Campher, gewonnen aus dem immergrünen Kampferbaum (Cinnamomum camphora), ist ein traditionelles Mittel, das seit Jahrhunderten in der Medizin und Naturheilkunde eingesetzt wird. Besonders bei Nervenschmerzen und anderen schmerzhaften Zuständen hat sich Campher als wertvoll erwiesen. Dieser Artikel beleuchtet die Eigenschaften, Anwendungsmöglichkeiten und wichtigen Hinweise zur Verwendung von Campher bei Nervenschmerzen.
Was ist Campher?
Campher ist eine aromatische Substanz, die aus dem Holz und vor allem der Rinde des Kampferbaumes gewonnen wird. Der Kampferbaum gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) und ist vorrangig in Küstengebieten Ostasiens beheimatet. Der wissenschaftliche Name lautet Cinnamomum camphora (L.) J.S.
Der Kampferbaum kann beeindruckende Ausmaße erreichen: Bis zu 40 Meter Höhe und 5 Meter Durchmesser sind möglich. An seinen knorrig verzweigten Ästen trägt er länglich-elliptische Blätter von bis zu 13 cm Länge. Im Mai blüht der Baum mit weißen bis gelblich-grünen Blüten, die in Rispen angeordnet sind. Aus diesen Blüten entwickeln sich purpurschwarze Früchte.
Der Name "Campher" leitet sich vom altindischen Wort "karpurah" ab, das über das arabische "kafur" zu dem lateinischen "camphora" wurde.
Gewinnung und Herstellung von Campher
Zur Gewinnung von natürlichem Campher wird das Holz von mindestens 40 Jahre alten Kampferbäumen verwendet. Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation aus dem Stammabschnitt gewonnen, der am reichhaltigsten von dem aromatischen Duft durchzogen ist. Beim Abkühlen des Gemischs kristallisiert die Reinsubstanz Campher aus.
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Um die Bestände der Kampferbäume zu schützen, wird Campher heute vorwiegend synthetisch hergestellt. Synthetischer Campher ist eine Mischung zweier eng verwandter Campherstrukturen und wird Racemat genannt, der Wirkstoff heißt daher „Racemischer Campher“.
Inhaltsstoffe und Eigenschaften von Campher
Das farblose bis weiße Pulver des Camphers besteht aus gläsern aussehenden Kristallen und verströmt einen aromatisch-holzigen Duft, der an Eukalyptus erinnert. Campher enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie Cineol, Eugenol, Liminen, Carvacrol, Pinen und Safrol.
Kampfer hat vielfältige Eigenschaften:
- Schmerzlindernd: Schon Einreibungen mit geringen Konzentrationen wirken lokalanästhetisch und schmerzlindernd.
- Durchblutungsfördernd: Höhere Konzentrationen wirken auf intakter Haut durchblutungsfördernd.
- Entzündungshemmend: Das ätherische Kampferöl hat entzündungshemmende Eigenschaften.
- Beruhigend: Campher wirkt beruhigend auf die Muskulatur.
- Antimykotisch: Campher wirkt gegen Pilze.
- Antiseptisch: Campher wirkt gegen Bakterien und Viren.
- Krampflösend: Campher wirkt krampflösend auf die Bronchienmuskulatur.
Campher bei Nervenschmerzen: Anwendungsgebiete
Campher findet in verschiedenen Darreichungsformen Anwendung, darunter als Kampfersalbe, Kampferseife oder Kampferöl. Besonders bei Nervenschmerzen hat sich Campher bewährt:
- Neuralgien: Aconit Schmerzöl wird gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis zur Anregung des Wärmeorganismus und Integration von Stoffwechselprozessen bei schmerzhaften entzündlichen Erkrankungen, die vom Nerven-Sinnes-System ausgehen, eingesetzt, z.B. bei Nervenschmerzen (Neuralgien).
- Nervenentzündungen (Neuritiden): Aconit Schmerzöl kann auch bei Nervenentzündungen eingesetzt werden.
- Gürtelrose (Herpes zoster): Bei Gürtelrose kann Campher zur Linderung der Nervenschmerzen beitragen.
- Rheumatische Gelenkerkrankungen: Campher kann auch bei rheumatischen Gelenkerkrankungen eingesetzt werden, die mit Nervenschmerzen einhergehen.
- Muskelschmerzen: Zubereitungen mit höheren Konzentrationen wirken auf intakter Haut durchblutungsfördernd und eignen sich zur Behandlung von Muskelschmerzen.
- Prellungen: Campher kann auch bei Prellungen zur Schmerzlinderung und Förderung der Durchblutung eingesetzt werden.
- Rheumatische Schmerzen: Campher findet heutzutage in den verschiedensten Darreichungsformen seinen festen Platz gesichert. Das alte Heilmittel wird aus Teilen des Kampferbaumes gewonnen.
Wirkweise von Campher bei Nervenschmerzen
Kampfer reizt die Haut und stimuliert Nervenenden, was schließlich zu einem Betäubungseffekt führt. Schmerzen und Juckreiz lassen sich so mildern. Gleichzeitig regt Kampfer mit der Hautreizung die oberflächennahe Durchblutung an. Das beschleunigt beispielsweise die Heilung von Entzündungen. Zudem erhöht sich die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen im schmerzenden Gebiet.
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Anwendung von Campher
Für die äußerliche Anwendung stehen Salben mit maximal 25 Prozent Campher sowie sogenannter Kampferspiritus (Spiritus camphoratus) zur Verfügung. Beide Zubereitungen können mehrmals täglich verwendet werden.
Bei der Anwendung von Kampfer Johanniskrautöl ist der Kontakt des Arzneimittels mit den Augen zu vermeiden. Kampfer Johanniskrautöl sollte nicht im Bereich von Schleimhäuten angewendet werden. Nach der Anwendung von Kampfer Johanniskrautöl sollten die Hände gründlich gereinigt werden. Zur Anwendung dieses Arzneimittels bei Kindern liegen keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen vor. Es sollte deshalb bei Kindern von 2 - 12 Jahren nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.
Soweit nicht anders verordnet, mit 2 - 3 ml Öl 1- bis 3-mal täglich einreiben. Die Behandlung einer akuten Erkrankung sollte nach 2 Wochen abgeschlossen sein. Tritt innerhalb von 2 - 3 Tagen keine Besserung ein, ist ein Arzt aufzusuchen. Die Dauer der Behandlung von chronischen Krankheiten erfordert eine Absprache mit dem Arzt.
Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Kampfer sollte wegen der Vergiftungsgefahr mit größter Sorgfalt angewendet werden. Die frei werdenden Dämpfe können Atemstillstände verursachen. Schon 0,2 g Kampfer lösen bei Erwachsenen mitunter schwere Reaktionen aus. Für Säuglinge ist die Aufnahme von nur 1 Gramm lebensbedrohend.
- Nicht für Säuglinge und Kleinkinder: Kampfer und andere ätherische Öle dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern unter zwei Jahren nicht aufgetragen werden. Bei Kleinkindern sollten kampferhaltige Zubereitungen nicht im Bereich des Gesichts, speziell der Nase, aufgetragen werden.
- Nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit: Kampfer Johanniskrautöl darf nicht angewendet werden bei Schwangeren und Stillenden.
- Nicht auf geschädigter Haut: Kampfer Johanniskrautöl darf nicht angewendet werden auf geschädigter Haut, z.B. bei Verbrennungen. Wegen seiner hautreizenden Wirkung dürfen Sie Kampfer nur auf gesunder, intakter und nicht auf geschädigter Haut wie bei Wunden und Verbrennungen anwenden.
- Nicht bei Überempfindlichkeit: Kampfer Johanniskrautöl darf nicht angewendet werden, wenn Sie überempfindlich (allergisch) sind gegenüber Kampfer oder dem anderen Wirkstoff, Erdnuss oder Soja.
- Vorsicht bei großflächiger Anwendung: Vorsicht auch bei großflächiger Anwendung - sie kann leicht zu Vergiftungserscheinungen führen!
- Nicht bei Asthma, Pseudokrupp oder Keuchhusten: Menschen mit Asthma, Pseudokrupp oder Keuchhusten sollten auf Kampfer verzichten.
- Wechselwirkungen: Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Arzneimitteln sind Wechselwirkungen möglich. Besprechen Sie die Anwendung von Kampfer daher immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Mögliche Nebenwirkungen
Kampfer besitzt eine geringe therapeutische Breite. Das heißt, er ist nur in einem schmalen Dosisbereich therapeutisch nutzbar, weil schon bei leicht erhöhter Dosierung Vergiftungserscheinungen auftreten können. Das gilt bei oraler Einnahme, Inhalation sowie bei großflächiger äußerlicher Anwendung.
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Bewahren Sie Kampfer unbedingt außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann der Wirkstoff zu einem Stimmritzenkrampf (Glottiskrampf) und Atemstillstand führen!
Bereits zwei Gramm können Anzeichen einer Vergiftung verursachen, zum Beispiel:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Koliken
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Krämpfe
- Atemnot
In einigen Fällen endete eine Vergiftung tödlich. Bei Kindern liegt die tödliche Dosis schon bei einem Gramm, bei Erwachsenen bei 20 Gramm.
Die äußerliche Anwendung von Kampfer kann auch in der empfohlenen Dosierung allergische Reaktionen hervorrufen wie Hautausschlag, Rötung oder Schwellung. Erdnussöl kann selten schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Sehr selten kann es zu einer Photosensibilisierung oder Rötung der Haut kommen, die ein Absetzen des Arzneimittels erforderlich macht.
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