Beschädigter Nerv in der Nackenmuskulatur: Ursachen, Symptome und Behandlungen

Die Halswirbelsäule (HWS) ist ein komplexes und anfälliges System, das eine hohe Beweglichkeit ermöglicht, aber auch anfällig für Verschleiß und Verletzungen ist. Ein beschädigter Nerv in der Nackenmuskulatur kann erhebliche Schmerzen und Funktionseinschränkungen verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Nervenschäden in der Nackenmuskulatur.

Einführung in die Problematik

Nackenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen im Laufe ihres Lebens betrifft. Sie können verschiedene Ursachen haben, von einfachen Muskelverspannungen bis hin zu schwerwiegenderen Erkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Nervenschäden. Die Halswirbelsäule besteht aus sieben Wirbeln (C1 bis C7), Bandscheiben, Muskeln, Bändern und Nerven. Jede dieser Strukturen kann von Verletzungen oder Erkrankungen betroffen sein, die zu Schmerzen und Funktionsstörungen führen.

Anatomie der Halswirbelsäule und ihre Bedeutung

Die Halswirbelsäule (HWS) ist der beweglichste Abschnitt der Wirbelsäule und trägt das Gewicht des Kopfes. Sie besteht aus sieben Halswirbeln, die durch Bandscheiben verbunden sind. Diese Bandscheiben dienen als Stoßdämpfer und ermöglichen die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Die Halswirbelsäule beherbergt auch das Rückenmark, das über Nervenwurzeln mit dem Rest des Körpers kommuniziert. Die oberen Rückenmarksnerven im Bereich der Zervikalwirbel C1 bis C4 sind für die Versorgung der Hals- und Nackenmuskulatur zuständig. Die Nerven, die im Bereich der Zervikalwirbel C5 bis C7 aus dem Rückenmark austreten, versorgen die Arme und die Brustmuskulatur. Je nachdem, auf welcher Höhe der Halswirbelsäule die Probleme bestehen, strahlen die Schmerzen in die entsprechenden Regionen aus.

Ursachen für Nervenschäden in der Nackenmuskulatur

Es gibt verschiedene Ursachen für Nervenschäden in der Nackenmuskulatur. Diese lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen:

Bandscheibenvorfälle

Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn der weiche Gallertkern einer Bandscheibe durch den äußeren Faserring dringt und auf Nerven oder das Rückenmark drückt. Um einen Bandscheibenvorfall am Hals handelt es sich, wenn sich die Problematik in der Halswirbelsäule abspielt. Da die Halswirbelsäule aus sieben beweglichen Wirbeln besteht und das Kopfgewicht trägt, ist sie besonders anfällig für Verschleiß und Fehlbelastungen. Meist betrifft ein Bandscheibenvorfall am Hals die unteren Segmente der HWS, sie tragen die größte Belastung und sind für viele deiner Kopfbewegungen verantwortlich. Besonders häufig treten HWS-Bandscheibenvorfälle in den Halswirbelkörpern C4/C5, C5/C6 und/oder C6/C7 auf. Ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) entsteht, wenn die Bandscheiben zwischen den Halswirbeln überlastet oder verschleißt sind. Ursachen für Verschleiß oder Überlastung sind vielseitig. Sie können altersbedingt sein, durch Fehlhaltungen entstehen oder traumatische Gründe haben. Akut kann ein Vorfall plötzlich durch eine ungewohnte Bewegung, ruckartige Belastung oder ein Trauma (z. B. Autounfall, Sturz) entstehen. Chronisch entwickelt sich ein Vorfall über Monate oder Jahre durch degenerative Veränderungen.

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HWS-Syndrom und Schleudertrauma

Das HWS-Syndrom, auch bekannt als Halswirbelsäulen-Syndrom oder Zervikalsyndrom, ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule. Ursächlich für ein HWS-Syndrom sind häufig Fehlhaltungen und muskuläre Dysbalancen sowie degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule. Aber auch andere Auslöser wie ein Bandscheibenvorfall in der HWS, Verletzungen oder Fehlstellungen der Wirbelsäule können eine Rolle spielen. Ein Schleudertrauma wird häufig durch Verkehrsunfälle ausgelöst und kann zu starken Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich führen. Dabei kommt es zu einer Dehnung und Überdehnung der Muskeln und Bänder im Nackenbereich, was zu starken Schmerzen führen kann.

Degenerative Veränderungen

Degenerative Prozesse beginnen in den Bandscheiben schon ab dem 30. Lebensalter. Mit zunehmendem Alter nimmt die Wasserbindung in den Bandscheiben also auf natürliche Weise ab. Während die Bandscheibe in jungen Jahren zum Großteil aus Wasser besteht, verliert sie mit steigendem Alter mehr an Flüssigkeit und wird so spröder. Die Alterungsprozesse und die Abnutzung der Wirbelkörper können zu einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule führen.

Fehlhaltungen und Überlastungen

Fehlhaltungen und einseitige Belastungen sind häufige Ursachen für einen Bandscheibenvorfall im Halsbereich. Ein typisches Beispiel für die Ursache eines HWS-Bandscheibenvorfalls ist das sogenannte „Text-Neck“-Syndrom, bei dem der Kopf übermäßig nach vorne gebeugt wird. Regelmäßiges langes Sitzen und mangelnde Bewegung gehören zu den Hauptursachen beim funktionellen HWS-Syndrom. Vor allem das Sitzen am PC und eine übermäßige Handynutzung führen zu einer Vorkopfhaltung, bei der der Hals viele Kilos an zusätzlicher Last trägt. Einige Muskeln sind dadurch permanent angespannt, andere werden geschwächt. Es resultiert eine muskuläre Dysbalance, die zu Verspannungen und Durchblutungsstörungen führt und Schmerzen verursachen kann.

Verletzungen

Plötzliche äußere Einwirkungen wie Unfälle, Stürze oder Sportverletzungen können einen Bandscheibenvorfall im Halsbereich verursachen. Besonders häufig tritt dies nach einem Schleudertrauma auf, wie es bei Auffahrunfällen vorkommt. Die abrupte Vor- und Rückwärtsbewegung des Kopfes führt zu einer Überdehnung der Bänder und Bandscheiben, was Risse im Faserring begünstigt. Brüche (Frakturen) im Bereich der Halswirbel entstehen entweder durch Unfälle, Gewalteinwirkung oder durch eine Erkrankung, die die Knochensubstanz schädigt.

Genetische Veranlagung

Genetische Veranlagungen können der Grund für einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule sein. Zum Beispiel haben manche Menschen von Geburt an eine schwächere Struktur des Bindegewebes, wodurch die Stabilität der Bandscheiben und der umgebenden Bänder reduziert ist. Dies führt dazu, dass der Faserring schneller Verschleißerscheinungen aufweist.

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Weitere Ursachen

  • Tumore: Primärtumoren können ebenfalls zu Nervenschäden führen.
  • Infektionen: Infektionen im Bereich der Wirbelsäule können Nerven schädigen.
  • Rheumatische Erkrankungen: Rheumatische Erkrankungen können Entzündungen und Schäden an den Nerven verursachen.

Symptome eines beschädigten Nervs in der Nackenmuskulatur

Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls in der Halswirbelsäule reichen von leichten Verspannungen bis hin zu starken Schmerzen und neurologischen Ausfällen. Die Schmerzen sind insbesondere davon abhängig, welches Wirbelsegment vom Bandscheibenvorfall betroffen ist und ob Nerven oder das Rückenmark beeinträchtigt sind.

Lokale Symptome

Lokale Symptome entstehen direkt in der Halswirbelsäule und betreffen in erster Linie den Nackenbereich. Zu den häufigsten Beschwerden gehören Nackenschmerzen, die sich je nach Lage des Vorfalls unterschiedlich äußern. Anfangs treten oft Verspannungen und Steifheit auf, die nach Ruhephasen nachlassen, sich aber durch ungünstige Bewegungen oder langes Sitzen - etwa im Büro - verstärken. Mit der Zeit können sich die Schmerzen verstärken und anhaltender werden. Das Schmerzempfinden ist dabei ganz unterschiedlich: Manche Patienten beschreiben ein dumpfes Druckgefühl im Nacken, andere berichten von einem ziehenden oder stechenden Schmerz, der sich bei bestimmten Kopfhaltungen verstärkt. Auch Muskelverhärtungen sind typisch: Die Nackenmuskulatur verkrampft sich, was zu Kopfschmerzen oder einem Schweregefühl im Kopf führen kann. Manche Betroffene klagen zudem über ein Knacken oder Reiben in der Halswirbelsäule bei Bewegung.

Neurologische Symptome

Neurologische Symptome entstehen, wenn die aus der Halswirbelsäule austretenden Nerven gereizt oder eingeklemmt sind. Typisch sind ausstrahlende Schmerzen in Schultern, Oberarmen oder sogar bis in die Finger. Diese Schmerzen können brennend, stechend oder ziehend sein und verstärken sich oft bei Bewegung oder Belastung. Ein weiteres häufiges Symptom sind Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein Pelzigkeitsgefühl in den betroffenen Bereichen. Besonders problematisch wird es, wenn der Druck auf den Nerv stark genug ist, um Muskelschwäche oder Koordinationsprobleme zu verursachen. In schweren Fällen kann auch das Rückenmark betroffen sein (Myelopathie). Dann treten zusätzlich Gangunsicherheiten, Gleichgewichtsstörungen oder Reflexveränderungen auf.

Weitere Symptome

  • Kopfschmerzen: Insbesondere beim oberen HWS-Syndrom verspüren betroffene Patienten oft ausstrahlende Schmerzen im Hinterkopf, z. T. bis über die Ohren in die Stirnregion ziehend.
  • Schwindel: Nackenverspannungen können zu Nervenreizungen und einer Art Kurzschluss im Stammhirn führen, was wiederum die Wahrnehmung von Misstönen in den Ohren auslösen und auch zu Schwindel führen kann.
  • Sehstörungen: Infolge einer Nackenverspannung können Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden, die die Weiterleitung von Schmerzimpulsen und anderen sinnlichen Reizen regulieren.
  • Tinnitus: Tinnitus und Schwindel können ihre Ursache in einer verspannten Muskulatur rund um die Halswirbelsäule haben.

Diagnose von Nervenschäden in der Nackenmuskulatur

Ob es sich bei den eigenen Beschwerden tatsächlich um einen Bandscheibenvorfall am Hals handelt, stellt ein Arzt fest. Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten:

Anamnese

Zunächst ermittelt der Arzt durch eine ausführliche Anamnese (Befragung zur Krankheitsgeschichte), wann und wie die Beschwerden begonnen haben. Bei der Anamnese geht es darum, die Beschwerden möglichst genau zu beschreiben.

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Körperliche Untersuchung

Nach der Befragung folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt testet die Beweglichkeit des Kopfes, indem er dich bittet, ihn nach vorne, hinten und zu den Seiten zu neigen oder zu drehen. Zudem testet er deine Reflexe, da ein Bandscheibenvorfall bestimmte Nerven beeinträchtigen kann. Zusätzlich testet der Arzt die Muskelkraft, indem er dich zum Beispiel bittet, die Arme gegen einen Widerstand anzuheben oder die Finger zu spreizen.

Bildgebende Verfahren

Da sich ein Bandscheibenvorfall nicht mit bloßem Auge erkennen lässt, sind bildgebende Verfahren entscheidend für die Diagnose. Bildgebende Verfahren sind zum Beispiel Röntgenaufnahmen, ein MRT und ein CT. Ein Röntgenbild der Halswirbelsäule zeigt vor allem knöcherne Strukturen. Es kann Hinweise auf Fehlstellungen, Verschleiß oder Wirbelkörperveränderungen geben, die möglicherweise die Ursache der Beschwerden sind. Während ein Röntgenbild eher knöcherne Strukturen zeigt, liefert die Magnetresonanztomografie (MRT) detaillierte Bilder der Bandscheiben und Nerven.

Neurologische Untersuchung

Beim HWS-Syndrom muss der Arzt eine Nervenwurzel- oder Halsmarkschädigung ausschließen. Das bedeutet, dass insbesondere beim wiederkehrenden HWS-Syndrom das gesamte Spektrum der klinischen wie radiologischen und neurologischen Diagnostik genutzt werden muss. Hierunter fällt neben dem Röntgen unter Umständen auch die elektromyografische Untersuchung (EMG) und eine Magnetresonanztomographie (MRT) zum Nachweis von Veränderungen an der Halswirbelsäule.

Behandlungsmöglichkeiten bei Nervenschäden in der Nackenmuskulatur

Die Behandlung eines beschädigten Nervs in der Nackenmuskulatur zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Funktion wiederherzustellen und weitere Schäden zu verhindern. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von konservativen Maßnahmen bis hin zu operativen Eingriffen.

Konservative Behandlung

In den meisten Fällen lassen sich die Schmerzen bei einem HWS-Syndrom am besten mit konservativen Maßnahmen behandeln. Dazu zählen beispielsweise Übungen zur Kräftigung der Muskeln im Nackenbereich oder physikalische und manuelle Therapie.

  • Schmerzmittel: Starke Schmerzen erfordern anfangs eine Behandlung mit Schmerzmitteln, z. B. NSAR wie Diclofenac oder Ibuprofen oder auch Paracetamol.
  • Muskelentspannende Medikamente: Deswegen können auch muskelentspannende Medikamente sinnvoll sein.
  • Physiotherapie: Die Physiotherapie bietet individuell angepasste Übungen, um die Nackenmuskulatur zu stärken und die Beweglichkeit der Halswirbelsäule zu verbessern. Durch gezielte Dehnungen und Kräftigungsübungen können Verspannungen gelöst und die natürliche Haltung des Nackens wiederhergestellt werden.
  • Manuelle Therapie: Die manuelle Therapie setzt auf spezielle Handgriffe, um Blockaden in der Nackenregion zu lösen und die Gelenkfunktion zu verbessern.
  • Krankengymnastik: Die gezielte Krankengymnastik fördert die richtige Bewegungskoordination und verbessert die Haltung.
  • Akupunktur: Bei Nackenschmerzen kann Akupunktur Schmerzen lindern, die Durchblutung fördern und eine positive Wirkung auf die muskuläre Entspannung haben.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Bei akuten Schmerzen hilft anfänglich oft Kühlung, z. B. mit feuchtkalten Tüchern oder Quarkwickeln, um den Schmerz zu lindern. Manche Betroffene profitieren eher von Wärme; sie empfinden es als angenehmer, den schmerzenden Nacken z. B. durch Schals, Rollkragenpullover, Kirschkernkissen oder Kartoffelwickel warmzuhalten.
  • Entspannungsverfahren: Ist es (auch) der Alltagsstress, der buchstäblich im Nacken sitzt, können Entspannungsübungen zum Abbau von permanenter Anspannung wertvolle Dienste leisten. Vor allem die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson hilft, den Wechsel von Anspannung und Entspannung bewusst zu erleben und das Erlernte dann bei Bedarf im stressbelasteten Alltag umzusetzen.
  • Infiltrationen und Nervenblockaden: Bei sehr starken Beschwerden ist es manchmal sinnvoll, ein Gemisch aus entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkstoffen direkt in die Nähe des betroffenen Gebietes zu spritzen (zervikale Triggerpunktinfiltration oder Quaddelung).

Alternative Behandlungen

  • Akupressur: Eine spezielle Form der Selbstmassage bietet dabei die Akupressurmatte mit Nackenkissen: Auf ihr befinden sich bis zu Tausende von kleinen Kunststoffspitzen, die die Rücken- und…
  • Kraniosakraltherapie: Ein chronisches Beschwerdebild, das vom Nacken- bzw. Halswirbelsäulenbereich ausgeht, ist die Domäne der Kraniosakraltherapie.
  • Biofeedback: Das in chronischen Fällen sinnvolle Verfahren visualisiert Anspannungs- und Entspannungszustände und versetzt so den Patienten mit HWS-Syndrom in die Lage, mit stress- bzw.

Operative Behandlung

Kann der Arzt eine Operationsindikation ausschließen, so lässt sich beim HWS-Syndrom ein breites Spektrum von konservativen Therapiemethoden nutzen. In Einzelfällen kann die Injektion von Lokalanästhetika mit neurotrophen (auf die Nerven wirkenden) Medikamenten in die schmerzhafte Muskulatur oder - radiologisch gesteuert - bis an die Wirbelgelenke erforderlich sein. Eine Bandscheibenprothese kann die Bandscheibe des Patienten in der Halswirbelsäule ersetzen. Sind für die Beschwerden behandelbare Erkrankungen der Halswirbelsäule verantwortlich, können beim Versagen konservativer Therapiemaßnahmen operative Verfahren helfen. Dies gilt z. B.

Prävention von Nervenschäden in der Nackenmuskulatur

Ein Bandscheibenvorfall der HWS lässt sich nie vollständig vermeiden. Du kannst ihm aber gezielt gegensteuern und so die Risiken bewusst minimieren. Denn die größten Risiken für alle Arten von Bandscheibenvorfällen ergeben sich aus deiner Haltung im Alltag.

  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Eine falsche Sitzhaltung am Arbeitsplatz ist eine der häufigsten Ursachen für einen Bandscheibenvorfall im Halsbereich. Achte darauf, dass dein Rücken gerade ist und deine Schultern entspannt bleiben. Dein Bildschirm sollte auf Augenhöhe sein, sodass du deinen Kopf nicht nach vorne neigen musst. Die oberste Bildschirmkante sollte ungefähr auf Höhe deiner Augen liegen. Auch dein Stuhl sollte richtig eingestellt sein. Die Armlehnen stützen deine Unterarme, sodass deine Schultern entlastet werden. Deine Füße stehen flach auf dem Boden, während deine Knie etwa im 90-Grad-Winkel gebeugt sind. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch kann zudem helfen.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist essenziell, um deine Halswirbelsäule gesund zu halten. Besonders geeignet sind Sportarten mit sanften, fließenden Bewegungen wie Schwimmen, Yoga oder Pilates.
  • Nackenmuskulatur stärken: Ein kräftiger Nacken entlastet deine Bandscheiben - doch nicht nur die Halsmuskulatur ist wichtig! Eine stabile Rumpfmuskulatur unterstützt die gesamte Wirbelsäule und verhindert Fehlhaltungen. Auch leichte Kräftigungsübungen mit Thera-Bändern oder Eigengewicht helfen, die Muskulatur im Nacken- und Schulterbereich zu stärken.
  • Vermeidung von einseitigen Belastungen: Einseitige Belastungen wie langes Sitzen oder ständiges Checken deines Smartphones sind Gift für deine Halswirbelsäule. Um dem entgegenzuwirken, solltest du regelmäßig gegensätzliche Bewegungen machen - am besten alle 30 bis 60 Minuten einmal aufstehen, dich kurz strecken oder ein paar Schritte gehen.
  • Richtige Schlafposition: Auch im Schlaf kann die Halswirbelsäule stark belastet werden, insbesondere wenn das Kissen nicht optimal auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Eine falsche Kopfhaltung über mehrere Stunden fördert Verspannungen und führt so langfristig zu Problemen mit den Bandscheiben. In Bauchlage ist die Halswirbelsäule stark gedreht - also stark belastet.
  • Stressmanagement: Stress und psychische Anspannung führen oft zu einer unbewussten Verkrampfung der Nacken- und Schultermuskulatur, was langfristig Fehlhaltungen und Schmerzen begünstigt. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Achtsamkeit oder Meditation können Verspannungen vorbeugen.
  • Richtige Atmung: Viele Menschen neigen dazu, bei Stress flach und hektisch zu atmen, wodurch sich die Muskeln zusätzlich verspannen. Durch langsame, tiefe Atemzüge in den Bauch kann sich das Nervensystem beruhigen und die Spannung in der Muskulatur wieder abbauen. Zur Regulierung des Nervensystems solltest du den Fokus auf die Verlängerung deiner Ausatmung legen.

Heilungschancen und Prognose

Ob ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule heilbar ist, hängt von der individuellen Ausprägung und dem Schweregrad ab. In vielen Fällen kann sich der Körper bis zu einem gewissen Grad selbst helfen, indem er die ausgetretene Bandscheibenmasse abbaut und sich die gereizten Nerven beruhigen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Bandscheibe selbst wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückkehrt. Manche Menschen erleben eine vollständige Rückbildung der Symptome, während andere mit wiederkehrenden Beschwerden oder Bewegungseinschränkungen zu kämpfen haben. Entscheidend ist, ob der Bandscheibenvorfall nur vorübergehende Reizungen verursacht oder ob Nervenstrukturen langfristig beeinträchtigt werden. Eine vollständige Heilung ist beim verschleißbedingten chronischen HWS-Syndrom nicht mehr möglich.

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