Céline Dions Kampf mit dem Stiff-Person-Syndrom: Einblicke in ihren Gesundheitszustand

Céline Dion, die legendäre Sängerin mit der unvergleichlichen Stimme, hat in den letzten Jahren einen mutigen Kampf gegen eine seltene neurologische Erkrankung geführt: das Stiff-Person-Syndrom (SPS). Diese Krankheit, die durch Muskelsteifheit und schmerzhafte Krämpfe gekennzeichnet ist, hat ihr Leben und ihre Karriere erheblich beeinträchtigt. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf ihren Gesundheitszustand, die Herausforderungen, denen sie sich stellt, und ihre unerschütterliche Entschlossenheit, wieder auf die Bühne zurückzukehren.

Die Enthüllung: Céline Dions Diagnose

Im Dezember 2022 gab Céline Dion öffentlich bekannt, dass bei ihr das Stiff-Person-Syndrom diagnostiziert wurde. Diese Enthüllung erfolgte nach jahrelangem Leiden und dem Versuch, die Symptome vor der Öffentlichkeit zu verbergen. In einem emotionalen Instagram-Video schilderte sie die Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert war, und die Auswirkungen der Krankheit auf ihr tägliches Leben.

Was ist das Stiff-Person-Syndrom?

Das Stiff-Person-Syndrom (SPS) ist eine seltene, unheilbare neurologische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. Es ist gekennzeichnet durch anhaltende Muskelverhärtungen und Krämpfe, insbesondere im Rücken- und Beinbereich. Die Symptome können zu einer eingeschränkten Beweglichkeit, ungewöhnlichen Körperhaltungen und starken Schmerzen führen. Auch Angstzustände, Nervosität und Panikattacken sind häufige Begleiterscheinungen.

Die genaue Ursache des SPS ist noch unbekannt, aber es wird vermutet, dass eine autoimmune Komponente eine Rolle spielt. Die Krankheit tritt häufig in Verbindung mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenentzündung und Vitiligo auf.

Céline Dions Symptome und Herausforderungen

Céline Dion hat offen über die Symptome gesprochen, mit denen sie aufgrund des SPS zu kämpfen hat. Sie leidet unter starken Muskelkrämpfen, die ihre Fähigkeit zu gehen und zu singen beeinträchtigen. "Leider beeinträchtigen die Spasmen jeden Aspekt meines täglichen Lebens, verursachen manchmal Schwierigkeiten beim Gehen und erlauben es mir nicht, meine Stimmbänder so zu benutzen, wie ich es gewohnt bin", sagte sie.

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Die Erkrankung hat nicht nur ihre körperliche Gesundheit beeinträchtigt, sondern auch ihre Karriere als Sängerin. Sie musste ihre für 2023 und 2024 geplanten "Courage World Tour"-Konzerttermine in Europa absagen. "Eine Show zu machen, sei nicht schwer", erzählte sie in einem Interview. "Aber eine Show abzusagen, das sei schwer."

Der lange Weg zur Diagnose

Die Diagnose des Stiff-Person-Syndroms bei Céline Dion erfolgte nicht über Nacht. Tatsächlich kämpfte sie Berichten zufolge 17 Jahre lang im Geheimen mit der Krankheit, bevor sie ihre Diagnose im Jahr 2022 öffentlich machte. In einem Interview mit der "Today Show" enthüllte sie unter Tränen, dass es für sie irgendwann "zu viel" wurde, ihre Fans zu "belügen".

Dion schilderte, dass sie bereits 2008 während ihrer "Taking Chances"-Tour durch Deutschland erste Anzeichen der Krankheit bemerkte. "Meine Stimme ging plötzlich hoch, ich konnte sie nicht kontrollieren", erinnerte sie sich. "Es drückte mir die Kehle zu, als wollte mich jemand erwürgen."

Jahrelang suchte sie nach Antworten und konsultierte verschiedene Ärzte, die ihre Beschwerden jedoch nicht richtig einordnen konnten. Stattdessen diagnostizierten sie stets Nebenhöhlen- oder Mandelentzündungen. "Ich lebte eine Lüge, ich wollte eine Heldin sein", erklärte sie. "Ich war mutig, aber nicht gerade schlau."

Der Umgang mit der Krankheit im Privaten

Neben den beruflichen Herausforderungen musste Céline Dion auch im Privaten mit den Auswirkungen des SPS fertig werden. Sie war nicht nur Unterhalterin, sondern auch Mutter von drei Kindern und Krankenschwester für ihren Ehemann René Angélil, der an Speiseröhrenkrebs erkrankt war.

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Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2016 wurde die Situation noch schwieriger. "Meine Kinder sollten keine Angst haben, sie hatten ja schon einen Elternteil verloren", sagte sie. Sie wollte ihnen Halt geben, durch die Trauer helfen und unbesiegbar sein.

Um ihre Kinder vor der Wahrheit zu schützen, versteckte sie ihre Symptome und versuchte, ein normales Leben aufrechtzuerhalten. "Ich musste meine Kinder großziehen, ich musste mich verstecken, ich musste versuchen, eine Heldin zu sein", fuhr sie fort.

"I Am: Céline Dion" - Ein schonungsloser Einblick

Um ihre Erfahrungen mit dem Stiff-Person-Syndrom zu teilen und das Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen, hat Céline Dion eine Dokumentation mit dem Titel "I Am: Céline Dion" gedreht, die auf Amazon Prime Video verfügbar ist. Der Film bietet einen schonungslosen Einblick in ihren Alltag mit der Krankheit und zeigt die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist.

In der Dokumentation sieht man, wie sie mit einem Physiotherapeuten versucht, ihre Beine und Zehen zu bewegen, und dabei große Schmerzen hat. Oft muss sie sich auf der Couch ausruhen, weil sie von den Medikamenten, die ihre Muskeln entspannen, ermüdet ist. "Ich habe bis zu 90 Milligramm Valium pro Tag genommen, davon kann deine Atmung stillstehen", erklärt Dion.

Die Dokumentation zeigt auch die Unterstützung, die sie von ihren Kindern, Geschwistern, Ärzten und Therapeuten erhält. "Wir haben Panikknöpfe im Haus und einer ruft per Telefon um Hilfe", sagt sie.

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Hoffnung auf eine Rückkehr auf die Bühne

Trotz der Beeinträchtigungen durch das Stiff-Person-Syndrom hat Céline Dion die Hoffnung auf eine Rückkehr auf die Bühne nicht aufgegeben. "Ich werde wieder singen, und wenn ich auf die Bühne krieche!", sagte sie. "Dafür kämpfe ich jeden Tag."

Sie arbeitet hart an ihrer Genesung und unterzieht sich verschiedenen Therapien, um ihre Muskeln zu stärken und ihre Symptome zu lindern. Sie hat auch gelernt, die Krankheit anzunehmen und sich nicht von ihr beherrschen zu lassen.

Céline Dions Vermächtnis

Céline Dion ist nicht nur eine talentierte Sängerin, sondern auch eine Kämpferin. Sie hat sich den Herausforderungen des Stiff-Person-Syndroms gestellt und dabei ihre Würde und ihren Mut bewahrt. Sie hat ihre Erfahrungen öffentlich gemacht, um das Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen und anderen Betroffenen Hoffnung zu geben.

Ihr Vermächtnis wird nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch ihren Kampfgeist und ihre Entschlossenheit geprägt sein. Sie ist ein Vorbild für alle, die mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, und eine Inspiration für die ganze Welt.

Behandlungen und Therapien

Obwohl das Stiff-Person-Syndrom unheilbar ist, gibt es verschiedene Behandlungen und Therapien, die helfen können, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zu den gängigen Behandlungsmethoden gehören:

  • Medikamente: Benzodiazepine und Baclofen werden häufig eingesetzt, um die Muskelanspannungen zu lösen. Auch Kortikoide und Immunglobuline können verabreicht werden, um das Immunsystem zu stärken.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Immuntherapie: In einigen Fällen kann eine Immuntherapie eingesetzt werden, um das Immunsystem zu regulieren.
  • Alternative Therapien: Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit alternativen Therapien wie Cannabis.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Behandlung des Stiff-Person-Syndroms individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden muss.

Leben mit SPS: Ursula Metzes Geschichte

Ursula Metze, die Vorsitzende der SPS-Vereinigung Deutschland, kennt die Herausforderungen des Stiff-Person-Syndroms aus eigener Erfahrung. Sie erhielt ihre Diagnose vor über 25 Jahren und hat seitdem gelernt, mit der Krankheit zu leben.

"Ich kann bis heute relativ normal gehen", erzählt Metze. "Selbstverständlich ist das nicht beim fortschreitenden Stiff-Person-Syndrom."

Metze betont, dass es wichtig ist, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um den Verlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten. Sie setzt sich aktiv für die Aufklärung über das SPS ein und unterstützt andere Betroffene.

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