Der Zusammenhang zwischen Ödemen und Migräne: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Migräne ist eine häufige neurologische Erkrankung, von der etwa 14 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Sie tritt bei Frauen etwa dreimal so häufig auf wie bei Männern. Zu den Schlüsselsymptomen der Migräne gehören pochende Kopfschmerzen, die bei moderater bis starker Schmerzintensität typischerweise einseitig auftreten. Die Kopfschmerzen werden von Übelkeit und Erbrechen und/oder Überempfindlichkeit gegen Licht und Geräusche begleitet. Aktivität führt zu einer Verschlechterung der Symptome. Wesentlich für die Diagnose Migräne ist die Kombination der Schmerzen mit vegetativen Symptomen und der für Migränekopfschmerzen typischen Zeiteinheit von 4 bis 72 Stunden. Es gibt verschiedene Einflussfaktoren, sogenannte Trigger, die eine Migräneattacke begünstigen können. Dazu zählen zum Beispiel helles Licht, Zigaretten oder Zigarettenrauch, Wetterwechsel, Müdigkeit, Schlafstörungen, Gerüche und Geräusche, aber auch Reisen, Anstrengungen beim Sport und oftmals auch Ernährungsfaktoren. Glutamat als Geschmacksverstärker in vielen Nahrungsmitteln kann häufig mit Migräne in Verbindung gebracht werden. Auch Koffein, Nitrite und Nitrate, Amine (Histamin, Tyramin, Phenylethylamin), Rotwein, Schokolade etc. können einen Migräneanfall triggern.

Ödeme, also Wassereinlagerungen im Gewebe, können ebenfalls Beschwerden verursachen und die Lebensqualität beeinträchtigen. In diesem Artikel wird der mögliche Zusammenhang zwischen Ödemen und Migräne beleuchtet, um ein besseres Verständnis für diese komplexen Beschwerdebilder zu schaffen und Behandlungsansätze aufzuzeigen.

Migräne: Eine komplexe neurologische Erkrankung

Die Migräne ist eine komplexe, neurovaskuläre Erkrankung des Gehirns. Innerhalb eines Jahres sind ca. 15% der Bevölkerung betroffen. Nach Zahnkaries und Kopfschmerz vom Spannungstyp nimmt die Migräne den 3. Platz der häufigsten Erkrankungen des Menschen ein. Klinische Beobachtungen zeigen, dass die schmerzunterhaltende psychische Komorbidität von Migränepatienten in den letzten Jahren deutlich komplexer und schwergradiger ausfällt. Dies betrifft sowohl depressive Erkrankungen als auch Angsterkrankungen. Das Risiko für Depressionen, Angsterkrankungen und Suizid ist bei den Betroffenen 3-7 mal höher als bei Gesunden. Das Risiko für Kreislauferkrankungen, Herzinfarkte und Schlaganfall ist rund 1,5-2 mal höher als bei Gesunden. Es wird geschätzt, dass die deutsche Bevölkerung 32 Millionen Arbeitstage im Jahr durch Migräne verliert. Migräne und chronische Kopfschmerzen sind zweithäufigster Grund für kurzfristige Arbeitsunfähigkeit.

Symptome und Diagnose

Ein typisches Symptom für eine Migräne ist ein pulsierender, pochender oder stechender Schmerz, der von Betroffenen als moderat bis schwer empfunden wird. Er breitet sich anfallsartig von einer Kopfhälfte beginnend auf die andere aus. Anders als gewöhnliche Kopfschmerzen tritt eine Migräne anfallartig auf und kann bis zu drei Tagen anhalten. Einer Migräneattacke kann eine sogenannte Aura vorausgehen. Als Aura wird ein Gesichtsfeldausfall bezeichnet. Betroffene beschreiben eine Aura häufig als eine kleine Sonne oder ein Regenbogen, der sich über das eigentliche Bild legt. Die Aura wird immer größer, bis sie nach kurzer Zeit in den eigentlichen Kopfschmerz übergeht oder auch von ihm abgelöst wird.

Für die Diagnose der Migräne werden die Kriterien der International Headache Society herangezogen, auf deren Grundlage sich mehr als 95 Prozent aller Migränebetroffenen korrekt diagnostizieren lassen. Die Diagnose basiert auf einem ausführlichen Gespräch, in dem die Ärztin oder der Arzt die Häufigkeit, Dauer, Art und Stärke der Kopfschmerzen und möglicher Begleitsymptome erfragt. Die Diagnosefindung kann erleichtert werden, indem Sie selbst ein Kopfschmerztagebuch führen.

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Formen der Migräne

Gemäß der Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen (ICHD-3) der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft gibt es mehrere Formen der Migräne. Circa 80 Prozent der Betroffenen leiden an einer gewöhnlichen Migräne ohne Aura. Bei etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen gehen den Kopfschmerzen neurologische Symptome voraus, die Fachleute als Aura bezeichnen. Üblicherweise gehen die Aurasymptome nach etwa einer Stunde in den eigentlichen Migränekopfschmerz über oder werden von ihm abgelöst (Migräne mit typischer Aura mit Kopfschmerz). Trotzdem entwickeln manche Betroffene von Zeit zu Zeit isolierte Auren, denen keine Kopfschmerzen folgen. Eine Hemiplegische Migräne ist von motorischen Störungen einer Körperhälfte begleitet, die leicht oder unvollständig gelähmt ist. Diese Lähmung ist vollständig reversibel. Bei der sogenannten Retinalen Migräne sind die Kopfschmerzen von einem langsam fortschreitenden Gesichtsfeldausfall auf einem Auge begleitet, der sich anschließend vollständig zurückbildet. Während eines Migräneanfalls kann es dazu kommen, dass Betroffene die Sehkraft auf einem oder beiden Augen für einige Minuten verlieren. Eine Migräne mit Hirnstammaura ist von mindestens zwei Aurasymptomen begleitet, die sich in ihrer Herkunft eindeutig dem Hirnstamm zuordnen lassen. Dazu gehören Schwindel, Tinnitus, Sprachstörungen, Hörminderungen, Doppelbilder oder Bewusstseinsstörungen. Die Aurasymptome sind vollständig reversibel, motorische oder retinale Symptome treten nicht auf. Eine chronische Migräne liegt vor, wenn ein Kopfschmerz besonders häufig auftritt. Der Definition der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft zufolge ist dies der Fall, wenn Betroffene über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten an mindestens 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen haben.

Mögliche Auslöser

Es gibt viele Faktoren, die eine Migräneattacke auslösen können. Insbesondere zu viel Kaffee kann Kopfschmerzen auslösen, plötzlicher Verzicht darauf allerdings auch. Migräneattacken treten zudem häufig am Wochenende oder im Urlaub auf, wenn sich der Körper nach anhaltendem Stress langsam entspannt.

Ödeme: Ursachen und Symptome

Ödeme entstehen, wenn sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Dies kann verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Herzinsuffizienz: Das Herz ist nicht in der Lage, ausreichend Blut zu pumpen, was zu einem Rückstau in den Venen und einer Flüssigkeitsansammlung im Gewebe führen kann.
  • Nierenerkrankungen: Die Nieren filtern das Blut und regulieren den Flüssigkeitshaushalt. Bei Nierenerkrankungen kann es zu einer verminderten Flüssigkeitsausscheidung und Ödembildung kommen.
  • Lebererkrankungen: Die Leber produziert wichtige Proteine, die den Flüssigkeitshaushalt regulieren. Bei Lebererkrankungen kann es zu einem Mangel an diesen Proteinen und Ödembildung kommen.
  • Venöse Insuffizienz: Die Venen transportieren das Blut zurück zum Herzen. Bei einer venösen Insuffizienz sind die Venenklappen geschwächt, was zu einem Rückstau des Blutes und Ödembildung führen kann.
  • Lymphödem: Das Lymphsystem transportiert Flüssigkeit aus dem Gewebe zurück in den Blutkreislauf. Bei einem Lymphödem ist der Lymphabfluss gestört, was zu einer Flüssigkeitsansammlung im Gewebe führen kann.
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. Kortikosteroide oder bestimmte Blutdrucksenker, können Ödeme verursachen.
  • Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft kann es aufgrund hormoneller Veränderungen und des erhöhten Blutvolumens zu Ödembildung kommen.
  • Langes Stehen oder Sitzen: Langes Stehen oder Sitzen kann den Blutfluss in den Beinen beeinträchtigen und zu Ödembildung führen.
  • Hitze: Bei Hitze erweitern sich die Blutgefäße, was zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Gefäßwände und Ödembildung führen kann.

Die Symptome von Ödemen können je nach Ursache und Lokalisation variieren. Häufige Symptome sind:

  • Schwellungen der betroffenen Körperteile (z.B. Beine, Füße, Knöchel, Hände, Gesicht)
  • Spannungsgefühl
  • Schweregefühl
  • Druckgefühl
  • Hautveränderungen (z.B. Rötung, Glanz)
  • Dellenbildung nach Druck auf die Haut

Möglicher Zusammenhang zwischen Ödemen und Migräne

Obwohl es keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise für einen direkten Zusammenhang zwischen Ödemen und Migräne gibt, gibt es einige mögliche Erklärungsansätze:

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  • Entzündungsprozesse: Sowohl bei Migräne als auch bei Ödemen spielen Entzündungsprozesse eine Rolle. Entzündungsmediatoren können die Gefäßdurchlässigkeit erhöhen und so zur Ödembildung beitragen. Bei Migräne können Entzündungsprozesse im Gehirn und in den Hirnhäuten eine Rolle spielen.
  • Hormonelle Einflüsse: Hormonelle Schwankungen können sowohl Migräne als auch Ödeme beeinflussen. Bei Frauen können Migräneattacken häufiger im Zusammenhang mit der Menstruation auftreten, wenn der Östrogenspiegel sinkt. Auch Ödeme können durch hormonelle Veränderungen, z.B. während der Schwangerschaft, begünstigt werden.
  • Elektrolytungleichgewicht: Ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt, insbesondere ein Mangel an Magnesium, kann sowohl Migräne als auch Ödeme begünstigen. Magnesium spielt eine wichtige Rolle für die Nervenfunktion und die Regulation des Flüssigkeitshaushaltes.
  • Medikamente: Einige Medikamente, die zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden, wie z.B. nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), können Ödeme als Nebenwirkung verursachen.
  • Stress: Stress kann sowohl Migräne als auch Ödeme verstärken. Stresshormone können die Gefäßdurchlässigkeit erhöhen und so zur Ödembildung beitragen.

Es ist auch möglich, dass Migräne und Ödeme unabhängig voneinander auftreten, aber durch gemeinsame Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder eine ungesunde Ernährung begünstigt werden.

Fallbeispiele und Beobachtungen

  • Einige Frauen berichten von einem Zusammenhang zwischen Migräneattacken und Wassereinlagerungen im Körper, insbesondere während der Menstruation.
  • Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen, die häufig unter Ödemen leiden, berichten möglicherweise auch häufiger über Kopfschmerzen oder Migräne.
  • Personen, die regelmäßig Schmerzmittel gegen Migräne einnehmen, entwickeln möglicherweise Ödeme als Nebenwirkung der Medikamente.
  • Es gibt Berichte, dass eine Verbesserung des Lymphabflusses durch manuelle Lymphdrainage sowohl Ödeme als auch Migränebeschwerden lindern kann.

Mikronährstoffe und Migräne

Grundsätzlich ist eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen von zentraler Bedeutung für die Hirnfunktion. Bei allen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen ist es also zweckmäßig, den Mikronährstoffstatus zu überprüfen und bestehende Defizite auszugleichen.

Tryptophan und Serotonin

Bei Migränepatienten wurden häufig verminderte Serotoninspiegel nachgewiesen. Da eine ausreichende Tryptophanaufnahme eine wesentliche Rolle für die Serotonin-Homöostase spielt, wurde von iranischen Wissenschaftlern untersucht, inwieweit sich die Tryptophanaufnahme auf das Migränerisiko auswirkte. Die Studienpopulation bestand aus 514 Migränepatienten und 582 gesunden Kontrollpersonen.

Tyrosin und Neurotransmitter

Wissenschaftler aus Italien untersuchen in einer Studie bei Patienten mit chronischer Migräne, bei Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen und bei gesunden Kontrollpersonen die Konzentrationen verschiedener Neurotransmitter. Bei den Patienten mit chronischer Migräne waren die Plasmaspiegel von Dopamin und Noradrenalin siebenmal höher als bei den Kontrollpersonen. Die Plasmaspiegel von Tyrosin waren ebenfalls stark erhöht. Die Autoren der Studie vermuten, dass ein veränderter Tyrosinstoffwechsel eine wichtige Rolle in der Pathogenese der Migräne spielt. Der hohe Tyrosinspiegel würde letztlich zu einer unkontrollierten Neurotransmitterfreisetzung führen.

Oxidativer Stress und Antioxidantien

Wissenschaftler aus der Türkei untersuchen bei 141 Migränepatienten verschiedene Parameter des oxidativen Stresses und des Antioxidantienstatus. Sie fanden bei den Migränepatienten im Vergleich zu Kontrollpersonen verminderte Serum-Thiolspiegel. Bei der Migräne bestehen ein erhöhter oxidativer Stress und eine neurogene Entzündung im Gehirn. Aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass Antioxidantien in der Prävention und Behandlung der Migräne von Nutzen sind. Wissenschaftler aus Australien konnten nachweisen, dass eine Kombination aus Antioxidantien (N-Acetylcystein, Vitamin E und Vitamin C) die Häufigkeit von Migräneanfällen verminderte.

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Histidin

Polnische Forscher fanden bei Migränepatienten mit und ohne Aura im Vergleich zu Kontrollpersonen höhere Histidinspiegel im Blutserum.

Glutamat

2022 publizierten Forscher aus Korea eine Studie über die Glutamatkonzentrationen bei Migränepatienten. Dabei wurden sowohl Patienten mit chronischer Migräne wie auch mit episodischer Migräne untersucht.

Magnesium

Magnesium ist ein Mineralstoff mit zentraler Bedeutung für die Funktionsfähigkeit des Nervensystems. Magnesium ist erforderlich für die Aufrechterhaltung des elektrischen Potenzials der Nervenzellen und ist ein wichtiger Antagonist der glutamatergen NMDA-Rezeptoren. Bei Migränepatienten besteht häufig ein Magnesiummangel. Wissenschaftler aus Brasilien untersuchten bei Migränepatienten und gesunden Kontrollpersonen die Magnesiumkonzentrationen im Plasma und in den Erythrozyten. Calcium und Magnesium sind essenzielle Mineralstoffe und wichtig für die Nervenfunktion. Chinesische Wissenschaftler untersuchen anhand von NHANES-Daten einen möglichen Zusammenhang zwischen den Konzentrationen von Magnesium und Calcium und Migräne. Eine höhere Zufuhr von Calcium und Magnesium als Einzelsubstanz oder in Kombination war invers mit Migräne bei Frauen assoziiert.

Eisen

Eisen ist ein wichtiges Spurenelement im Stoffwechsel des Gehirns. Es spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Nervenzellen, ist beteiligt an der Neurotransmission und an der Bildung der Myelinscheiden. Ein Eisenmangel ist ein sehr häufig vorkommender Mikronährstoffmangel und muss sich nicht zwangsläufig in Form einer Eisenmangelanämie zeigen. Ein normales rotes Blutbild schließt einen Eisenmangel keinesfalls aus. Türkische Wissenschaftler publizierten 2016 eine Studie, in der sie 127 Patienten mit Eisenmangelanämie auf das Vorhandensein von Kopfschmerzen oder Migräne befragten. 36,2 Prozent der Patienten erfüllten die Kriterien für eine Migräne. Die Patienten mit Eisenmangelanämie und Migräne hatten häufiger Ängstlichkeitssymptome sowie kopfschmerzassoziierte Beeinträchtigungen der Lebensqualität als Anämie-Patienten ohne Migräne. Forscher aus dem Iran untersuchten in einer Fall-Kontroll-Studie eine mögliche Assoziation zwischen Eisenmangelanämie und Migräne. Bei Frauen zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Eisenmangelanämie, Hämoglobin, Serumferritinspiegel und dem Auftreten von Migräne. Die Wissenschaftler vermuteten, dass insbesondere bei Frauen ein Zusammenhang zwischen dem Eisenspeicher und Migräne besteht. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen fünf und 15 Jahren mit Eisenmangelanämie und Migräne führte eine Therapie mit Eisensulfat zu einer deutlichen Besserung hinsichtlich der Häufigkeit, wie auch der Schwere der Kopfschmerzen. Chinesische Wissenschaftler publizierten 2021 einen Fachartikel über den Zusammenhang zwischen der Eisenaufnahme und schwere Kopfschmerzen oder Migräne. Dazu wurden die Daten von 7.880 Erwachsenen von NHANES 1999 - 2004 verwendet. Bei Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren bestand ein erhöhtes Risiko für eine Eisenmangelanämie. Nach Empfehlung der Autoren der Studie sollten Frauen zwischen 20 und 50 auf eine vermehrte Eisenzufuhr achten, auch zur Vorbeugung gegen schwere Kopfschmerzen oder Migräne.

Zink und Selen

60 Frauen mit Migräne erhielten über einen Zeitraum von zwölf Wochen 15 mg Zinkgluconat täglich oder ein entsprechendes Placebopräparat. In einer iranischen Studie erhielten 72 Migränepatienten über einen Zeitraum von zwölf Wochen 200 µg Selen pro Tag oder ein entsprechendes Placebopräparat. Durch die Selen-Supplementierung wurden verschiedene Parameter des oxidativen Stresses reduziert. Außerdem war die Selenaufnahme mit einer geringeren Häufigkeit und einem geringeren Schweregrad von Kopfschmerzen assoziiert.

B-Vitamine

Vitamin B1, besonders in Form von intravenösen Injektionen, kann bei der Behandlung der Migräne vorteilhaft sein, so jedenfalls die Erkenntnisse indischer Wissenschaftler, die 2016 publiziert wurden.Chinesische Wissenschaftler publizierten 2022 einen Fachartikel über den Einfluss der Aufnahme von Vitamin B1 und Vitamin B2 auf schwere Kopfschmerzen oder Migräne. Dazu wurden Daten von 13.439 Teilnehmern von NHANES 1999 - 2004 verwendet. Es ist schon länger bekannt, dass eine Hochdosistherapie mit Vitamin B2 einen günstigen Effekt bei der Prävention und Behandlung der Migräne hat. Vitamin B2 hat eine wichtige Bedeutung im Energiestoffwechsel und kann die Mitochondrienfunktion verbessern. Wissenschaftler aus Griechenland publizierten einen systematischen Übersichtsartikel und eine Metaanalyse über mögliche Zusammenhänge zwischen Homocystein, Vitamin B6, Vitamin B12, Folsäure und Migräne.

Vitamin D

Vitamin D spielt eine wichtige Rolle für die Funktion des Gehirns. Vitamin-D-Rezeptoren sind im Gehirn weitverbreitet. Bei verschiedenen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen besteht ein Zusammenhang mit einem Vitamin-D-Mangel. In den letzten Jahren wurden verschiedene Fachartikel zur Bedeutung des Vitamin-D-Status bei Migräne publiziert. Wissenschaftler aus Griechenland publizierten 2020 eine Metaanalyse über Vitamin-D-Serumspiegel bei Patienten mit Migräne. In die Auswertung wurden acht Studien einbezogen. Dabei zeigte sich, dass die 25(OH)-Vitamin-D-Konzentrationen bei Patienten mit Migräne niedriger waren als bei gesunden Personen. Forscher aus der Türkei untersuchen unter anderem die 25(OH)-Vitamin-D-Spiegel bei 92 Kindern mit Migräne und fanden einen ausgeprägten Zusammenhang zwischen der Migräne und Vitamin-D-Spiegeln. Nach einer sechsmonatigen Vitamin-D-Therapie wurde eine deutliche Besserung der Migränesymptomatik nachgewiesen, d. h. Eine Metaanalyse indischer Wissenschaftler aus dem Jahr 2023 ergab, dass die 25(OH)D-Spiegel bei Migränepatienten signifikant niedriger waren als bei Personen ohne Migräne. Verminderte Vitamin-D-Spiegel waren signifikant mit Migräne assoziiert.

Coenzym Q10

Wie bereits erwähnt, ist eine Verbesserung des zellulären Energiestoffwechsels ein wichtiger Therapieansatz in der Prävention der Migräne. Coenzym Q10 ist Bestandteil der mitochondrialen Atmungskette. Eine Q10-Supplementierung kann die Mitochondrienfunktion verbessern.Wissenschaftler aus dem Iran konnten auch nachweisen, dass eine Supplementierung von Coenzym Q10 bei Migränepatienten die Konzentration der Entzündungsmarker TNF-alpha und CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) reduzieren konnte. Coenzym Q10 hat also auch einen wünschenswerten antientzündlichen Effekt. Eine Metaanalyse chinesischer Wissenschaftler hat ergeben, dass Coenzym Q10 hinsichtlich einer Verminderung der Migränedauer und der Migränehäufigkeit eine wirksame therapeutische Substanz ist. 2021 publizierten Wissenschaftler aus Malaysia eine Metaanalyse über den Stellenwert einer Coenzym-Q10-Supplementierung für die Prävention von Migräne bei Erwachsenen. In die Metaanalyse wurden sechs Studien mit insgesamt 371 Teilnehmern einbezogen.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Bestandteile der Nervenzellmembranen. Die Einnahme dieser Fettsäuren führt zu verminderten Konzentrationen von CRP sowie verschiedener proinflammatorischer Biomoleküle.

Behandlungsansätze

Die Behandlung von Migräne und Ödemen sollte individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt sein. Mögliche Behandlungsansätze sind:

Migräne

  • Akutbehandlung: Bei einer akuten Migräne mit und ohne Aura sind Schmerzmittel hilfreich. Zur Selbstmedikation empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft die Kombination aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Coffein als Mittel der ersten Wahl. Als Einzelmedikamente sind ASS, Ibuprofen, Naratriptan, Paracetamol oder Phenazon geeignet. Beim Umgang mit Schmerzmittel ist es besonders wichtig, die Dosis zu beachten und die Medikamente möglichst früh einzunehmen. Schwerere Migräneattacken werden mit Antiepileptika, Antidepressiva (Amitriptylin) oder Triptanen behandelt.
  • Vorbeugung: Zur Vorbeugung besonders häufiger oder schmerzhafter Migräneattacken können Medikamente verschrieben werden. Empfehlenswert sind auch Akupunktur und leichter Ausdauersport. Das Kennen und Meiden der Trigger kann dabei helfen, das persönliche Risiko für das Auftreten einer Migräneattacke zu reduzieren.
  • Naturheilkundliche Behandlung: In erster Linie ist es wichtig, die auslösenden Faktoren zu ermitteln und dort therapeutisch anzusetzen. In der Regel gibt es nicht nur einen Auslöser, meist treffen mehrere Faktoren zusammen, die eine Migräneattacke auslösen und mit in die Behandlung einfließen müssen. Häufig begünstigt auch die individuelle Konstitution eine Migräneerkrankung. Die von mir angewandten Methoden zur Migränebehandlung reichen über die klinische Homöopathie, die Ohrakupunktur, sowie verschiedener Injektionen bis hin zu einem Aufbau der Darmflora und ggf. einer ausführlichen Ernährungsberatung.

Ödeme

  • Kompressionsstrümpfe: Kompressionsstrümpfe üben von außen einen genau definierten mechanischen Druck auf das Bein und das venöse System aus. Indem Kompressionsstrümpfe Gefäße verengen, helfen sie dem Lymphsystem bei seiner Arbeit gegen die Schwerkraft, der Abtransport von Lymphflüssigkeit wird gefördert und der entstaute Zustand des Beins erhalten.
  • Bewegung: Ausreichend Bewegung macht müde Beine munter. Langes Stehen und Sitzen sollte wenn möglich vermieden werden.
  • Ernährung: Um Wassereinlagerungen vorzubeugen, verzichtet man am besten auf stark salzhaltige Speisen, denn die sorgen dafür, dass die Flüssigkeit im Gewebe gespeichert wird. Stattdessen sollte auf leichte Schonkost ausgewichen werden wie gekochtes Gemüse, Reis und Obst.
  • Medikamentöse Behandlung: In einigen Fällen können entwässernde Medikamente (Diuretika) eingesetzt werden, um die Flüssigkeitsausscheidung zu fördern.
  • Lymphdrainage: Eine manuelle Lymphdrainage kann helfen, den Lymphabfluss zu verbessern und Ödeme zu reduzieren.

Allgemeine Maßnahmen

  • Ausreichend Flüssigkeit: Ausreichend Flüssigkeit - bis zu drei Litern täglich bei starker Hitze - spielt im Sommer natürlich eine wichtige Rolle, doch Scherer erklärt: “Regel Nummer eins ist: den Bauch nicht mit eisgekühlten Getränken strapazieren. Ähnlich wie beim Kopfschmerz durch Kältezufuhr reagiert auch der Magen empfindlich darauf.”
  • Vermeidung von Hitze: Generell sollte auf starke Sonneneinstrahlung verzichtet werden. Zu Hause sollten die Vorhänge zugezogen werden um die Sonne auszusperren, an Tagen, an denen es besonders heiß ist. Auch Temperaturunterschiede durch das Einschalten der Klimaanlage im Auto sollte man besser sein lassen, rät der Mediziner.
  • Stressmanagement: Stress kann sowohl Migräne als auch Ödeme verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:

  • Die Kopfschmerzen sehr stark sind oder plötzlich auftreten.
  • Die Kopfschmerzen von neurologischen Symptomen wie Sehstörungen, Sprachstörungen oder Lähmungen begleitet werden.
  • Die Ödeme plötzlich auftreten oder sich schnell verschlimmern.
  • Die Ödeme von anderen Symptomen wie Atemnot, Brustschmerzen oder Herzrasen begleitet werden.
  • Nur ein Bein angeschwollen ist: “Das kann auch mal eine tiefe Venenthrombose sein und sollte unbedingt abgeklärt werden”, weiß der Mediziner.
  • Bei beidseitigen Ödemen sollten Nieren und Herzerkrankungen ausgeschlossen werden, vor allem bei Patienten mit Herzproblemen.

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