In unserer modernen Welt sind wir ständig von technischen Geräten umgeben. Smartphones blinken beim Familienessen, und der Drang, alles gleichzeitig zu erledigen, führt zu Fehlern, Beinahe-Unfällen und ignorierten Gesprächen. Doch haben wir wirklich noch alles im Griff? Das Buch "Das überforderte Gehirn" von Adam Gazzaley und Larry D. Rosen untersucht, wie unsere Gehirne mit der ständigen Flut an Informationen und Ablenkungen umgehen und bietet Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderungen.
Die Multitasking-Lüge: Warum unser Gehirn nicht dafür gemacht ist
Gazzaley und Rosen, ein Neurowissenschaftler und ein Psychologe, argumentieren, dass unsere Gehirne nicht für Multitasking ausgelegt sind. Ablenkungen, Unterbrechungen und technologische "Interferenzen" überfordern unsere Gehirne, da wir schlicht nicht auf eine so vernetzte Welt programmiert sind.
Wir sind von unseren technischen Geräten nahezu besessen. Kein Familienessen ohne blinkende Smartphones neben den Tellern. Wir wollen immer alles auf einmal - ungeachtet von Schreibfehlern, Beinahe-Unfällen und ignorierten Gesprächen zu Tisch.
Die Wissenschaft als Schlüssel: Rücksicht auf unser "altes" Gehirn nehmen
Die Autoren zeigen, wie wir dank der Wissenschaft mehr Rücksicht auf unsere "alten" Gehirne nehmen können. Sie bieten praktische Strategien, um die heutigen Herausforderungen zu bewältigen. Es geht dabei nicht etwa darum, völlig offline und zurückgezogen zu leben. Es geht darum, eine gute Balance zwischen unseren Möglichkeiten und der Hightech-Welt zu finden.
Praktische Strategien für den Alltag
Das Buch bietet eine Reihe von Strategien, die helfen können, die Überlastung des Gehirns zu reduzieren und die Konzentration zu verbessern:
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Meditation
Meditation kann helfen, den Geist zu beruhigen und die Aufmerksamkeit zu fokussieren. Regelmäßige Meditationsübungen können die Fähigkeit verbessern, Ablenkungen auszublenden und sich auf die gegenwärtige Aufgabe zu konzentrieren.
Videospiele
Bestimmte Videospiele können kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Problemlösung verbessern. Die Autoren weisen darauf hin, dass es wichtig ist, die richtigen Spiele auszuwählen und sie in Maßen zu spielen.
Fitnessübungen
Regelmäßige körperliche Aktivität hat positive Auswirkungen auf die Gehirnfunktion. Sport kann die Durchblutung des Gehirns verbessern, die Produktion von Neurotransmittern fördern und die Konzentration steigern.
Verhaltensänderungen
Kleine Veränderungen im Verhalten können einen großen Unterschied machen. Dazu gehört beispielsweise, Benachrichtigungen auf dem Smartphone zu deaktivieren, feste Zeiten für die Nutzung von sozialen Medien einzuplanen und Multitasking zu vermeiden.
Autoren und Hintergrund
Adam Gazzaley ist Professor für die Bereiche Neurologie, Physiologie und Psychiatrie an der University of California, San Francisco, und Direktor des Neuroscience Imaging Center. Er schreibt und moderiert die Fernsehsendung PBS special "The Distracted Mind with Dr. Adam Gazzaley." Larry D. Rosen ist emeritierter Professor für Psychologie der California State University, Dominguez Hills.
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