Die Parkinson-Erkrankung, auch bekannt als Morbus Parkinson, ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen weltweit. Nach der Alzheimer-Krankheit steht sie an zweiter Stelle. Sie ist gekennzeichnet durch einen fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn, was zu einer Vielzahl von motorischen und nicht-motorischen Symptomen führt. Obwohl Parkinson derzeit nicht heilbar ist, gibt es bedeutende Fortschritte in der Forschung, die darauf abzielen, die Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und möglicherweise sogar präventive Maßnahmen zu entwickeln.
Was ist Parkinson?
Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die hauptsächlich das zentrale Nervensystem betrifft. Das primäre oder idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) geht von einer bestimmten Hirnregion aus, der sogenannten schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Mittelhirn. Hier befinden sich spezielle Nervenzellen (Neurone), die den Nervenbotenstoff (Neurotransmitter) Dopamin produzieren und mit ihm mit anderen Nervenzellen kommunizieren. Dopamin ist unter anderem wichtig für die Bewegungssteuerung. Bei der Parkinson-Erkrankung sterben durch einen Mangel des Botenstoffs Dopamin die Gehirnzellen, die für die Bewegungen zuständig sind, nach und nach ab. Die Bewegungsfähigkeit wird dabei zunehmend eingeschränkt.
Die Ursache für den Zelltod bei der Parkinson-Krankheit ist noch nicht eindeutig nachgewiesen. In den betroffenen Nervenzellen bilden sich Ablagerungen (Lewy-Körperchen), die hauptsächlich aus Verklumpungen des Eiweißmoleküls Alpha-Synuklein bestehen und als Ursache für den neurodegenerativen Prozess diskutiert werden. Das idiopathische Parkinson-Syndrom (idopathisch = eigenständige Erkrankung ohne anderweitige greifbare Ursache) macht etwa 75 Prozent aller Parkinson-Syndrome aus. Von diesem „klassischen“ Parkinson unterscheidet man die sehr seltenen genetischen Formen von Parkinson, das „Sekundäre Parkinson-Syndrom“, das z.B.
Symptome von Parkinson
Die Symptome von Morbus Parkinson entwickeln sich schleichend. Zu den typischen Symptomen gehören das Zittern (Tremor), weitere Bewegungsstörungen wie Steifheit der Muskeln (Rigor), verlangsamte Bewegungen (Bradykinese) und Gleichgewichtsstörungen. Zusätzliche Symptome können das „Einfrieren“ von Bewegungen (Freezing), Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken, Störungen der vegetativen Funktionen (z. B. die Verdauung) und psychische Veränderungen wie Depressionen und Angstzustände sein. Die ersten Anzeichen der fortschreitenden Hirnerkrankung können schon viele Jahre vor den Hauptsymptomen auftreten.
Eines der Symptome ist das Zittern der Hände und Füße im Ruhezustand. Doch auch die Gesichtsmuskeln werden in Mitleidenschaft gezogen, die Mimik friert ein.
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Es gibt auch sogenannte nicht-motorische Beschwerden, wie einen Verlust des Geruchssinns, eine niedergeschlagene Gemütslage, Schlafstörungen oder Schmerzen.
Prävalenz und Demografie
Der Morbus Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Weltweit hat sich die Zahl der Parkinson-Patienten von 2,5 Millionen im Jahr 1990 auf etwa 6,1 Millionen im Jahr 2016 erhöht. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist der demografische Wandel, also die zunehmende Alterung der Bevölkerung. Die Häufigkeit der Erkrankung hat sich in dieser Zeit jedoch auch innerhalb einzelner Altersgruppen um mehr als 20 Prozent gesteigert. Meist wird Parkinson zwischen dem 55. und dem 60. Lebensjahr diagnostiziert, bei jedem zehnten Patienten sogar vor dem 40. Lebensjahr. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend: Dem Ausbruch gehen meist jahrelange Veränderungen der betroffenen Nervenabschnitte voraus. Oft werden die ersten klinischen Zeichen zuerst vom Umfeld der Betroffenen entdeckt.
Allein in Deutschland sind 400.000 Menschen betroffen. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein.
Laut einer aktuellen Untersuchung werden es in den nächsten Jahrzehnten deutlich mehr. So prognostiziert eine im Fachblatt "BMJ" veröffentlichte Studie, dass sich die Krankheitsfälle weltweit von 11,9 Millionen im Jahr 2021 bis 2050 mehr als verdoppeln könnten. Für Deutschland sagt die Studie bis dahin 574.000 Krankheitsfälle voraus.
Diagnose von Parkinson
Die Diagnose von Parkinson wird in der Regel klinisch gestellt, basierend auf der Anamnese des Patienten, einer neurologischen Untersuchung und dem Vorhandensein der typischen motorischen Symptome. Zuvor steht jedoch die richtige Diagnosestellung, für die Parkinson Nurse Petra Stolte in einem speziell eingerichteten Parkinson-Therapieraum mehrere Tests durchführt, u.a. dem sog. L-Dopa-Test zur Identifikation der Erkrankung oder unterschiedliche Abfragen.
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Es gibt verschiedene Testverfahren bei Patienten mit Parkinson-Syndromen. Der UPDRS (Unified Parkinson Disease Rating Scale) ist ein komplexes Testverfahren, das verschiedene Aspekte der Parkinsonerkrankung bewertet. Meist wird der Teil 3 verwendet, der motorische Symptome der Erkrankung quantifiziert. Dieser Test dient dazu herauszufinden, ob sich Symptome der Parkinsonerkrankung oder Symptome, die den Verdacht auf das Vorliegen der Parkinsonerkrankung begründen, durch die Gabe einer Testdosis L-Dopa verbessern. Vor der Gabe sollte über drei Tage das Medikament Domperidon eingenommen werden, um die sonst bei dieser L-Dopa-Dosis möglicherweise auftretende Übelkeit zu vermeiden. Vor der L-Dopa-Gabe und ca. 60 Minuten danach wird die Beweglichkeit mittels des UPDRS Teil III quantifiziert. Die Zwischenzeit können Sie im Wartezimmer überbrücken. Ein weiterer Test zur Beantwortung der Frage, ob auf die Symptome der Parkinsonerkrankung auf Medikamentengabe ansprechen, ist der sogenannte Apomorphin-Test. Dabei erhalten Sie eine geringe Dosis des Medikaments Apomorphin unter die Haut injiziert. Schon nach einigen Minuten kann eine Aussage über die Wirkung getroffen werden. Im Rahmen des Tests wird die injizierte Dosis langsam gesteigert. Der "Parkinson`s Disease Questionnaire" ist ein Patientenfragebogen zur Beurteilung der Lebensqualität der Parkinson-Patienten. Sie werden dabei gebeten, 39 Fragen mittels Ankreuzen zu beantworten. Ihr behandelnder Arzt kann damit zusätzliche Informationen darüber erhalten, welchen Einfluss die Erkrankung auf Ihren Alltag hat und somit ggf. Der Parkinson Neuropsychometric Dementia Assessment ist ein bildungsunabhängiger Test, der die Besonderheiten der Parkinson-Demenz besonders berücksichtigt. Maximal 30 Punkte können erzielt werden, bei weniger als 14 Punkten in der PANDA-Kognition ist eine Demenz wahrscheinlich. Der Test dauert etwa 10 Minuten. Es werden verschiedene Kompetenzen getestet.
Die bildgebenden Verfahren spielen eine große Rolle in der Diagnostik am Beginn. Wenn wir einen Menschen sehen, der typische oder weniger typische Parkinson-Symptome entwickelt, werden wir immer eine sogenannte strukturelle Bildgebung machen. Das ist eine Magnetresonanztomografie des Gehirns idealerweise, oder, wenn dagegen Gründe sprechen, z.B. Jetzt gibt es im späteren Krankheitsverlauf zwei gute Gründe, nochmal eine Bildgebung zu machen. Das eine wäre: Der Patient spricht nicht so gut an auf die Parkinson-Medikamente, wie wir uns das erhofft haben. Dann ist eine wahrscheinliche Möglichkeit, dass das eine atypische Parkinson-Krankheit ist. Für die Diagnose dieser Erkrankung kann andererseits wieder die Magnetresonanztomographie sehr, sehr hilfreich sein.
Zusätzliche Tests können durchgeführt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können.
Prävention von Parkinson
Im Bereich der Prävention gibt es nun eine neue Erkenntnis: Schlaf soll vorbeugend gegen Parkinson wirken. „Grob erklärt geht es hier um einen nächtlichen Selbstreinigungsprozess der Zellen, um Gehirn und Nerven gesund zu halten. Schlaf ist hier also ein entscheidender Faktor als Prävention für neurodegenerative Erkrankungen. Durchschnittlich werden 7 bis 8 Stunden Schlaf empfohlen - und dieses Präventionspotenzial sollten wir nutzen“, bestätigt auch Dr. In seiner Abteilung der Neurologie ist die sog. multimodale Parkinson-Komplexbehandlung seit über zehn Jahren ein wichtiges Angebot.
Es gibt Hinweise darauf, dass regelmäßige körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung ebenfalls eine Rolle bei der Prävention von Parkinson spielen könnten.
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Therapieansätze bei Parkinson
Bei der Behandlung dreht sich alles darum, die Beschwerden zu lindern. Parkinson wird in erster Linie mit Medikamenten behandelt. Dabei wird die Therapie von einem Spezialisten für neurologische Bewegungsstörungen individuell an den Patienten angepasst, denn die Beschwerden können variieren und unterschiedlich schnell fortschreiten. Die Parkinson-Symptome lassen sich durch einen Ausgleich des Dopaminmangels lindern, indem man Dopamin als Medikament zuführt (z. B.
Bei der medikamentösen Therapie ist es das Hauptziel, einen auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmten Plan zu entwickeln und diesen in Absprache mit den Betroffenen immer wieder neu anzupassen und einzustellen. Essentiell hierbei sind Medikamente, die den bei der Erkrankung entstehenden Mangel an Dopamin im Gehirn auszugleichen. Doch manchmal ist die orale Gabe nicht mehr ausreichend, gerade wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist. „In diesem Fall nutzen wir die Möglichkeit der Verabreichung der Medikamente über eine Pumpe bzw. Sonde. Das Medikament gelangt als Dauerinfusion durch die Bauchdecke, und zwar nicht in den Magen, sondern in den ersten Teil des Dünndarms. Doch auch darüber hinaus gibt es noch weitere Therapiemaßnahmen wie z. B. die Tiefen-Hirnstimulation.
Es gibt verschiedene Medikamente, die zur Behandlung von Parkinson eingesetzt werden, darunter Levodopa, Dopaminagonisten, MAO-B-Hemmer und COMT-Hemmer.
- Levodopa: Das wirksamste Mittel gegen die Parkinson-Symptome ist der Arzneistoff Levodopa. Es überwindet die Blut-Hirn-Schranke und wird im Gehirn in aktives Dopamin umgewandelt. Damit eine ausreichende Wirkstoffkonzentration im Gehirn erreicht wird, müssen Betroffene Levodopa in hohen Dosen einnehmen. Dadurch kann eine deutliche Symptomreduktion erzielt werden.
- Dopaminagonisten: binden an denselben Bindungsstellen im Gehirn wie Dopa.
- Apomorphin: ist ein sogenannter Dopamin-Agonist. Er bindet an denselben Bindungsstellen im Gehirn wie Dopa. Das Medikament wird hier nur unter die Haut, subkutan, verabreicht, und die Wirkung setzt viel rascher ein, üblicherweise innerhalb von 10 Minuten. Also auch der Apomorphin-Test ist etwas, was man für die präoperative Abklärung verwenden kann. Der Apomorphin-Test ist aber auch wichtig, um austesten zu können, wie hoch die individuelle Dosis eines Parkinson-Patienten für Apomorphin ist. Apomorphin ist ein ausgezeichnetes Medikament für plötzliche Off-Zustände. Und wenn man herausgefunden hat, was die richtige individuelle Dosis ist, kann man diesen Pen dann im Alltag für schwere Off-Phasen verwenden. Man muss nur wissen: Welche Dosis braucht der Patient? Etwas anderes, wo dann der Apomorphin-Test auch sehr hilfreich sein kann, ist, wenn man einen Patienten dann auf Apomorphin in Pumpenformen einstellt.
Manchmal kann auch ein hirnchirurgischer Eingriff sinnvoll sein, die sogenannte Tiefe Hirnstimulation (THS). Dazu werden Elektroden ins Gehirn eingesetzt, die durch elektrische Impulse bestimmte Hirnregionen positiv beeinflussen.
Physio- und Ergotherapie sowie auch die Logopädie sind daher auch ein essentieller Bestandteil der Behandlung.
Tiefe Hirnstimulation (THS)
Im Rahmen der Tiefen Hirnstimulation werden Elektroden im Gehirn an speziellen Stellen platziert, die für die typischen Parkinson-Aktivitäten verantwortlich sind. Der Eingriff dauert nur wenige Stunden und fühlt sich für Frau Basista wie ihren zweiten Geburtstag an. An die ersten Tage nach der Operation erinnert sich Frau Basista noch allzu gut: „Die Wahrnehmung nach der OP war sehr unterschiedlich: ich fand, ich war super drauf und konnte alles machen. Mein Partner sagte, ich war wie auf Drogen“. Für das Ärzteteam rund um Prof. Martin Südmeyer ist das beschriebene Verhalten von Frau Basista keine Seltenheit. Oberarzt Dr. Ali Amouzandeh hat dafür sogar einen Begriff und erklärt: „Ich nenne das immer den Herkules-Effekt. Die Patientinnen und Patienten sagen: Ich war zehn Jahre im Schraubstock und kann jetzt wieder alles! Das ist eine große Umstellung, an die man sich erstmal gewöhnen muss“. Frau Basistas Bewegungen sind durch die Tiefe Hirnstimulation flüssiger, die Steifigkeit in ihrem Körper hat spürbar nachgelassen. Auch das morgendliche Umdrehen im Bett ist auf einmal wieder möglich. „Für einen gesunden Menschen ist das normal - für mich war das ein echter Zugewinn“, sagt sie.
Im Rahmen der Tiefen Hirnstimulation werden Elektroden im Gehirn an speziellen Stellen platziert, die für die typischen Parkinson-Aktivitäten verantwortlich sind.
Neue Therapieansätze und Forschung
Die Forschung hat in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gemacht, um die Symptome der Parkinson-Erkrankung zu lindern. Die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson ist heute weitgehend normal. In Deutschland und international werden daher neue Therapien erforscht, die an der Ursache der Erkrankung ansetzen. Deutschland gehört zu den international führenden Standorten der Parkinson-Forschung. Es gibt hervorragende regionale und nationale Forschungsnetzwerke. Ihre Organisation und Finanzierung ist den Forschern aber weitgehend selbst überlassen. Daher sind private Initiativen und nichtstaatliche bzw.
Neue Therapieansätze und Diagnostiktests bei Parkinson geben aus Sicht von Fachleuten Grund für Optimismus. So stünden derzeit insbesondere der monoklonale Antikörper Prasinezumab und GLP-1-Rezeptoragonisten im Fokus der Forschung, sagte Kathrin Brockmann, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) vor dem Welt-Parkinson-Tag, der am Freitag stattfindet.
„Beides sind äußerst spannende Ansätze, die Hoffnung wecken, dass es in naher Zukunft erstmals möglich wird, das Fortschreiten neurodegenerativer Prozesse zu verlangsamen.“
Der Antikörper Prasinezumab richtet sich gegen Alpha-Synuclein. Die Hoffnung ist, dass das das Fortschreiten der Erkrankung bremst. Bislang seien die Studienergebnisse zu Prasinezumab vielversprechend, so Brockmann. Derzeit werde überlegt, ob eine Phase-3-Zulassungstudie geplant werde.
Interessant für die Parkinson-Forschung sind zudem GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA), die neuroprotektive Wirkungen haben sollen. Der GLP-1-RA Exenatid habe in einer Phase-3-Studie allerdings keine signifikanten Vorteile hinsichtlich einer Krankheitsmodifikation bei Morbus Parkinson gezeigt, so Brockmann.
Multizentrische klinische Studie hätten ergeben, dass der GLP-1-RA Lixisenatid das Fortschreiten der Parkinson-Symptome in einem geringen, aber statistisch signifikanten Umfang verlangsame.
Die Göttinger Neurologin Brit Mollenhauer, dritte Vorsitzende der DGP, sagte, die aktuellen Fortschritte machten die Entwicklung von Therapien, die die Krankheit verlangsamen oder sogar aufhalten, in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten realistisch.
So gebe es auch deutliche Fortschritte bei der Entwicklung von Biomarkern, die den so wichtigen frühzeitigen Nachweis einer Erkrankung ermöglichten. Ein Durchbruch könnte die verlässliche Identifikation krankheitsauslösender Proteine im Nervenwasser, im Blut oder in der Haut sein.
Karies-Bakterium steht unter Parkinson-Verdacht
Millionen verschiedener Arten von Mikroorganismen befinden sich im Mund. Nun kann ein Forschungsteam ein Bakterium ausmachen, das im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit stehen könnte. Es ist gleichzeitig der Hauptverursacher von Karies. Streptococcus mutans heißt das häufig auftretende Mundbakterium, das im Verdacht steht, Morbus Parkinson auszulösen. Ein Forschungsteam aus Südkorea hat es identifiziert und damit weitergeforscht. Die Ergebnisse der Untersuchung, die bei "Nature Communications" veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass die Mundgesundheit nicht nur das Herz-Kreislauf-System, sondern auch das Gehirn schützt.
Das Forschungsteam sah sich deshalb zuerst die Darmflora von Parkinson-Betroffenen genauer an. Dabei wurden erhöhte Konzentrationen von Streptococcus mutans festgestellt. Dieses Bakterium führt zur Produktion zweier Substanzen: Urocanatreduktase, kurz UrdA und Imidazolpropionat, kurz ImP. Beide befanden sich in erhöhter Konzentration im Darm und im Blutkreislauf der Parkinson-Betroffenen. Es gibt bereits Hinweise darauf, dass ImP durch den Körper wandern, das Gehirn erreichen und zum Verlust von Dopamin produzierenden Neuronen beitragen kann.
Um zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge zu kommen, machte das Team Experimente mit Mäusen. Sie brachten den Kariesverursacher einerseits direkt in den Darm der Tiere oder veränderten das Darmmikrobiom derart, dass es UrdA produzierte. Bei beiden Experimenten konnten die Forschenden einen Anstieg des ImP-Spiegels im Blut und im Hirngewebe messen. Die Nager entwickelten zudem verschiedene charakteristische Merkmale der Parkinson-Krankheit, darunter Schädigungen der Neuronen, die Dopamin freisetzen, verstärkte Entzündungen im Hirn, Bewegungsstörungen und eine Anreicherung des sogenannten Alpha-Synucleins, einem Protein, das eng mit dem Fortschreiten der Krankheit in Verbindung steht.
"Unsere Studie liefert ein mechanistisches Verständnis dafür, wie orale Mikroben im Darm das Gehirn beeinflussen und zur Entwicklung der Parkinson-Krankheit beitragen können", sagte Ara Koh, der die Untersuchung leitete.
Leben mit Parkinson
Parkinson ist eine chronische Erkrankung, deren Heilung derzeit nicht möglich ist. Für Frau Basista bedeutet das den Rest ihres Lebens täglich Tabletten einzunehmen. Es wird deshalb weiterhin Tage geben, an denen sie aufgrund von Umstellungen der Medikation mit starken Stimmungsschwankungen zu kämpfen hat. Es wird ihr Partner sein, der ihr an diesen schlechten Tagen zur Seite steht. „Dieses auf und ab kann man nicht alleine bewältigen, denn die eigene Wahrnehmung ist oft eine völlig andere, als die des Partners oder von Außenstehenden.“, erklärt Frau Basista. Und es wird viele gute Tage geben, an denen sie mit ihrem Partner im Stadion sitzt und sie gemeinsam das Basketball-Team anfeuern.
Der Blick in die Zukunft fällt Frau Basista nicht schwer: sie wünscht sich, dass die kommenden Jahre positiv verlaufen und sie weiterhin nicht den Mut verliert - auch nicht an den Tagen, an denen sie müde und erschöpft ist. Elf Jahre nach der Diagnose sagt sie: „Ich habe eine viel positivere Einstellung gegenüber meiner Parkinson-Erkrankung.
Die Betreuung der betroffenen Menschen ist immer auch eine Motivationsarbeit. Und jedes Gespräch dient auch der Motivation des Betroffenen, mehr Bewegung zu machen. Am besten hat man gewissermaßen einen Behandlungsvertrag und vereint mit dem Patienten, wie viel Bewegung er machen sollte. Da kann uns der Patient sehr helfen. Und das andere ist natürlich immer die Untersuchung der Ärztin, des Arztes: Wie ist der Zustand des Betroffenen? Hat sich motorisch etwas verbessert? Hat sich motorisch etwas verschlechtert?
Parkinson-Stiftung
Die Parkinson Stiftung engagiert sich in den Bereichen „Forschen. Informieren. Betroffenen helfen“. Sie informiert und klärt zur Parkinson Erkrankung auf. Sie fördert die Prävention und Früherkennung und unterstützt die Selbsthilfe von Betroffenen. Die Wissenschaft, Forschung, Lehre, Aus- und Fortbildung im Bereich des Parkinson-Syndroms, neurologischer Bewegungsstörungen und anderer degenerativer Erkrankungen des Nervensystems wird von der Stiftung aktiv gefördert, um die medizinische Versorgung in diesem Bereich zu verbessern.Die Stiftung setzt sich im Austausch mit Wissenschaftler:innen weltweit für neue Therapien ein, die nicht nur Symptome lindern, sondern die Krankheit verlangsamen oder heilen können. Dadurch soll die Lebensqualität der Betroffenen weiter verbessert werden.
Die Parkinson Stiftung hat ihre neue Geschäftsstelle in der Albrechtstraße 11 in Berlin eröffnet. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung wurden die repräsentativen neuen Räumlichkeiten im Herzen der Hauptstadt eingeweiht. Gleichzeitig wurde eine Vernissage der Künstlerin Anna Lehmann-Brauns im Rahmen des Stiftungsbereichs „Kunst und Engagement" eröffnet. Untermalt wurde die Veranstaltung mit Gesangseinlagen der Künstlerin Robine.
Die Parkinson Stiftung und die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) e. V. geben den offiziellen Start der sechs innovativen Forschungsprojekten im Juli und August 2025 bekannt.
Boxen als Sportart ist besonders für Patient:innen mit Parkinson relevant, um mehr Beweglichkeit, Kraft und Stabilität in ihren Alltag zu integrieren. Im Oktober veranstaltet die Parkinson Stiftung daher zum zweiten Mal einen Trainer:innen-Workshop im Parkinson-Boxen.
Die Parkinson Stiftung lädt Wissenschaftler:innen herzlich ein zu ihrem Leuchtturm-Symposium auf dem 98. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.
Die Diagnose Parkinson wirft viele Fragen auf. Viele Erkrankte und ihre Familien suchen Antworten im Internet, stoßen dabei aber schnell auf widersprüchliche oder unverständliche Quellen. Zwischen Fachjargon und Halbwissen bleibt häufig mehr Unsicherheit als Klarheit. Genau hier setzt der neue Chatbot jAImes der Parkinson Stiftung an: Er macht wissenschaftlich fundiertes Wissen jederzeit und für alle zugänglich.
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