Allergien und Epilepsie bei Hunden: Ein umfassender Überblick

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Störungen bei Hunden. Sie wird in primäre (idiopathische) und sekundäre (symptomatische) Epilepsie unterteilt. Primäre Epilepsie hat keine identifizierbare Ursache und ist oft genetisch bedingt. Sekundäre Epilepsie wird durch Faktoren wie Hirntumore und Infektionen ausgelöst. Bei beiden Formen ist das Gleichgewicht der neuronalen Erregbarkeit gestört, was zu Anfällen führt. Die Diagnose erfolgt durch eine gründliche Untersuchung und Anamnese, unterstützt von Bluttests und bildgebenden Verfahren wie MRT oder CT, um sekundäre Ursachen auszuschließen. Die Behandlung zielt darauf ab, Anfälle durch Antiepileptika zu reduzieren, wobei die Wahl des Medikaments von Faktoren wie Größe und Alter des Hundes abhängt. Neben der medikamentösen Therapie sind Änderungen des Lebensstils wichtig, um Stress zu minimieren und einen regelmäßigen Tagesablauf zu gewährleisten. Eine gesunde Ernährung und Bewegung können ebenfalls helfen. Die Prognose variiert je nach Art und Ursache der Epilepsie sowie der Reaktion auf die Behandlung. Die Forschung konzentriert sich auf genetische Faktoren, neue Therapieansätze und die Entwicklung von Technologien zur Überwachung von Anfällen.

Ursachen von Epilepsie bei Hunden

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Störungen bei Hunden und wird in zwei Hauptkategorien unterteilt: primäre (idiopathische) und sekundäre (symptomatische) Epilepsie. Primäre Epilepsie hat keine identifizierbare Ursache und tritt häufig genetisch bedingt auf. Die Pathophysiologie der Epilepsie bei Hunden beinhaltet eine Störung der neuronalen Erregbarkeit. Normalerweise gibt es ein Gleichgewicht zwischen erregenden und hemmenden Signalen im Gehirn. Genetische Faktoren spielen bei der idiopathischen Epilepsie eine wichtige Rolle, und bestimmte Hunderassen sind häufiger betroffen, darunter Beagles, Labrador Retriever und Deutsche Schäferhunde.

Bei der sekundären Epilepsie können verschiedene medizinische Bedingungen Anfälle auslösen. Dazu gehören metabolische Störungen wie Hypoglykämie oder Lebererkrankungen, toxische Exposition gegenüber bestimmten Substanzen sowie strukturelle Anomalien im Gehirn. Infektionen wie Staupe oder Enzephalitis können ebenfalls eine sekundäre Epilepsie verursachen.

Symptome und Phasen eines epileptischen Anfalls

Anfälle bei Hunden können in ihrer Erscheinung variieren, sind aber meist durch plötzliche, unkontrollierte Bewegungen, Muskelzuckungen und Bewusstseinsverlust gekennzeichnet. In der Aura-Phase, die Sekunden bis Stunden dauern kann, zeigen Hunde oft ungewöhnliches Verhalten wie Unruhe, Verwirrung oder übermäßiges Lecken. Der ictale Zustand ist die eigentliche Anfallsphase, die in der Regel 30 Sekunden bis zwei Minuten dauert. Nach dem Anfall tritt die postiktale Phase ein, die durch Desorientierung, Schwäche und in einigen Fällen vorübergehende Blindheit oder Verhaltensänderungen gekennzeichnet ist.

Die Symptome eines epileptischen Anfalls bei Hunden können Krämpfe, Muskelzuckungen, Bewusstseinsverlust, Speichelfluss, unkontrolliertes Urinieren oder Defäkieren und desorientiertes Verhalten umfassen.

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Manche Hunde ändern ihr Verhalten kurz vor dem Beginn des Anfalls. Sie werden unruhig und suchen vermehrt den Kontakt zu dem Besitzer. Der epileptische Anfall wird charakterisiert durch Episoden von sich wiederholenden, unfreiwilligen und unkontrollierten Bewegungen, die eine zunehmende Steifheit beziehungsweise Zuckungen und Krämpfe am ganzen Körper, erzeugen können. Während dem Anfall verliert der Hund häufig Harn oder Kot zudem wird häufig ein starkes Speicheln beobachtet. Das Bewusstsein kann, muss aber nicht, beeinträchtigt sein. Der Anfall dauert meistens 1 bis 2 Minuten, danach ist der Hund oft verwirrt, unruhig oder aggressiv.

Diagnose von Epilepsie bei Hunden

Die Diagnose von Epilepsie bei Hunden erfordert eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung durch einen Tierarzt. Zur Unterstützung der Diagnose werden häufig Bluttests durchgeführt, um metabolische oder toxische Ursachen auszuschließen. Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT können helfen, strukturelle Anomalien im Gehirn zu erkennen, die sekundäre Epilepsie verursachen könnten. In einigen Fällen kann eine Liquoruntersuchung (Analyse der Rückenmarksflüssigkeit) notwendig sein, um Entzündungen oder Infektionen im zentralen Nervensystem auszuschließen. Die Diagnose basiert auf der Krankengeschichte, der Beschreibung der Anfälle durch den Besitzer und dem Ausschluss anderer Erkrankungen.

Therapie von Epilepsie bei Hunden

Die Behandlung der Epilepsie bei Hunden zielt darauf ab, die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren. Dies wird in der Regel durch die Verabreichung von Antiepileptika erreicht. Die Wahl des Medikaments und die Dosierung hängen von mehreren Faktoren ab, darunter die Größe und das Alter des Hundes, die Häufigkeit der Anfälle und mögliche Nebenwirkungen. Zusätzlich zur medikamentösen Therapie können Änderungen des Lebensstils hilfreich sein. Dazu gehören die Minimierung von Stress und die Sicherstellung eines regelmäßigen Tagesablaufs.

Die Behandlung umfasst in der Regel die Verabreichung von Antikonvulsiva, um die Anfallshäufigkeit und -intensität zu reduzieren. Die Dosis muss individuell angepasst werden, und regelmäßige Blutuntersuchungen sind erforderlich, um die Wirkung und mögliche Nebenwirkungen zu überwachen.

Therapie bedeutet jedoch nicht, dass der Patient keine Anfälle mehr hat. Die Behandlung ist lebenslang und hat als Zielsetzung, die Anfallshäufigkeit und die Anfallsstärke zu vermindern. Hunde, welche unter Epilepsiemedikamenten stehen, sollen mindestens einmal jährlich zur tierärztlichen Kontrolle. Zirka 25 - 30% der Epilepsiepatienten lassen sich schlecht bis gar nicht mit Antieplileptika einstellen.

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Rolle der Ernährung bei Epilepsie

Die Ernährung beeinflusst viele Prozesse im zentralen Nervensystem. Ein stabiler Blutzuckerspiegel, eine ausgeglichene Versorgung mit Mikronährstoffen und eine Auswahl von Fetten können das Nervensystem entlasten und Anfälle positiv beeinflussen. Eine Ernährung mit hohem Anteil an Zucker, synthetischen Zusätzen oder Konservierungsstoffen kann entzündungsfördernd wirken und das Risiko für neurologische Reizungen erhöhen.

BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) ermöglicht eine natürliche, entzündungsarme Fütterung ohne künstliche Zusatzstoffe oder Zucker. Die Ration lässt sich individuell zusammenstellen und an die speziellen Bedürfnisse epileptischer Hunde anpassen. Hochwertige tierische Proteine und gesunde Fette liefern wichtige Bausteine für das Nervensystem. Besonders Omega-3-Fettsäuren aus Lachsöl sowie bestimmte Aminosäuren wirken stabilisierend auf das Gehirn. Die Ernährung sollte gemeinsam mit einem spezialisierten Tierarzt oder Ernährungsberater abgestimmt werden.

Epilepsie erfordert ein umfassendes Management. Neben der medikamentösen Therapie spielt die Ernährung eine tragende Rolle. BARF bietet eine transparente, frische und kontrollierbare Ernährungsform, die individuell auf den Gesundheitszustand des Hundes abgestimmt werden kann.

Bestimmte Futtermittelzutaten wie stark verarbeitete Proteine, Hefeextrakte oder Glutamat-haltige Zusatzstoffe enthalten freies Glutamat, das bei empfindlichen Hunden problematisch sein kann. Das BugBell Hundefutter für sensible Hunde wurde entwickelt, um eine besonders verträgliche Nährstoffversorgung bei neurologischer Empfindlichkeit zu unterstützen.

Ergänzende Unterstützung

  • Taurin: Taurin ist eine Aminosäure, die eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des zentralen Nervensystems und bei der Flüssigkeitsregulierung in den Körperzellen spielt. Dosierung: 100-500 mg / 2-3 x täglich. Bei Epilepsie kann die Dosis kurzzeitig bis auf 5 g erhöht werden.
  • Epilepsie Kräuter (EPILEX): Zusammensetzung: TRAUBENSILBERKERZE, GÄNSEFINGERKRAUT, PASSIONSBLUME, GINKO, LAVENDEL, JOHANNISKRAUT, MÖNCHSPFEFFER. Bei Bedarf füttern: Hunde bis ca. 10kg: 1 Teelöffel pro Tag, Hunde bis ca.

Prognose und Nachsorge

Die Prognose für Hunde mit Epilepsie variiert und hängt von mehreren Faktoren ab, einschließlich der Art und Ursache der Anfälle sowie der Reaktion auf die Behandlung. Hunde mit sekundärer Epilepsie, die durch behandelbare Ursachen wie Infektionen oder metabolische Störungen ausgelöst wird, können sich ebenfalls gut erholen, wenn die zugrunde liegende Ursache erfolgreich behandelt wird. Bei nicht behandelbaren Ursachen, wie Hirntumoren, kann die Prognose ungünstiger sein.

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Es ist wichtig, dass Hundebesitzer mit einem Tierarzt zusammenarbeiten, um einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen und diesen regelmäßig zu überprüfen. Mit einer gut eingestellten Therapie können viele Hunde mit Epilepsie ein glückliches und erfülltes Leben führen. Es ist wichtig, die Anfälle zu kontrollieren und einen Notfallplan zu haben, um schnell reagieren zu können. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen sind entscheidend, um die Therapie anzupassen.

Prävention von Epilepsie bei Hunden

Die Prävention von Epilepsie bei Hunden ist schwierig, insbesondere bei idiopathischer Epilepsie, die genetisch bedingt ist. Eine sorgfältige Auswahl der Zuchtpartner und genetische Tests können helfen, die Vererbung der Krankheit in bestimmten Hunderassen zu minimieren. Für Hunde, die bereits an Epilepsie leiden, ist die Vermeidung von Auslösern entscheidend. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen und eine enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt können dazu beitragen, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor sie sich verschlimmert.

Allergien bei Hunden: Ein zusätzlicher Faktor

Neben Epilepsie können auch Allergien eine Rolle bei der Gesundheit von Hunden spielen. Allergien können die Lebensqualität eines Hundes erheblich beeinträchtigen und in einigen Fällen auch neurologische Symptome verstärken.

Symptome von Allergien bei Hunden

Die Symptome einer Pollen- bzw. Gräserallergie beim Hund sind nicht immer so eindeutig wie beim Menschen.

  • Juckreiz und permanentes Lecken, Reiben an Gegenständen oder Wälzen über den Boden.
  • Atemprobleme, Pfeif- oder Rasselgeräusche beim Atmen oder schnelle Erschöpfung.
  • Gerötete und tränende Augen, Bindehautentzündung.

Häufiger Juckreiz, Durchfall und Appetitlosigkeit aber auch apathisches Verhalten können darauf hinweisen, dass Ihr Hund eine Allergie oder Krankheit hat. Bei fast allen Allergien entwickelt der Hund Hautprobleme. Häufiges Kratzen und Lecken der Pfoten kann die Folge einer Floh- oder Futtermittelallergie sein. Eine Infektion der Ohren ist bei einer Futtermittelallergie nichts ungewöhnlich.

Umgang mit Allergien

Es ist wichtig, den Kontakt zu den Allergenen so gering wie möglich zu halten.

  • In der Stadt ist die Pollenkonzentration morgens zwischen sechs und acht Uhr am niedrigsten - auf dem Land eher abends von 19 Uhr bis Mitternacht.
  • Nach dem Spaziergang den Hund mit einem feuchten Waschlappen abwischen (Pfoten nicht vergessen!) und selbst die Kleidung wechseln.
  • Spaziergänge nach Regen sind ideal.
  • Die Wohnung bzw. das Haus während der Pollenzeit häufiger saugen und wischen. Auch das Reinigen des Hundebetts kann Abhilfe schaffen.

Genetische Krankheiten

Die Symptome einer genetischen Krankheit sind sehr unterschiedlich und nicht immer eindeutig zuzuordnen. Eine genetische Erkrankung spielt nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei Hunden eine Rolle. Genetische Krankheiten werden von den Eltern an die Jungtiere vererbt. Die Vererbung der Merkmale kann rezessiv oder dominant erfolgen. Die dominante Vererbung einer Krankheit führt dazu, dass Tiere, die das Merkmal in sich tragen, zwangsläufig erkranken oder eine Krankheitsneigung aufweisen. Die meisten genetisch bedingten Krankheiten äußern sich in Form von Missbildungen oder Stoffwechselstörungen. Auch Krebsarten oder Epilepsie können genetisch übertragen werden. Häufig ist auch eine komplette Rasse von einer Krankheit betroffen. Die Hunde können an epileptischen Anfälle leiden, apathisches Verhalten aufweisen oder generell häufig krank sein, da ihr Immunsystem geschwächt ist.

Ausblick auf aktuelle Forschung

Die Forschung zu Epilepsie bei Hunden ist ein dynamisches Feld, das ständig neue Erkenntnisse hervorbringt. Ein Schwerpunkt der aktuellen Forschung liegt auf der Identifizierung genetischer Faktoren, die zur Anfälligkeit für Epilepsie bei bestimmten Hunderassen beitragen. Durch die Entschlüsselung der genetischen Grundlagen hoffen Wissenschaftler, bessere Diagnosewerkzeuge und maßgeschneiderte Behandlungspläne entwickeln zu können.

Ein weiterer bedeutender Forschungsbereich ist die Entwicklung neuer Therapieansätze. Traditionell werden antikonvulsive Medikamente eingesetzt, um Anfälle zu kontrollieren, aber diese haben oft Nebenwirkungen und sind nicht immer wirksam. Forscher untersuchen nun alternative Behandlungsmethoden wie die ketogene Diät, die bei Menschen mit Epilepsie oft erfolgreich eingesetzt wird.

Auch die Rolle der Umwelt und des Lebensstils wird intensiv erforscht. Studien deuten darauf hin, dass Stress, Ernährung und körperliche Aktivität Einfluss auf die Häufigkeit und Schwere von Anfällen haben können. Neuere Forschungen widmen sich zudem der Entwicklung von Technologien zur Echtzeit-Überwachung von Hunden mit Epilepsie. Wearables und Sensoren, die Anzeichen eines bevorstehenden Anfalls erkennen können, werden entwickelt. Diese Technologien könnten es Tierhaltern ermöglichen, frühzeitig einzugreifen und so die Auswirkungen eines Anfalls zu minimieren.

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