Sprüche über das Gehirn: Eine Erkundung der Gedankenwelt

Das menschliche Gehirn ist ein faszinierendes Organ, das seit Jahrhunderten Philosophen, Wissenschaftler und Dichter gleichermaßen inspiriert. Es ist der Sitz unseres Bewusstseins, unserer Emotionen und unseres Denkens. Die folgenden Sprüche und Zitate bieten Einblicke in die vielfältigen Funktionen und Geheimnisse dieses komplexen Organs.

Die Gewohnheit und das Gehirn

Die Gewohnheit ist eine kluge Einrichtung der Natur, um Arbeit, Nachdenken, Willensanstrengung und Zeit zu sparen. Sie spart Arbeit, indem sie das Tun rhythmisch und automatisch gestaltet. Sie spart Nachdenken, indem sie die Kontrolle des Tuns von den willkürlichen Hirnpartien auf die unwillkürlichen überträgt. Wie kommt es aber, dass bei vielen das schiefe Denken vorherrscht, obwohl sie doch mit Verstand beschenkt sind?

Die Wahrnehmung der Welt

Der Mensch ist als wirklich in die Mitte einer wirklichen Welt gesetzt und mit solchen Organen begabt, dass er das Wirkliche und nebenbei das Mögliche erkennen und hervorbringen kann. Alle gesunden Menschen haben die Überzeugung ihres Daseins und eines Daseienden um sie her. Indessen gibt es auch einen hohlen Fleck im Gehirn, das heißt eine Stelle, wo sich kein Gegenstand abspiegelt, wie denn auch im Auge selbst ein Fleckchen ist, das nicht sieht. Jedes Gesicht, das wir sehen, jedes Wort, das wir hören, beginnt auf diese unbewusste Weise - als absurd verdrehte räumlich-zeitliche Folge von Spikes in Millionen Neuronen, die jeweils einen winzigen Teil der gesamten Szene wahrnehmen. Im Alltag spielen bewusste Gedanken eine größere Rolle, wenn wir uns in Situationen befinden, die neu für uns sind.

Metaphysik und das menschliche Hirn

Nachher, vor allen andern Sachen, müßt Ihr Euch an die Metaphysik machen! Da seht, daß Ihr tiefsinnig faßt, was in des Menschen Hirn nicht paßt! Auch die gelesene Wahrheit muss man hinterher erst selber erfinden. Im Gedanken fängt auf jeden Fall eine neue Welt an. Als Primaner versuchte ich zum ersten Mal, zu einer lebendigen Vorstellung zu gelangen, was wir des Alls Unendlichkeit nennen. Ich legte mich nachts auf einen fast horizontal gestellten Klappsessel in den Garten und bemühte mich, über das rein Bildmäßige des Sternenhimmels hinaus in seine Wirklichkeit einzudringen. Es gelang mir so wohl, dass ich empfand: Jetzt noch eine Sekunde solcher Erdabwesenheit, ein einziger kleiner Schritt weiter, und mein Gehirn ist auf immer verloren. Nicht unser Hirn, sondern unser Herz denkt den größten Gedanken. Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit.

Emotionen und das Gehirn

Die moderne Hirnforschung konnte zeigen, welche Bedeutung Gefühle für kognitive Prozesse haben. Sie wirken quasi als Schleuse, durch die neues Wissen ins Gehirn gelangen kann. Was nicht durch den Bauch geht, bleibt im Kopf nicht hängen. Gefühle haben ihre eigene Logik und steuern mit großer Energie unser Lernen, können es mobilisieren oder auch lähmen. Motivation und Emotion haben nicht umsonst den gleichen Wortstamm: in Bewegung sein. Wir, für uns wichtige Menschen, unsere Lebensumstände sind uns wichtig und lernenswert, erst dann kommen Formeln und Formalitäten. Gelernt wird, wo Emotionen im Spiel sind! Faktisch ist es so, dass emotionale Zugänge messbar schneller ablaufen als unsere kognitiven, reflektierenden.

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Lernen und das Gehirn

Jede Methode, die vorhat, das Pferd, das keinen Durst hat, zu tränken, ist bedauerlich. Jede Methode, die den Appetit auf Wissen anregt und das starke Bedürfnis nach Arbeit verstärkt, ist gut. Neues wird am einfachsten gelernt, wenn man es mit Bekanntem (Fakten, Ereignisse, Beobachtungen) verknüpft. Es mag eigenartig klingen, aber es ist dennoch so: Fast alles, was wir gelernt haben, wissen wir nicht. Ein wichtiger Teil des Lernens in der Nacht besteht darin, die Informationsverarbeitung zwischen Nervenzellen untereinander im Speziellen und zwischen ganzen Gehirnarealen effektiver zu machen. Zwischen dem Hippokampus und der Gehirnrinde bestehen enge und vielfältige Verbindungen. Wenn nun die gerade gelernten Inhalte im Hippokampus während des nachfolgenden Tiefschlafs aktiviert werden, bewirkt diese für den Kortex praktisch eine erneute Darbietung dieser Inhalte. Wer beim Lernen über seine Grenzen geht, begreift am Ende gar nichts mehr. Wer beim Lernen äußerste Anstrengung anwendet und wem selbst diese nicht zu genügen scheint, dem bleibt kein Mittel mehr, sein Tun zu beschleunigen, oder zu verstärken, oder zu verbessern: er fährt mit Vollgas im ersten Gang … . An diesem Punkt hält er den Atem an, verausgabt sich in überflüssige Anstrengung, ist kaum fähig zu beobachten und wird schwerlich Besserung erzielen. Nur bei Lehrern, welche die Balance zwischen Verstehen und Führen richtig beherrschen, zeigen Schüler Resonanz und reagieren ihrerseits mit Anerkennung und Lernbereitschaft.

Vertrauen und das Gehirn

Das einzige Gegenmittel gegen Verunsicherung und Angst - auch das können die Hirnforscher inzwischen mit Hilfe ihrer bildgebenden Verfahren objektiv und empirisch nachweisen - ist Vertrauen.

Entspannung und das Gehirn

Was tust du eigentlich, um dich zu entspannen?» fragt der Schüler seinen Meister. «Nichts», so der Meister. «Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich.» «Aber das tun doch alle», der Schüler darauf. Das durch das Gewahrsein der Atmung strukturierte Selbst kann sich Zeit lassen, wenn es von Augenblick zu Augenblick fortgeht, so wie es die Atmung normalerweise macht. Wer seine Aufmerksamkeit grundsätzlich verfeinern möchte - um effektiver zu lernen und schneller zu verstehen - der sollte sich um seinen Körper kümmern.

Spiegelneuronen und das Gehirn

Spiegelnervenzellen sind neuronale Netzwerke, die aktiviert werden, wenn Abläufe, die sie im eigenen Körper auslösen könnten, tatsächlich nicht im eigenen, sondern im Körper eines anderen Menschen stattfinden. Ein Lächeln wirkt genauso ansteckend wie ein schmerzverzerrtes Gesicht.

Der Einfluss von Alkohol auf das Gehirn

Ein guter spanischer Sekt hat eine zwiefache Wirkung an sich. Er steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle die albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus. Die zweite Eigenschaft unsers vortrefflichen Sekts ist die Erwärmung des Bluts, welches zuvor kalt und ohne Bewegung die Leber weiß und bleich lässt, was das Kennzeichen der Kleinmütigkeit und Feigheit ist: Aber der Sekt erwärmt es und bringt es von den innern bis zu den äußersten Teilen in Umlauf.

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Träume und das Gehirn

Romeo: Frau Mab, wer ist sie? / Mercutio: Sie ist der Feenwelt Entbinderin. / Sie kommt, nicht größer als der Edelstein / am Zeigefinger eines Aldermanns, / und führt mit 'nem Gespann von Sonnenstäubchen / den Schlafenden quer auf der Nase hin. / Die Speichen sind gemacht aus Spinnenbeinen, / des Wagens Deck' aus eines Heupferds Flügeln, / aus feinem Spinnengewebe das Geschirr, / die Zügel aus des Mondes feuchtem Strahl. / Aus Heimchenknochen ist der Peitsche Griff, / die Schnur aus Fasern. Eine kleine Mücke / im grauen Mantel sitzt als Fuhrmann vorn, / nicht halb so groß als wie ein kleines Würmchen, / das in des Mädchens müßigem Finger nistet. / Die Kutsch' ist eine hohle Haselnuß, / vom Tischler Eichhorn oder Meister Wurm / zurechtgemacht, die seit uralten Zeiten / der Feen Wagner sind. In diesem Staat / trabt sie dann Nacht für Nacht, befährt das Hirn / Verliebter, und sie träumen dann von Liebe, / des Schranzen Knie, der schnell von Reverenzen, / des Anwalts Finger, der von Sporteln gleich, / der Schönen Lippen, die von Küssen träumen. / (Oft plagt die böse Mab mit Bläschen diese, / weil ihren Odem Näscherei verdarb.) / Bald trabt sie über eines Hofmanns Nase, / dann wittert er im Traum sich Ämter aus. / Bald kitzelt sie mit eines Zinshahns Federn / des Pfarrers Nase, wenn er schlafend liegt: / Von einer bessern Pfründe träumt ihm dann. / Bald fährt sie über des Soldaten Nacken: / Der träumt sofort von Niedersäbeln träumt / von Breschen, Hinterhalten, Damaszenern, / von manchem klaftertiefen Ehrentrunk. / Nun trommelt's ihm ins Ohr. Da fährt er auf / und flucht in seinem Schreck ein paar Gebete / und schläft von neuem. Eben diese Mab / verwirrt der Pferde Mähnen in der Nacht / und flicht in struppiges Haar die Weichselzöpfe, / die, wiederum entwirrt, auf Unglück deuten. Schlafforscher aus der Universität Genf werteten Traumtagebücher von 89 Menschen aus, die furchterregende Bilder im Hirnscanner betrachten mussten. Dabei zeigte sich, dass nächtliche Alpträume die Reaktionen der Furchtzentren auf diese Bilder verringerten.

Gewalt und das Gehirn

„Ja, ich habe Gewalt in mir, aber keine negative. Wenn ein Tiger seinen Dompteur zerreißt, so sagt man, der Tiger sei gewalttätig und jagt ihm eine Kugel in den Kopf. Meine Gewalt ist die Gewalt des Freien, der sich weigert, sich zu unterwerfen. Die Schöpfung ist gewaltsam. Leben ist gewaltsam. Geburt ist ein gewaltsamer Vorgang. Ein Sturm, ein Erdbeben sind gewaltsame Bewegungen der Natur. Meine Gewalt ist die Gewalt des Lebens. "

Die Last der Vergangenheit

„Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden."

Das Gehirn als Sitz des Bewusstseins

„Welche denkbare Verbindung besteht zwischen bestimmten Bewegungen bestimmter Atome in meinem Gehirn einerseits, andererseits den für mich ursprünglichen, nicht weiter definierbaren, nicht wegzuleugnenden Tatsachen: Ich fühle Schmerz, fühle Lust, ich schmecke süss, rieche Rosenduft, höre Orgelton, sehe Roth und der ebenso unmittelbar daraus fliessenden Gewissheit: Also bin ich?… Es ist eben durchaus und für immer unbegreiflich, daß es einer Anzahl von Kohlenstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff-, Sauerstoff- usw. Atomen nicht sollte gleich­gültig sein, wie sie liegen und sich bewe­gen, wie sie lagen und sich bewegten, wie sie liegen und sich bewegen werden."

Das Gehirn als unerforschtes Gebiet

„Wieder erschien eine Farbexplosion auf dem Bildschirm, der die Taetigkeiten von Annies Gehirn ueberwachte. Mae streckte die Hand aus und beruerhte Annies Stirn und staunte ueber die Distanz, die diese Haut, dieser Knochen zwischen ihnen herstellte. Was ging in ihrem Kopf vor? Es war wirklich zum Verzweifeln, dachte Mae, dieses Nichtwissen. Es war ein Affront, ein Entzug, ihr gegenueber und der Welt gegenueber. Sie wuerde bei Stenton und Bailey und bei der Vierzigerbande zur Sprache bringen, bei naechster Gelegenheit. Sie mussten dringend ueber Annie reden, ueber die Gedanken, die sie dachte."

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Der Mensch und sein Gehirn

„Alles ist im Menschen, alles ist für den Menschen! Es besteht nur der Mensch; alles übrige ist das Werk seiner Hände und seines Gehirns! Der Mensch! Das ist groß! Das klingt… stolz!

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