Homöopathische Behandlung von Migräne und Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, und nicht immer sind Schmerzmittel die erste Wahl. Homöopathie kann eine alternative Option sein, insbesondere wenn die Ursache der Kopfschmerzen bekannt ist. Bei starken, plötzlich auftretenden Schmerzen sollte jedoch ein Arzt konsultiert werden, besonders wenn die Ursache unklar ist oder zusätzliche Symptome auftreten. Nach ärztlicher Beratung können Schmerzmittel und Homöopathika gleichzeitig verwendet werden.

Grundlagen der Homöopathie bei Kopfschmerzen

Die Homöopathie basiert auf dem Prinzip "Ähnliches mit Ähnlichem" zu behandeln. Das bedeutet, dass ein homöopathisches Mittel, das bei einem gesunden Menschen bestimmte Symptome auslösen würde, bei einem Kranken zur Behandlung ähnlicher Symptome eingesetzt wird. Die Auswahl des geeigneten Mittels erfolgt individuell, basierend auf der spezifischen Erscheinungsform, den Auslösern und den Begleiterscheinungen der Beschwerden. Auch die Modalitäten, also Faktoren, die die Schmerzen verbessern oder verschlimmern, spielen eine wichtige Rolle. Bei Migräne werden zusätzlich die Triggerfaktoren abgefragt.

Individualisierung der Behandlung

Ein Homöopath richtet sich bei der Auswahl des richtigen Mittels nach der individuellen Erscheinungsform und dem Auslöser der Beschwerden. Das ist auch bei Kopfschmerzen der Fall. Darüber hinaus sind die weiteren Begleiterscheinungen für die Behandlung wichtig. Bei der Einschätzung der Kopfschmerzen soll auch darauf geachtet werden, welche Modalitäten der Besserung oder Verschlechterung auftreten. Genauer gesagt, ob zum Beispiel viele Umwelteindrücke zu stärkeren Kopfschmerzen führen. Bei Migräne fragt der Homöopath meist auch die Triggerfaktoren ab. Auch die genaue Schmerzregion ist wichtig.

Modalitätentabelle

Sie können sich die Modalitätentabelle ausdrucken und mit den Modalitäten Ihrer Patientinnen abgleichen. Mehrere Übereinstimmungen und das Fehlen konträrer Modalitäten in hohem Grad können einen guten Hinweis auf das in Frage kommende Mittel geben. Nach Gegenlesen in der rudimentären Materia medica können Sie sich für das passendste Mittel entscheiden. Bitte bedenken Sie, dass es bei akuten Erkrankungen auf tatsächlich aktuelle, mit der akuten Erkrankung eindeutig assoziierte Symptome und Modalitäten ankommt. Grundsätzliche Eigenschaften oder Vorlieben/Abneigungen der Patientinnen sollten höchstens zur finalen Entscheidung bei gleichrangig konkurrierenden Mitteln herangezogen werden.

Potenzen und Dosierung

Homöopathische Mittel werden aus Grundstoffen hergestellt, die in einem Lösungsstoff verdünnt werden. Je stärker die Verdünnung, desto höher die Potenz und desto stärker soll die Wirkung sein. Auf jeder Packung findet sich eine Angabe zur Potenz (z.B. D6, D12).

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Bei allen homöopathischen Mitteln sollten Sie sich immer an die Anweisungen Ihres Homöopathen halten, der Ein-Wirkstoff-Präparate oder Komplexmittel empfehlen kann. Auch Schüssler Salze können zum Einsatz kommen. Hierzu finden Sie in der Packungsbeilage Anwendungshinweise. Oft finden sich hier auch Angaben zur Akutdosierung.

Akute Verschreibungen können mit unterschiedlichsten Potenzen durchgeführt werden. Für homöopathisch weniger erfahrene Kollegeninnen bietet sich eine D12-Potenz an, am ersten Tag drei Globuli ca. alle zwei Stunden bis zu einer eindeutigen Besserungstendenz. Wenn das Mittel richtig gewählt wurde, sollte diese spätestens am Folgetag erkennbar sein. Dann kann der Patientin die nächsten zwei bis drei Tage immer dann eine weitere Dosis einnehmen, wenn die Besserungstendenz stagniert. Dabei sollten nicht mehr als drei bis vier Einzelgaben pro Tag erforderlich sein. Bei hartnäckigen Beschwerden und höchstwahrscheinlich passender Arznei können auch ein bis drei Globuli in einem Wasserglas aufgelöst werden, der Patient kann dann durch jeweiliges ordentliches Umrühren vor jeder Einnahme (=ein Schluck) die Potenz erhöhen. Ein Schluck ersetzt dann in diesem Falle die o.g. wiederholte Einnahme von drei Globuli.

Auswahl homöopathischer Mittel

Die Auswahl des richtigen Homöopathikums ist entscheidend und sollte idealerweise durch einen erfahrenen Homöopathen erfolgen. Einige gängige Mittel bei Kopfschmerzen und Migräne sind:

  • Belladonna: Bei plötzlich auftretenden, pochenden Kopfschmerzen über den Augen.
  • Sanguinaria canadensis: Bei rechtsseitigen Migräne-Schmerzen.
  • Iris versicolor: Bei "Wochenendmigräne", die sich in Ruhe verschlimmert.
  • Cyclamen europaeum: Bei Migräne mit Sehstörungen.
  • Cimicifuga racemosa: Bei Migräne in den Wechseljahren, begleitet von Schwindel.
  • Migräne-Gastreu® M R16 Tropfen: Ein homöopathisches Kombinationsarzneimittel, dessen Zusammensetzung auf praktischer Erfahrung homöopathischer Ärzte basiert. Die Einzelbestandteile von Migräne-Gastreu® M R16 zeigen in ihren Arzneimittelbildern alle einen deutlichen Bezug zum Symptom „Kopfschmerz“. Soweit nicht anders verordnet, werden 6 x 5 Tropfen, am besten in etwas Wasser, eingenommen.

Wichtiger Hinweis: Komplexmittel werden in der Regel nicht empfohlen, da die homöopathische Behandlung sehr individuell ist und das jeweils passende Mittel sorgsam ausgewählt werden sollte. Ist die dafür erforderliche, sehr zeitraubende Anamnese jedoch nicht gewünscht oder möglich (z.B. bei akuten Beschwerden), ist die Anwendung von Komplexmitteln eine gängige Alternative.

Schüssler Salze

Schüssler Salze sind eine weitere Option zur begleitenden Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne. Besonders das Schüssler Salz Nummer 7, Magnesium phosphoricum, kann bei Migräne und Kopfschmerzen entspannend und schmerzlindernd wirken. Zudem ist es üblich, verschiedene Schüssler Salze zu kombinieren - bei Migräne zum Beispiel die Salze Nummer 7, 8 und 11.

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Ursachen und Arten von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind ungemein häufig, treten in vielfältigen Varianten auf und haben sehr unterschiedliche Ursachen. Das macht klar, dass Kopfschmerz unbedingt der ärztlichen Abklärung bedarf und, dass es viele Möglichkeiten der Behandlung gibt. Ein Stechen hinter den Augen, ein dumpfer Druck im Schädel, ein hämmernder Schmerz bei Bewegung, fast jeder Mensch hatte schon einmal Kopfschmerzen. In Deutschland leiden etwa 40 Prozent der Erwachsenen gelegentlich an Kopfschmerzen, 10 Prozent an Migräne. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Obwohl der Schmerz im Kopf empfunden wird, liegt dort meist nicht seine Ursache.

Die renommierte Internationale Kopfschmerz Gesellschaft (International Headache Society, IHS) unterscheidet über 200 Typen von Kopfschmerz. Die Medizin unterscheidet grundsätzlich zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Der Unterschied ist ganz einfach, bei primären Kopfschmerzen findet man keine zugrunde liegende Erkrankung. Deswegen werden sie auch „idiopathisch“ (heißt übersetzt „eigenes Leiden“) genannt. Zu den primären Kopfschmerzen, die ohne in Verbindung mit einem anderen Krankheitsbild stehen, zählen Migräne, Spannungs- oder Clusterkopfschmerzen.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Kopfschmerzart. Sie führen zu einem schmerzhaften Spannungs- oder Druckgefühl im Stirn- oder gesamten Schädelbereich. Die Schmerzen sind leicht bis mittelschwer. Laut einer Studie des Journal of Health Monitoring 2020 sind in Deutschland 10,3 % der Frauen und 6,5 % der Männer von Spannungskopfschmerzen betroffen. Von Spannungskopfschmerz spricht man, wenn mindestens 10 Episoden des Kopfschmerzes auf die gesamte Lebenszeit bezogen werden können, die Dauer der Attacken zwischen 30 Minuten und 7 Tagen (unbehandelt oder erfolglos behandelt) variiert und mindestens zwei der folgenden Symptome vorliegen: Beidseitiger Schmerz, der Schmerz äußert sich als dumpf und drückend oder ziehend, die Intensität ist milde oder moderat und der Schmerz wird nicht durch körperliche Aktivität verstärkt. Die Betroffenen leiden nicht an Übelkeit oder Erbrechen und sind entweder lichtscheu oder geräuschempfindlich, nicht beides zusammen. Wie bei der Migräne treten Spannungskopfschmerzen am häufigsten bei Menschen im erwerbsfähigen Alter auf.

Migräne

Anders ist es bei der Migräne. Hier spielen auch die Gene eine Rolle und führen zu familiären Häufungen der Migräne. Die andere Ursache ist ein Ungleichgewicht von Botenstoffen wie Serotonin, Noradrenalin und CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptide). Die Stoffe haben Einfluss auf die Schmerzempfindlichkeit von Blutgefäßen im Kopf und können so eine Migräne begünstigen. Wie bei „normalen“ Kopfschmerzen sind auch bei der Migräne viele Trigger bekannt. Dazu zählen Hormonschwankungen bei Frauen z.B.

Neben dem Spannungskopfschmerz ist die Migräne eines der häufigsten Krank­heits­bilder. Oft erkranken Betroffene bereits im Kindes- oder Jugendalter. Etwa 12% der Erwachsenen leiden daran. Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen. Die Migräne unterscheidet sich von anderen Kopfschmerzen durch starke Schmerz­attacken. Der Schmerz beschränkt sich auf eine Kopfseite, pulsiert und wird durch körperliche Aktivität verstärkt. Hinzu kommen Licht- und Geräusch­empfindlichkeit sowie Übelkeit. Betroffene sind in ihrem Alltag erheblich eingeschränkt und müssen strikte Ruhe halten, um den Schmerz nicht zu verstärken.

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Bei etwa 20 Prozent der Migräne-Patienten kündigt sich eine Attacke durch die sogenannte „Aura“ an. Dabei treten beispielsweise Sehstörungen, Lichtblitze und Taubheitsgefühle auf. Diese Symptome können fünf bis 60 Minuten anhalten, bevor die Migräne eintritt. Wer herausfinden möchte, ob er von Migräne betroffen ist, kann dies zum Beispiel mit dem Online-Selbsttest des renommierten Kopfschmerzexperten Prof. Hartmut Göbel tun.

Unter Migräne versteht man anfallsweise auftretende Kopfschmerzen, die stetig wiederkehren. Manche Personen sind wenige Male im Jahr betroffen, andere können nahezu täglich darunter leiden. Sie äußert sich in pulsierenden, stechenden oder pochenden Schmerzen, die meist auf eine Kopfhälfte begrenzt bleiben, sich gelegentlich jedoch auf die andere Seite ausdehnen können. Die Dauer variiert von wenigen Stunden bis zu 3 Tagen, fällt bei Kindern und älteren Menschen aber in der Regel kürzer aus. Begleitende Beschwerden sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Lärmempfindlichkeit und Lichtscheuheit, sowie Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen.

16 % der Weltbevölkerung leiden jeden Tag an Migräneattacken oder episodischen Kopfschmerzen. Die Migräne ist eine häufige, stark behindernde Kopfschmerzerkrankung. In einer Studie zur globalen Krankheitslast (Global Burden of Disease Survey), wurde sie als das dritthäufigste Krankheitsbild weltweit eingestuft. Laut WHO gehört die Migräne zu den 20 Krankheiten, die die Lebensqualität am stärksten beeinträchtigen. Die „einfache“ Migräne - ohne Aura - zeigt sich als wiederkehrende Kopfschmerzerkrankung, deren Attacken Stunden bis Tage anhalten können. Typisch für diese Form der Migräne sind meist einseitige Kopfschmerzen, mit pulsierendem oder pochendem Charakter mäßiger bis starker Intensität. Die „klassische“ oder „komplizierte“ Migräne ist die Migräne mit Aura. Das Haupterkrankungsalter für Migräne liegt zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. Frauen (12 - 17 %) sind deutlich häufiger betroffen als Männer (6 - 8 %). Der häufigste Aura-Typ ist die visuelle Aura. Mehr als 90 % der Patienten mit Migräne mit Aura beschreiben bei ihren Attacken Zickzack-Figuren und flimmernde gezackte Randzonen, die in ihrer Größe zunehmen können. Das nächsthäufige Aura-Symptom sind Sensibilitätsstörungen, die in Form von nadelstichartigen Empfindungen auftreten und sich langsam vom Ursprungsort ausbreiten und größere oder kleinere Teile einer Körperhälfte, einschließlich des Gesichts und / oder Zunge erfassen können. Man weiß inzwischen, dass Aura-Symptome auf einer reduzierten Nervenerregbarkeit basieren, die sich anfallsartig über das Gehirn ausbreitet. Mit bildgebenden Verfahren konnte nachgewiesen werden, dass bei Patienten, die gerade von einer Aura getroffen werden, die Durchblutung im Gehirn beeinträchtigt ist. Je nachdem, wo die Aura für die Nervenhemmung verantwortlich ist, erzeugt sie unterschiedliche Symptome: Ist die Sehrinde betroffen, blitzt und flimmert es vor den Augen.

Clusterkopfschmerz

Als Clusterkopfschmerz bezeichnet man starke, einseitige Attacken von Kopf- und Gesichtsschmerz. Der Name „Cluster“ (heißt übersetzt „Ballung“) verweist auf das häufige, über mehrere Wochen verteilte Auftreten der Schmerzen.

Sekundäre Kopfschmerzen

Sekundäre Kopfschmerzen werden durch bestimmte Krankheitsbilder verursacht. Auslöser können zum Beispiel Infektionen oder Verletzungen des Kopfes, Erkrankungen der Halswirbelsäule, Medikamente, Nervenschäden oder Erkrankungen an Augen, Ohren oder Nase sein.

Wann spricht man von chronischer Migräne oder chronischen Kopfschmerzen?

Kopfschmerz, der über mehr als 3 Monate an 15 oder mehr Tagen im Monat auftritt und der an mindestens 8 Tagen pro Monat die Merkmale eines Migränekopfschmerzes aufweist, wird als chronische Migräne angesehen.

Statistische Daten der Krankenkassen geben wenig Aufschluss über die Bedeutung von Kopfschmerzen beziehungsweise Migräne und Spannungskopfschmerz, da die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen bei diesem Krankheitsbild gering ist. Auch Arbeitsunfähigkeiten sind meist kurz und tauchen kaum in abgerechneten Versorgungs- oder Lohnersatzleistungen auf. Die Funktionsfähigkeit im Alltag ist bei den Betroffenen stark limitiert. So werden neben verminderter Leistungsfähigkeit im Beruf soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten nur noch eingeschränkt wahrgenommen, oder es wird ganz auf sie verzichtet.

Ursachenforschung und schulmedizinische Behandlung

Die genauen Ursachen von Migräne sind nach wie vor nicht geklärt. Studien aus der Hirnforschung legen nahe, dass es bei Migränepatienten Hirnregionen gibt, die sowohl funktional als auch strukturell verändert sind. Einheitliche Schlussfolgerungen können dazu jedoch noch nicht gezogen werden. Die Erregbarkeit des Zentralnervensystems ist bei Migränepatienten jedoch gestört. Außerdem wurden neben anatomischen und physiologischen Merkmalen auch genetische und medikamentös bedingte Ursachen untersucht. Die Hoffnung der Forschung ist, mit zunehmenden Erkenntnissen und Forschungsergebnissen über die genauen Ursachen von Migräne, Betroffenen künftig maßgeschneiderte Behandlungen anbieten zu können. Hormonelle Schwankungen (z. B.

Die Medizin kann heute sehr präzise die verschiede­nen Schmerztypen diagnostizieren und behandeln. Kopfschmerzexperten können den Betroffenen durch ausführliche Patientengespräche und anschließende Unter­suchungen effektiv helfen. Hilfreich bei der Diagnose sind zudem Kopfschmerz-Tage­bücher: Patienten notieren darin eine Zeit lang die Art und Intensität des Schmerzes. Bei Migräne, Spannungs- und Clusterkopfschmerzen können bestimmte Medikamenten sowie Schmerzmitteln helfen. Wichtig ist, den Dosierungsanweisungen des Arztes genau zu folgen. Wann also z.B. mit Einnahme zu beginnen ist und wie lange sein darf. Bestimmte Schmerzmittel sollten z.B.

In der Regel werden zur Akutbehandlung von Kopfschmerzen und Migräne Schmerzmittel (Analgetika) verschrieben. Die gängigsten Schmerzmedikamente sind Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure. Bei Migränepatienten spielt jedoch die Einnahme von Triptanen, die ausschließlich zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden, eine größere Rolle. Triptane sind meist jedoch die teureren Medikamente. In Bezug auf Schmerzfreiheit bzw.

Medikamentenübergebrauchskopfschmerz

Bei häufiger auftretenden oder gar chronischen Kopfschmerzen dürfen Patienten nicht eigenständig Schmerzmittel einnehmen. Hier gilt, zunächst zum Arzt und die Ursachen abklären lassen. Bei chronischen Kopfschmerzen ist es wichtig, die Einnahme von Akutschmerzmitteln auf weniger als 10 Tage im Monat zu begrenzen, andernfalls kann es zum sogenannten Medikamentenübergebrauchskopfschmerz kommen. Die längerfristige Einnahme von hochdosierten Schmerzmitteln vom nichtsteroidalen Antirheumatika-Typen (NSAR) ist mit erhöhtem Risiko für Nebenwirkungen im Herz-Kreislauf-System und im Gastrointestinaltrakt verbunden. Studien dokumentieren, dass es bei der dauerhaften Anwendung von NSAR bereits ab einem Zeitraum von nur 2 Monaten, bei einem von 1.200 Patienten, zu tödlich verlaufenden Komplikationen im Magen-Darm-Trakt kommt. Die Langzeit-Anwendung von Schmerzmitteln bei chronischen Kopfschmerzen, birgt außerdem das Risiko des Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes.

Alternative und ergänzende Behandlungen

Bei vereinzelten schwachen bis mäßig starken Kopfschmerzen können sich Betroffene mit einer pflanzlichen beziehungsweise homöopathischen Behandlung sanft und natürlich selbst helfen. Um die Therapie mit Medikamenten zu reduzieren oder aber wirksam zu ergänzen, werden Entspannungsübungen empfohlen. So lassen sich z.B. Muskelverspannungen lösen oder Stress abbauen. Es eignen sich zum Beispiel die progressive Muskelentspannung oder autogenes Training. Moderate Bewegung durch Yoga oder Qi Gong kann den Patienten ebenso helfen wie Ausdauersport. Pfeffer­minzöl wirkt auf die Schläfen und den Nacken aufgetragen kühlend und kann so die Schmerzen lindern. Als Hausmittel gegen Kopfschmerzen helfen ebenfalls kühlende oder wärmende Umschläge auf Stirn und Nacken.

Unter anderem kommen hier Homöopathie, Phytotherapie, Mikronährstoffsubstitution, Aromatherapie (z. B. mit Pfefferminzöl), Autogenes Training, Entspannungsübungen zur Stressreduktion, Yoga, Massage und Akupunktur in Betracht. Außerdem wirken sich regelmäßige Bewegung und Sport an der frischen Luft, wie beispielsweise Walken, Joggen, Schwimmen, Fahrrad fahren, etc.

Weitere Tipps und Hausmittel

  • Dokumentation der Schmerzsymptomatik: Die Dokumentation der Schmerzsymptomatik und den Begleitumständen kann Aufschluss über die Häufigkeit, Dauer, Intensität und mögliche Auslöser (wie z. B. Stress, Menstruation, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, etc.) der Kopfschmerzepisode geben.
  • Vermeidung von Triggern: Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln können Kopfschmerzen triggern. So sollten Fertigprodukte dringend gemieden werden. Die in ihnen enthaltenen Konservierungsstoffe (z. B. Nitritpökelsalz in Wurstwaren) und Geschmacksverstärker (z. B. Glutamat) können der Auslöser für wiederkehrende Kopfschmerzattacken sein. Auch eine Histaminunverträglichkeit kommt in Betracht. Tauchen die Kopfschmerzen z. B.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Der Mensch besteht zu 60 - 80 % aus Wasser.
  • Kiefergelenk und Bewegungsapparat: Manche Kopfschmerzen werden durch starke Spannungen im Kiefergelenk verursacht, oder haben ihren Ursprung irgendwo in unserem Bewegungsapparat, beispielsweise durch einen Sturz oder Unfall, der schon eine Weile her ist, aber immer noch in unserem System steckt. Auch ein Besuch beim Zahnarzt kann in Verbindung mit regelmäßigen Kopfschmerzen sinnvoll sein.
  • Bildschirmpausen: Wer viel am Bildschirm arbeitet, sollte seinen Augen ausreichende Pausen gönnen und ganz bewusst den Fokus auf verschiedene Distanzen lenken. Aus dem Fenster schauen und den Blick in die Weite richten, über den Bildschirm hinweg gucken oder am besten den Platz mal ganz verlassen und was anderes ansehen.
  • Kältebehandlung: Punktuelle Kältebehandlung kann bei Kopfschmerzen, die noch am Anfang stehen helfen, die Beschwerden einzudämmen. Dazu legt man sich am besten hin und bettet seinen Hinterkopf für einige Minuten auf ein Coolpack.
  • Frische Luft und Bewegung: Frische Luft und Bewegung in der Natur (insbesondere im Wald) hat eine beruhigende Wirkung und fördert die Durchblutung.
  • Massage: Eine leichte Massage der eigenen Schläfen und Augenbrauen kann bei beginnenden Kopfschmerzen guttun und einer Verschlechterung der Schmerzsymptomatik entgegenwirken.
  • Akupressur: Gemäß der traditionellen chinesischen Energielehre kann Akupressur - die Anregung der Energiepunkte mittels Massage - helfen Kopfschmerzen zu lindern. Die entsprechenden Punkte bei Kopfschmerzen sitzen rechts und links der Schläfen bzw. direkt an der Nasenwurzel unterhalb der inneren Enden der Augenbrauen.
  • Bewusstes Atmen und Yoga: Bewusstes Atmen, z. B. mittels yogischer Wechselatmung, ein paar Lockerungsübungen oder ein paar gezielte Yogaübungen für Schulter, Nacken und Kopfbereich tragen zum Stressabbau und zur Entspannung bei.
  • Ruhige Umgebung: Eine ruhige und reizarme Umgebung kann bei beginnenden Kopfschmerzen helfen, das Fortschreiten der Schmerzen zu verhindern.
  • Ausreichend Schlaf: Studien empfehlen eine Schlafdauer von 7 - 9 Stunden pro Nacht für Erwachsene ab 18 Jahren. 8 - 10 Stunden Schlaf werden für Teenager zwischen 14 und 17 Jahren empfohlen, während Kinder zwischen 6 und 13 Jahren optimalerweise 9 - 11 Stunden schlafen pro Nacht. Jüngere Kinder benötigen noch mehr Schlaf: In der Altersgruppe der 3 - 5-Jährigen sind 10 - 13 Stunden Schlaf nötig, während Kleinkinder (1 - 2 Jahre) zwischen 11 - 14 Stunden Schlaf für eine gesunde Regeneration benötigen. Wie viel Schlaf letzten Endes für den Einzelnen das richtige ist, hängt von diversen Faktoren ab, das Minimum beträgt jedoch 6 Stunden pro Nacht.

Wichtige Hinweise und wann ein Arzt aufgesucht werden sollte

Grundsätzlich gilt die Homöopathie als sanftes Mittel, um Migräne und Kopfschmerzen begleitend zu therapieren. Auch Kinder und Jugendliche können in der Regel von ihr profitieren. Bei manchen Personen tritt nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels die sogenannte Erstverschlimmerung ein - die Symptome werden zunächst stärker. Dies bedeutet nach der homöopathischen Lehre jedoch nicht, dass die Arznei falsch gewählt wurde. Stattdessen ist sie sehr passend, aber in einer unzureichenden Potenz verabreicht, also zu niedrig verdünnt. Setze das Mittel in dem Fall ab und greife - sobald die unerwünschten Reaktionen nachgelassen haben - zu der nächsthöheren Potenz des empfohlenen Mittels. Noch ein Tipp: Wenn du die Homöopathie gegen deine Migräne ausprobierst, kann es sinnvoll sein, parallel dazu auf verschiedene Genuss- und Lebensmittel zu verzichten, die die Behandlung stören könnten. Eine entspannte Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule beugen einer Migräne-Attacke vor. Familie, Beruf und Alltag zu organisieren, ist keine leichte Aufgabe.

Es ist wichtig zu beachten, dass bei starken und plötzlich auftretenden Kopfschmerzen, insbesondere in Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Bewusstseinsveränderungen, umgehend ein Arzt aufgesucht werden muss. Ist noch keine Migräne oder wiederkehrender Spannungskopfschmerz bei einem Patienten bekannt und es treten Kopfschmerzen auf, die sehr plötzlich und mit großer Heftigkeit einsetzen, gleichzeitig mit Übelkeit, Erbrechen und mit massivem Schwindel auftreten und mit Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kollapsneigung oder sogar Bewusstlosigkeit einhergehen, muss ein Arzt aufgesucht werden.

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