Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, bei der Betroffene oft sehr stark auf äußere Reize reagieren. Während einer akuten Migräneattacke kann das Gewebe der Hirnhaut um die Blutgefäße entzündet sein. Im Gegensatz zum Spannungskopfschmerz ist Migräne meist genetisch bedingt und verschlimmert sich bei körperlicher Anstrengung. Schon das Vorbeugen des Kopfes kann die Schmerzintensität verstärken. Migränepatienten sind oft lärm- und lichtempfindlich und ziehen sich daher in dunkle Räume zurück. Übelkeit und Erbrechen sind ebenfalls häufige Begleiterscheinungen. Viele Migränepatienten erleben eine "Aura", die in 10 bis 15 % der Fälle auftritt und sich durch neurologische Reiz- oder Ausfallerscheinungen äußert.
Dieser Artikel beleuchtet die Wirkstoffe und Anwendungsgebiete von Dolormin® Migräne, einem rezeptfreien Medikament zur Behandlung von Migränekopfschmerzen, und gibt wichtige Hinweise zur Einnahme und möglichen Nebenwirkungen.
Was ist Dolormin® Migräne?
Dolormin® Migräne Filmtabletten sind ein schmerzstillendes, fiebersenkendes und entzündungshemmendes Arzneimittel (nicht-steroidales Antiphlogistikum/Analgetikum). Der Wirkstoff in Dolormin® Migräne ist Ibuprofen, ein Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Ibuprofen eignet sich zur Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräneattacken mit oder ohne Aura. Der Wirkstoff wird aber auch bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, wie Spannungskopfschmerzen, eingesetzt. In Dolormin® Migräne ist Ibuprofen mit dem körperverwandten Eiweißbaustein Lysin verbunden, wodurch der Wirkstoff schneller vom Körper aufgenommen wird und die Wirkung rascher einsetzt.
Wirkstoff: Ibuprofen als Ibuprofen-DL-Lysin (1:1).
Anwendungsgebiete von Dolormin® Migräne
Dolormin® Migräne wird angewendet zur:
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- Symptomatischen Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräne mit und ohne Aura.
Es ist geeignet für Kinder ab 20 kg Körpergewicht (6 Jahre und älter), Jugendliche und Erwachsene.
Weitere Dolormin® Produkte und ihre Anwendungsgebiete
Neben Dolormin® Migräne gibt es weitere Produkte der Dolormin®-Familie, die sich in ihren Wirkstoffen und Anwendungsgebieten unterscheiden:
- Dolormin® Extra: Enthält ebenfalls Ibuprofen als Ibuprofen-DL-Lysin (1:1) und wird zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen und Fieber eingesetzt.
- Dolormin® Schmerztabletten: Wie Dolormin® Extra enthält dieses Produkt Ibuprofen als Ibuprofen-DL-Lysin (1:1) und wird bei leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen und Fieber angewendet.
- Dolortriptan bei Migräne®: Enthält Almotriptan (in Form von Almotriptan[(RS)-hydroxysuccinat]) und wird zur akuten Behandlung von Kopfschmerzen bei Migräneanfällen mit oder ohne Aura bei Erwachsenen von 18 bis 65 Jahren eingesetzt.
- Dolormin® für Frauen bei Menstruationsbeschwerden mit Naproxen: Dieses Produkt enthält Naproxen und wird bei schmerzhaften Beschwerden während der Regelblutung eingesetzt.
- Dolormin® GS mit Naproxen: Auch dieses Produkt enthält Naproxen und wird zur symptomatischen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen, z. B. bei bekannter Arthrose (Gelenkverschleiß), eingesetzt.
- Dolormin® für Kinder Ibuprofensaft 40 mg/ml: Enthält Ibuprofen und wird bei leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen und Zahnschmerzen sowie bei Fieber bei Kindern ab 10 kg (1 Jahr und älter), Jugendlichen und Erwachsenen angewendet.
Anwendung von Dolormin® Migräne
Nehmen Sie Dolormin® Migräne Filmtabletten, falls nicht anders verordnet, immer genau nach den Hinweisen in der Packungsbeilage ein. Die Tabletten sollten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit, beispielsweise einem Glas Wasser, eingenommen werden. Für Patienten, die einen empfindlichen Magen haben, empfiehlt es sich, die Filmtabletten während der Mahlzeiten einzunehmen.
Dosierung:
Die genaue Dosierung richtet sich nach dem Alter bzw. dem Körpergewicht des Patienten:
- Kinder zwischen 6 und 9 Jahren (20 bis 29 kg Körpergewicht): Eine halbe Tablette als Einzeldosis. Bei Bedarf kann die Einnahme bis zu dreimal pro Tag wiederholt werden. Die Tageshöchstdosis beträgt 1,5 Tabletten.
- Kinder zwischen 10 und 11 Jahren (30 bis 39 kg Körpergewicht): Eine halbe Tablette als Einzeldosis. Sie dürfen pro Tag höchstens zwei Tabletten einnehmen.
- Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene (über 40 kg Körpergewicht): Die Einzeldosis beträgt eine halbe bis eine Tablette des Medikaments. Insgesamt sollte man pro Tag nicht mehr als drei Tabletten einnehmen.
Der zeitliche Abstand zwischen den Einnahmen sollte mindestens 6 Stunden betragen.
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Dauer der Anwendung:
Das Arzneimittel dient nur der kurzfristigen Anwendung. Ohne ärztlichen Rat sollten Sie Dolormin® Migräne nicht länger als 3 Tage anwenden. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wenn Sie es länger als 3 Tage einnehmen müssen oder sich Ihre Symptome verschlimmern. Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
Gegenanzeigen
Dolormin® Migräne darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen Ibuprofen oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
- wenn Sie in der Vergangenheit mit Asthmaanfällen, Nasenschleimhautschwellungen, Hautreaktionen oder plötzlichen Schwellungen nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern reagiert haben,
- bei ungeklärten Blutbildungsstörungen,
- bei bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen Magen/Zwölffingerdarmgeschwüren (peptischen Ulzera) oder Blutungen (mindestens 2 unterschiedliche Episoden nachgewiesener Geschwüre oder Blutungen),
- bei Magen-Darm-Blutung oder -Durchbruch (Perforation) in der Vorgeschichte im Zusammenhang mit einer vorherigen Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika/Antiphlogistika (NSAR),
- bei Hirnblutungen (zerebrovaskulären Blutungen) oder anderen aktiven Blutungen,
- bei schweren Leber-oder Nierenfunktionsstörungen,
- bei schwerer Herzinsuffizienz,
- wenn Sie an einer schweren Austrocknung (Dehydratation) leiden (verursacht durch Erbrechen, Durchfall oder unzureichende Flüssigkeitsaufnahme),
- im letzten Drittel der Schwangerschaft,
- bei Kindern unter 20 kg Körpergewicht oder unter 6 Jahren, da diese Dosisstärke aufgrund der höheren Wirkstoffmenge nicht geeignet ist.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Dolormin® Migräne einnehmen,
- wenn Sie an bestimmten angeborenen Blutbildungsstörungen (z.B. akute intermittierende Porphyrie) leiden,
- wenn Sie bestimmte Autoimmunerkrankungen (systemischer Lupus erythematodes und Mischkollagenose) haben,
- wenn Sie Magen-Darm-Störungen oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) haben,
- wenn Sie an eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion leiden,
- bei Austrocknung (Dehydratation),
- wenn Sie unter Bluthochdruck und/oder Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) leiden oder jemals gelitten haben,
- wenn Sie an Allergien (z.B. Hautreaktionen auf andere Arzneimittel, Asthma, Heuschnupfen), chronischen Schleimhautschwellungen oder chronischen, die Atemwege verengenden Atemwegserkrankungen leiden, da bei Ihnen dann ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Überempfindlichkeitsreaktion besteht,
- bei Blutgerinnungsstörungen,
- unmittelbar nach größeren chirurgischen Eingriffen.
Weitere wichtige Hinweise:
- Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
- Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
- Vorsicht: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen: Bei Ihnen kann das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen. Fragen Sie daher vor der Anwendung Ihren Arzt.
- Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!
- Alkoholgenuss soll während einer Dauerbehandlung möglichst vermieden werden.
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Dolormin® Migräne kann andere Arzneimittel beeinträchtigen oder von diesen beeinträchtigt werden.
Zum Beispiel:
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- Arzneimittel, die gerinnungshemmend wirken (d. h. das Blut verdünnen/die Blutgerinnung verhindern, z.B. Acetylsalicylsäure, Warfarin, Ticlopidin).
- Arzneimittel, die hohen Blutdruck senken (ACE-Hemmer wie z.B. Captopril, Betablocker wie z.B. Atenolol-haltige Arzneimittel, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten wie z.B. Losartan).
Einige andere Arzneimittel können die Behandlung mit Dolormin® Migräne ebenfalls beeinträchtigen oder durch eine solche selbst beeinträchtigt werden. Sie sollten daher vor der Anwendung von Dolormin® Migräne zusammen mit anderen Arzneimitteln immer den Rat Ihres Arztes oder Apothekers einholen.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Dolormin® Migräne Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
- Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Sodbrennen.
- Leichte Blutungen im Magen-Darm-Bereich.
Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
- Hautausschläge.
- Verstärkung einer Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.
- Mund- oder Magenschleimhautentzündung.
- Magen-Darm-Geschwüre, -Blutungen oder -Durchbrüche, die unter Umständen lebensbedrohlich sind.
- Kopfschmerzen, Schwindel, Reizbarkeit oder Erregung.
- Schlaflosigkeit oder Müdigkeit.
- Sehstörungen.
- Allergische Reaktionen mit Hautausschlägen, Hautjucken, Asthmaanfällen oder Blutdruckabfall.
Seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):
- Ohrgeräusche wie zum Beispiel ein Tinnitus.
- Nierenschädigungen.
- Erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Blut.
Sehr seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):
- Symptome einer aseptischen Hirnhautentzündung: eine Hirnhautentzündung, die nicht durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wird. Betroffene leiden unter starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Nackensteifigkeit oder Bewusstseinstrübung.
- Verschlechterung der Entzündungen durch Infektionen.
- Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen wie zum Beispiel eine Gesichts-, Zungen- oder Kehlkopfschwellung, Luftnot, Herzrasen oder Blutdruckabfall bis hin zum lebensbedrohlichen allergischen Schock, der sofortige ärztliche Hilfe erfordert.
- Psychotische Reaktionen oder Depressionen.
- Herzklopfen, Herzmuskelschwäche oder ein Herzinfarkt.
- Bluthochdruck.
- Speiseröhren- oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen.
- Ausbildung von membranartigen Verengungen in Dünn- und Dickdarm.
- Leberfunktionsstörungen.
- Blutbildungsstörungen wie Mangel an Blutplättchen, roten oder weißen Blutkörperchen (erste Anzeichen sind z.B. Nasenbluten, starke Abgeschlagenheit, oberflächliche Wunden im Mund, Fieber, Halsschmerzen, grippeartige Beschwerden) - keine weitere Tablette Dolormin® Migräne einnehmen, sondern zum Arzt gehen!
- Schwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Rötung und Blasenbildung (z.B. Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse/Lyell-Syndrom), welche eine sofortige ärztliche Behandlung benötigen.
- Haarausfall.
- Verringerte Harnausscheidung und vermehrte Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme).
- Nephrotisches Syndrom.
- Entzündliche Nierenerkrankung oder akute Nierenfunktionsstörungen.
Wenn Sie Nebenwirkungen entwickeln (auch solche, die hier oder im Beipackzettel nicht genannt sind), sollten Sie sich an einen Arzt oder Apotheker wenden.
Überdosierung
Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit sowie zu Atemstörungen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.