Komplikationen durch aufgebohrte Nerven im Zahn: Ursachen, Behandlung und Prävention

Eine Wurzelkanalbehandlung ist oft die letzte Möglichkeit, einen erkrankten Zahn zu erhalten. Dabei wird der Zahn aufgebohrt, um das entzündete oder abgestorbene Gewebe im Inneren des Zahns zu entfernen. Obwohl die moderne Zahnmedizin eine weitgehend schmerzfreie Behandlung ermöglicht, können Komplikationen auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen im Zusammenhang mit Komplikationen, die durch das Aufbohren von Nerven im Zahn entstehen können.

Einführung

Die Zahnwurzelbehandlung, auch Wurzelkanalbehandlung genannt, ist ein zahnmedizinisches Verfahren, bei dem abgestorbene oder entzündete Zähne erhalten werden. Diese Behandlungsform ist Teil der Endodontie, eines Fachbereichs der Zahnmedizin, der sich auf Erkrankungen des Zahninneren spezialisiert hat. Dabei werden die Bakterien mit speziellen Instrumenten entfernt und die Funktion des Zahnes wiederhergestellt. Er muss somit nicht gezogen werden. Eine erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung kann den Zahn für viele Jahre oder auch Jahrzehnte erhalten.

Ursachen für Komplikationen

Komplikationen bei einer Wurzelbehandlung können verschiedene Ursachen haben:

  • Tiefe Karies: Wenn Kariesbakterien sich durch den Zahnschmelz bis zum Zahnmark (Pulpa) fressen, können sie dort eine Entzündung verursachen.
  • Zahnfrakturen oder -risse: Risse oder Brüche im Zahn können es Bakterien ermöglichen, in das Zahninnere einzudringen und eine Infektion auszulösen.
  • Zahnabszess: Ein Abszess ist eine Eiteransammlung, die durch eine bakterielle Infektion entsteht.
  • Zahnverletzungen: Auch ohne sichtbare Risse oder Brüche können Traumata zu Schäden am Nerv führen.
  • Anatomische Besonderheiten: Manche Zähne haben stark gedrehte, verkrümmte Wurzeln oder sehr dünne Kanäle, was die Behandlung erschwert.
  • Unvollständige Reinigung: Wenn während der Wurzelbehandlung nicht alle infizierten Bereiche erreicht und gereinigt werden, können Bakterien verbleiben und erneut eine Entzündung verursachen.
  • Instrumentenbruch: In seltenen Fällen können haarfeine Instrumente während der Behandlung im Wurzelkanal brechen.
  • Perforation: Während der Behandlung kann es versehentlich zu einer Perforation kommen, bei der die Instrumente einen zusätzlichen Ausgang aus dem Wurzelkanalsystem schaffen.

Symptome von Komplikationen

Symptome, die auf Komplikationen nach einer Wurzelbehandlung hindeuten können, sind:

  • Starke Zahnschmerzen: Ein pochender, mitunter dumpf ziehender Schmerz im Bereich des behandelten Zahns.
  • Erhöhte Empfindlichkeit: Der Zahn ist empfindlich gegenüber Kälte, Wärme oder Druck.
  • Schwellung: Eine Schwellung des Zahnfleischs oder der Wange im Bereich des behandelten Zahns.
  • Eiterbildung: Eine Eiterblase (Fistel) bildet sich im Zahnfleisch.
  • Aufbissschmerz: Schmerzen beim Zusammenbeißen der Zähne.
  • Mundgeruch oder fauliger Geschmack: Kann auf eine Zersetzung des abgestorbenen Gewebes hindeuten.

Diagnose von Komplikationen

Um Komplikationen nach einer Wurzelbehandlung zu diagnostizieren, führt der Zahnarzt folgende Schritte durch:

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  1. Anamnese: Der Zahnarzt erfragt die Krankengeschichte des Patienten, insbesondere in Bezug auf die Schmerzen und die durchgeführte Wurzelbehandlung.
  2. Klinische Untersuchung: Der Zahnarzt untersucht die Mundhöhle und den behandelten Zahn auf Anzeichen von Entzündungen, Schwellungen oder Fisteln.
  3. Sensibilitätsprüfung: Mit Kältereizen wird geprüft, ob der Zahn noch auf Reize reagiert.
  4. Röntgenaufnahme: Eine Röntgenaufnahme zeigt den Zustand der Wurzel und des umliegenden Knochens. In speziellen Fällen kann eine dreidimensionale Aufnahme (digitale Volumentomografie) angefertigt werden.

Behandlung von Komplikationen

Die Behandlung von Komplikationen nach einer Wurzelbehandlung hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Komplikation ab. Mögliche Behandlungsoptionen sind:

Revision der Wurzelkanalbehandlung

Eine Revision der Wurzelkanalbehandlung ist notwendig, wenn die ursprüngliche Behandlung nicht erfolgreich war oder erneut eine Entzündung auftritt. Dabei wird der Zahn erneut geöffnet, das alte Füllmaterial entfernt und die Wurzelkanäle gründlich gereinigt, desinfiziert und neu gefüllt.

  • Der Spezialist wiederholt die Prozedur und begibt sich dabei auf Fehleranalyse.
  • Der Zahn wird also wieder aufgebohrt, das Füllmaterial entfernt, die Kanäle vollständig bis zur Wurzelspitze gesäubert und desinfiziert.
  • Hierbei können die vorher verwendeten Stifte und Füllungen - je nach Beschaffenheit - die Behandlung deutlich erschweren. Vor allem dann, wenn extrem harte Füllungen verwendet wurden.
  • Nach der Revision sind die Wurzelkanäle optimal versorgt und künftige Komplikation in der Regel ausgeschlossen.
  • Dabei entfernt der Spezialist durch die lange Einwirkzeit des Proteinlösers auch die nekrotischen Gewebsreste rückstandslos, sodass auch die Störfelduntersuchung beim Heilpraktiker negativ ausfällt.

Wurzelspitzenresektion (WSR)

Bei einer Wurzelspitzenresektion wird die Spitze der Zahnwurzel chirurgisch entfernt. Dieser Eingriff wird durchgeführt, wenn eine Entzündung im Bereich der Wurzelspitze trotz Wurzelbehandlung oder Revision nicht abheilt.

  • Bei der Wurzelspitzenresektion wird von außen (durch das Zahnfleisch) ein Zugang in Richtung Wurzelspitze geschaffen.
  • Im Oberkiefer und in der Unterkieferfront bohrt der Zahnarzt dazu ein kleines Loch durch den Knochen und legt die Wurzelspitze frei.
  • Diese wird dann leicht schräg abgeschnitten.
  • Auch der Erfolg einer Wurzelspitzenresektion lässt sich nach 3-6 Monaten auf einem Röntgenbild beurteilen.

Zahnextraktion

Wenn alle anderen Behandlungsoptionen versagen und der Zahn nicht mehr zu retten ist, muss er extrahiert (gezogen) werden.

  • Versagen sowohl Wurzelbehandlung als auch Wurzelspitzenresektion und die Entzündung bleibt bestehen, lässt sich der betroffene Zahn nicht mehr retten und wird gezogen (Zahnextraktion).
  • Will man eine Resektion oder eine Extraktion umgehen, wird eine Revision der Wurzelbehandlung notwendig.

Antibiotika

Bei einer akuten Infektion kann der Zahnarzt Antibiotika verschreiben, um die Bakterien zu bekämpfen und die Entzündung einzudämmen.

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Laserbehandlung

In manchen Fällen kann eine Laserbehandlung eingesetzt werden, um Bakterien im Wurzelkanal abzutöten und die Heilung zu fördern.

  • Bei der Wurzelkanalbehandlung mit einem Laser nutzt der Zahnarzt die bakterienabtötende Wirkung des Laserlichts, das er unter Verwendung spezieller Instrumente in den entzündeten Bereich der Wurzel des Zahnes einbringt.
  • Im Vergleich zu herkömmlichen Spüllösungen dringt das Laserlicht auch in feinste Spalten bis zu 1.100 µm ein und tötet alle Entzündungserreger zuverlässig ab.
  • In der Regel reichen maximal zwei Laserbehandlungen, um eine vollständige Abheilung der entzündlichen Prozesse zu erzielen.

Vorbeugung von Komplikationen

Um Komplikationen nach einer Wurzelbehandlung vorzubeugen, sind folgende Maßnahmen wichtig:

  • Sorgfältige Mundhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta und die Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürsten helfen, Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.
  • Regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen: Bei den Kontrolluntersuchungen kann der Zahnarzt Karies oder andere Probleme frühzeitig erkennen und behandeln, bevor sie zu einer Wurzelentzündung führen.
  • Professionelle Zahnreinigung (PZR): Die PZR entfernt Plaque und Zahnstein, auch an schwer zugänglichen Stellen, und trägt so zur Vorbeugung von Karies und Zahnfleischentzündungen bei.
  • Vermeidung von Risikofaktoren: Reduzieren Sie den Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken, da diese die Entstehung von Karies fördern. Vermeiden Sie auch das Rauchen, da es das Risiko für Zahnfleischentzündungen erhöht.
  • Sorgfältige Durchführung der Wurzelbehandlung: Die Wurzelbehandlung sollte von einem erfahrenen Zahnarzt oder Endodontologen durchgeführt werden, der über das notwendige Fachwissen und die technischen Möglichkeiten verfügt, um die Behandlung erfolgreich durchzuführen.

Was ist nach der Behandlung zu beachten?

Nach einer Wurzelbehandlung ist der Zahn in der Regel schmerzfrei. Da er nun nicht mehr durchblutet wird, ist er auch instabiler geworden. In den meisten Fällen wird der behandelte Zahn dann überkront. Wie genau weiter vorgegangen wird, das besprechen Arzt und Patient in der Wurzelbehandlungsnachsorge.

  • Verzichten Sie auf heiße Speisen und Getränke, solange die Betäubung noch wirkt. Unter Einfluss der Betäubung schätzt man Temperaturen leicht falsch ein und läuft Gefahr, sich zu verbrühen.
  • Sobald die Betäubung nachlässt, dürfen Sie wieder wie gewohnt alles essen und trinken.
  • Wenn Sie ansonsten gesund sind und normalerweise Sport treiben, spricht auch nichts dagegen, nach einer Zahnwurzelbehandlung sportlich aktiv zu sein. Sauna, Solarium sowie direkte Sonneneinstrahlung sollten zunächst vermieden werden.
  • Nach abgeschlossener Behandlung ist der betroffene Zahn bakteriendicht durch eine Füllung verschlossen und kann wieder vorsichtig belastet werden. Er ist allerdings nicht so stabil wie gesunde Zähne, weshalb Sie auf harte Nahrungsmittel wie z. B. Nüsse verzichten sollten.

Kosten einer Wurzelbehandlung

Die Kosten für eine Wurzelbehandlung variieren je nach Komplexität des Falls und den verwendeten Materialien. In einfachen Fällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Behandlung. Sind weitergehende Maßnahmen notwendig, wie beispielsweise elektrische Längenmessungen, entstehen häufig Kosten, die vom Patienten getragen werden müssen. Aufwendige Behandlungen mit zunächst unsicherer Prognose können nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden. Besprechen Sie die individuell sinnvollen Maßnahmen und die damit verbundenen Kosten mit Ihrem Zahnarzt.

  • Je nach Aufwand kommen Kosten in Höhe von 200 bis 1.000 Euro zusam…
  • Der durchschnittliche Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse beläuft sich auf rund 300 Euro. Der Eigenanteil kann bis zu 500 Euro betragen.

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