Acetylcholin und Dupuytren-Krankheit: Behandlungsansätze und Perspektiven

Die Dupuytren-Krankheit, auch bekannt als Dupuytren-Kontraktur, ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes in der Handfläche, die zu einer fortschreitenden Beugung der Finger führt. Obwohl die Ursachen der Krankheit noch nicht vollständig geklärt sind, gibt es verschiedene Behandlungsansätze, um die Symptome zu lindern und die Handfunktion zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Dupuytren-Krankheit und die Rolle von Acetylcholin sowie die verfügbaren Behandlungsoptionen.

Was ist Morbus Dupuytren?

Morbus Dupuytren ist ein gutartiger Tumor des Bindegewebes in der Handinnenfläche. Es bilden sich hierbei knotige und später strangartige Verdickungen im Bereich der Hohlhand. Der Strang ist keine Sehne, sondern eine Wucherung aus Kollagen, die wenig elastisch ist und die Streckung des Fingers blockiert. Der Verlauf der Krankheit zieht sich oft über Jahre und ist dabei schmerzfrei. Schrittweise kommt es zu einem Krümmen des betroffenen Fingers in die Handinnenfläche mit zunehmender Gebrauchseinschränkungen der Finger. Meist sind Klein- und Ringfinger betroffen.

Die Erkrankung manifestiert sich typischerweise durch Knötchen in der Handinnenfläche, die sich im Laufe der Zeit zu Strängen entwickeln können, welche die Finger in Richtung Handfläche ziehen. Dieser Prozess führt zu einer zunehmenden Einschränkung der Streckfähigkeit der Finger, was die alltäglichen Aktivitäten erheblich beeinträchtigen kann.

Verlauf der Erkrankung

Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien mit unterschiedlich schnellem Fortschreiten der Beschwerden. Es kann auch zu einem über Jahre dauernden Stillstand kommen. Zu Beginn spüren die Patienten in der Handinnenfläche kleine Knötchen, die besonders störend bei handwerklicher und intensiver Handarbeit sind, aber keine Schmerzen verursachen. In den nachfolgenden Stadien zieht es den betroffenen Finger immer weiter in die Hohlhand ein, er krümmt sich. Im weiteren Verlauf bilden sich Stränge aus, die bis zu den Fingerendgliedern ziehen können und die betroffenen Finger vollständig in die Handinnenfläche krümmen lassen. Diese Entwicklung kann zehn Jahre und länger dauern.

Wer ist besonders betroffen?

Überwiegend betroffen sind Männer zwischen 40 und 60 Jahren, bei Frauen tritt Morbus Dupuytren seltener und etwas später auf. Die Ursache ist bis heute unklar, eine familiäre Häufung kann aber beobachtet werden. Es wird vermutet, dass die Erkrankung erblich ist, für einen Ausbruch jedoch zusätzlich bestimmte Auslöser verantwortlich sind. Auch 180 Jahre nach seiner Entdeckung sind die Ursachen des Morbus Dupuytren noch nicht vollständig geklärt.

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Die Rolle von Acetylcholin

Acetylcholin ist ein Neurotransmitter, der eine entscheidende Rolle bei der Muskelkontraktion spielt. Die Muskelkontraktion wird dadurch ausgelöst, dass durch Nervenimpulse freigesetztes Acetylcholin an die Rezeptoren der motorischen Endplatte bindet. In der Folge kommt es zum Einströmen von Natrium- und Kalzium-Ionen in die Muskelzelle und zur Kontraktion. Obwohl Acetylcholin primär für die Muskelbewegung verantwortlich ist, gibt es indirekte Verbindungen zur Behandlung von Erkrankungen wie der Hyperhidrose, bei der Botulinumtoxin, ein Acetylcholin-Blocker, eingesetzt wird.

Botulinumtoxin und seine Wirkung

Botulinumtoxin, bekannt als Botox®, ist mehr als ein Mittel gegen Falten. In der Schmerztherapie wird es eingesetzt, um verspannte Muskeln gezielt zu entspannen. Der Wirkstoff blockiert den Botenstoff Acetylcholin, der für Muskelkontraktionen verantwortlich ist - so können Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit verbessert werden. Auf diese Weise behandeln wir in unserer in unserer orthopädischen Praxis u. a.: chronische Muskelverspannungen Spannungskopfschmerzen und Migräne Zähneknirschen (Bruxismus) Schmerzen durch Fehlhaltungen oder muskuläre Dysbalancen.

Bei der Behandlung von Hyperhidrose wird Botulinumtoxin verwendet, um die übermäßige Schweißproduktion zu reduzieren. „Wann und wie die Schweißdrüsen aktiv werden, regelt das vegetative Nervensystem. Es gibt den Drüsen das Kommando zur Schweißbildung über den Nervenbotenstoff Acetylcholin. Steigt die Schweißproduktion im Körper übermäßig stark an, nennen wir das Hyperhidrose.“

Diagnose von Morbus Dupuytren

Meist genügt ein Blick auf die Hand in Zusammenhang mit der Krankheitsgeschichte und einer körperlichen Untersuchung. Da Knötchen in der Hand auch bei anderen Erkrankungen entstehen können, schließt der Arzt weitere Ursachen wie beispielsweise Gelenkverschleiß oder verhärtete Narben aus. Eventuell muss dafür ein Röntgenbild angefertigt werden. Die Diagnose von Morbus Dupuytren basiert in der Regel auf einer körperlichen Untersuchung und der Anamnese des Patienten. Der Arzt achtet auf die typischen Knötchen und Stränge in der Handfläche sowie auf die Einschränkung der Fingerstreckung.

Differentialdiagnose

Es ist wichtig, andere Ursachen für Knötchen in der Hand auszuschließen, wie z.B. Gelenkverschleiß oder verhärtete Narben. In einigen Fällen kann ein Röntgenbild erforderlich sein, um andere Erkrankungen auszuschließen.

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Behandlungsmöglichkeiten von Morbus Dupuytren

Bisher konnte noch keine zufriedenstellende konservative Therapie entwickelt werden. Physiotherapie oder Schienenbehandlungen haben keinen nachgewiesenen langfristigen Effekt auf das Fortschreiten der Erkrankung gezeigt, genauso wenig wie eine bestimmte Ernährungsweise. Trotzdem gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Ausprägung der Erkrankung angewandt werden.

Konservative Therapieansätze

Obwohl die konservative Therapie keine langfristigen Auswirkungen auf das Fortschreiten der Erkrankung hat, können bestimmte Maßnahmen zur Linderung der Symptome beitragen. Dazu gehören Physiotherapie und Schienenbehandlungen, die jedoch keinen nachgewiesenen langfristigen Effekt haben.

Strahlentherapie

Im Anfangsstadium kann mit einer Bestrahlung gegebenenfalls das Fortschreiten der Krankheit etwas verbessert und hinausgezögert werden. Die Strahlentherapie kann in frühen Stadien der Erkrankung eingesetzt werden, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.

Perkutane Nadelfasziotomie (PNF)

Des Weiteren kann in frühen Stadien eine perkutane Nadelfasziotomie (PNF) durchgeführt werden. Diese Behandlung kann ambulant, mit lokaler Betäubung und auch mehrfach erfolgen. Hier werden die Dupuytren-Stränge mit feinen Nadelstichen so weit geschwächt, dass im Anschluss der Finger manuell gestreckt werden kann und die Stränge so zerrissen werden können. Die perkutane Nadelfasziotomie ist eine minimal-invasive Behandlung, bei der die Dupuytren-Stränge mit feinen Nadelstichen geschwächt und anschließend manuell gestreckt werden.

Kollagenase-Injektion

Ähnlich wirkt die Injektion von Kollagenase, einem Enyzm. Dieses wird in den Dupuytren-Strang gespritzt und löst ihn teilweise auf. Nach ein paar Tagen Einwirkzeit wird der Strang wie bei der Nadelfasziotomie durch das Dehnen der Finger aufgebrochen. Diese Art der Therapie wird derzeit in Deutschland jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei der Kollagenase-Injektion wird ein Enzym in den Dupuytren-Strang gespritzt, um ihn aufzulösen. Nach einer Einwirkzeit wird der Strang durch Dehnen der Finger aufgebrochen.

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Operative Entfernung der Stränge

Beim weiteren Voranschreiten der Krankheit bleibt die operative Entfernung der Stränge die einzig bewährte Therapieform. Die OP kann mit einer Armbetäubung oder auch unter Vollnarkose durchgeführt werden. Je nach Ausprägung ist ein kurzer stationärer Aufenthalt sinnvoll und angebracht. Um das operative Ergebnis zu sichern, ist im Anschluss eine physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig. Wenn eine Operation zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt wird, kann der Patient die Finger im Anschluss meist wieder vollständig strecken und die Hand weitgehend normal gebrauchen. Die operative Entfernung der Stränge ist die bewährteste Therapieform bei fortgeschrittener Erkrankung. Die Operation kann unter Armbetäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden.

Nachsorge und Rehabilitation

Um das operative Ergebnis zu sichern, ist im Anschluss eine physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig. Nach der Operation ist eine physiotherapeutische Nachbehandlung notwendig, um das operative Ergebnis zu sichern.

Nachtschiene

Nachtschiene: Der eigentliche Vortrag beschäftigt sich nur mit der Nachtschiene als Nachsorge der Behandlung. Aber in der anschließenden Diskussion wird auch die Wirkung bei noch nicht gekrümmten oder behandelten Fingern beleuchtet. Die Erfahrung zeigt, dass das Gewebe der Knoten bei nächtlicher Geradestellung weicher wird. Damit kann eine Krümmung wirkungsvoll verhindert oder zumindest weit hinausgeschoben werden. In manchen Fällen bilden sich die Knoten sogar zurück.

Vorbeugung von Morbus Dupuytren

Eine Behandlung, um der Erkrankung vorzubeugen oder ihr Auftreten zu verhindern, gibt es bisher nicht. Auch ein Wiederauftreten der Krankheit an der behandelten Stelle ist möglich. Je früher man an einem Morbus Dupuytren erkrankt ist, desto wahrscheinlicher ist eine erneute Erkrankung. Eine Heilung von Morbus Dupuytren gibt es nicht. Man kann die Symptome aber gut mithilfe verschiedener Therapien behandeln. Die Behandlung muss individuell auf Sie abgestimmt werden, um ein optimales Ergebnis zu erlangen. Wir beraten Sie gerne! Eine spezifische Vorbeugung von Morbus Dupuytren ist derzeit nicht möglich.

Perspektiven und Forschung

Auch 180 Jahre nach seiner Entdeckung sind die Ursachen des Morbus Dupuytren noch nicht vollständig geklärt. Die Forschung konzentriert sich weiterhin auf die Ursachen und Risikofaktoren der Erkrankung sowie auf die Entwicklung neuer und effektiverer Behandlungsmethoden.

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