Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch vorübergehende Funktionsstörungen des Gehirns, bei denen bestimmte Nervenzellen zu viele Impulse auf einmal abgeben. Die Anfallssymptome können vielfältig sein und reichen von kurzen Bewusstseinsstörungen bis hin zu unkontrollierten Bewegungen des gesamten Körpers. Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) hat Kriterien für die Zertifizierung von Epilepsiezentren erstellt. Der folgende Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die Versorgung von Epilepsiepatienten, insbesondere in Magdeburg, sowie über die verschiedenen Anlaufstellen und Spezialisierungen in Deutschland.
Epileptologische Versorgung in Magdeburg
In Magdeburg und Umgebung gibt es verschiedene Möglichkeiten der epileptologischen Versorgung. Dazu gehören:
- Neurologische Praxen: Einige neurologische Praxen in Magdeburg bieten spezielle Sprechstunden für Epilepsiepatienten an. Hier können Patienten diagnostiziert, behandelt und langfristig betreut werden. Ein Beispiel ist die Praxis für Neurologie, Schmerztherapie, Botulinumtoxin gegen Migräne und Spastik in Magdeburg, in der Frau Elena Gunkel als Fachärztin für Neurologie und spezielle Schmerztherapie tätig ist. Sie bietet Diagnostik und Behandlung neurologischer Erkrankungen wie Epilepsie an und führt Elektroenzephalographie (EEG/Hirnstrommessung) durch.
- Kinderärzte mit Schwerpunkt Epileptologie: Die DGfE hat Kriterien für epileptologische Schwerpunktpraxen entwickelt. Dies sind Kinderarztpraxen, in denen Patienten mit Epilepsie behandelt, mitbehandelt oder zur konsiliarischen Beratung vorgestellt werden. Diese Praxen bieten eine intensive Betreuung, um die Krankheitsprognose und Lebensqualität der Patienten positiv zu beeinflussen. Wer sich unsicher ist, welcher Kinderarzt der geeignete ist, kann sich vom Landesverband Epilepsie Sachsen-Anhalt beraten lassen.
- Sozialpädiatrische Zentren: In sozialpädiatrischen Zentren wird die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit der psychosozialen Versorgung verbunden.
- Medizinische Versorgungszentren: Medizinische Versorgungszentren sind ambulante Facharztpraxen, die in der Regel an Krankenhäusern und Universitätskliniken angesiedelt sind.
- Kliniken für Neurologie: Die Klinik für Neurologie in Magdeburg behandelt akute und chronische Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems, einschließlich Anfallsleiden (Epilepsien). Die Klinik verfügt über eine Stroke Unit, die als überregionale Stroke Unit zertifiziert ist. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen, um eine umfassende Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Für Diagnostik und Therapie stehen moderne Methoden zur Verfügung, darunter EEG inkl. Langzeit-EEG und Video-EEG, EMG, Neurographie, evozierte Potentiale, MEP, vegetative Diagnostik sowie extra- und transkranielle Doppler- und Duplexsonografie. Die Klinik kooperiert bei besonderen Fragestellungen mit hochspezialisierten externen Einrichtungen.
Diagnostik und Behandlung von Epilepsie
Die Diagnostik von Epilepsie umfasst verschiedene Verfahren, um die Art der Anfälle zu bestimmen und mögliche Ursachen zu identifizieren. Zu den wichtigsten diagnostischen Methoden gehören:
- Elektroenzephalographie (EEG): Bei einem EEG wird die elektrische Aktivität des Gehirns gemessen. Hierbei wird eine Haube auf dem Kopf angepasst und mit 20 Elektroden bestückt. Diese Elektroden werden mit einem Kontaktgel eingestrichen und nach einem standardisierten Schema auf der Kopfhaut des Patienten befestigt. Die Untersuchung dauert ca.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Eine MRT des Gehirns kann strukturelle Veränderungen aufzeigen, die möglicherweise für die Anfälle verantwortlich sind.
- Andere bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können auch andere bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) eingesetzt werden.
Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, die Anfallshäufigkeit zu reduzieren oder die Anfälle ganz zu verhindern. Die wichtigsten Behandlungsoptionen sind:
- Antiepileptische Medikamente (AED): AED sind dieStandardbehandlung für Epilepsie. Sie wirken, indem sie die Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn reduzieren.
- ChirurgischeTherapie: In einigen Fällen kann eine Operation sinnvoll sein, um die Anfälle zu kontrollieren. Dies kommt vor allem dann in Frage, wenn die Anfälle von einem bestimmten Bereich des Gehirns ausgehen, der operativ entfernt werden kann. Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) und die Arbeitsgemeinschaft für prächirurgische Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie (AG Epilepsiechirurgie) haben Kriterien zur Zertifizierung von Epilepsiezentren erstellt.
- Vagusnervstimulation (VNS): Bei der VNS wird ein kleiner Generator unter die Haut im Brustbereich implantiert. Dieser Generator sendet elektrische Impulse an den Vagusnerv, der eine wichtige Rolle bei derRegulation der Hirnaktivität spielt.
- Ketogene Diät: Die ketogene Diät ist eine spezielle Form der Ernährung, bei der der Körper hauptsächlich Fette und wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt. Diese Diät kann bei einigenPatienten mit Epilepsie die Anfallshäufigkeit reduzieren.
Spezialisierte Einrichtungen für Epilepsie in Deutschland
In Deutschland gibt es zahlreiche spezialisierte Einrichtungen für dieDiagnostik und Behandlung von Epilepsie. Dazu gehören:
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- Epilepsiezentren: Epilepsiezentren sind spezialisierte Kliniken, die eine umfassende Versorgung von Epilepsiepatienten anbieten. Sie verfügen über ein interdisziplinäres Team von Ärzten, Psychologen,Ergotherapeuten und anderen Fachkräften. Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) hat Kriterien zur Zertifizierung von Epilepsiezentren erstellt (siehe www.dgfe.info → Kommissionen → Epilepsiezentren). Zur Zeit gibt es in Deutschland 57 Epilepsiezentren.(Stand: 03.
- Epilepsieambulanzen: Epilepsieambulanzen sind spezialisierte Ambulanzen, die sich auf dieDiagnostik und Behandlung von Epilepsie konzentrieren. Sie bieten eine wohnortnahe Versorgung für Patienten mit Epilepsie. Zur Zeit gibt es in Deutschland 50 Epilepsie-Ambulanzen für Jugendliche und Erwachsene.(Stand: 22. Zur Zeit gibt es in Deutschland 97 Epilepsie-Ambulanzen für Kinder und Jugendliche.(Stand: 23.
- Epilepsieberatungsstellen: Epilepsieberatungsstellen bietenInformationen und Unterstützung für Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen. Sie helfen bei Fragen zuAlltag, Beruf, Schule und anderen Lebensbereichen. Zur Zeit gibt es in Deutschland 23 Epilepsie-Beratungsstellen.(Stand: 14.
Weitere wichtige Informationen
- Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen bieten eine Möglichkeit, sich mit anderenBetroffenen auszutauschen und gegenseitige Unterstützung zu finden.
- Landesverband Epilepsie Sachsen-Anhalt: Wer sich unsicher ist, welcher Kinderarzt der für ihn/sie der geeignete ist, kann sich vom Landesverband Epilepsie Sachsen-Anhalt beraten lassen.
- Forschung: Die Epilepsieforschung arbeitet kontinuierlich daran, neue und bessereBehandlungsmethoden für Epilepsie zu entwickeln.
Öffnungszeiten und Terminvereinbarungen
Es ist wichtig zu beachten, dass neurologische Praxen und Kliniken unterschiedliche Öffnungszeiten und Terminvergabemodalitäten haben. Einige Praxen arbeiten ausschließlich nach dem Bestellsystem, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Es empfiehlt sich, vorab telefonisch Kontakt aufzunehmen, um einen Termin zu vereinbaren und sich über die spezifischen Gegebenheiten zu informieren. Einige Beispiele sind:
- Praxis für Neurologie, Schmerztherapie: Die Praxis für Neurologie in Gommern bei Magdeburg arbeitet ausschließlich nach dem Bestellsystem. Dies bedeutet, dass die vereinbarte Zeit ausschließlich für Sie reserviert ist und dadurch bleiben Ihnen die langen Wartezeiten erspart.
- Telefonische Sprechzeiten: Zur Optimierung des Praxisablaufs und zur besseren Versorgung der sich momentan in Behandlung befindlichen Patienten haben wir folgende telefonischen Sprechzeiten: Montag - Freitag 9:00-11:00 Uhr sowie Mo, Di und Do von 14:00 bis 16:00.
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