Bacopa Monnieri: Wirkung, Erfahrungen und Anwendung des Gehirn-Boosters

Brahmi, auch bekannt als Bacopa Monnieri, ist eine altehrwürdige Pflanze, die in der ayurvedischen Medizin Indiens seit Jahrtausenden verwendet wird. In der heutigen Zeit erfreut sie sich wachsender Beliebtheit als Inhaltsstoff in Nootropika und Nahrungsergänzungsmitteln. Dieser Artikel beleuchtet die Eigenschaften von Brahmi, seine Wirkungsweise, Anwendungsmöglichkeiten und gibt Einblicke in Erfahrungsberichte.

Was ist Brahmi?

Brahmi genießt den Ruf als einer der besten Pflanzenstoffe. Die semi-aquatische Pflanze wächst in tropischen Feuchtgebieten und Sümpfen auf der ganzen Welt. Beheimatet ist die Pflanze aber vor allem in Süd- und Südostasien, unter anderem in Vietnam und Indien. Erkennen lässt sie sich an ihren fleischigen und runden Blättern, einer satten grünen Farbe und weißen kleinen Blüten. Die beliebte ayurvedische Pflanze wird schon seit über 3000 Jahren in der ayurvedischen Tradition eingesetzt und ist dort hoch angesehen. Auch wurde Brahmi damals, vor tausenden von Jahren von Gelehrten und Schülern angewendet, wenn sie lange Texte auswendig lernen wollten.

Auch Botaniker auf der ganzen Welt nutzen die Blätter der Pflanzen, um Präparate verschiedenster Arten zu produzieren. Bis heute hat der Markt rund um Nootropika und Nahrungsergänzungsmittel mit Brahmi als Inhaltsstoff stark zugenommen.

Wie Brahmi und der menschliche Körper miteinander interagieren, wurde in zahlreichen Studien erforscht, für therapeutische und medizinische Aussagen bedarf es aber noch vieler weiterer klinischer Untersuchungen, weshalb noch keine allgemeinen gesundheitsbezogenen Aussagen gemacht werden können.

Brahmi, auch bekannt als indisches Wassernabelkraut oder kleines Fettblatt (Bacopa monnieri), gehört zur Familie der Wegerichgewächse. Oft wird Brahmi mit Mandukaparni (Centella Asiatica) verwechselt, obwohl es sich um verschiedene Kräuter handelt. Brahmi ist trotz seines indischen Namens nicht nur in Indien heimisch, sondern überall dort, wo ein tropisches oder subtropisches Klima mit ausreichend Feuchtigkeit herrscht. Das Kleine Fettblatt wächst am liebsten in feuchten, sumpfigen Gebieten, an den Ufern von Gewässern oder in Meeresnähe. In Europa kann Brahmi als Zimmerpflanze oder im Sommer draußen im Topf gehalten werden.

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Die Wirkung von Brahmi auf das Gehirn

Die Wirkung der Pflanze auf die Regulation der Nerven- und Gehirnzellen, die Konzentrationsfähigkeit und mentale Klarheit wurde untersucht. Brahmi soll die Erneuerung der Gehirn- und Nervenzellen anregen. Eine Studie der School of Health and Human Sciences in New South Wales, Australia hat sich mit der Wirkung von Brahmi auf die mentale Leistungsfähigkeit beschäftigt. Dabei haben 136 Testpersonen älteren Jahrgangs, die unter Gedächtnislücken leiden, Brahmi eingenommen. Nach einer 12 wöchigen Testphase konnte eine Verbesserung festgestellt werden.

Eine andere Studie des Neuropsychology Laboratory der University of Victoria ist nach einem vergleichbaren Forschungsdesign vorgegangen und hat dabei Folgendes herausgefunden. Bei der Doppelblind Studie wurde der einen Gruppe gesunder Erwachsener ein Placebo gegeben und der anderen Brahmi. Nach 12 Wochen zeigte sich bei der Brahmi-Gruppe eine deutliche Verbesserung in der Verarbeitung von visuellen Reizen, der Auffassungs- und Lernfähigkeit und dem Erinnerungsvermögen. Auch konnte die Studie damit aufzeigen, dass sowohl das Kurzzeit- als auch das Langzeitgedächtnis positiv beeinflusst wurde.

Des Weiteren wurde die Wirkungskraft des Nootropikum auf das Gedächtnis von älteren Leuten unter die Lupe genommen. Die Studie des National College of Natural Medicine in Portland hat sich speziell mit diesem Thema beschäftigt und die Wirkung von Brahmi auf ältere Patienten untersucht. Heraus kam, dass sich die gesamte mentale Performance der Testpersonen verbessert hat, was mit Hilfe eines Lerntests überprüft wurde. So kann Brahmi dem natürlichen kognitiven Alterungsprozess entgegen wirken und gegen den Erinnerungsverlust bei älteren Menschen helfen.

Zu guter letzt waren Forscher auf die Wirkung von Brahmi bei Kindern neugierig. Es handelt sich bei Brahmi um einen reinen Pflanzenstoff und so berichtete eine Studie mit Kindern im Alter zwischen 6 und 8 Jahren, dass auch bei ihnen die positive Wirkung anschlägt. Besonders signifikant war die deutliche Verbesserung der Reaktionszeit der Kinder.

An klinischen Studien für Brahmi und seiner vielfältigen Wirkungen scheint es nicht zu mangeln. So wurde auch die Thematik von Brahmi und Stress näher erforscht. Eine Studie des Department of Phamacology der Banaras Hindu University hat sich mit dem Zusammenhang zu Stress beschäftigt und untersucht, inwiefern Brahmi angstlösend und stressreduzierend sein kann.

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Die Studie ergab, dass der Pflanzenstoff ein so genanntes Adaptogen ist. Adaptogene Naturstoffe unterstützen per botanischer Definition den Körper nämlich dabei, resistent gegen Stress zu sein, indem sie dazu beitragen, das Ungleichgewicht des Körpers in der Homöostase wieder zu korrigieren. Die Homöostase wird häufig durch Stress aus dem Gleichgewicht gebracht. Grob gesagt, versteht man unter der Homöostase des Körpers verschiedene Regulationsprozesse in Bezug auf die Körpertemperatur, den Hormonhaushalt, den Blutkreislauf usw. Adaptogene Kräuter besitzen per botanische Definition nun die Kraft, dagegen anzuwirken. Brahmi zählt eben zu diesen Kräutern. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn man täglich mit einem stressigen Büro- oder Lernalltag zu kämpfen hat.

Studienergebnisse im Detail

  • Verbesserung der Gedächtnisleistung: Verschiedene Versuche an Tieren und an Menschen bestätigen, dass Brahmi die Gedächtnisleistung verbessern kann. Nachdem sie mehrere Wochen lang täglich 300 Milligramm Brahmi eingenommen hatten, konnten 46 gesunde Testpersonen sich besser an neu Gelerntes erinnern und schneller visuelle Informationen verarbeiten als eine Placebogruppe. Dieser Effekt hielt zwölf Wochen an.
  • Hilfe bei ADHS: Eine indische Studie an 31 Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitäts-Störung) zwischen sechs und zwölf, die über ein halbes Jahr hinweg täglich 225 Milligramm Brahmi einnahmen, zeigte eine Verbesserung der ADHS-Symptome. Unruhe, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten und Impulsivität verbesserten sich jeweils bei 67 bis 93 Prozent der Kinder.
  • Reduktion von Angst und Depressionen: Brahmi wirkt an Ratten ähnlich wie angstreduzierende Psychopharmaka der Gruppe der Benzodiazepine. Es kann ohne ähnliche Nebenwirkungen wie ein hohes Suchtpotential oder die Störung der Gedächtnisfunktion beruhigen.
  • Alzheimer-Prävention: Wenn freie Radikale mit Fett im Gehirn reagieren, kann das Fett oxidieren und zu einer sogenannten lipiden Peroxidation führen. Dies kann Alzheimer, Parkinson und andere neurodegernative Krankheiten auslösen. Die zahlreichen Antioxidantien in Brahmi können auch hier vorbeugend wirken.
  • Krebsvorbeugung: Durch oxidativen Stress ausgelöste freie Radikale können Krebs verursachen. Laut einer Analyse verschiedener Studien kann Brahmi mit seinen reichhaltigen Antioxidantien diese Radikale neutralisieren.

Die Rolle von Bacosiden

Einer der wichtigsten Bestandteile von Brahmi sind die sogenannten Bacoside, insbesondere Bacosid A und B, die nachweislich eine positive Wirkung auf das Gehirn haben. Die Bacoside in Brahmi sind in der Lage, die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen im Gehirn zu verbessern und damit kognitive Prozesse wie das Erinnern, Lernen und Konzentrieren positiv zu beeinflussen. Neben den Bacosiden enthält Brahmi auch andere wertvolle Pflanzenstoffe, darunter Antioxidantien, die das Immunsystem stärken und den Körper vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen können.

Brahmi als Adaptogen

Brahmi wird im Ayurveda als Adaptogen anerkannt. Einige Studien deuten darauf hin, dass Brahmi die Cortisolausschüttung und den mit chronischem Stress einhergehenden Abbau von Serotonin und Dopamin verringern kann.

Die richtige Anwendung von Brahmi

Die Anwendung von Brahmi ist auf mehrere Arten und Weisen möglich, sei es als Kapsel, Pulver oder direkt in ursprünglicher Pflanzenform. Offizielle Vorgaben, wie viel Brahmi täglich eingenommen werden sollten, gibt es noch keine. In den meisten wissenschaftlichen Untersuchungen kommt jedoch eine Dosierung von 300 mg zum Einsatz, wobei es immer auf den konkreten Bacosid-Gehalt ankommt. In jedem Fall muss darauf geachtet werden, dass die Wirkung erst nach 8-12 Wochen einsetzt. Daher darf die Einnahme nicht vor diesem Zeitraum unterbrochen werden, wenn sich die volle Kraft von Brahmi entfalten soll. Die Einnahme als Pulver ist verhältnismäßig aufwendig, denn es muss mehrmals täglich in Verbindung mit einem Glas Wasser eingenommen worden. Erfahrungen mit dem Pulver haben gezeigt, dass vor allem der Geschmack eine Hürde sein kann, denn Brahmi ist ziemlich bitter. Wer es ganz natürlich mag, kann sich auch direkt eine Brahmi Pflanze kaufen. In der Anwendung und Pflege ist die Pflanze allerdings extrem unpraktisch und nur für echte Hobbybotaniker geeignet. Am besten geeignet ist daher die Einnahme in Form einer Kapsel. Die wichtigen Wirkstoffe bleiben enthalten und die Anwendung ist extrem unkompliziert. Auch die meisten Erfahrungsberichte sprechen für die Einnahme als Kapsel, die bereits die richtige Dosierung enthält und auf nichts weiteres mehr geachtet werden muss.

Darreichungsformen und Dosierung

Brahmi ist in diversen Formen erhältlich, darunter Kapseln, Pulver und Flüssigextrakte. Es kann vor oder mit den Mahlzeiten eingenommen werden, um die Absorption zu verbessern und mögliche Magen-Darm-Beschwerden zu vermeiden. Es ist am besten, mit einer niedrigeren Dosierung zu beginnen und diese schrittweise zu erhöhen, um zu sehen, wie der Körper reagiert. Eine Langzeitanwendung von Brahmi ist in der Regel unbedenklich.

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In den oben genannten Studien nahmen die Probanden über 3 Monate hinweg meist 300 mg Brahmi-Extrakt pro Tag ein. 300 mg gilt dabei als mittlere Dosis. Brahmi-Kapseln enthalten entweder Pulver oder Extrakt. Kapseln mit Brahmi-Extrakt sind nur selten zu finden, gelten jedoch aufgrund der starken Konzentration als wirksamer. Für das Pulver wird die Pflanze dagegen nur getrocknet und gemahlen. Am besten mischen Sie das Pulver in ein Glas Wasser. Am besten nehmen Sie eine Brahmi-Kapsel morgens auf nüchternen Magen und eine weitere vor dem Abendessen ein.

Um Nebenwirkungen vorzubeugen, solltest du einen Durchschnittswert von 450 Milligramm pro Tag vorsichtshalber nicht überschreiten.

Brahmi als Zimmerpflanze halten

Wenn Sie die Brahmi-Pflanze bzw. das Kleine Fettblatt als Zimmerpflanze halten, haben Sie immer frische Blätter zur Hand und können die Pflanze nach Bedarf ernten. Die Pflanze bevorzugt einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Bei Außentemperaturen von über 20 Grad kann Brahmi auch draußen stehen. Das Kleine Fettblatt ist jedoch nicht winterhart und äußerst frostempfindlich. Steht die Pflanze über den Sommer draußen, bildet sie von Juli bis September kleine weiße bis hellblaue Blüten. Gerne können Sie die Pflanze auch im Badezimmer oder in der Küche halten, wo in der Regel eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Wenn Sie die Pflanze nicht in der Zimmerpflanzenabteilung finden, dann schauen Sie bei den Wasserpflanzen für Aquarien nach. Sie können die wurzelnackten Pflanzen zu Hause dann in einen Topf umpflanzen. Brahmi-Blätter können Sie das ganze Jahr über ernten.

Nebenwirkungen von Brahmi

Brahmi zählt zu den sehr alten Nootropika. Grundsätzlich sind keine Nebenwirkungen bekannt, solange die empfohlene Dosierung eingehalten wird. Die durchschnittliche empfohlene Tagesdosis liegt bei ca. 300 mg. Nebenwirkungen können allerdings dann auftreten, wenn Brahmi in Kombination mit anderen Nootropika eingenommen wird, die nicht richtig aufeinander abgestimmt sind. So kann es dann zu Kopfschmerzen, Magenschmerzen bis hin zu Durchfall kommen. Daher empfiehlt es sich immer auf ein Produkt zurückzugreifen, in welchem die verschiedenen Mikro- und Pflanzenstoffe bereits optimal aufeinander abgestimmt sind. Weitere Nebenwirkungen können nach Erfahrung dann auftreten, wenn Antidepressiva oder andere verschreibungspflichtige Medikamente in Kombination mit Brahmi eingenommen wurden. Daher sollte vor der Einnahme des Supplements in Kombination mit solchen verschreibungspflichtigen Medikamenten der Arzt bzw. die Apotheke befragt werden. Werden diese Einschränkungen betreffend der Dosierung eingehalten, kann Brahmi seine positive Wirkung auf die kognitive Leistungsfähigkeit bestmöglich entfalten.

Mögliche Nebenwirkungen im Überblick

  • Magen-Darm-Beschwerden: Nach der Einnahme können Übelkeit, Magenkrämpfe oder Durchfall vorkommen.
  • Müdigkeit oder Schläfrigkeit: Insbesondere höheren Dosierungen von Brahmi können müde und schläfrig machen.
  • Verlangsamung der Herzfrequenz: In seltenen Fällen kann Brahmi zu einer Verlangsamung der Herzfrequenz führen.
  • Allergische Reaktionen: Es gibt Menschen, die allergisch auf Brahmi reagieren. Symptome können Hautausschläge, Juckreiz und Atemprobleme umfassen.

Wichtige Hinweise zur Einnahme

  • Wenn du schwanger bist, solltest du von Brahmi absehen, da keine Studie bisher nachweisen konnte, ob es ungefährlich ist.
  • Sie sollten Brahmi nicht einnehmen, wenn Sie an einer Schilddrüsenerkrankung (z. B. Hashimoto), Lungen- oder Harnwegserkrankung leiden oder einen langsamen Herzschlag (Bradykardie) haben.
  • Wenn Sie Medikamente gegen Alzheimer, ADHS, Depressionen usw. einnehmen, sollten Sie vor der Einnahme von Brahmi Ihren Arzt befragen.
  • Der gleichzeitige Konsum von Kaffee kann zu Überreaktionen führen.

Brahmi kaufen: Worauf achten?

Wer sich dazu entscheidet Brahmi zu kaufen, sollte genau darauf achten, wie das Produkt angeboten wird. Denn meistens werden Kombinationsprodukte zum Kauf angeboten, in denen die Kraft des Pflanzenstoffes optimalerweise noch durch die Kraft von weiteren natürlichen Nootropika ergänzt wird. Achten Sie beim Kauf von Brahmi darauf, dass Sie tatsächlich Brahmi-Produkte (Bacopa monnieri) und nicht Gotu-Kola-Produkte (Centella asiatica) kaufen, da beide unter dem Namen Brahmi erhältlich sind.

Brahmi in der ayurvedischen Küche

Im Ayurveda kommen sehr häufig Zubereitungen aus den frischen Brahmi-Blättern zum Einsatz - die Wirkung soll dabei größer sein als die der Nahrungsergänzungen. Frische Brahmi-Blätter können auch roh im Salat gegessen werden, wobei Sie zunächst nur eine kleine Handvoll ausprobieren sollten, da die Blätter sehr bitter schmecken. Kochen oder Braten sollten Sie die Blätter nicht, da die meisten Inhaltsstoffe durch Hitze zerstört werden.

Rezeptideen mit Brahmi

  • Brahmi-Milch: Erwärmen Sie 1 Tasse Kuhmilch. Fügen Sie 1 TL Brahmi Pulver (Churna), etwas Zimt, Kardamom, Muskatnuss und Vanillepulver, sowie Ahornsirup oder Jaggery hinzu.
  • Roter Smoothie mit Rosinen und Brahmi: 1 EL Rosinen in 150 ml rotem Traubensaft einweichen. 1 Rote Bete schälen und würfeln.
  • Brahmi-Haaröl: Mixen Sie 1 TL Brahmi Churna mit 1 TL Amla Churna in etwas warmem Wasser und Sesamöl.

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