Die Homöopathie, ein vor rund 200 Jahren von Samuel Hahnemann begründetes Heilsystem, basiert auf dem Prinzip "Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden". In der Psychiatrie und Neurologie, wo die Komplexität von Geist und Körper besonders deutlich wird, findet die Homöopathie zunehmend Beachtung. Dieser Artikel beleuchtet die Grundlagen der Homöopathie, ihre potenziellen Anwendungsbereiche in der Psychiatrie und Neurologie sowie die damit verbundenen Kontroversen.
Grundlagen der Homöopathie
Hahnemann erkannte, dass Arzneimittel neben ihrer stofflichen Wirkung auch eine "geistartige" Wirkung entfalten. Die Verabreichung eines bestimmten homöopathischen Mittels an gesunde Versuchspersonen kann über Monate hinweg charakteristische Geistes- und Gemütssymptome hervorrufen. Wird dieses Mittel dann einer kranken Person mit genau den gleichen Symptomen verabreicht, kann es heilend wirken.
Das Heilgesetz der Homöopathie besagt, dass Stoffe mit ähnlicher Symptomatik heilend wirken. Dieses energetische Prinzip lässt sich durch Resonanzphänomene erklären, ähnlich wie sich gleich hohe Wellen durch Überlagerung auslöschen. Homöopathie kann daher als eine Form von "Informationsmedizin" angesehen werden, bei der Heilschwingungen nichtmaterieller Art das eigentliche Wirkprinzip darstellen.
Der Beweis für dieses Prinzip liegt in der Wirkung selbst, etwa in den geschilderten Geistes- und Gemütssymptomen bei Gesunden oder durch die Heilwirkung bei Kranken. Homöopathie kann durch energetische Effekte getestet werden, was sich durch moderne Diagnoseverfahren wie die Elektroakupunktur nach Dr. Voll oder kinesiologische Tests nachweisen lässt.
Homöopathie und das feinstoffliche Energiefeld
Das Wirkprinzip der Homöopathie legt nahe, dass unsere geistige und gemütsmäßige Verfassung eng mit feinstofflicher Energie verbunden ist. Chinesen sprechen von "Ch'i" und Inder von "Prana", um die unsichtbare Lebenskraft zu beschreiben, die sich in einem unsichtbaren Feld manifestiert, der "Aura". Gemäß der Homöopathie sind unsere Gedanken und Gefühle stark von diesem Energiefeld beeinflussbar. Die Veränderung des Energiefelds durch Homöopathika löst weitere Heileffekte aus, wobei der eigentliche Heileffekt wahrscheinlich zuerst an diesem Energiefeld ansetzt. Dieses Energiefeld scheint ein wichtiger Taktgeber für den Zellstoffwechsel zu sein, was auch die grob morphologischen Effekte der Homöopathie erklären könnte.
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Während westliche Kulturen Denken und Fühlen selten mit einem unsichtbaren Energiefeld in Verbindung bringen und materialistisch eingestellte Hirnforscher Bewusstsein als isolierte Entität ablehnen, zeigen die Erfahrungen der Homöopathie und anderer Verfahren, dass Gefühle und Gedanken stark vom feinstofflichen Energiefeld abhängen. Materielle Veränderungen bei Emotionen, die im Kernspintomographen nachgewiesen werden können, sind unbestreitbar, aber sie erklären nicht alle Phänomene, die in der Naturheilpraxis beobachtet werden. Es gibt unzweifelhaft energetische Effekte auf das Bewusstsein.
Die Beziehung zwischen materiellem Körper, Energiefeld und Bewusstsein ist komplex. Bei stark gestörter Hirnfunktion, etwa bei Neurotransmittermangel infolge einer endogenen Depression, kann die regulierende Wirkung von Homöopathika eingeschränkt sein, und allopathische Mittel wie Antidepressiva können notwendig sein. Die Wirkung des Energiefeldes scheint eine größere Bedeutung zu haben, als bisher angenommen. Forschungsergebnisse über die messbaren Auswirkungen von Meditation und Yoga auf Hirnfunktionen sowie Praxiserfahrungen mit Homöopathie bei psychosomatischen Störungen deuten auf diese Zusammenhänge hin.
Homöopathie in der Psychiatrie
In der Psychiatrie kann die Homöopathie als sanfte und ganzheitliche Therapieform eingesetzt werden. Sie zielt darauf ab, die individuellen Symptome und die zugrunde liegende Konstitution des Patienten zu berücksichtigen, um ein passendes Heilmittel zu finden. Homöopathische Mittel können bei verschiedenen psychischen Erkrankungen unterstützend wirken, beispielsweise bei Angststörungen, Depressionen, Schlafstörungen und ADHS.
Ein wichtiger Aspekt der homöopathischen Behandlung in der Psychiatrie ist die Anamnese, bei der der TherapeutDetailed Informationen über die Lebensgeschichte, Persönlichkeit und spezifischen Symptome des Patienten sammelt. Auf Basis dieser Informationen wird ein individuelles Mittelbild erstellt, das dem Zustand des Patienten möglichst ähnlich ist. Die Wahl des passenden Mittels erfordert eine sorgfältige Beobachtung und Erfahrung des Therapeuten.
Homöopathie in der Neurologie
Auch in der Neurologie findet die Homöopathie Anwendung, insbesondere bei chronischen Erkrankungen und funktionellen Störungen. Sie kann beispielsweise bei Migräne, Neuralgien, Schwindel, Restless-Legs-Syndrom und Polyneuropathie eingesetzt werden. Ziel der homöopathischen Behandlung ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und die Symptome zu lindern.
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Wie in der Psychiatrie ist auch in der Neurologie eine individuelle Anamnese und Mittelwahl entscheidend. Der Therapeut berücksichtigt die spezifischen Symptome des Patienten, die Ursachen der Erkrankung und die individuelle Konstitution. Homöopathische Mittel können die schulmedizinische Behandlung ergänzen und dazu beitragen, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Psychosomatische Energetik nach Dr. Benno Wipp
Benno Wipp entwickelte die "Psychosomatische Energetik" (PSE), eine Methode, um seelische Konflikte mit bestimmten Homöopathika aufzuspüren. Wipp vermutete, dass hinter vielen Krankheiten seelische Konflikte verborgen sind. Mit speziellen Mischungen homöopathischer Medikamente lassen sich diese Konflikte zuverlässig aufspüren.
Wipp argumentiert, dass die Schwierigkeiten bei der homöopathischen Behandlung oft auf dem Nichterkennen von seelischen Konflikten beruhen, die das Energiefeld permanent schwächen. Solange die primäre Ursache einer Störung nicht angegangen wird, können keine dauerhaften Erfolge erzielt werden. Seelische Konflikte scheinen eine Art Sonderexistenz zu führen, die Energie vom Gesamt-Energiefeld absaugen und dadurch eine Person schwächen.
Homöopathische Einzelmittel haben nach Wipps Erfahrung nur begrenzten Einfluss auf solche Konflikte, da Konflikte ein Gemenge unterschiedlichster Gefühlsqualitäten sind, das durch ein einziges Homöopathikum nur unzureichend angesprochen werden kann. Konflikte absorbieren die Heilschwingung analog wie ein schwarzes Weltraumloch. Konflikte können jedoch durch Komplexhomöopathika ("Emotionalmittel") geheilt werden, die dem seelischen Inhalt eines Konflikts entsprechen und mit bestimmten Potenzhöhen die Schwingungsdynamik des Konfliktinhalts abbilden.
Die Psychosomatische Energetik spricht den Konflikt an, während das klassische Homöopathikum das gesamte Energiefeld einer Person anspricht. Die meisten Patienten können nichts über ihre Konflikte mitteilen, solange sie nicht mit der Psychosomatischen Energetik getestet wurden. Konflikte befinden sich weitgehend im Unbewussten und sind dem normalen Bewusstsein nicht zugänglich. Einzelmittel, die klassisch arbeitende Homöopathen repertorisiert haben, entsprechen selten den Konfliktinhalten, die später mit der Psychosomatischen Energetik zu Tage gefördert werden.
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Die Schwierigkeit, Konflikte zu repertorisieren
Ein wesentlicher Aspekt der klassischen Homöopathie ist die Repertorisation, bei der die Symptome des Patienten mit den Arzneimittelbildern verglichen werden, um das passende Heilmittel zu finden. Im Bereich der seelischen Konflikte gestaltet sich die Repertorisation jedoch oft schwierig. Viele Patienten sind sich ihrer Konflikte nicht bewusst oder können sie nicht klar benennen. Dies liegt daran, dass sich Konflikte oft im Unbewussten abspielen und dem direkten Zugriff des Bewusstseins entzogen sind.
Daher kann die klassische Homöopathie höchstens auf indirektem Weg, etwa durch Träume, etwas über Konfliktinhalte in Erfahrung bringen. Die Konfliktbehandlung erfordert demzufolge einen anderen Zugang als den der klassischen Homöopathie, beispielsweise durch Energetische Psychologie, Psychosomatische Energetik und ähnliche Verfahren.
Ergänzung von klassischer Homöopathie und Psychosomatischer Energetik
Klassische Homöopathie hat bei richtiger Mittelwahl oft rasch einsetzende Effekte, während die Konfliktheilung der Psychosomatischen Energetik oft viele Monate oder Jahre benötigt. Beide Methoden können sich daher sehr gut ergänzen. Die klassische Homöopathie spricht auch die Konstitution an und entfaltet eine breite stoffwechselmäßige Wirkung, während die Psychosomatische Energetik das gesamte Energiefeld eines Patienten anspricht. Die Kombination beider Verfahren kann zu ausgezeichneten Effekten führen.
Kontroversen und Kritik
Die Homöopathie ist ein umstrittenes Thema, insbesondere in Bezug auf ihre wissenschaftliche Grundlage und Wirksamkeit. Kritiker bemängeln, dass die stark verdünnten homöopathischen Mittel keine nachweisbaren Mengen des ursprünglichen Wirkstoffs enthalten und dass die beobachteten Effekte auf den Placebo-Effekt zurückzuführen sind. Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie belegen sollen, werden oft als methodisch mangelhaft kritisiert.
Befürworter der Homöopathie argumentieren, dass die Wirkung nicht auf materiellen, sondern auf energetischen Prinzipien beruht, die mit den herkömmlichen wissenschaftlichen Methoden nicht erfasst werden können. Sie verweisen auf positive Erfahrungen von Patienten und Therapeuten sowie auf die Individualität der homöopathischen Behandlung, die den Placebo-Effekt übersteigen könne.
Fazit
Die Homöopathie bietet einen ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung von psychischen und neurologischen Erkrankungen. Sie berücksichtigt die individuellen Symptome und die zugrunde liegende Konstitution des Patienten, um ein passendes Heilmittel zu finden. Die Psychosomatische Energetik nach Benno Wipp erweitert diesen Ansatz um die gezielte Behandlung von seelischen Konflikten.
Obwohl die Homöopathie umstritten ist und ihre wissenschaftliche Grundlage weiterhin diskutiert wird, berichten viele Patienten und Therapeuten von positiven Erfahrungen. Die Kombination von klassischer Homöopathie und Psychosomatischer Energetik kann eine wertvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung darstellen. Es ist jedoch wichtig, sich der Grenzen der Homöopathie bewusst zu sein und sie nicht als alleinige Therapie bei schweren Erkrankungen einzusetzen.
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