Einführung
Besenreiser sind kleine, rötlich-blaue Äderchen, die sich netzartig unter der Hautoberfläche zeigen, meist an den Beinen. Obwohl sie in der Regel keine gesundheitlichen Probleme verursachen, empfinden viele Menschen sie als kosmetisch störend. Eine gängige Methode zur Entfernung von Besenreisern ist die Sklerosierung, auch Verödung genannt. Dabei wird ein spezielles Medikament in die betroffenen Venen injiziert, um sie zu verschließen. In seltenen Fällen kann es jedoch nach einer Verödung zu Nervenschmerzen kommen. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze für Nervenschmerzen nach einer Besenreiserverödung.
Was sind Besenreiser und wie werden sie behandelt?
Als Besenreiser bezeichnet man kleine, büschelartige, bläulich-rote Erweiterungen von Hautvenen an den Beinen. Die Veranlagung zur Ausbildung von Besenreisern ist erblich. Sie entstehen unter dem Einfluss weiblicher Geschlechtshormone während oder nach der Pubertät und können durch Schwangerschaften zusätzlich gefördert werden. Besenreiser stellen für die betroffenen Frauen in erster Linie eine optische Störung dar. In wenigen Fällen können sie, insbesondere während der Periode, leichte Schmerzen auslösen. Im Gegensatz zu größeren Varizen (Krampfadern) führen Besenreiser alleine aber nicht zu ernsthaften Beschwerden. Dennoch sollte vor einer Behandlung grundsätzlich ausgeschlossen werden, dass eine Erkrankung des tiefen oder oberflächlichen Venensystems vorliegt.
Die Sklerosierung (Verödung) ist eine bewährte Methode zur Behandlung von Besenreisern. Das Prinzip der Verödung besteht darin, dass durch Einspritzen einer Flüssigkeit in die erweiterte Vene eine Reizung der Venenwand verursacht wird, die zum Verschluss des Gefäßes führt. Die nebenwirkungsarme und wenig schmerzhafte Methode ist ambulant durchführbar und kann beliebig oft wiederholt werden. Die Injektion des Verödungsmittels verursacht für wenige Sekunden einen leicht brennenden Schmerz. Gelegentlich kommt es auch durch die Verödung zur Ausbildung kleiner Blutergüsse oder einer milden Venenentzündung, was aber nicht gefährlich ist.
Mögliche Ursachen für Nervenschmerzen nach Verödung
Obwohl die Sklerosierung von Besenreisern im Allgemeinen als sicher gilt, können in seltenen Fällen Nervenschmerzen auftreten. Mögliche Ursachen hierfür sind:
- Direkte Nervenverletzung: Während der Injektion kann es in seltenen Fällen zu einer direkten Verletzung eines nahegelegenen Nervs kommen.
- Entzündung: Die durch die Verödung ausgelöste Entzündung kann sich auf umliegende Nerven ausbreiten und diese reizen.
- Narbenbildung: In einigen Fällen kann es im Bereich der Injektionsstelle zu Narbenbildungen kommen, die auf Nerven drücken und Schmerzen verursachen.
- Chemische Reizung: Das verwendete Verödungsmittel kann in seltenen Fällen eine chemische Reizung der Nerven verursachen.
- Fehlinjektion: Wenn das Verödungsmittel versehentlich in tiefere Venen gespritzt wird.
Symptome von Nervenschmerzen nach Verödung
Die Symptome von Nervenschmerzen nach einer Besenreiserverödung können vielfältig sein und sich von Person zu Person unterscheiden. Häufige Symptome sind:
Lesen Sie auch: Hüft-TEP und Nervenschmerzen
- Brennende, stechende oder schneidende Schmerzen: Die Schmerzen werden oft als brennend, stechend oder schneidend beschrieben und können sich entlang des Nervenverlaufs ausbreiten.
- Überempfindlichkeit: Die Haut im betroffenen Bereich kann sehr empfindlich auf Berührungen reagieren.
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl: Einige Betroffene berichten von Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Bein.
- Muskelschwäche: In seltenen Fällen kann es zu einer Muskelschwäche im Bein kommen.
- Schmerzen beim Gehen oder Stehen: Die Schmerzen können sich beim Gehen oder Stehen verstärken.
- Reißende Schmerzen: Betroffene spüren die übrigen Venen, die sich jetzt verdicken und hervortreten, mit reißenden, stechenden Schmerzen.
Diagnose von Nervenschmerzen nach Verödung
Die Diagnose von Nervenschmerzen nach einer Besenreiserverödung basiert in der Regel auf der Anamnese (Krankengeschichte) und einer körperlichen Untersuchung. Der Arzt wird nach den genauen Symptomen, dem Zeitpunkt des Auftretens und möglichen Auslösern fragen. Bei der körperlichen Untersuchung wird der Arzt den betroffenen Bereich abtasten, um mögliche Druckschmerzpunkte oder Verhärtungen festzustellen. In einigen Fällen können auch neurologische Untersuchungen durchgeführt werden, um die Funktion der Nerven zu überprüfen. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT können eingesetzt werden, um andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.
Behandlungsmöglichkeiten von Nervenschmerzen nach Verödung
Die Behandlung von Nervenschmerzen nach einer Besenreiserverödung richtet sich nach der Ursache und Schwere der Beschwerden. Mögliche Behandlungsansätze sind:
- Schmerzmittel: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können helfen, die Schmerzen zu lindern. Bei stärkeren Schmerzen können auch Opioide verschrieben werden.
- Entzündungshemmende Medikamente: Entzündungshemmende Medikamente wie Kortikosteroide können helfen, die Entzündung im Bereich der Nerven zu reduzieren.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Nervenblockaden: In einigen Fällen können Nervenblockaden mit Lokalanästhetika durchgeführt werden, um die Schmerzen zu lindern.
- Operation: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um Narbengewebe zu entfernen oder einen eingeklemmten Nerv zu befreien.
- Kompressionsstrümpfe: Um die Ergebnisse nach der Behandlung noch zu verbessern, sollten Sie im Anschluss daran für 14 Tage entsprechende Kompressionsstrümpfe der Klasse II tagsüber tragen.
- Vermeiden Sie Saunabesuche: Vermeiden Sie Saunabesuche für ca.
Was Sie selbst tun können
Zusätzlich zu den oben genannten Behandlungen können Sie selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern:
- Bewegung: Unmittelbar nach der Verödung sollten Sie sich viel bewegen, d.h. umhergehen oder Fahrradfahren. Vermeiden Sie längeres Stehen oder Sitzen.
- Kühlen: Kühlen Sie den betroffenen Bereich mehrmals täglich mit Kühlpacks.
- Hochlagern: Lagern Sie das Bein mehrmals täglich hoch, um die Durchblutung zu fördern.
- Vermeiden Sie enge Kleidung: Tragen Sie lockere Kleidung, die nicht auf den betroffenen Bereich drückt.
- Stress reduzieren: Stress kann die Schmerzen verstärken. Versuchen Sie, Stress abzubauen, z.B. durch Entspannungsübungen oder Yoga.
Vorbeugung von Nervenschmerzen nach Verödung
Obwohl Nervenschmerzen nach einer Besenreiserverödung selten sind, können einige Maßnahmen ergriffen werden, um das Risiko zu minimieren:
- Wahl eines erfahrenen Arztes: Wählen Sie einen Arzt mit viel Erfahrung in der Sklerosierung von Besenreisern.
- Sorgfältige Voruntersuchung: Lassen Sie vor der Behandlung eine sorgfältige Voruntersuchung durchführen, um mögliche Risikofaktoren zu erkennen.
- Kommunikation mit dem Arzt: Informieren Sie Ihren Arzt über alle Vorerkrankungen und Medikamente, die Sie einnehmen.
- Beachten Sie die Anweisungen des Arztes: Befolgen Sie die Anweisungen des Arztes vor und nach der Behandlung sorgfältig.
Die Rolle des Phlebologen
Bei Krampfadern sollten Sie schon aus diesen Gründen regelmäßig zum Arzt gehen, damit eine Vorgehensweise besprochen werden kann. Zuständig ist der Phlebologe, ein Facharzt für Venenerkrankungen.
Lesen Sie auch: Nervenschaden nach Zahnbehandlung: Symptome und Therapie
Lesen Sie auch: Medikamentenfreie Schmerzlinderung bei Nervenschmerzen
tags: #nervenschmerzen #durch #verodung #von #besenreiser #entfernen