Parkinson, nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung, ist durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet, darunter Zittern, verlangsamte Bewegungen und steife Muskeln. Der Verlauf der Krankheit ist individuell verschieden. Die Ursache für das Absterben von Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren, ist noch nicht abschließend geklärt.
Symptome und Krankheitsverlauf
Parkinson äußert sich durch eine Vielfalt von Symptomen, und die Krankheit kann bei jedem Patienten anders verlaufen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Zittern
- Verlangsamte Bewegungen (Bradykinese)
- Muskelsteifheit (Rigor)
- Gleichgewichtsstörungen
Behandlungsmethoden und ihre Grenzen
Medikamentöse Therapie
Parkinson-Symptome lassen sich oft mit Medikamenten behandeln, die jedoch Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Ein häufig eingesetztes Medikament ist Levodopa, das die Dopaminkonzentration im Gehirn erhöht. Allerdings kann Levodopa bei manchen Patienten eine Neigung zu Spielproblemen verstärken.
Sport und Physiotherapie
Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung kann Sport helfen, die Symptome zu mildern. Regelmäßiges Training, idealerweise mit ärztlicher Betreuung, kann die Beweglichkeit verbessern und die Muskelsteifheit reduzieren. Die Bobath-Therapie ist eine bewährte Methode zur Rehabilitation von Patienten mit neurologischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS). Im Rahmen der Physiotherapie erlernen Parkinson-Patienten gezielte Übungen und manuelle Techniken, um besser mit ihren Symptomen umgehen zu können und ihren Alltag eigenständig zu meistern. Ziele der Physiotherapeutischen Behandlung bei MB-Parkinson sind insbesondere die Verbesserung der Koordination von Bewegungen und eine Verbesserung des Gleichgewichtes. In Form von Gangschule oder Lauftraining fördern wir fließendes Gehen. Schrittgeschwindigkeit und Schrittlänge werden zum Beispiel über optische, akustische und sensorische Reize positiv beeinflusst.
Stammzelltherapie
Die Stammzelltherapie ist ein neues Verfahren, das Hoffnung macht, aber noch entscheidende Fragen offenlässt. Japanische Forscher verpflanzten Gewebe aus Stammzellen in das Gehirn eines Parkinson-Patienten. Dieser Heilversuch ist auch ein Testlauf für Japans ehrgeiziges Biobankprojekt.
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Mögliche Ursachen und Risikofaktoren
Was die Parkinson-Krankheit auslöst, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass bestimmte Berufsgruppen häufiger betroffen sind als im Durchschnitt.
Pestizide
Bei Landwirten und Winzern tritt Parkinson offenbar häufiger auf als im Durchschnitt. Es wird vermutet, dass Spritzmittel die Parkinsonerkrankung verursachen können. Der zuständige Ärzteausschuss des Bundesarbeitsministeriums hat empfohlen, das „Parkinsonsyndrom durch Pestizide“ in die amtliche Liste der Berufskrankheiten aufzunehmen. Die Wissenschaftler führten in ihrer Empfehlung mehrere Experimente an, bei denen Mäusen oder Ratten Pestizide verabreicht wurden. Das habe die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Tiere parkinsonähnliche Symptome und Veränderungen im Gehirn entwickelten, so das Gutachten. Bei Versuchen im Reagenzglas hätten Pestizide Zellschäden verursacht, die mit Parkinson in Verbindung gebracht werden. „Parkinson wird durch hohe Pestizidexpositionen verursacht“, folgern die Arbeitsmediziner.
Genetische Faktoren
Neben Umweltfaktoren spielen auch genetische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Parkinson.
Aktuelle Forschung und Entwicklungen
Die Parkinson-Forschung ist ein aktives Feld mit vielen vielversprechenden Entwicklungen.
Stammzellforschung
Die Stammzellforschung bietet neue Möglichkeiten zur Behandlung von Parkinson. Forscher arbeiten daran, Stammzellen in Dopamin produzierende Nervenzellen umzuwandeln, um die fehlenden Zellen im Gehirn von Parkinson-Patienten zu ersetzen.
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Gentherapie
Die Gentherapie ist ein weiterer vielversprechender Ansatz zur Behandlung von Parkinson. Ziel der Gentherapie ist es, die genetischen Defekte zu korrigieren, die zur Entstehung von Parkinson beitragen.
Medikamentenentwicklung
Es werden ständig neue Medikamente zur Behandlung von Parkinson entwickelt. Diese Medikamente zielen darauf ab, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.
Der Kampf gegen Parkinson: Eine persönliche Perspektive
Frank Elstner, Fernsehproduzent, Moderator und Erfinder der legendären deutschen Fernsehsendung "Wetten dass…?", erhielt die Diagnose Parkinson im Alter von 74 Jahren. Er setzt sich aktiv mit der Krankheit auseinander und versucht, den Verlauf durch Sport und eine selbst entwickelte Ganzkörper-Therapie zu verlangsamen.
Herausforderungen und Kontroversen
Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit
Die Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit aufgrund von Pestizidexposition ist ein kontroverses Thema. Der Deutsche Bauernverband warnt vor den „Folgekosten politischer und nicht fachlich begründbarer Entscheidungen (wie im Fall der Einordnung ‚Parkinson durch Pestizide‘ als Berufskrankheit)“.
Stammzelltherapien: Ethische und rechtliche Fragen
Die Stammzellforschung wirft ethische und rechtliche Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf die Verwendung von embryonalen Stammzellen.
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