Das AMEOS Klinikum Haldensleben ist ein zentraler Anlaufpunkt für die Gesundheitsversorgung im Landkreis Börde und den angrenzenden Regionen. Als akademisches Fachkrankenhaus bietet es eine umfassende und zukunftssichere Versorgung für jährlich etwa 16.000 stationäre und 22.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Das Klinikum verbindet moderne Medizin mit engagierter Pflege, um den Aufenthalt der Patientinnen und Patienten so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Projekte rund um das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) werden aus EU-Mitteln gefördert.
Neurologie: Modernisierung und Spezialisierung
Die Klinik für Neurologie des AMEOS Klinikum Haldensleben hat einen modernisierten Bereich, einschließlich der Stroke Unit, einer Spezialeinheit für die Behandlung von akuten Schlaganfallpatientinnen, erhalten. Die Station bietet Platz für 19 Patientinnen mit neurologischen Erkrankungen. Zusätzlich stehen sechs weitere Betten speziell für Patient*innen mit Verdacht auf Schlaganfall zur Verfügung.
Verbesserte Schlaganfallversorgung
Der Umbau garantiert kürzere Wege und schnellere Untersuchungsergebnisse. Verschiedene medizinische Disziplinen, bestehend aus Neurologen, Internisten und Radiologen, arbeiten eng zusammen. Fachkräfte aus den Bereichen Pflege, Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie ergänzen das Behandlungsteam. Die medizinische Ausstattung ist darauf ausgerichtet, so schnell wie möglich und an 24 Stunden am Tag an sieben Tage die Woche Diagnosen und Therapiemöglichkeiten bei einem Verdacht auf Schlaganfall zu bieten.
Jährlich erleiden rund 260.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Der Hirninfarkt ist der häufigste Grund einer im Erwachsenenalter erworbenen Behinderung. Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Hirnblutungen müssen schnell erkannt werden, um schwerste Folgeschäden zu verhindern. Die neue neurologische Station mit der integrierten Stroke Unit bietet dafür die besten Voraussetzungen. Für den Umbau und die Modernisierung der Station mit der speziellen Ausstattung der Stroke Unit wurden mehr als 300.000 € investiert.
Behandlungsspektrum der Neurologie
In der Neurologie werden neben Schlaganfällen auch Erkrankungen wie z.B. Multiple Sklerose, neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Demenz sowie Gleichgewichtsstörungen und Schwindel behandelt.
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Schlaganfall: Symptome und Notfallmaßnahmen
Ein Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Erkrankung des Gehirns, die oft zu einem anhaltenden Ausfall von Funktionen des Zentralnervensystems führt. Hauptursachen hierfür sind Blutgerinnsel, Gefäßverkalkungen oder Hirnblutungen. Bei der Behandlung von Schlaganfällen spielt Zeit die entscheidende Rolle. Innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach Symptombeginn ist es möglich, Blutgerinnsel mit Hilfe einer systemischen Therapie (Lyse) aufzulösen. 24 Stunden bleiben, um Gefäße mittels Katheter aufzuweiten. Danach sind betroffene Teile des Gehirns unwiederbringlich verloren und bleibende Schäden nicht mehr zu verhindern.
Der Verdacht auf einen Schlaganfall ist ein absoluter Notfall. Mögliche Symptome sind:
- Sprach- und Verständigungsstörungen
- Lähmung und Taubheitsgefühl
- Starke Kopfschmerzen, Erbrechen
- Schwindel und Unsicherheiten beim Gehen
Der sogenannte FAST-Test hilft Außenstehenden, einen Schlaganfall zu erkennen:
- Face: Die betroffene Person bitten zu lächeln - hängt ein Mundwinkel herab, deutet dies auf eine Halbseitenlähmung hin.
- Arme: Die betroffene Person bitten, die Arme nach vorn zu strecken und die Handflächen nach oben zu drehen - Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich
- Sprache: Die Person bitten, einen einfachen Satz nachzusprechen - Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor
- Time/Zeit: Zögern Sie nicht, wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome
Psychiatrie: Umfassende Versorgung in modernem Umfeld
Im Bereich der Erwachsenenpsychiatrie bietet das AMEOS Klinikum Haldensleben drei Stationen in einem neuen modernen Gebäude (Haus 301) mit umfangreichen Therapie-, Fitness- und Sportangeboten. Das Angebot richtet sich an Patientinnen und Patienten im Alter von 18 bis 60 Jahren, die psychische Probleme haben, an einer psychischen Erkrankung leiden oder sich in einer schweren behandlungsbedürftigen Lebenskrise befinden.
Behandlungsspektrum der Psychiatrie
Das Behandlungsangebot richtet sich an Personen mit:
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- Suchterkrankungen
- Psychosen (z.B. Schizophrenien)
- Organisch bedingten psychischen Störungen
- Schweren Depressionen
- Persönlichkeitsstörungen
- Anpassungsstörungen in Konfliktsituationen
- Verhaltensstörungen bei Intelligenzminderung
Auf der Suchtstation werden qualifizierte Entgiftungen bei Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeiten durchgeführt. Zudem werden hier die Grundlagen gelegt:
- Für die Weiterbehandlung durch die Rentenversicherungsträger (Entwöhnungsbehandlung)
- Zur Kontaktaufnahme zu Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen
- Für die Weiterbehandlung möglicher komorbider Störungen (psychischer Begleiterscheinungen), z.B. in der Psychotherapie des Klinikums.
Daneben verfügt der Funktionsbereich Erwachsenenpsychiatrie über:
- Behandlungsplätze auf einer offenen, gemischtgeschlechtlichen Station, wo Patienten mit nahezu allen psychiatrischen Krankheitsbildern behandelt werden, wenn dazu keine geschützten Rahmenbedingungen erforderlich sind.
- Behandlungsplätze auf einer geschützten, gemischtgeschlechtlichen Station im Erdgeschoss des Hauses 301, wo z.B. Patienten behandelt werden, die sich oder andere Menschen durch ihre Krankheit gefährden könnten. In der geschützten Station erfolgt auch die initiale Phase der Entgiftungsbehandlung bei Patienten mit einer Abhängigkeit von illegalen Drogen.
Die Arbeit ist klar sozialtherapeutisch orientiert und umfasst den Einsatz aller zur Verfügung stehender diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Ziel ist es, den Patienten unter Berücksichtigung ihrer individuellen psychischen, physischen, intellektuellen und sozialen Ressourcen und Bedürfnisse eine bestmögliche Genesung und Wiedereingliederung zu ermöglichen. In allen Bereichen der Erwachsenenpsychiatrie verfügt die Klinik über ein hoch motiviertes, multiprofessionelles und interdisziplinär arbeitendes Behandlungsteam mit Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern, Ergo-, Musik-, Sport- und Physiotherapeuten sowie qualifizierten Pflegekräften. Für die bestmögliche Therapie steht eine breite Palette von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Weitere Informationen und Initiativen
Prävention von Gewalt und Missbrauch
Gemäß § 4 Absatz 2 der Qualitätsmanagement-Richtlinie haben Einrichtungen die Prävention von und Intervention bei Gewalt und Missbrauch als Teil des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements vorzusehen. Ziel ist es, Missbrauch und Gewalt insbesondere gegenüber vulnerablen Patientengruppen, wie beispielsweise Kindern und Jugendlichen oder hilfsbedürftigen Personen, vorzubeugen, zu erkennen, adäquat darauf zu reagieren und auch innerhalb der Einrichtung zu verhindern. Das jeweilige Vorgehen wird an Einrichtungsgröße, Leistungsspektrum und den Patientinnen und Patienten ausgerichtet, um so passgenaue Lösungen zur Sensibilisierung der Teams sowie weitere geeignete vorbeugende und intervenierende Maßnahmen festzulegen. Gemäß § 4 Absatz 2 in Verbindung mit Teil B Abschnitt I § 1 der Qualitätsmanagement-Richtlinie haben sich Einrichtungen, die Kinder und Jugendliche versorgen, gezielt mit der Prävention von und Intervention bei (sexueller) Gewalt und Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen zu befassen (Risiko- und Gefährdungsanalyse) und - der Größe und Organisationsform der Einrichtung entsprechend - konkrete Schritte und Maßnahmen abzuleiten (Schutzkonzept). Vorhandensein adressatengerechter und themenspezifischer Informationsmaterialien für Patientinnen und Patienten.
Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)
AMTS ist die Gesamtheit der Maßnahmen zur Gewährleistung eines optimalen Medikationsprozesses mit dem Ziel, Medikationsfehler und damit vermeidbare Risiken für Patientinnen und Patienten bei der Arzneimitteltherapie zu verringern. Die Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit werden mit Fokus auf den typischen Ablauf des Medikationsprozesses bei der stationären Patientenversorgung dargestellt. Eine Besonderheit des Medikationsprozesses im stationären Umfeld stellt das Überleitungsmanagement bei Aufnahme und Entlassung dar. Die im Folgenden gelisteten Instrumente und Maßnahmen adressieren Strukturelemente, z.B. besondere EDV-Ausstattung und Arbeitsmaterialien, sowie Prozessaspekte, wie Arbeitsbeschreibungen für besonders risikobehaftete Prozessschritte bzw. Konzepte zur Sicherung typischer Risikosituationen. Zusätzlich können bewährte Maßnahmen zur Vermeidung von bzw. zum Lernen aus Medikationsfehlern angegeben werden.
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Das Krankenhaus stellt hier dar, mit welchen Aspekten es sich bereits auseinandergesetzt bzw. welche Maßnahmen es konkret umgesetzt hat. Die folgenden Aspekte können, gegebenenfalls unter Verwendung von Freitextfeldern, dargestellt werden:
- Aufnahme ins Krankenhaus, inklusive Anamnese: Dargestellt werden können Instrumente und Maßnahmen zur Ermittlung der bisherigen Medikation (Arzneimittelanamnese), der anschließenden klinischen Bewertung und der Umstellung auf die im Krankenhaus verfügbare Medikation (Hausliste), sowie zur Dokumentation, sowohl der ursprünglichen Medikation der Patientin oder des Patienten als auch der für die Krankenhausbehandlung angepassten Medikation.
- Medikationsprozess im Krankenhaus: Im vorliegenden Rahmen wird beispielhaft von folgenden Teilprozessen ausgegangen: Arzneimittelanamnese - Verordnung - Patienteninformation - Arzneimittelabgabe - Arzneimittelanwendung - Dokumentation - Therapieüberwachung - Ergebnisbewertung. Dargestellt werden können hierzu Instrumente und Maßnahmen zur sicheren Arzneimittelverordnung, z. B. bezüglich Leserlichkeit, Eindeutigkeit und Vollständigkeit der Dokumentation, aber auch bezüglich Anwendungsgebiet, Wirksamkeit, Nutzen-Risiko-Verhältnis, Verträglichkeit (inklusive potentieller Kontraindikationen, Wechselwirkungen u. Ä.) und Ressourcenabwägungen. Außerdem können Angaben zur Unterstützung einer zuverlässigen Arzneimittelbestellung, -abgabe und -anwendung bzw. -verabreichung gemacht werden.
- Entlassung: Dargestellt werden können insbesondere die Maßnahmen der Krankenhäuser, die sicherstellen, dass eine strukturierte und sichere Weitergabe von Informationen zur Arzneimitteltherapie an weiterbehandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie die angemessene Ausstattung der Patientinnen und Patienten mit Arzneimittelinformationen, Medikationsplan und Medikamenten bzw.
AMEOS Ost und die AMEOS Gruppe
AMEOS Ost verbindet die 18 AMEOS Einrichtungen an zehn Standorten in Sachsen-Anhalt mit insgesamt 1.900 Betten bzw. Behandlungsplätzen. Mit rund 4.000 Mitarbeitenden zählt AMEOS zu den größten Arbeitgebern der Region. AMEOS sichert die Gesundheitsversorgung in den Regionen: An über 50 Standorten in Krankenhäusern, Poliklinika, Reha-, Pflege- und Eingliederungseinrichtungen ist AMEOS Vorreiter in Medizin, Pflege und Betreuung. Rund 16.000 Mitarbeitende kümmern sich jährlich um das Wohlergehen von über einer halben Million Menschen.
Klinik für Neurologie: Erweiterung des Leistungsspektrums
Die Klinik für Neurologie ist vom psychiatrischen Bereich des Krankenhauses auf die andere Straßenseite gezogen, um dort ein breiteres Leistungsspektrum anbieten zu können. Zusätzlich zur bisherigen Diagnostik wird die Klinik nun die stationäre Versorgung fast aller Erkrankungen aus dem neurologischen Spektrum anbieten. Für die geplante Stroke-Unit ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Neurologie und anderen Fachgebieten nötig, welche nun mit sehr kurzen Wegen gewährleistet werden kann. Die Stroke-Unit ermöglicht die Früherkennung und - behandlung von Schlaganfällen und Durchblutungsstörungen des Gehirns und gibt somit den Patienten viel Lebensqualität zurück.
Vorstellung des neuen Chefarztes
Dr. med. Zeljko Zivcec, der neue Chefarzt, stammt gebürtig aus Kroatien und absolvierte sein Studium an der Universität Zagreb. 1980 promovierte Dr. Zivcec. Berufsbegleitend studierte er danach weiter und schloss ein Studium der Pharmakologie und der Neurologie ab. 1993 erhielt er seine Anerkennung als Facharzt für Neurologie und ging nach Deutschland. Hier konnte er zuletzt mehr als zehn Jahre als Leitender Oberarzt in zwei Kliniken für Neurologie arbeiten. Dr. Zivcec freut sich auf die neuen Kolleginnen und Kollegen und darauf, die Klinik für Neurologie auf ihren weiteren Weg zu führen.
Patientenperspektiven und Bewertungen
Es ist wichtig zu beachten, dass Patientenbewertungen subjektiv sind und unterschiedliche Erfahrungen widerspiegeln können. Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit der Behandlung und Betreuung im AMEOS Klinikum Haldensleben, während andere Kritik äußern. Es ist ratsam, verschiedene Informationsquellen zu berücksichtigen und sich ein umfassendes Bild zu machen.
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