die konservative Behandlung umfasst in der Regel:
- Schmerzmittel: Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol können zur Linderung der Schmerzen eingesetzt werden.
- Wärme: Wärmeanwendungen können zur Entspannung der Muskulatur beitragen.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und Fehlhaltungen zu korrigieren.
- Manuelle Therapie: Manuelle Therapie kann helfen, Blockaden zu lösen und die Gelenkfunktion zu verbessern.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und die Muskulatur zu entspannen.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu erhalten.
- Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion helfen, die Wirbelsäule zu entlasten.
- Ergonomische Maßnahmen: Ergonomische Maßnahmen am Arbeitsplatz können helfen, Fehlhaltungen zu vermeiden.
- Pflanzliche Mittel: Bei chronischen Rückenschmerzen können pflanzliche Mittel wie Teufelskralle, Weihrauch, Brennesel und Vitamin E unterstützend wirken.
Operative Behandlung
Eine operative Behandlung ist nur in seltenen Fällen erforderlich, z.B. bei einem Bandscheibenvorfall mit neurologischen Ausfällen oder bei einer Spinalkanalstenose mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
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Was kann man selbst bei Rückenschmerzen tun?
Es gibt viele Dinge, die man selbst tun kann, um Rückenschmerzen zu lindern und vorzubeugen:
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu erhalten.
- Ergonomie: Achten Sie auf eine gute Körperhaltung und ergonomische Arbeitsbedingungen.
- Stressmanagement: Bauen Sie Stress ab, z.B. durch Entspannungstechniken oder Sport.
- Gewichtsmanagement: Achten Sie auf ein gesundes Gewicht.
- Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
- Schlaf: Achten Sie auf ausreichend Schlaf.
- Vermeiden Sie einseitige Belastungen: Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen in der gleichen Position.
- Heben Sie schwere Gegenstände richtig: Gehen Sie in die Hocke und halten Sie den Rücken gerade.
- Dehnen Sie sich regelmäßig: Dehnen Sie sich regelmäßig, um die Muskulatur zu lockern.
- Wärme: Wärmeanwendungen können zur Entspannung der Muskulatur beitragen.
- Stufenlagerung: Bei akuten Schmerzen kann die Stufenlagerung helfen, die Wirbelsäule zu entlasten.
Chronischen Rückenschmerzen effektiv vorbeugen
Um chronischen Rückenschmerzen vorzubeugen, ist es wichtig, die Risikofaktoren zu kennen und zu vermeiden. Dazu gehören:
- Bewegungsmangel: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu erhalten.
- Fehlhaltungen: Achten Sie auf eine gute Körperhaltung und ergonomische Arbeitsbedingungen.
- Übergewicht: Achten Sie auf ein gesundes Gewicht.
- Stress: Bauen Sie Stress ab, z.B. durch Entspannungstechniken oder Sport.
- Einseitige Belastungen: Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen in der gleichen Position.
- Schweres Heben: Heben Sie schwere Gegenstände richtig.
Der überlastete Nerv als Ursache für Rückenschmerzen
Ein überlasteter Nerv kann eine direkte Ursache für Rückenschmerzen sein. Dies geschieht, wenn ein Nerv durch verschiedene Faktoren gereizt oder komprimiert wird.
Mechanismen der Nervenüberlastung
- Einklemmung: Nerven können durch Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen oder andere strukturelle Veränderungen eingeklemmt werden. Ein bekannter Nerv, der oft betroffen ist, ist der Ischiasnerv im Kreuzbeinbereich.
- Entzündung: Entzündungen im umliegenden Gewebe können Nerven reizen und zu Schmerzen führen.
- Druck: Dauerhafter Druck auf einen Nerv, beispielsweise durch Muskelverspannungen oder Fehlhaltungen, kann zu einer Überlastung führen.
Symptome eines überlasteten Nervs
Die Symptome eines überlasteten Nervs können variieren, je nachdem, welcher Nerv betroffen ist und wo er verläuft. Häufige Symptome sind:
- Schmerzen: Scharfe, stechende oder brennende Schmerzen, die entlang des Nervs ausstrahlen können.
- Taubheitsgefühle: Taubheitsgefühle oder Kribbeln im Versorgungsgebiet des Nervs.
- Muskelschwäche: Muskelschwäche oder Lähmungen im Versorgungsgebiet des Nervs.
- Sensibilitätsstörungen: Veränderungen der Sensibilität, wie z.B. eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührungen.
Behandlung eines überlasteten Nervs
Die Behandlung eines überlasteten Nervs zielt darauf ab, die Ursache der Nervenreizung zu beseitigen und die Schmerzen zu lindern.
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- Konservative Behandlung:
- Schmerzmittel: Schmerzmittel können zur Linderung der Schmerzen eingesetzt werden.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskulatur zu entspannen, die Beweglichkeit zu verbessern und Fehlhaltungen zu korrigieren.
- Manuelle Therapie: Manuelle Therapie kann helfen, Blockaden zu lösen und die Gelenkfunktion zu verbessern.
- Injektionen: Injektionen mit Kortikosteroiden können helfen, Entzündungen zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern.
- Operative Behandlung: In manchen Fällen ist eine Operation erforderlich, um den Nerv zu dekomprimieren.
Psychische Faktoren und Rückenschmerzen
Neben körperlichen Ursachen spielen oft auch psychische Faktoren eine Rolle bei Rückenschmerzen. Stress und andere Belastungen können Rückenschmerzen auslösen und bestehende Beschwerden verschlimmern. Es ist daher wichtig, auch die psychischen Aspekte bei der Behandlung von Rückenschmerzen zu berücksichtigen.
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