Ein Hirnstamm-Aneurysma ist eine Aussackung einer Arterie im Gehirn, die, wenn sie platzt, eine lebensbedrohliche Blutung verursachen kann. Die Prognose hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Lage und Größe des Aneurysmas, das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten sowie die Schnelligkeit der Behandlung.
Was ist ein Hirnarterienaneurysma?
Aneurysmen sind Vorwölbungen oder Ausbuchtungen der Gefäßwand von Arterien, die meist Folge einer Wandschwäche sind und im Laufe der Zeit an Größe zunehmen können. Infolge dessen kann es zu einer Kompression angrenzender Hirn- oder Nervenstrukturen kommen. Schließlich kann das Aneurysma platzen und eine unter Umständen lebensgefährliche Blutung im Kopf bewirken.
Es ist davon auszugehen, dass etwa 1,5 bis 5 Prozent der Bevölkerung im Laufe des Lebens ein Hirnarterienaneurysma entwickeln, ohne dass es zwangsläufig zu Symptomen kommt. Das Risiko einer Blutung aus einem Aneurysma ist abhängig von dessen Lage, der Größe und der Konfiguration. Während sehr kleine Aneurysmen in bestimmten Bereichen der Hirnarterien ein extrem geringes Blutungsrisiko bedeuten, beträgt die Wahrscheinlichkeit bei großen und unregelmäßig konfigurierten Aneurysmen bis zu über 6% pro Jahr. Abweichungen von diesen Regeln existieren bei familiärer Belastung oder Zugehörigkeit zu bestimmten ethnischen Gruppen.
Zumeist entstehen Aneurysmen im Laufe des Lebens infolge vorbestehender struktureller Wandschwächen insbesondere an den Aufzweigungen der Hirnarterien. Selten können sie auch im Rahmen von allgemeinen Gefäß- oder Bindegewebserkrankungen, als Folge von Infektionen, Drogenmissbrauch oder als Traumafolge auftreten. Etwa ein Fünftel der betroffenen Patienten haben mehr als ein Aneurysma. Darüber hinaus wird nicht nur die Bildung sondern auch das Wachstum und somit schließlich die Ruptur von anderen Faktoren, z.B. auch das Rauchen ungünstig beeinflusst.
Diagnose von Aneurysmen
Wenn es zu einer Ruptur, d.h. zum Platzen des Aneurysmas kommt, führt die klinische Symptomatik (stärkste Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtscheu und neurologische Ausfälle unterschiedlicher Ausprägung) meist bereits zur Verdachtsdiagnose einer sog. Subarachnoidalblutung (SAB) aus einem Aneurysma. Die Blutung wird dann üblicherweise durch eine Computer- oder Magnetresonanztomografie diagnostiziert. Das oder die Aneurysmen können dann in der gleichen Untersuchung durch geeignete Verfahren (CT- oder MR-Angiographie) oder nachfolgend durch eine Katheterangiographie (DSA) nachgewiesen werden. Die Angiographie bietet dabei die Möglichkeit, gegebenenfalls eine endovaskuläre Behandlung anzuschließen.
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Ursachen und Risikofaktoren für Aneurysmaruptur
Ob ein Aneurysma schließlich platzt, hängt von einer Vielzahl von Einzelfaktoren ab. Es ist vorstellbar, dass erhöhter Blutdruck oder kurzzeitige Blutdruckspitzen bei schwerer körperlicher Anstrengung eine Blutung auslösen können. Ein relevanter Anteil von Aneurysmarupturen ereignet sich jedoch im Schlaf, so dass davon auszugehen ist, dass durch Vermeidung von Anstrengung eine Blutung letztlich nicht vermieden werden kann. Insbesondere die Schwere der Auswirkungen kann auch von "blutverdünnenden" Medikamenten negativ beeinflusst werden. Die Wahrscheinlichkeit mit der es zu einer Blutung kommt, hängt von Faktoren ab, die wesentlich von anatomischer Lage, Größe und Geometrie des Aneurysmas bestimmt werden. Kleine Aneurysmen von weniger als 7mm Durchmesser platzen statistisch seltener als größere und insbesondere als sehr unregelmäßig konfigurierte Aneurysmen. Wahrscheinlich ist aber weniger die absolute Größe, als vielmehr die Geschwindigkeit der Größenzunahme und die tatsächliche Wandbeschaffenheit maßgeblich. Letztere ist jedoch derzeit mit keiner bildgebenden Methode beurteilbar. Ist es einmal zu einer Blutung gekommen, so ist das Risiko einer nochmaligen Ruptur sehr hoch und deren Prognose oft als schlecht einzuschätzen. Aus diesem Grund wird heute allgemein die Aneurysmabehandlung in der Akutphase empfohlen.
Wenn ein Aneurysma platzt, kommt es zu einem Blutaustritt in den Raum um das Gehirn, einer sog. Subarchnoidalblutung (SAB). Abhängig von Blutmenge und Verteilung können starke Kopfschmerzen für mehrere Tage, Übelkeit und Erbrechen, Schläfrigkeit oder sogar ein Koma ausgelöst werden. Darüber hinaus kann - auch verzögert - eine Vielzahl neurologischer Symptome auftreten, die auf eine direkte Schädigung des Gehirns durch die Blutung hinweisen. Hierzu gehören Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen oder auch Krampfanfälle. Zusammen genommen versterben nach wie vor etwa 30-40 Prozent der Patienten innerhalb der ersten Wochen und nur etwa 20-30 Prozent sind langfristig in der Lage wieder ein eigenständiges Leben ohne Einschränkungen zu führen. Als Langzeitfolge können durch die Blutbestandteile außerdem Zirkulationsstörungen des Nervenwassers ausgelöst werden, so dass dieses u.U. dauerhaft über einen sog. Shunt zum Beispiel in die Bauchhöhle abgeleitet werden muss.
Behandlungsmethoden für Hirnaneurysmen
Grundsätzlich stehen zwei Verfahren zur Verfügung: Die offene Operation mit Ausschaltung des Aneurysmas durch einen Clip („Clipping“) und die endovaskuläre Behandlung mit Platinspiralen, eine sog. Coilokklusion des Aneurysmas, zuweilen auch nach dem Englischen als “Coiling“ bezeichnet. Lage und Geometrie des Aneurysmas entscheiden über das am besten geeignete Behandlungsverfahren.
Clipping
Bei der offenen Operation wird das Aneurysma durch einen Clip verschlossen. Dieser Clip wird an der Basis des Aneurysmas angebracht, um die Blutzufuhr zu unterbrechen.
Coiling
Bei der endovaskulären Behandlung werden Platinspiralen in das Aneurysma eingeführt. Diese Spiralen füllen das Aneurysma aus und verhindern so, dass Blut hineinfließen kann.
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Endovaskuläre Behandlung von Hirnarterienaneurysmen
Dieses Verfahren zum Verschluss von Aneurysmen hat sich in den letzten 10-15 Jahren mehr und mehr etabliert. Der wesentliche Durchbruch ist dabei auf die Einführung von berührungsfrei ablösbaren Platinmikrospiralen Anfang der 90er Jahre zurückzuführen, die bis zum Erreichen eines angestrebten Füllungsgrades von Aneurysmen auch wieder entfernt oder repositioniert werden können, wenn ihre Lage nicht optimal ist.
Das Vorgehen bei dieser Behandlung besteht in der Sondierung der Halsschlagader von der Leiste aus, mit einem Führungskatheter, über den unter Durchleuchtungskontrolle ein extrem flexibler Mikrokatheter mit deutlich unter einem Millimeter Durchmesser bis in das Aneurysma vorgeführt wird. In unserer Abteilung wird bereits zum Auffinden der am besten geeigneten Arbeitsprojektion mit einem angiografischen Spezialverfahren ein detailgetreues 3D-Computerabbild des Gefäßsystems erzeugt, welches auch zur Planung der Behandlung einschließlich der Auswahl geeigneter Materialen hilfreich ist und vielfach zusätzliche Kontrastmittelgaben sparen hilft. Ist das Aneurysma mit dem Mikrokatheter sondiert, kann es mit geeigneten Platinmikrospiralen nach einem “umgekehrten Zwiebelschalenverfahren“ von außen nach innen aus der Zirkulation ausgeschaltet werden.
Wesentlicher Vorteil des Verfahrens ist seine gegenüber der Alternative einer offenen Operation geringere Invasivität. Insbesondere im zeitlichen Zusammenhang mit einer Subarachnoidalblutung - also bei frisch rupturierten Aneurysmen - ist dieser Vorteil auch durch eine große internationale Studie belegt. Die Daten, die im Rahmen der ISAT-Studie (International Subarachnoid Aneurysm Trial) gewonnen wurden, belegen die Zuverlässigkeit des so genannten Coilings in der Blutungsprophylaxe bei einer im Vergleich zur neurochirurgischen Operation niedrigeren Komplikationsraten und einer größeren Anzahl von betroffenen Patienten, die nach ein und nach zwei Jahren wieder ein selbständiges Leben führen können. Die ISAT-Studie lieferte für rupturierte Aneurysmen erstmals Daten mit einem hohen Niveau wissenschaftlicher Evidenz, die für die primäre endovaskuläre Therapie auch in Fällen sprechen, die bisher meist neurochirurgisch behandelt wurden und verlangte vielerorts eine Anpassung der Indikationsstellung und eine Neuordnung der Versorgungsstrukturen in der Kooperation zwischen interventionellem Neuroradiologen und vaskulären Neurochirurgen. Aus einer 2003 publizierten Untersuchung zur Behandlung nicht-rupturierter Aneurysmen (ISUIA) lassen sich ebenfalls Vorteile des endovaskulären Verfahrens ableiten. Insbesondere bei Patienten, die zuvor bereits eine Blutung aus einem anderen Aneurysma erlitten hatten, ergab sich hier eine signifikante Risikoreduktion.
Die Prognose nach einem Hirnstamm-Aneurysma
Die Prognose nach einem Hirnstamm-Aneurysma hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter:
- Die Lage und Größe des Aneurysmas
- Das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten
- Die Schnelligkeit der Behandlung
- Das Auftreten von Komplikationen
Viele Menschen bemerken ihr gesamtes Leben lang nicht, dass sie ein Hirnaneurysma haben. Bei anderen verursacht es jedoch Beschwerden - oder sie haben ein erhöhtes Risiko, dass ihr Aneurysma irgendwann reißt und eine lebensbedrohliche Hirnblutung auslöst. Ein Aneurysma verursacht häufig keine Beschwerden. In diesem Fall wird es als „asymptomatisches“ Aneurysma bezeichnet.
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Zu Beschwerden kann es kommen, wenn ein Aneurysma besonders groß ist oder ungünstig liegt. Es kann dann auf das Gehirn oder auf Nerven drücken, die vom Gehirn wegziehen - zum Beispiel auf den Sehnerv. Ein Hirnaneurysma entwickelt sich meist im Laufe des Lebens, weil an der betroffenen Stelle die Elastizität der Gefäßwand nachlässt. Bei Menschen, die Bluthochdruck haben oder rauchen, bildet sich häufiger ein Hirnaneurysma als bei anderen.
Frauen haben ein höheres Risiko für Hirnaneurysmen als Männer - ebenso Menschen, die Eltern oder Geschwister mit einem Aneurysma im Kopf haben. Außerdem steigt das Risiko mit zunehmendem Alter.
Diese Faktoren machen es auch wahrscheinlicher, dass ein Aneurysma irgendwann reißt. Etwa 3 von 100 Erwachsenen haben ein Hirnaneurysma. Bei einigen Menschen entwickeln sich mehrere Aneurysmen im Gehirn.
Die meisten Hirnaneurysmen verändern sich nicht, machen nie Beschwerden und bleiben deshalb unbemerkt. Auch wenn ein Aneurysma zufällig entdeckt wird, muss es nicht immer behandelt werden: Zu wissen, dass man ein Hirnaneurysma hat, kann allerdings belastend sein.
Ein Hirnaneurysma, das mit der Zeit größer wird, kann Beschwerden verursachen. Aneurysmen können reißen. Man spricht dann auch von einer Aneurysma-Ruptur. Durch das Einreißen kommt es zu einer Hirnblutung - genauer gesagt zu einer sogenannten Subarachnoidalblutung. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der so schnell wie möglich notärztlich behandelt werden muss. Durch die Blutung steigt der Druck im Schädel und das empfindliche Hirngewebe wird geschädigt. Plötzliche sehr starke Kopfschmerzen sind typische Anzeichen. Viele Betroffene sprechen von dem stärksten Kopfschmerz, den sie jemals erlebt haben. Zu Beginn tun oft vor allem der Hinterkopf und Nacken weh. NackensteifigkeitÜbelkeit, ErbrechenBewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit
Die Blutung ist die häufigste Komplikation eines Aneurysmas. Wie wahrscheinlich es ist, dass ein Hirnaneurysma reißt und eine Blutung auslöst, hängt neben den erwähnten Risikofaktoren vor allem von seiner Größe ab.
Eine seltene andere Komplikation von Hirnaneurysmen ist der Verschluss einer Hirnarterie: Innerhalb eines Aneurysmas bilden sich oft Blutgerinnsel, die in der Regel keine Probleme machen. Selten gerät aber eins dieser Gerinnsel zurück in die Hirnarterie.
Mögliche Komplikationen
Hirnblutungen sind schwere Erkrankungen und können zu einer Reihe von Komplikationen führen:
- Hirndrucksteigerung, vor allem bei schweren Blutungen
- Hydrocephalus (Wasserkopf) aufgrund Störung der Liquorzirkulation (auch als Spätfolge durch heilungsbedingte Verklebungen möglich)
- Gefäßkrämpfe (Vasospasmen) und nachfolgende Minderdurchblutungen durch gefäßverengende Substanzen in den Blutabbauprodukten. Folge sind neurologische Auffälligkeiten wie z. B.
Langzeitfolgen
Als Langzeitfolge können durch die Blutbestandteile außerdem Zirkulationsstörungen des Nervenwassers ausgelöst werden, so dass dieses u.U. dauerhaft über einen sog. Shunt zum Beispiel in die Bauchhöhle abgeleitet werden muss.
Zusammen genommen versterben nach wie vor etwa 30-40 Prozent der Patienten innerhalb der ersten Wochen und nur etwa 20-30 Prozent sind langfristig in der Lage wieder ein eigenständiges Leben ohne Einschränkungen zu führen.
Rehabilitation
Nach der Behandlung eines Hirnstamm-Aneurysmas ist eine Rehabilitation oft notwendig, um die neurologischen Defizite zu verbessern. Die Rehabilitation kann Folgendes umfassen:
- Physiotherapie
- Ergotherapie
- Sprachtherapie
- Neuropsychologie
Leben nach einem Hirnstamm-Aneurysma
Das Leben nach einem Hirnstamm-Aneurysma kann eine Herausforderung sein. Viele Patienten haben mit neurologischen Defiziten, psychischen Problemen und sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es ist wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen, um diese Herausforderungen zu bewältigen.
Mehmet Sirimsi hat nur knapp zwei Hirnblutungen überlebt. Seinen Lebensrettern ist der 51-Jährige Wiesbadener unendlich dankbar. Jede Sekunde hat sich in seinem Kopf eingebrannt. Es war ein Mittwoch gegen 17 Uhr. Mehmet Sirimsi und seine Frau waren gerade von der Arbeit nach Hause gekommen. Später abends wollte der Gastwirt zurück in sein Lokal, Freunde treffen. Vorher eben schnell duschen und gemeinsam mit seiner Frau etwas essen, mehr nicht. Doch als er aus der Dusche kommt, wird ihm plötzlich schlecht. „Ich bekam ein Kribbeln, als ob mir tausend Ameisen im Kopf wimmeln“, erinnert sich Sirimsi. Seine Frau bemerkt sofort, dass etwas nicht stimmt. Sie spricht ihn an. Doch der damals 43-Jährige kann sie nicht mehr hören. „Mein Mund wurden ganz trocken, meine Zunge klebte an meinem Gaumen fest.“ Mehmet Sirimsi verlangt nach einem Glas Wasser - helfen tut es nicht. Ihm wird speiübel. Bei jedem Schluck hat er das Gefühl, als schlage ihm jemand in den Nacken. Seine Stirn wird heiß, er bekommt extreme Kopfschmerzen. „Mich hat die Angst gepackt. Seine Frau ruft den Krankenwagen. Blitzschnell sind die Rettungssanitäter in der Wohnung des Ehepaars. Seine Frau schildert die Symptome. Mehmet Sirimsi wird sofort in eine nahegelegene Klinik transportiert. An die Fahrt kann er sich nicht mehr erinnern. In der Klinik wird umgehend ein MRT von Mehmet Sirimsis Schädel gemacht. Das ärztliche Personal vor Ort diagnostiziert drei Aneurysmen im Kopf. Eines der Aneurysmen ist geplatzt und verursacht eine Blutung im Gehirn. Den Ärztinnen und Ärzten bleibt nicht viel Zeit. Mehmet Sirimsi wird umgehend notoperiert. Über eine kleine Schädelöffnung auf der linken Seite kann das blutende Aneurysma erfolgreich verschlossen werden. Der Gastwirt scheint über den Berg. Zwei Tage später, aber erneut eine Hiobsbotschaft: Das Aneurysma auf der rechten Seite muss operiert werden. Erneut müssen die Ärzte um Sirimsis Leben kämpfen. „Sie haben nicht damit gerechnet, dass ich überlebe“, sagt er. Ihm wird der andere Teil der Schädeldecke entfernt und das Aneurysma verschlossen. Trotz erfolgreicher OP haben die Mediziner eine düstere Prognose. „Sie haben fest damit gerechnet, dass ich ein Schwerstpflegefall werde“, erzählt Sirimsi. 21 Tage verbringt er in der Klinik, acht davon auf der Intensivstation. Nach dem Krankenhaus beginnt für den zweifachen Familien-Vater eine schwierige Zeit. „Ich habe ständig geweint“, gibt er zu. Schlafen kann er nicht, Panikattacken bestimmen seinen Alltag in der Reha. Für seine Frau und die beiden gemeinsamen Söhne ist die Zeit ohne ihren Vater ebenfalls nicht leicht. „Es war jeden Tag jemand zu Besuch. Meine Familie hat sogar bei mir geschlafen - anders ging es nicht.“ Denn Mehmet Sirimsi plagt die Angst, dass ihn erneut der Schlag treffen könnte. „Auch heute habe ich immer noch hin und wieder Flashbacks. Doch ich bin in psychischer Behandlung und habe gelernt, damit umzugehen.“Letztendlich hatte Mehmet Sirimsi viel Glück. Der Wiesbadener kämpft sich erfolgreich zurück ins Leben. Er geht regelmäßig ins Fitnessstudio, trifft Freunde und steht wieder täglich hinter der Theke seines Lokals. Seit seinem Schlaganfall kann der heute 51-Jährige nichts mehr riechen und schmecken. „Damit musste ich erst lernen, klarzukommen. Es nimmt einem schon ein großes Stück Freude und Lebensqualität“, erklärt er. Doch er ist froh, dass er noch lebt. Seine Ehe hat den Schlaganfall nicht überstanden. Eineinhalb Jahre nach dem Ereignis hat sich das Ehepaar scheiden lassen. „Es hat nicht mehr funktioniert“, gesteht Sirimsi.Die Geschichte seiner Lebensrettung erzählt nun ein großes Tattoo auf seinem Rücken. Zum Dank hat er sich außerdem den Namen der Klinik auf seinen Unterarm tätowieren lassen. „Ich trage meine Tattoos mit Stolz.
Psychische Auswirkungen
In einer Studienarbeit könnten beispielsweise die psychologischen Auswirkungen einer Aneurysma-Diagnose untersucht werden. Dabei könnte der Fokus darauf liegen, wie verschiedene Bewältigungsstrategien die psychische Gesundheit der Betroffenen beeinflussen.
Langfristige Folgen und klinische RelevanzDie langfristigen Folgen eines nicht rupturierten Gehirn-Aneurysmas und die damit verbundenen psychischen Belastungen sind ein wichtiger Bereich der klinischen Forschung. Ein Schwerpunkt könnte auf der Entwicklung von Leitlinien für die psychologische Betreuung von Patienten liegen, die mit einem Gehirn-Aneurysma leben. Dies könnte beispielsweise die regelmäßige psychologische Beratung oder die Integration von Entspannungstechniken in den Behandlungsplan umfassen.
Prävention
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko eines Hirnstamm-Aneurysmas zu senken:
- Rauchen Sie nicht
- Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck
- Trinken Sie wenig Alkohol
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung
- Treiben Sie regelmäßig Sport
- Vermeiden Sie Stress
Prävention der Subarachnoidalblutung: Maßnahmen für den Alltag
Die Prävention einer Subarachnoidalblutung (SAB) ist besonders für Personen mit einem bekannten zerebralen Aneurysma oder einer familiären Vorbelastung von Bedeutung. Doch auch ohne diese Risikofaktoren können Sie durch einen gesunden Lebensstil das Risiko einer SAB reduzieren. Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für die Entwicklung und Ruptur von Aneurysmen. Wir empfehlen dringend, das Rauchen komplett einzustellen, um das Risiko einer Subarachnoidalblutung zu verringern. Bluthochdruck (arterielle Hypertension) ist ein weiterer Risikofaktor für SAB. Eine regelmäßige Überwachung des Blutdrucks und dessen Kontrolle durch eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und gegebenenfalls medikamentöse Einstellung ist essenziell. Da Alkohol den Körper in vielerlei Hinsicht schädigen kann, empfiehlt es sich, den Konsum zu vermeiden oder zumindest erheblich zu verringern. Mit einer ausgewogenen Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und mageren Proteinen ist und gleichzeitig gesättigte Fette und Cholesterin begrenzt, können Sie dazu beitragen, das Risiko einer SAB zu senken. Regelmäßige Bewegung hilft Ihnen, den Blutdruck zu senken und Ihr Gewicht zu kontrollieren. Wir empfehlen Ihnen, mindestens 150 Minuten mäßig intensive oder 75 Minuten intensivere körperliche Aktivität pro Woche zu absolvieren. Chronischer Stress kann zu Bluthochdruck und anderen gesundheitlichen Problemen führen, die das Risiko einer SAB erhöhen. Personen mit einem erhöhten Risiko für eine SAB, wie zum Beispiel mit nicht geplatzten (unrupturierten) Aneurysmen, sollten regelmäßige medizinische Untersuchungen wahrnehmen, um den Zustand der Aneurysmen zu überwachen. Die Häufigkeit und Art der Untersuchungen sollten mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin abgesprochen werden. Bei einer familiären Vorgeschichte von SAB oder Aneurysmen kann ein Screening mittels Magnetresonanzangiografie (MRA) für erstgradige Angehörige (Eltern, Geschwister, Kinder) sinnvoll sein. Indem Sie diese präventiven Maßnahmen in Ihren Alltag integrierten, können Sie das Risiko einer Subarachnoidalblutung reduzieren und Ihre allgemeine Gesundheit fördern.