Viele Menschen kennen das Gefühl schwerer, müder und schmerzender Beine, besonders nach langem Stehen oder Sitzen. Oftmals treten diese Beschwerden zusammen mit geschwollenen Knöcheln, Juckreiz und Kribbeln in den Beinen auf. In manchen Fällen können auch Besenreiser sichtbar werden. Diese Symptome können auf eine Venenschwäche hindeuten, es gibt aber auch andere Ursachen, die zu ähnlichen Beschwerden führen können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Besenreisern, Knöchel Taubheitsgefühl und damit verbundene Symptome und bietet einen Überblick über mögliche Behandlungen.
Venenschwäche als Ursache für schwere Beine und geschwollene Knöchel
Eine häufige Ursache für schwere Beine und geschwollene Knöchel ist eine Venenschwäche. In gesunden Venen verhindern Venenklappen den Rückfluss des Blutes in die Beine. Bei einer Venenschwäche schließen diese Klappen nicht mehr richtig, sodass das Blut nicht vollständig zum Herzen zurückfließen kann und sich in den Beinen staut. Durch den erhöhten Druck in den Venen tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe aus, was zu Schwellungen führt.
Symptome einer Venenschwäche
Typische Symptome, die auf eine Venenschwäche hindeuten können, sind:
- Geschwollene Knöchel
- Juckreiz und Kribbeln in den Beinen
- Schmerzen in den Beinen
- Schwere Beine bei langem Stehen oder Sitzen
- Besenreiser
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auftreten können, bevor Krampfadern und andere Folgen einer Venenschwäche sichtbar werden.
Behandlungsmöglichkeiten bei Venenschwäche
Wenn die Beschwerden durch eine Venenerkrankung verursacht werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Lebensqualität zu verbessern und die Symptome zu lindern:
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- Vermeiden Sie langes Stehen und Sitzen: Versuchen Sie, Ihre Position regelmäßig zu wechseln und Bewegung in Ihren Alltag einzubauen.
- Aktivieren Sie die Wadenmuskelpumpe: Spaziergänge und Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren fördern die Durchblutung und unterstützen den Rücktransport des Blutes zum Herzen.
- Führen Sie Venengymnastik durch: Spezielle Übungen können die Venenfunktion verbessern und Beschwerden lindern, besonders bei sitzenden Tätigkeiten.
- Nutzen Sie Treppen statt Aufzug: Integrieren Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag.
- Stärken Sie Ihr Gefäßsystem: Kalte Duschen, insbesondere das kalte Abduschen der Beine, können die Gefäße stärken.
- Trinken Sie ausreichend: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig für eine gute Durchblutung.
- Vermeiden Sie Übergewicht: Übergewicht belastet die Venen zusätzlich.
- Tragen Sie flache Schuhe: Hohe Absätze können die Venenfunktion beeinträchtigen.
- Venenfunktionsmessung: In vielen Sanitätshäusern wird eine Venenfunktionsmessung (Licht-Reflexions-Rheographie, LRR-Messung) angeboten, um den Zustand der Venen zu überprüfen. Diese ersetzt jedoch keine ärztliche Untersuchung.
- Medizinische Kompressionsstrümpfe: Sie sind die Basistherapie bei venös bedingten Beschwerden, unterstützen die Funktion der Muskelpumpe und fördern den Rückstrom des Blutes zum Herzen. Sie sind in verschiedenen Ausführungen und Größen erhältlich und bieten einen hohen Tragekomfort.
Es ist ratsam, bei schweren Beinen, Besenreisern und Krampfadern einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Therapie einzuleiten.
Venenentzündung (Phlebitis)
Besenreiser und Krampfadern werden oft nur als kosmetisches Problem wahrgenommen. Treten jedoch Druckschmerzen, Juckreiz, Schwellungen, Temperaturveränderungen oder Hautverfärbungen auf, ist Vorsicht geboten, da es sich um eine Venenentzündung (Phlebitis) handeln könnte.
Ursachen und Risikofaktoren einer Venenentzündung
Eine Venenentzündung kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden:
- Unbemerkte oder unbehandelte Venenschwäche
- Venenverweilkatheter
- Verlangsamter oder gestauter Blutabfluss (z. B. durch Krampfadern, Herzinsuffizienz oder Bettlägerigkeit)
- Erhöhte Gerinnungswerte des Blutes (z. B. nach Operationen, durch Medikamenteneinnahme oder im Wochenbett)
- Erkrankungen, die mit erhöhten Entzündungswerten einhergehen
- Hohes Alter
- Unpassendes Schuhwerk
- Autoimmunerkrankungen
- Medikamente, welche die Blutgerinnung beeinflussen
- Schwangerschaft oder Hormontherapien in den Wechseljahren
- Starkes Übergewicht und Bewegungsmangel
Symptome einer Venenentzündung
Die Symptome einer Venenentzündung können je nach betroffenem Venensystem variieren:
Oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis):
- Lokale Hautrötung und Schwellung der Gefäße
- Druckempfindlichkeit / Schmerzen im betreffenden Bereich des Beines
- Spannungsgefühl und glänzende Haut
- Verhärtung der Vene
- Wärmeentwicklung an betroffener Vene
- Evtl. leichtes Fieber
Venenentzündung mit Thrombose des tiefen Venensystems (Phlebothrombose):
- Hautrötung & lila-bräunliche Verfärbungen
- Schwellungen, primär an Fußknöcheln und Unterschenkel
- Schweregefühl und Schmerzen in Fuß, Wade und Knie
- Überwärmung des gesamten Beins
Es ist wichtig zu beachten, dass sich die Symptome ähneln können. Ein entscheidender Unterschied ist, dass bei einer Thrombophlebitis die Symptome vor allem genau an der Vene auftreten, die durch Schwellungen und Rötungen auch an der Hautoberfläche sichtbar wird.
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Behandlung einer Venenentzündung
Die akute Behandlung einer Venenentzündung richtet sich nach Lokalisation, Ausprägung und Schweregrad.
- Kühlung: Der entzündete Bereich wird gekühlt, z. B. mit Salben, die zusätzlich auch entzündungshemmend wirken können.
- Hochlagern des Beines: Das betroffene Bein sollte hochgelagert werden, um den Blutfluss zu verbessern.
- Kompressionstherapie: Kompressionsverbände oder -strümpfe können die Schwellung reduzieren und die Heilung fördern.
- Bewegungstherapie: Gezielte Bewegung kann die Durchblutung verbessern.
- Schmerzmittel und Entzündungshemmer: Bei Bedarf können schmerzlindernde und entzündungshemmende Tabletten eingenommen werden.
- Gerinnungshemmende Medikamente: Wenn sich bereits ein Thrombus gebildet hat, können gerinnungshemmende Medikamente verordnet werden, um zu verhindern, dass er sich in das tiefe Beinvenensystem bewegt.
- Antibiotika: Bei einer bakteriellen Beteiligung kann der Einsatz von Antibiotika erforderlich sein.
- Chirurgische Entfernung von Krampfadern: Wenn Krampfadern die Auslöser sind, sollten diese nach Behandlung der akuten Symptome behandelt werden.
Nach Abklingen der akuten Entzündung sollte die Ursache identifiziert werden, meist ein Krampfaderleiden bzw. eine unbehandelte Venenschwäche, um neuen Entzündungen vorzubeugen.
Weitere Ursachen für Knöchel Taubheitsgefühl und Beinschmerzen
Es gibt auch andere Ursachen für Knöchel Taubheitsgefühl und Beinschmerzen, die nicht direkt mit Venenerkrankungen zusammenhängen.
Orthopädische Probleme
Schmerzen, Taubheit und Kribbeln in den Beinen kommen selten von Krampfadern. Viel häufiger sind sie durch orthopädische Probleme bedingt. Taubheitsgefühle und Kribbeln sind durch Störungen in den Nervenbahnen bedingt. Schmerzen können auch dieselbe Ursache haben.
Die Nervenbahnen leiten Informationen von der Haut, den Muskeln und den Knochen über das Rückenmark zum Gehirn. An der Halswirbelsäule treten die Nerven für die Arme aus, in der Lendenwirbelsäule die Nerven für die Beine. Eine Einengung der Nerven im Rückenmark oder am Austritt aus der Wirbelsäule kann zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen und Schmerzen führen. Dies kann durch einen Beckenschiefstand oder eine Schädigung im Bereich der Wirbelsäule bedingt sein.
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Neurologische Ursachen
Hitze- oder Kältegefühl bei normal temperierter Haut kann durch eine Schädigung der Nervenenden verursacht werden, z. B. durch Diabetes (Blutzuckererhöhung) oder bestimmte Medikamente. Ein Taubheitsgefühl der Füße (gehen wie auf Watte) sollte dringend neurologisch abgeklärt werden.
Kompartmentsyndrom
Das Kompartmentsyndrom ist eine krankhafte Druckerhöhung in den Muskellogen und verursacht eine Mangeldurchblutung des Gewebes. Meist entsteht es als Komplikation nach Unfällen durch Verletzungen, Schwellungen oder Einblutungen. Betroffen sind besonders häufig die Muskellogen am Unterschenkel, am Fuß oder am Unterarm. Der hohe Druck beeinträchtigt die Durchblutung und führt zu einer Unterversorgung der betroffenen Muskeln und Nerven.
Symptome eines Kompartmentsyndroms:
- Starke Schmerzen, die sich auch durch Schmerzmittel nicht lindern lassen
- Bewegungseinschränkungen
- Taubheitsgefühl und Kribbeln
- Später motorische Ausfälle
Ein Kompartmentsyndrom muss schnellstmöglich ärztlich behandelt werden, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.
Polyneuropathie
Eine Polyneuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, bei der mehrere Nerven oder ganze Nervenstrukturen geschädigt sind. Dadurch werden Reize zwischen Nerven, Rückenmark und Gehirn nicht mehr richtig weitergeleitet.
Symptome einer Polyneuropathie:
- Empfindungsstörungen wie Ameisenlaufen, Brennen, Jucken, Taubheitsgefühlen oder Kribbeln
- Vermindertes Temperatur- oder Schmerzempfinden
- Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Muskelzucken oder Muskelkrämpfe
- Schwindel, Blasenschwäche, Durchfall oder verstärktem Schwitzen
Die Ursachen einer Polyneuropathie sind vielfältig und können erblich bedingt oder im Laufe des Lebens erworben sein.
Venöse Durchblutungsstörungen
Venöse Durchblutungsstörungen betreffen die Fähigkeit der Venen, das Blut effizient aus den Beinen zum Herzen zu transportieren. Dies kann durch defekte Venenklappen, Blutgerinnsel oder chronische Erkrankungen wie die chronische venöse Insuffizienz (CVI) entstehen.
Symptome venöser Durchblutungsstörungen:
- Schweregefühl und Müdigkeit in den Beinen
- Schmerzen
- Schwellungen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl
- Kältegefühl in den Gliedmaßen
- Krampfadern
- Hautveränderungen
- Schlecht heilende Wunden
Postthrombotisches Syndrom (PTS)
Nach einer tiefen Beinvenenthrombose kann sich ein postthrombotisches Syndrom entwickeln. Dazu kommt es, wenn die Beinvene geschädigt wurde und das Blut nicht mehr richtig abfließen kann.
Symptome eines postthrombotischen Syndroms:
- Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) an Knöchel oder Unterschenkel
- Schweregefühl und Schmerzen im Bein, vor allem im Unterschenkel
- Hautausschläge und -verfärbungen
Die Beschwerden können den Alltag einschränken und sind dann sehr belastend.
Zusammenfassung
Besenreiser und Knöchel Taubheitsgefühl können verschiedene Ursachen haben, von denen die Venenschwäche eine der häufigsten ist. Es ist wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abklären und eine geeignete Behandlung einleiten zu lassen. Neben Venenerkrankungen können auch orthopädische, neurologische oder andere internistische Erkrankungen zu ähnlichen Beschwerden führen. Eine genaue Diagnose ist daher entscheidend für eine erfolgreiche Therapie.
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