Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und professionelle Helfer in Bayern. Ziel des Landesverbandes ist es, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern, Angehörige zu unterstützen und die Öffentlichkeit für die Belange von Menschen mit Demenz zu sensibilisieren.
Was ist Demenz?
In der öffentlichen Diskussion werden die Begriffe Demenz und Alzheimer oft synonym verwendet, obwohl sie unterschiedliche Bedeutungen haben. Demenz ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen, die mit einem Verlust der geistigen Fähigkeiten einhergehen. Alzheimer ist die häufigste Ursache von Demenz, aber es gibt auch andere Erkrankungen, die zu einer Demenzsymptomatik führen können.
Die überarbeitete Leitlinie „Demenzen“, die unter der Steuerung von Prof. Dr. med. Günther Deuschl (DGN) und Prof. Dr. med. Wolfgang Maier (DGPPN) entstanden ist, bietet eine umfassende Übersicht über das Thema Demenz.
Aufgaben und Angebote des Landesverbandes Bayern
Der Landesverband Bayern der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ist ein Dachverband von 26 regionalen Alzheimer Gesellschaften und einer Alzheimer Selbsthilfegruppe (SHG) in Bayern. Die Kernaufgaben dieser Organisationen sind:
- Beratung und Entlastung von Angehörigen: Die regionalen Alzheimer Gesellschaften bieten individuelle Beratungsgespräche, Angehörigengruppen und Schulungen an, um Angehörige im Umgang mit der Demenzerkrankung zu unterstützen.
- Entwicklung regionaler Hilfen für Menschen mit Demenz: Die Alzheimer Gesellschaften entwickeln und fördern regionale Hilfsangebote wie Tagesbetreuung, Wohngemeinschaften und ambulante Dienste, um Menschen mit Demenz ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
- Kommunale Öffentlichkeitsarbeit: Durch Informationsveranstaltungen, Projekte und Medienarbeit tragen die Alzheimer Gesellschaften dazu bei, das Wissen über Demenz in der Bevölkerung zu verbessern und Vorurteile abzubauen.
Darüber hinaus nehmen die Alzheimer Gesellschaften und -Selbsthilfegruppen weitere vielfältige Aufgaben wahr, wie z.B.:
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- Urlaubsangebote für Menschen mit Demenz
- Beteiligung an Projekten wie "Demenz im Krankenhaus"
- Tanzcafés oder kulturelle Veranstaltungen
Benefiz-Aktion "Race Across Germany"
Um auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen und Spenden für die Selbsthilfearbeit des Bayerischen Landesverbandes zu sammeln, startet die Bambergerin V. Selbsthilfe Demenz am 22. August 2025 in Aachen beim Ultradistanz-Radrennen "Race Across Germany" (RAG). Sie will mit dieser Aktion symbolisch den täglichen Weg aufzeigen, den Angehörige zusammen mit den Betroffenen gehen, der von der Gesellschaft oft nicht wahrgenommen und gesehen wird. Es ist ein Weg voller emotionaler, geistiger und körperlicher Herausforderungen - aber auch ein Weg mit besonderen Momenten und Erfolgen.
Die Ultra-Botschafterin will auch dazu aufrufen, pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz besser zu unterstützen, da sie selbst kaum die zeitlichen und psychischen Ressourcen haben, ihre Wünsche, Nöte und Bedarfe in die Öffentlichkeit zu tragen. Sie will mit dieser Aktion auch auf die Bedeutung von Sport und Bewegung als Präventionsmaßnahmen der Demenz und anderen neurologischen Erkrankungen hinweisen, z. B. Parkinson und Multiple Sklerose. Sie betont: „Bewegung wirkt präventiv und erleichtert das Leben mit der Erkrankung - sie schafft Kontakte, vermeidet Isolation und steigert die Lebensqualität. Zudem will Sie mit dieser Aktion nicht nur sportliche Grenzen überwinden, sondern auch Spenden für die wichtige Selbsthilfearbeit des Bayerischen Landesverbandes sammeln. Ziel ist es, für jeden Höhenmeter einen Euro zu generieren.
Die Aktion wird über soziale Medien begleitet, und Unterstützer können die Tour in Echtzeit verfolgen, motivieren und spenden. Der Erlös kommt ausschließlich Betroffenen und pflegenden Angehörigen zugute.
Demenz im Krankenhaus
Ein Krankenhausaufenthalt stellt für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen eine besondere Herausforderung dar. Demenzerkrankte reagieren im Krankenhaus oft mit Angst und Unruhe und versuchen, die Klinik zu verlassen. Sie haben keine Krankheitseinsicht, können meist keine Auskunft über sich, ihre Beschwerden und Wünsche geben, können bei Diagnose, Behandlung, Körperpflege nicht mitwirken und haben Probleme beim Essen und Trinken.
Um die Situation von Menschen mit Demenz im Krankenhaus zu verbessern, hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern verschiedene Initiativen gestartet. Dazu gehören:
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- Informationen für Angehörige: Angehörige sollten das Krankenhauspersonal explizit darauf hinweisen, dass Probleme aufgrund einer Demenzerkrankung auftreten können. Hilfreich ist hierbei der "Informationsbogen für Patienten mit einer Demenz bei Aufnahme ins Krankenhaus", auf dem besondere Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Erkrankten beschrieben werden können.
- Schulungen für Krankenhauspersonal: Um das Personal für die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zu sensibilisieren, bietet die Alzheimer Gesellschaft Schulungen und Fortbildungen an.
- Verbesserung der Strukturen und Abläufe in den Krankenhäusern: Zahlreiche Projekte haben sich dem Problem, dass Krankenhäuser nicht immer optimal auf demenziell erkrankte Patienten vorbereitet sind, bereits angenommen und Lösungsvorschläge erarbeitet. Im Saarland haben sich fünf katholische Krankenhäuser an dem Modellprojekt Dem-i-K (Demenz im Krankenhaus), beteiligt, das eine bessere Versorgung von Demenzpatienten in Akutkrankenhäusern zum Ziel hat. Es wurden Konsiliar- und Liaisondienste eingerichtet, welche mit Fachärzten für Geriatrie, Psychiatrie und Neurologie sowie mit einer Fachaltenpflegekraft für Psychiatrie ausgestattet sind. Im Zentrum stand der Aufbau eines demenzbezogenen Hintergrundwissens beim ärztlichen und pflegerischen Personal sowie ärztliche Konsile zur Erkennung und besseren Behandlung von Demenzen und Delirien. Dieses Projekt wurde 2013 mit „Dem-i-k plus“ fortgeführt, das sich auf die sektorübergreifende Versorgung demenzkranker Patientinnen und Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt durch aufsuchende und trägerübergreifende Dienste konzentrierte. „Menschen mit Demenz im Krankenhaus“, dritte Phase des Kooperationsprojekts mit zehn Kliniken (2014 bis 2017). In Nordrhein-Westfalen wird das Programm „Förderung der Umsetzung demenzsensibler Versorgungsprojekte“ / „Blickwechsel Demenz NRW“ vom Paritätischen NRW durchgeführt. Die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen e.V. und die Landesvereinigung für Gesundheit und Sozialmedizin e.V. haben seit 2006 Tagungen zum Thema veranstaltet.
Individuelle Schulungen für pflegende Angehörige durch die KNAPPSCHAFT
Damit pflegende Angehörige von demenzerkrankten Menschen alltägliche Situationen besser bewältigen können, hat die gesetzliche Kranken- und Pflegekasse KNAPPSCHAFT in Bayern eine spezielle Rahmenvereinbarung über individuelle Schulungen mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Bayern e. V. Die individuellen Schulungen für Versicherte der KNAPPSCHAFT sollen helfen, Angehörige zu motivieren, die Pflege auch weiterhin durchzuführen. Darüber hinaus ist es Ziel, weitere private Personen für die Übernahme dieser Aufgabe zu gewinnen. Ein weiterer Fokus liegt in der Gesundheitsvorsorge, um körperliche und seelische Belastungen bei den pflegenden Personen zu mindern.
In den Schulungen, deren Kosten die KNAPPSCHAFT komplett übernimmt, kommen ausschließlich Fachkräfte der regionalen Alzheimer Gesellschaften mit langjähriger Erfahrung in der Beratung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zum Einsatz. In der Regel finden die Schulungen vor Ort im wohnlichen Umfeld des pflegebedürftigen demenzerkrankten Menschen statt und dauern 120 Minuten. Aufgrund der Corona-Pandemie ist auch eine Einzelberatung per Telefon bzw. online per Video möglich - derzeit befristet bis zum 31.
Mitgliedschaft in der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) ist der Dachverband von mehr als 130 örtlichen Alzheimer-Gesellschaften und Landesverbänden, bei denen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen wertvolle Hilfe vor Ort erfahren.
Mitglied der DAlzG können Landesverbände, Alzheimer-Gesellschaften und Vereine werden, die sich den Zielen und Grundsätzen des Dachverbands verpflichten. Einzelpersonen können nicht selbst Mitglied der DAlzG werden, dies jedoch durch eine Mitgliedschaft bei den örtlichen Alzheimer-Gesellschaften ausgleichen. Mitglieder haben die Möglichkeit, sich aktiv in die Arbeit auf Bundesebene einzubringen und die Schwerpunkte der Arbeit mitzugestalten.
Die DAlzG unterstützt das Engagement ihrer Mitgliedsgesellschaften vor Ort erfolgreich seit 1989 in ganz unterschiedlicher Weise:
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- Unterstützung durch Informationen: In monatlichen Rundschreiben informiert die DAlzG die Mitgliedsgesellschaften regelmäßig über die Tätigkeiten des Bundesverbandes, anstehende Veranstaltungen, neue Gesetzentwürfe, Förderprogramme und vieles mehr. Die Nachrichten der DAlzG - das Alzheimer Info - erscheinen zwei Mal im Jahr. Mitgliedsgesellschaften erhalten, entsprechend ihrer Mitgliederzahl, kostenfreie Druckexemplare zugeschickt und auf Wunsch auch in elektronischer Form als PDF. Auf INDAG, der Informations- und Austauschplattform der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, werden kontinuierlich wichtige und interessante Informationen eingestellt.
- Unterstützung bei Vernetzung und Austausch: Mit INDAG gibt der Bundesverband den Mitgliedsgesellschaften außerdem die Möglichkeit, sich untereinander schnell und datengeschützt zu vernetzen, sich zu informieren und sich untereinander auszutauschen. Die DAlzG lädt regelmäßig zum (virtuellen) Erfahrungsaustausch der Alzheimer-Gesellschaften ein. Im Rahmen der jährlichen Delegiertenversammlung sind Mitgliedsgesellschaften eingeladen, durch ihre Stimmenabgabe maßgeblich den Weg und die weitere Arbeit des Bundesverbandes mitzugestalten. Bei Bedarf werden Themen durch den Dachverband weiterbearbeitet - zum Beispiel in seinen Arbeitsausschüssen.
- Unterstützung bei der politischen Arbeit: Hand in Hand wird auf Bundes-, Landes- und Ortsebene zusammengearbeitet, um eine gemeinsame Stimme gegenüber der Politik zu vertreten. Politische Anliegen der Mitgliedsgesellschaften bringt die DAlzG auf Bundesebene ein. Mitgliedsgesellschaften wird die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung eingeräumt: zum Beispiel durch Rückmeldungen zu Stellungnahmen bei Gesetzesänderungen oder der gemeinsamen Ansprache von politisch Verantwortlichen. Wenn möglich, unterstützt die DAlzG ihre Mitgliedsgesellschaften u. a. mit Musterbriefen.
- Unterstützung durch Fortbildungsmöglichkeiten: Gruppentraining für Moderatorinnen und Moderatoren von Angehörigengruppen, die eine Gruppe gründen oder die sich über ihre Rolle in der Gruppe austauschen wollen. „Wir sind für Sie da!“ - das Beratungsseminar für (ehrenamtliche) Beraterinnen und Berater. In dem Seminar „Geld und gute Worte“ geht es um Finanzierungsmöglichkeiten, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit. Speziell für die Vorstandsmitglieder gibt es das Seminar „Leiten und Gestalten“. Weitere Veranstaltungen werden nach Bedarf organisiert und umgesetzt. Mitgliedsgesellschaften und ihre Mitglieder erhalten für den alle zwei Jahre stattfindenden Kongress der DAlzG ermäßigten Eintritt.
- Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit: Die Mitgliedsgesellschaften werden auf der Internetseite der DAlzG nach Bundesländern sortiert aufgelistet. Auch können auf der Internetseite der DAlzG besondere Gruppenangebote und Veranstaltungen veröffentlicht werden. Mitgliedsgesellschaften ist die Nutzung des DAlzG-Logos erlaubt. Logo-Vorlagen und die Nutzungsbedingungen gibt es in INDAG. Präsentations- und Druckvorlagen sowie Styleguides für Flyer können aus INDAG heruntergeladen werden. Kostenpflichtige Broschüren können von Mitgliedsgesellschaften zu günstigeren Konditionen bestellt werden. (Gilt nicht bei Bestellungen über den Online-Shop.) Bei der Bestellung von kostenlosen Broschüren in größeren Mengen wird keine Versandkostenpauschale erhoben. Materialien zum Welt-Alzheimertag werden jedes Jahr für die Mitgliedsgesellschaften kostenlos bereitgestellt. Für die eigene aktive Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedergewinnung stehen kostenlos passende Werbemittel in angemessener Menge zur Verfügung.
- Unterstützung bei der Umsetzung von Schulungen und Veranstaltungen: Die von der DAlzG entwickelten Schulungsmaterialien „Hilfe beim Helfen“ und die Materialien zur Umsetzung der Demenz Partner-Kurse stehen Mitgliedsgesellschaften kostenfrei zur Verfügung. Für die Schulungsreihe „Hilfe beim Helfen" wurden mit zwei Krankenkassen Rahmenverträge geschlossen, denen Mitgliedsgesellschaften beitreten können. Damit können Kurse und Vorträge bei diesen Krankenkassen abgerechnet werden. Jährlich besteht die Möglichkeit projektbezogen eine Förderung von bis zu 1.000 Euro bei der DAlzG zu beantragen.
- Unterstützung bei der Versicherung: Mitgliedsgesellschaften haben die Möglichkeit der Sammelhaftpflichtversicherung der DAlzG für ihre Mitarbeitenden und ehrenamtlich Aktiven beizutreten.
Selbsthilfe als Grundlage der Arbeit
Ab den 80er Jahren schlossen sich in Deutschland Angehörige von Menschen mit Demenz zu Selbsthilfegruppen zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen und die Situation für Menschen mit Demenz zu verbessern. Aufgrund unserer Geschichte verstehen wir uns als Selbsthilfeorganisationen. In all unseren Tätigkeiten stellen wir die Interessen und den Blickwinkel von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in den Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, Betroffene zu stärken, deren Lebensqualität zu erhalten, flächendeckende individuelle Hilfen aufzubauen und Verständnis in der Gesellschaft zu entwickeln.
Fazit
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern e.V. Selbsthilfe Demenz ist eine unverzichtbare Organisation für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in Bayern. Durch ihre vielfältigen Angebote und Initiativen trägt sie dazu bei, die Lebensqualität von Betroffenen zu verbessern, Angehörige zu unterstützen und die Öffentlichkeit für die Belange von Menschen mit Demenz zu sensibilisieren.
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